Bestsellerautorin Anne Holt. © Margarethe Miljeteik / TV 2

Ein Mord, der möglicherweise ein Selbstmord war, ein Selbstmord, der vermutlich ein perfekter Mord war. Zwei Fälle, scheinbar ohne Zusammenhang, die der erfahrenen Kommissarin Hanne Wilhelmsen und ihrem Assistenten, dem tüchtigen, jungen Henrik Holme inoffiziell vor die Füße fallen. Sie lösen sie mit Hartnäckigkeit, Raffinesse und Scharfblick. "In Staub und Asche" ist mehr als ein gewöhnlicher Kriminalroman, ein Meisterwerk, aktuell und hochpolitisch, in dem Autorin Anne Holt auch die Denkweise rechter und radikaler Fundamentalist*innen durchleuchtet. Aufwühlend und gewinnbringend.

Ditta Rudle
Julian Barns, geboren 1946 in Leicester. © telegraph.co.uk

Ein ganzes Leben, das des russischen Komponisten Dimitri Schostakowitsch, 1906–1975, breitet Julian Barnes vor den Leserinnen aus. Doch er schreibt keine Biografie, sondern denkt sich in Stationen eines Lebens unter dem Terror Stalins hinein und bringt den Zwiespalt zwischen persönlicher Integrität, künstlerischer Kreativität und der Macht des Tyrannen und seiner Höflinge nahe. Die deutsche Übersetzung ist 2017 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, jetzt liegt die Taschenbuchausgabe von btb vor.

Ditta Rudle
Anne Goldmann, Autorin und Sozialarbeiterin. © Argument Verlag

Frauen stehen im Mittelpunkt von Anne Goldmanns Kriminalromanen. Auch mit ihrem neuen Roman bleibt sie sich selbst und ihren Leserinnen treu. Drei Frauen und ein Mord. Oder sind es gar zwei Morde und vier Frauen? Für Spannung ist jedenfalls in „Das größere Verbrechen“ ebenso gesorgt wie für Nachdenklichkeit. Ein spannender Roman, vielleicht Kriminalliteratur, doch sicher kein simpler, gewöhnlicher Krimi.

Ditta Rudle
Autor Tims Parks © Volker Hinz / Kunstmann

Mit seinem Roman über eine Midlifecrisis hat der 65jährige britische Literaturprofessor und Autor eine rare Kostbarkeit geschaffen. Selten noch hat ein Mann mit so viel Humor Krise, Krankheit und Tod erzählt. Der Titel bedeutet „im Sterben (liegend), zum Äußersten“. Parks geht mit seiner Introspektion an die Grenzen dessen, was erzählbar ist, das aber tut er mit Charme, feiner Ironie und Empathie.

Ditta Rudle
Friedrich Ani, vielseitiger Autor. © Heike Steinweg / Suhrkamp

Richtig kalt wird mir beim Lesen dieses neuen Romans von Friedrich Ani. Damit man ein wenig Vertrauen fasst, steht als Untertitel, dass diese Geschichte von Narren und seiner Maschine „ein Fall für Tabor Süden“, den Spezialisten für „Vermissungen“ (vermisste Personen), ist. Auch der ist ein Narr, aber ohne Maschine.

Ditta Rudle
Miriam und Ezra Elia arbeiten gemeinsam. © Verlag Antje Kunstmann

Gestaltet wie ein Kinderbuch, entpuppt sich jedoch „Wir gehen in eine Ausstellung“ von Miriam und Ezra Elia als köstliche Satire, deren Witz sich nur Erwachsenen erschließt. Ezra Elia hat den Text gedichtet, seine Schwester Miriam hat dazu die schematisierten Bilder gemalt. Eine Köstlichkeit für Museumsbesucher*innen, die der zeitgenössischen Kunst nicht kritiklos verfallen sind.

Ditta Rudle