Kein Wohnhaus, kein Palais, "nur" das Fenster einer Station der Vorortelinie

Zum 100. Todestag des Architekten Otto Wagner (1841–1918) hat Alfred Fogarassy im Verlag Hatje Cantz den mit Fotos von Nora Schoeller geschmückten Band „Otto Wagner. Die Wiener Stadtbahn“ herausgebracht. Der großformatige Band, mit Texten renommierter Fachleute, aktuellen Fotografien und zahlreichen bisher nie publizierten historischen Aufnahmen und Plänen bietet einen tiefen Einblick in die Arbeits- und Gedankenwelt Wagners und lädt die Millionen Fahrgäste zum genauen Schauen ein.

Ditta Rudle
Eric Kandel zu Besuch in Wien. © der standard.at /youtube

Eric Kandel, mit dem Nobelpreis ausgezeichneter Neurowissenschaftler und Psychiater, betrachtet in seinem neuesten Buch das Gehirn mit den Augen eines Biologen. Geboten werden diesmal keine Neuigkeiten aus der Gehirnforschung, sondern ein Rundblick auf die Fülle der Erkenntnisse über die Arbeit des Gehirns. Kandel geht dabei von den Störungen und Fehlfunktionen des Gehirns aus, um den Menschen besser zu verstehen. „Was Störungen des Gehirns über uns selbst aussagen“, ist der übersetzte Untertitel des Originalwerks: „The Disordered Mind / Der gestörte Geist“.

Ditta Rudle
Autor Besson mit seinem Buch bei France 2. © France 2

Eine Erinnerung an die erste große Liebe. Philippe Besson, in seiner Heimat Frankreich als Autor überaus beliebt, erzählt in seinem autobiografischen Roman, erschienen 2017, von seiner ersten großen Liebe zu dem Bauernsohn Thomas Andrieu, einem Mitschüler im Gymnasium seiner Geburtsstadt Barbezieux, dem das Buch auch gewidmet ist. „Hör auf zu lügen" ist ein brillant erzähltes, intimes Bekenntnis.

Ditta Rudle
Bestsellerautorin Anne Holt. © Margarethe Miljeteik / TV 2

Ein Mord, der möglicherweise ein Selbstmord war, ein Selbstmord, der vermutlich ein perfekter Mord war. Zwei Fälle, scheinbar ohne Zusammenhang, die der erfahrenen Kommissarin Hanne Wilhelmsen und ihrem Assistenten, dem tüchtigen, jungen Henrik Holme inoffiziell vor die Füße fallen. Sie lösen sie mit Hartnäckigkeit, Raffinesse und Scharfblick. "In Staub und Asche" ist mehr als ein gewöhnlicher Kriminalroman, ein Meisterwerk, aktuell und hochpolitisch, in dem Autorin Anne Holt auch die Denkweise rechter und radikaler Fundamentalist*innen durchleuchtet. Aufwühlend und gewinnbringend.

Ditta Rudle
Julian Barns, geboren 1946 in Leicester. © telegraph.co.uk

Ein ganzes Leben, das des russischen Komponisten Dimitri Schostakowitsch, 1906–1975, breitet Julian Barnes vor den Leserinnen aus. Doch er schreibt keine Biografie, sondern denkt sich in Stationen eines Lebens unter dem Terror Stalins hinein und bringt den Zwiespalt zwischen persönlicher Integrität, künstlerischer Kreativität und der Macht des Tyrannen und seiner Höflinge nahe. Die deutsche Übersetzung ist 2017 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, jetzt liegt die Taschenbuchausgabe von btb vor.

Ditta Rudle
Anne Goldmann, Autorin und Sozialarbeiterin. © Argument Verlag

Frauen stehen im Mittelpunkt von Anne Goldmanns Kriminalromanen. Auch mit ihrem neuen Roman bleibt sie sich selbst und ihren Leserinnen treu. Drei Frauen und ein Mord. Oder sind es gar zwei Morde und vier Frauen? Für Spannung ist jedenfalls in „Das größere Verbrechen“ ebenso gesorgt wie für Nachdenklichkeit. Ein spannender Roman, vielleicht Kriminalliteratur, doch sicher kein simpler, gewöhnlicher Krimi.

Ditta Rudle