Denys Cherevychko (Conrad), Kiyoka Hashimoto (Médora): Anschmiegsam im Adagio, furios im Allegro.

Egal, ob das Programm weihnachtlich und kindgerecht ist oder eine wilde Raubersgeschichte: Das Publikum ist da, alle Plätze sind besetzt, das Wiener Staatsballett ist eine Attraktion. Und bei der ersten Vorstellung des dreiaktigen Balletts „Le Corsaire“, es war die 31. des Balletts von Manuel Legris, wurde niemand enttäuscht. Denys Cherevychko als Conrad, der Korsar, und Kiyoka Hashimoto als seine Geliebte, Médora, rissen das Publikum von den Sitzen, animierten den Stehplatz zu Bravo-Rufen.

Ditta Rudle
Laura Fischer, Etienne Aweh bei der Probe. © Katharina Illnar

Sing no more this bitter tale“, dieses so poetisch klingende Zitat gibt der neuen Choreografie von Nikolaus Adler, der mit seiner Tanz-Performance „Balthazar“ das Publikum begeistert hat, den Titel. Es ist ein Zitat aus der Odyssee, gemeinhin Odysseus selbst zugeschrieben, doch bei genauem Nachlesen, von Penelope, seiner geduldig auf den Abenteurer wartenden Gattin, gesprochen. Am 14. Februar hat die Mär von den Irrfahrten des Odysseus und seiner Heimkunft Premiere im WuK.

Ditta Rudle
 Inga Huld Hákonardóttir: „Again The Sunset". © Stanislav Dôbak

Die rauschhaft schöne Performance von „Again The Sunset“ von Inga Huld Hákonardóttir und Yann Leguay bildete den zweiten Teil des Eröffnungsabends von imagetanz 2020 in der Wiener Ankerbrotzentrale.

Angela Heide
Lasse Passage & Ingrid Berger Myhre. © Sara Anke

Mit der österreichischen Erstaufführung von Panflutes and Paperwork haben Ingrid Berger Myhre und Lasse Passage das diesjährige imagetanz-Festival eröffnet. Unter dem Motto „we dance what you think“, was so viel wie „Wir tanzen, was ihr denkt“ heißen könnte – und mit den gezeigten Projekten noch weit mehr an Interpretationsmöglichkeiten eröffnet – versammelt imagetanz 2020 zehn Ur- beziehungsweise Erstaufführungen national und international tätiger Nachwuchskünstler*innen aus den Bereichen Tanz, Choreografie, Performance, aber auch Komposition, Medienkunst und so mancher Disziplin mehr.

Angela Heide
Choreograf Pontus Lidberg

Der schwedische Choreograf und Filmemacher Pontus Lidberg studiert mit dem Wiener Staatsballett ein neues Ballett: „Between Dogs and Wolves“, ein. „Between Dogs and Wolves“, eine Uraufführung, umrahmt von Movements to Strawinsky” von András Lukács und Nacho Duatos „White Darkness”. Der Abend, schlicht „Lukács | Lidberg | Duato” benannt, ist die letzte Ballettpremiere der Ära Manuel Legris in der Staatsoper.

Ditta Rudle