Elena Bottaro: Debüt als Nacht, umringt von den 12 Stunden

Schön war’s wieder, das Schweben und Zappeln, Drehen und Springen in Stiefeln und Spitzenschuhen. Maria Yakovleva wird in der 4. Vorstellung am 6. Februar für ihr Debüt als Swanilda im Ballett „Coppélia“, rekonstruiert und choreografiert von Pierre Lacotte, mit Rosen überschüttetet. Denys Cherevychko zeigt wieder, dass ihm der Franz auf den Tanzkörper geschrieben ist.

Ditta Rudle
Die Kapelle spielt zum "Grand Finale". © Rahi Rezvani

Und die Kapelle spielt bis zum Schluss. Im Festspielhaus St. Pölten war „Grand Finale“, die jüngste Choreografie des Choreografen Hofesh Shechter zu erleben. In düsterem, nebligem Ambiente beschreibt die Arbeit den Zustand der Welt mit all ihren Konflikten, Kriegen und Dramen in kraftvollen Bildern. Und gibt am Ende trotzdem Mut.

Rando Hannemann
Swanilda und Franz (Natascha Mair, Denys Cherevychko): Was sich liebt, das neckt sich.

Pures Entzücken bereitet die von Pierre Lacotte rekonstruierte und teilweise neu choreografierte Fassung des nahezu 200 Jahre alten humorvollen Handlungsballetts „Coppélia“. Zur Musik von Léo Delibes, dirigiert von Simon Hewett, tanzt des Wiener Staatsballett die perfekte Mischung aus mimisch erzählenden Szenen und reinem Tanz. Zurecht wurde das Premierenensemble vom begeisterten Publikum in der Volksoper immer wieder vor den Vorhang gerufen.

Ditta Rudle
Der Körper aktiv und passiv. Videoausschnitt, © David Wampach /Achles

Der französische Choreograf und Tänzer David Wampach (sprich Wãmpak) lässt mit „Endo“ Kunstströmungen im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts auferstehen. Gemeinsam mit Tamar Shelef und vielen Farbtöpfen erinnert er an die Happenings, die vor allem bildende Künstler*innen wie Yves Klein oder Joseph Beuys damals veranstaltet haben. Die 2017 nach einem Japan-Aufenthalt entstandene Performance hat mir im Tanzquartier ungeteiltes Vergnügen bereitet.

Ditta Rudle
Elisabeth Löffler: Sit-Down Comed.y © TomTom

Einfach köstlich, herzerwärmend und selbstironisch. Eine perfekte Performance mit richtigem Timing und witzigem Text. Elisabeth Löffler zeigt mit ihrem Solo „Fix me if you can“, dass sie ein Publikum in Bann ziehen kann. Es ist eine intime, aber keineswegs rührselige Geschichte, die Löffler im brut / Café 7Stern Wohnzimmer erzählt, singt, tanzt. Frans Poelstra hat sorgsam Regie geführt, Yosi Wanunu Textarbeit und Dramaturgie geleistet.

Ditta Rudle
"Sylvia": Maria Yakovleva mit den Faunen

Nach der Weihnachtspause steht das Ballett „Sylvia“ in der Choreografie von Manuel Legris wieder auf dem Spielplan. Die 7. Aufführung des romantischen Balletts nach Louis Mérante ist durch die Debüts in den großen Solorollen fast zur Premiere geworden.
Ein animiertes (Abonnement-)Publikum, angefeuert durch Kevin Rhodes temperamentvolles Dirigat, spendete lebhaften Applaus.

Ditta Rudle