Nina Poláková, Mihail Sosnovschi (Romola / Armide; Nijinsky)

Mihail Sosnovschi ist Vaslaw Nijinsky im zauberhaften Ballett „Le Pavillon d’Armide" von John Neumeier. 2009 war die Uraufführung in Hamburg, 2017 die Premiere in Wien, nun ist dieses Gustostück an vier Abenden in der Wiener Staatsoper zu sehen. Am 16. März konnte ein Wiedersehen mit der Premierenbesetzung fast aller Solorollen gefeiert werden. Einzig Maria Yakovleva (Tamara Karsawina) hat gefehlt.

Ditta Rudle
Alex Franz Zehetbauer träumt im Nassen. © Franzi Kreis

„wet dreaming at 52Hz“ ist eine Unterwasser-Konzertperformance. Alex Franz Zehetbauer taucht mit seiner Arbeit in die tönende Welt der Wale ein und macht sie für das Publikum hör- und spürbar. „wet dreaming at 52Hz“ ist im Rahmen von imagetanz am 15. März uraufgeführt worden. Als Spielort hat das brut-Team die Augarten-Studios gefunden. Nirgends sonst hätte das schwere Wasserbecken aufgestellt werden können.

Ditta Rudle
Cat Jimenez und Maiko Sakurai in Trance. © Ina Aydogan

What’s the Difference?“ fragen Cat Jimenez und Maiko Sakurai Karner in ihrem Beitrag zum 30. Imagetanz Festival, das vor allem aufstrebenden Künstler*innen und Erstlingswerken eine Plattform bietet. Die Zusammenarbeit der Tänzerin Jimenez und der bildenden Künstlerin Sakurai Karner hat sich schon in ihrem ersten Stück, „di stance“ (2017, unterstützt durch das Programm „Huggy Bears“ von Superamas) bewährt. Die Folgearbeit hat am 12. März im brut / Augarten Premiere gefeiert.

Ditta Rudle
Alice Firenze als Swanilda. © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Nach Natascha Mair und Maria Yakovleva, beide Erste Solotänzerinnen mit Denys Cherevychko als Franz und Nikisha Fogo als Swanilda mit Richard Szabó, war am 10. März ein viertes Debütpaar – Solotänzerin Alice Firenze und der kürzlich zum Ersten Solotänzer ernannte junge Solist Jakob Feyferlik – zu bewundern. Im letzten, aus reinem Tanz bestehenden Akt, hat Adele Fiocchi Aurora, die Morgenröte, zum ersten Mal versucht; im Pas de deux der Nacht mit der Abenddämmerung konnten Eszter Ledán und Alexandru Tcacenco mit ihrem Debut überzeugen. Madison Young war die Neue unter den zehn überaus fröhlichen Freundinnen Swanildas. Erwartungsgemäß ließ sich das Publikum im ausverkauften Haus von der flotten Darbietung begeistern.

Ditta Rudle
Kiyoka Hashimoto als faszinierende Odette.

Schwanensee“, das klassische Ballett zur Musik Peter I. Tschaikowskis, in der Choreografie von Rudolf Nurejew nach Marius Petipa und Lew Iwanow, kann man immer wieder sehen, und immer wieder ist es neu. Am 6. März ist es der Ersten Solotänzerin Kiyoka Hashimoto mit ihrem Partner Vadim Muntagirov gelungen, der Doppelrolle von Odette /Odile ein völlig neues Profil zu geben. Mit dem stilsicheren und sanften Muntagirov als Prinz Siegfried hat sie mit technischem Spitzenkönnen und zauberhafter Rollengestaltung begeistert. Die solistischen Leistungen haben auch das Corps beflügelt. Von Paul Connelly fürsorglich geleitet, hat die gesamte Compagnie nicht nur in den weißen Akten die Qualität des Wiener Staatsballetts neuerlich bestätigt.

Ditta Rudle
Parade mit Cat Jimenez und Breakdancer

Mit einer großartigen Arbeit erinnert das Karin Schäfer Figurentheater an das Jahr 1917, als Les Ballets Russes in Paris ein neues Tanztheater uraufgeführt haben. „Parade“ ist in Zusammenarbeit bedeutender Künstler aller Sparten entstanden und vom Publikum und vielen Kritikern nicht verstanden worden. Karin Schäfer nähert sich dem für den Tanz richtungweisenden Stück, indem sie es zerlegt und ihre Version der „Parade“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchet. Leider nur einmal, am 4. März im MuTh.

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