Aus "Fax" von Fabian Faltin. © Faltin

Die Huggy Bears-Plattform vereint aufstrebende KünstlerInnen der Performance-Szene in Wien Favoriten. Am Weltfrauentag wurden vier unfertige Stücke, die im Anschluss zur Diskussion standen, in der neuen Residenz von Huggy Bears am Kempelenpark vorgestellt. Die Künstler*innen zeigen Ausschnitte und richten ihre brennenden Fragen an das Publikum, um mit den Antworten ihre Werke weiterzuentwickeln.

Tania Napravnik
"Down In The Hole". © Baio, Grünbühel, Vogel, Kim.

Luke & Dome, das sind Luke Baio und Dominik Grünbühel, erobern die Puppenbühne. Zu Gast im Lilarum, in dem seit 30 Jahren Figurenspiele Kinder und Erwachsene begeistern, begeben sie sich gemeinsam mit Dong Uk Kim hinunter in die dunkle Höhle des Guckkastens und zeigen, akkurat und gewandt, ihre neue Show „DownIn The Hole“. Eine surrealistische Bilderfolge, in der Menschen zu Puppen, lebendige Körper zu mechanischen Objekten werden. Eine unterhaltsame und überraschende Stunde, in der man sich ein wenig gruseln und staunend lachen darf.

Ditta Rudle
Julischka Stengele, fotografiert von Barbis Ruder.

Riot don’t Diet / Aufstand gegen die Körperstandards. Diesen Protest probt Julischka Stengele mit ihrer Vorstellung  „Bodies of Water“ und stellt Im Tanzquartier ihren Körper multimedial zur Schau. Die voll beleibte Performerin bewegt sich anmutig durch die dunklen Tanzquartier Studios und nutzt dabei Wasser in unterschiedlichen Varianten als Spielelement, um die Grenzen zwischen ihr und der Außenwelt verschwinden zu lassen. Ihr korpulenter Körper ist entweder von einem knappen Bikini bedeckt oder aber gänzlich entblößt, sodass jede Feinheit ihres Körpers beobachtet werden kann.

Tania Napravnik
"Movements to Stravinsky":Alice Firenze inmitten des Ensembles.

Die letzte Ballettpremiere der Ära Legris an der Staatsoper ist sicher nicht der Höhepunkt dieser Saison. András Lukács Choreografie „Movements to Stravinsky“ ist der Glanzpunkt dieses dreiteiligen Abends, in dessen Mitte „Between Dogs and Wolves“ des schwedischen Choreografen Pontus Lidberg steht. Nacho Duatos Requiem „White Darkness“ bildet den Abschluss. Der Premierenapplaus am 4.3. galt wohl mehr dem Wiener Staatsballett als den beiden neuen Aufführungen.

Ditta Rudle
Deborah Hay, Mitbegründerin des postmodern dance in den USA.

Mit ihrem Solo „my body, … revisited“ macht Deborah Hay, eine der einflussreichsten Tänzerinnen und Choreografinnen des amerikanische postmodern dance, klar, dass einmal Tänzerin immer Tänzerin bedeutet. Die Jahre, bei Hay sind es 79, spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Mit ihrer Choreografin und Lehrerin können die vier jungen Tänzerinnen und der Tänzer in „Animals on the Beach“ nicht konkurrieren. Im gut besuchten Tanzquartier / Halle G beobachtete das Publikum geduldig die spröden, stoisch ausgeführten Bewegungen. Dankt dem Quintett am Ende artig, spendet auch der weithin verehrten Solistin eher verhaltenen Applaus.

Ditta Rudle
Jan Machacek & Georg Blaschke: "ani_male" © Lisbeth Kovacic

Der Tänzer und sein Abbild, der Videokünstler und das Auge der Kamera: Georg Blaschke und Jan Machacek nennen ihre dritte gemeinsame Arbeit „ani–male“. Ein Kunstwort, das unterschiedlich zu lesen ist. Auf Englisch gehört, könnte es „irgendein Mann / jeder Mann“ heißen. Oder kommt es aus dem Lateinischen und bedeutet Tierwesen? Nicht wichtig: Sowohl der Mann wie das Tier sind im Raum, die von Machacek gesteuerte Kamera fängt den Körper ein, verdoppelt und fragmentiert ihn, beobachtet jede Bewegung, beleuchtet jede Pore. Sound, Videobilder und der Tanzkörper werden zu einer untrennbaren Einheit, wenn der Videokünstler Jan Machacek mit dem Tänzer Georg Blaschke zusammenarbeitet. Am 20.2. war Premiere des neuen Spiels im studio brut.

Ditta Rudle