Tanzschule Hellerau-Laxenburg. Foto: Wilhelm Willinger

Wien sei keine Tanzstadt, hat einmal ein, heute pensionierter, Operndirektor kundgetan. „Lernen Sie Geschichte, Herr Direktor“, hat damals, vor gut zehn Jahren, niemand gewagt, ihm zuzurufen. Der Zeitgenosse ist nicht der einzige Herrscher über die Wiener Opernwelt, für den die Tanzwelt nicht vorhanden ist. Gustav Mahler war auch nicht tanzfreundlicher. Nahezu ein Jahr lang kann nun Tanzgeschichte auf angenehme und gar nicht belehrende Weise im Theatermuseum erlebt werden. Der Subtitel umreißt das Thema: „Kosmos Wiener Tanzmoderne“. Die Tanzhistorikerin Andrea Amort und ihr Team haben in langjähriger und mühevoller Arbeit eine von Thomas Hamann gestaltete Ausstellung zustande gebracht, die sich sehen lassen kann und gesehen werden soll. Die Möglichkeit besteht bis 10. Februar 2020.

Ditta Rudle
Rothko im Museum. Plakat und Porträt. © privat

In Themenausstellungen, Sammlerporträts und Themenshows tauchen sie immer wieder auf, die abstrakten Bilder des amerikanischen Malers Mark Rothko (1902–1970), und schnell meint man, den Maler der Ruhe und andächtiger Betrachtung zu kennen. Ein Irrtum. Rothko, dem noch nie eine umfassende Ausstellung in Österreich gewidmet war, kennen nur wenige wirklich, und die Ruhe hat er mit seinen schwebenden Farbflächen nicht gemalt, auch wenn sie manche bei deren Betrachtung verspüren. Eine Ausstellung im Kunsthistorischen Museum in Wien lehrt Rothko zu sehen, wie er es mochte.

Ditta Rudle