Auch im Palais des Ehepaars Gremin wird getanzt.

In der 51. Vorstellung des bereits als unnachahmlichen Klassiker einzustufenden Balletts „Onegin“ von John Cranko durften zwei Rollendebüts bejubelt werden. Jakob Feyferlik, seit dem Vorjahr erster Solotänzer, und Madison Young, Solotänzerin seit 2019, ernteten Applaus als Lenski und Olga. Mit ihren Rollen bestens vertraut: Ketevan Papava als Tatjana und Roman Lazik als Onegin, Erste Solisten mit Charisma und Eleganz.

Ditta Rudle
Carmina Burana mit Aleksandar Orlic als Fortuna.

Drei Choreografien, drei Komponisten und ein ausgezeichnetes Ensemble prägen den Abend, der in der Volksoper zuvor das Publikum, wie schon 52 Mal zuvor, in Bann zieht. Die Uraufführung der drei Tanzstücke – „Nachmittag eines Fauns“ von Boris Nebyla, „Bolero“ von András Lukács und Carmina Burana“ von Vesna Orlic – ist 2012 bejubelt worden, 2013 hat der Abend als „beste Ballettproduktion“ den Österreichischen Musiktheaterpreis erhalten. Nicht geringen Anteil an diesem permanenten Erfolg haben auch Dirigent Guido Mancusi und das Volksopernorchester mit der Interpretation der Werke von Claude Debussy, Maurice Ravel und Carl Orff.

Ditta Rudle
Sciarroni: "Augusto", Tanzen und Lachen.© Roberta Segata

Lachen ist vielfältig. Das hat der preisgekrönte Choreograf Alessandro Sciarroni mit seinem Stück „Augusto“ an zwei Abenden im Tanzquartier gezeigt. Für sein Lebenswerk hat der italienische Künstler im Rahmen der Tanzbiennale 2019 in Venedig den Goldenen Löwen erhalten. Sein Tätigkeitsfeld erstreckt sich von Choreografie über bildende Kunst bis hin zur Erforschung des Theaters selbst. Zum dritten Mal war er in Wien zu Gast, diesmal mit einer herausfordernden Idee: Das Lachen zu inszenieren.

Tania Napravnik
Ida Golda, Jeanne-Marie Bertram.

Frau*lenzen“, die Wortschöpfung der feministischen Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch, hat die Autorin Lilly Axster übernommen, um sie im Titel ihres Kinderbuches und des Bühnenstücks unterzubringen. „Wenn ich groß bin, will ich frau*lenzen“ ist allerdings bereits Mitte der 1990er Jahre entstanden und vom TheaterFOXFIRE (Leitung damals: Lilly Axster und Corinne Eckenstein) uraufgeführt worden. Jetzt erlebt das Stück mit Jeanne-Marie Bertram und Ida Golda als Darstellerinnen seine Auferstehung im Dschungel Wien. Die Kinder, für die der witzige Text damals erdacht worden ist, sind heute selbst Mütter (oder Väter).

Ditta Rudle
"Der lebende Garten"  Ensemble  mit Blumenbögen und rosa Tütüs.

Das Wiener Staatsballett bot zu Beginn des Neuen Jahres eine feine Abschiedsvorstellung für Manuel Legris Choreographie des Balletts „Le Corsaire“ nach Marius Petipa. Liudmila Konovalova und Kimin Kim als Gast (Médora und Conrad) sind vom Publikum ebenso gefeiert worden wie die übrigen Solist*innen und das Corps de ballet: Kiyoka Hashimoto als Gulnare, Davide Dato als Birbanto mit Ioanna Avraam als Zulméa und Mihail Sosnovschi als Lanquedem. Mit Sonderapplaus bedacht wurden Dirigent Valery Ovsyanikov und das Orchester der Staatsoper.

Ditta Rudle
das Venuskind in der Krippe, Mond und Sonne halen Wache mit den Tieren. Foto: Karin Bayerle

Weniger mit niedlichen Püppchen, vielmehr mit gold- und silberglänzenden Objekten führt Peter Ketturkat (Verein zur Rettung der Dinge) sein Publikum in die Steinzeit. Mit „Mamma Luna“ erzählt der Objektkünstler mit feinem Humor, jedoch ohne Worte, den alten Mythos von der Fruchtbarkeit des Mondes. Zur richtigen Zeit, in den Raunächten, wenn rund um die Jahreswende die Ahnen und Geister lebendig werden, zeigt er die Geburt der Venus im Dschungel Theater.

Ditta Rudle