Elia Suleiman besucht Paris. © Carol Bethuel

Als Reisender über den Globus erkundet Elia Suleiman die Welt und zeigt sie als absurdes Universum, geprägt von Raffgier, Rücksichtslosigkeit und Ignoranz. Der Reisende ist Suleimann selbst, ein Regisseur, der einen Verleih für seinen Film über Palästina, sein Heimatland, sucht. „It must be heaven“ heißt die Komödie im Original, die von der aktuellen Tragödie erzählt.

Ditta Rudle
Familie Wang nimmt Abschied in Changchun. © Nick West / polyfilm

Die Geschichte, die Lulu Wang, Schriftstellerin und Regisseurin, erzählt, hat sie selbst erlebt. In der Kurzgeschichte „Don’t tell her / Don’t let her know” hat sie davon erzählt und nun einen Film daraus gemacht. Die amerikanische Rapperin und Schauspielerin Awkwafina spielt die Hauptrolle, Billi Wang, für die, obwohl sie in Amerika lebt, chinesische Sitten und Tradition lebendig und wichtig sind. Wenn eine Familie in alle Winde zerstreut ist, dann sind die Kulturdifferenzen vorprogrammiert. Darum geht es in „The Farewell“, doch auch um die Frage, ob eine Lüge richtig sein kann.

Ditta Rudle
Adèle Haenel (Héloise), Noémie Merlant (Marianne): Tanz der Blicke

Céline Sciamma begibt sich ins 18. Jahrhundert, nachdem sie sich mit dem Erwachsenwerden von weiblichen Teenagern beschäftigt hat. Drei Frauen leben einige Tage nach ihren eigenen Regeln. „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ (Original: „Portrait de la jeune Fille en Feu“) ist ein wunderbarer Film über das Begehren zweier Frauen, über die Kunst und weibliche Solidarität. Adèle Haenel, die bereits in einigen Filmen Sciammas zu sehen war, und Noémie Merlant brillieren als Héloise und Marianne.

Ditta Rudle
Daniel Spoerri; "Ich ordne nur Kochlöffel"

Der Titel ist ganz ernst gemeint. Der Film ist ein Geschenk, ein Geschenk an Daniel Spoerri und an das Publikum im Kinosaal, das dem bewunderten Künstler auf der Leinwand begegnen darf. Anja Salomonowitz hat gemeinsam mit Spoerri und ihrem jüngsten Sohn Oskar einen subtilen Film gedreht, bei dem leise gelacht und auch ein wenig geweint werden darf.

Ditta Rudle
Marianne & Leoanard auf Hydra, Filmplakat. © polyfilm

Im November 2016 ist der Singer-Songwriter Leonard Cohen wenige Monate nach der Norwegerin Marianne Ihlen, der Frau, die ungezählte seiner Songs inspiriert hat, gestorben. Die lange und chaotische Verbindung zwischen dem Schöpfer und Interpreten melancholischer Balladen und seiner Muse Marianne hat nun den Dokumentarfilmer Nick Broomfield zu einem bemerkenswerten Film inspiriert. „Marianne & Leonard: Words of Love“ erzählt von der Kraft der Liebe (Mariannes) und der Egozentrik und Eigenwilligkeit eines Künstlers.

Ditta Rudle
Alice (Emily Beecham) im Glashaus inmitten ihrer Schöpfung. © Filmladen Verleih

Klinisch sauber, gletscherkalt und rätselhaft ist der neue Film von Jessica Hausner. „Little Joe“ ist die Züchtung einer neuen Pflanze, deren intensive Pflege die Menschen glücklich machen soll. Das Unternehmen in dem die Biologin und alleinerziehende Mutter Alice arbeitet, will sich damit sanieren. Um ihren heranwachsenden Sohn, Joe, eine Freude zu machen, nimmt sie eine der Pflanzen heimlich mit nach Hause und vertraut ihm „Little Joe“ an.

Ditta Rudle