Zum Start bereit, das Ziel ist unbekannt.

Eine Gruppe von Menschen erkundet die Stadt. Ausgehend vom Dschungel, Theaterhaus für junges Publikum, spaziert der Schwarm, ausgerüstet mit Kopfhörern, quer durch Wien, geführt von einem persönlichen GPS namens Maria. Walter wird gesucht, vielleicht ist es der Mann auf dem Bild, das wir vor dem Museumsquartier finden, oder im Grund nur ein Bild. Das ist nicht wirklich wichtig, wichtig ist, dass die Stadtforscher*innen die Augen offen halten. Die Premiere von "Wo ist Walter? Die Stadt und ich", ist am 25. April im Museumsquartier gestartet und hat nach eindreiviertel Stunden ohne Pannen ein fröhliches Ende gefunden.

Ditta Rudle
Acht Paare tanzen "Psalmensymphonie"

Perfekt! Die Vorstellung des dreiteiligen Abends „Forsythe | van Manen | Kylián“ am 20. April mit einer Neubesetzung sämtlicher Solorollen und dem überzeugenden Corps de ballet des Premierenabends bescherte wieder ein großartiges Erlebnis.

Ditta Rudle
"Artifact Suite": Nikisha Fogo, Jakob Feyferlik

Drei große Nachfolger George Balanchines stehen auf dem Programm dieser letzten Ballettpremiere an der Staatsoper unter der Direktion von Manuel Legris. Aus ihrem reichhaltigen Œuvre hat Legris vier frühe Werke ausgewählt: „fact Suite“ von William Forsythe, „Trois Gnosiennes“, „Solo“ von Hans van Manen und „Psalmensymphonie“ von Jiří Kylián. Eine Hommage an das Ballett, die auch das begeisterte Publikum bekräftigt hat. Für einen Abend regiert der Tanz.

Ditta Rudle
Die angebetete Königin (Kayla May Corbin)

Als furiose Schau zeigt die Linzer Ballettchefin und Choreografin Marie Antoinette als Frau, die von den Wellen des Lebens hoch hinauf getragen und tief hinunter getaucht wird. Der expressive Tanz der Compagnie TANZLIN.Z wird von der dramatischen Musik Walter Haupts getragen. Marc Reibel hat die Uraufführung des Tanzstücks am 30. März im Linzer Musiktheater dirigiert. Das Bruckner Orchester Linz hat mit der Interpretation des vielschichtigen Klangkosmos wieder einmal seine Qualität bewiesen. Etwas erschöpft vom imposanten Werk aus Tanz und Klang hat das Premierenpublikum dennoch Begeisterung gezeigt.

Ditta Rudle
Choreografin Mette Edvardsen, *1970.  © Werner Strouven

Wenn die Bücher verbrannt werden, müssen sie in den Köpfen ihrer Leserinnen weiterleben. Die norwegische Choreografin Mette Edvardsen lädt mit ihrem Projekt „The time has fallen asleep in the afternoon sunshine– a library of living books“ mit einem Buch zu kommunizieren, ihm in die Augen zu sehen, während es sich selbst erzählt. Frauen und (wenige) Männer haben Bücher auswendig gelernt um sie der Besucherin nahezubringen. Eine halbe Stunde dauert die überraschend beglückende Begegnung.

Ditta Rudle
Susanne Kirnbauer, Harald Baluch, Doris Uhlich: Neuerlich auf Spitze.

Emotionalität in Form. Die Tänzerin und Choreografin Doris Uhlich holt die Vergangenheit in die Gegenwart, weckt Erinnerungen an das romantische Ballett und wird selbst zur Ballerina. Mehr als 10 Jahre nach der Premiere hat sie ihr Erfolgsstück „Spitze“ mit Susanne Kirnbauer und Harald Baluch neu einstudiert und zeigt es als lebendige Ergänzung der Ausstellung „Die Spitze tanzt“ im Theatermuseum. Die Tänzerin und der Tänzer, Kirnbauer und Baluch, erinnern sich, Uhlich zieht die Spitzenschuhe an, hebt sie Arme, tanzt eine Arabesque. Man muss sie lieben, all drei.

Ditta Rudle