Katrine Engberg, Autorin und Tänzerin. © Les Kaner / salomonossonsagency.se

Katrine Engberg ist in ihrem Heimatland Dänemark schon mit ihrem ersten Kriminalroman, „Krokodilwächer“, taxfrei zur Krimi-queen erhoben worden. Allerdings konnte ich diese Krönung nicht unterschreiben. Zweimal habe ich probiert, das Erstlingswerk zu lesen, doch bis zum Ende habe ich nicht durchgehalten. Jetzt ist auch der Nachfolger übersetzt, und „Blutmond“ zeigt, dass Engberg, geboren 1975 in Kopenhagen, lernfähig ist. Zwar langweilt auch dieser zweite Band mit unnötigen Details wie die Erwähnung, dass die Handbremse angezogen und ein Brot belegt wird, aber er bietet auch Spannung und mit der Welt der Haute Couture und des Kapitals ein schillerndes Ambiente.

Ditta Rudle
Presigekrönter Autor Dennis Lehane. © Gaby Gerster / Diogenes Verlag

Dennis Lehanes nachtschwarze Krimi „Sacred“ aus der Reihe um den Privatdetektiv Patrick Kenzie und seine Partnerin Angela Gennaro ist 1997 erschienen und unter dem Titel „Alles, was heilig ist“ jetzt von Peter Torberg neu übersetzt worden. Die verwickelte Geschichte, in deren Mittelpunkt ein skrupelloser Milliardär und seine um nichts bessere Tochter stehen, ist ein echter Lehane, spannend, aufregend und so verwickelt, dass man höllisch aufpassen muss, um die Lebenden von den Toten zu unterscheiden.

Ditta Rudle
Autor Schirach mit Buchcover. © Luchterhand / Michael Mann

Der Titel des neuen Bands mit allerlei Texten von Ferdinand von Schirach, "Kaffee und Zigaretten", erinnert an den wunderbaren Film von Jim Jarmusch „Coffee and Cigarettes“. Der Autor hat nichts dagegen. 48 Texte in allen Farben sind versammelt, die meisten kurz und knapp. Warum gerade 48 wird nicht erklärt, offenbar hat es keine Bedeutung. Schirach schreibt in der Ichform, ist mitunter auch der Erzähler. Doch weil der Verlag das Buch „sein persönlichstes“ nennt, ist wohl auch diese dritte Person die erste. Schon der Buchtitel ist eine Aussage über den Autor, ernährt er sich doch, wie er sagt, hauptsächlich von Zigaretten und Kaffee.

Ditta Rudle
Der Autor Niklas Natt och Dag. © Gabriel Lilljeval / Piper Verlag

Die Jahreszahl 1793 gibt den Rahmen für eine komplexe, faszinierende Kriminalgeschichte aus Schweden. Mit seinem ersten Roman lässt Autor Natt och Dag die Leserinnen tief ins 18. Jahrhundert eintauchen und erzählt vor genau recherchiertem historischen Hintergrund von düsteren Zeiten, politischen Machtspielen, Hass, Angst und den Leiden der Unterdrückten. Eine entsetzlich zugerichtete Leiche gibt den Anstoß, ein Detektiv und ein ehemaliger Soldat machen sich auf die Suche nach der Identität des Toten und der Ursache für den höchst ungewöhnlichen, überaus grausamen Mord.

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