Cirque Alfonse: Akrobatik der Sonderklasse. © Audric Gagnon

Der Zirkus-Begriff muss geändert werden. Der Cirque Alfonse, eine Familien-Compagnie aus Kanada, zeigt zwar konventionelle Akrobatik-Elemente, in der Luft und auf dem Boden, mit dem Russischen Barren oder Jonglage mit Objekten, doch versucht die neunköpfige Truppe über die rein sportliche Darbietung hinauszugehen, einen erfahrbaren Inhalt und eine über die atemberaubende Körperleistung hinausgehende Aussage zu bieten. Am 30. November hat der Cirque Alfonse im Festspielhaus St. Pölten das Publikum in Dauerbegeisterung versetzt.

Ditta Rudle
Diana und Endymion ( Young, Török)

Neues Spiel, neue Chance für Tänzerinnen und Tänzer. In der fünften Aufführung seiner Choreografie des Balletts „Sylvia“ am 24. November hat Manuel Legris sämtliche Solorollen neu besetzt. Die Auswahl an Ersten Solotänzer*innen und Solist*innen – Kiyoka Hashimoto, Sylvia, Masayu Kimoto, Aminta; Richard Szabó, Eros, – ist reich genug. Die Sensation aber, die mich sofort veranlassen würde, das Werk umzubenennen, ist die junge Halbsolistin als Diana. Eine Göttin, wie ich sie mir vorstelle.

Ditta Rudle
Bunte Träume im langen Schlaf. © Markus Wintersberger

netzzeit, seit vielen Jahren bekannt für ihre unkonventionellen Musiktheaterprojekte mit immer neuen Kooperationspartner*innen, befragt in ihrer aktuellen Musikperformance für junges Publikum (14+), die die Wiener Theaterformation in Kooperation mit Wien Modern und Dschungel Wien realisiert, nach den vieltönigen und vielfarbigen Welten, die hinter einem Märchen stehen.

Angela Heide
Ein Balanceakt von Sebastian Berger. © Sebastian Berger

Arne Mannott und Sebastian Berger begeistern sich beide für den zeitgenössischen Zirkus. In einer Doppelvorstellung haben sie als Choreografen und Performer im Theater Brett gezeigt, dass die Verwandtschaft von Zirkus und Tanz immer enger wird. „Fallhöhe“ nennt Mannott sein Duett mit der Künstlerin Elina Lautamäki und vielen Bällen. Sebastian Berger, international bekannter Meister der Stabbalance, lässt in „Dot and Line“ den Punkt zur Linie werden.

Ditta Rudle
Die Schlägertruppe des Tyrannen Tybalt.

Eine Liebesgeschichte, mehr bitter als süß. Angelin Preljocaj, einer der vorzüglichsten und eigenwilligsten Choreografen Europas, erzählt von der Liebe in der Diktatur. Mit seiner Compagnie zeigt er zur Musik Sergej Prokofjews eine überaus zeitgemäße, düstere Version von Shakespeares Drama „Romeo und Julia“. Das Festspielhaus St. Pölten darf sich rühmen, „Roméo et Juliette“ zum ersten Mal nach Österreich geholt zu haben.

Ditta Rudle
Kirin España und Moritz Lembert: Mit Körper und Verstand. © Ingo Kapelari

Geist und Körper im Tanz zu vereinen, darum bemüht sich das lose Kollektiv von Körperverstand um Steffi Jöris und Anna-Luise Braune. Mit der Choreografie, „BrainGaime“ zeigen Steffi Jöris und die beiden Tänzer Kirin España und Moritz Lembert im Dschungel, dass der Körper vermitteln kann, was das Gehirn denkend produziert. Perfekter Tanz mit einer durchdachten Aussage, die leicht zu entschlüsseln ist. Doch auch viel über Tanz und Bewegung erzählt, wenn man die Botschaft nicht beachtet.

Ditta Rudle