"Vier Millionäre", Theater Zitadelle, Berlin, ab 12.

Die Puppenspielstadt Mistelbach lädt zum 41. Mal zu den internationalen Puppentagen ein. Vom 23. bis 27. Oktober tummeln sich Frösche und Wölfe, Prinzessinnen, Stiefmütter und auch ein nackter Kaiser auf der Bühne, um das Publikum mit ihren Geschichten zu begeistern. 20 Theatergruppen aus acht Ländern haben sich angesagt und lassen insgesamt 32 Inszenierungen die Puppen tanzen und Objekte lebendig werden. „Vorsicht! Märchen“ ist diesmal das verlockende Motto, der Puppentheatertage in Mistelbach, die sich stolz “Österreichs größtes Puppentheater-Festival“ nennen können.

Ditta Rudle
Fröhliche Paare beim Tänzchen im Freien. Foto: Lisa Rastl

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts ließ der reiche Tuchhändler und Immobilienbesitzer Michel Menschein den Festsaal seiner Wohnung unter den Tuchlauben in Wien mit profanen Fresken schmücken, in deren Zentrum die Lieder des Tondichters Neidhart von Reuental stehen. 1979 wurden diese ältesten nicht sakralen Wandmalereien bei einer Wohnungsrenovierung entdeckt. Sie sind jetzt eine Außenstelle des Wien Museums und im neu adaptierten Raum zu einer Dauerausstellung gestaltet worden.

Ditta Rudle
Rosalia Chladek, Mary Wigman, Hans Zullig, Harald Kreutzberg, Kurt Jooss, 1949. © Tanz-Archiv MUK Wien

Die Ausstellung im Theatermuseum „Alles tanzt. Kosmos Wiener Tanzmoderne“, kuratiert von Andrea Amort, zeigt nicht nur Bilder, Videos und Objekte, sondern auch lebendigen Tanz. Im zweiten Teil des Projekts „Rosalia Chladek Reenacted“ tanzen Künstlerinnen der freien Szene Widmungen an wegweisende Persönlichkeiten der Wiener Tanzmoderne. Wie in der Ausstellung gilt auch bei den Tanzaufführungen ein Schwerpunkt Rosalia Chladek, die in den 1980ern einige ihrer Werke junge Tänzerinnen gelehrt hat.

Ditta Rudle
Claire Vivianne Sobottke, Michael Turinsky, Teresa Vittucci. © Anna Breit

We Bodies“ ist eine Choreografie von Teresa Vittucci, Claire Vivianne Sobottke und Michael Turinsky, in der das Monster eine wichtige Rolle spielt. Nach der Uraufführung in Zürich zeigt das Trio „We Bodies / Wir Körper“ ab 16. Oktober im WuK.

Redaktion
Künstlerin Martha Jungwirth und ihr Werk. Foto: E. Strobl, © museum in progress

Bis Saisonende 2020 begleitet ein Bild der renommierten Künstlerin Martha Jungwirth die Besucher*innen der Wiener Staatsoper. „Das trojanische Pferd“ nennt Jungwirth das aktuelle Ölbild auf Karton auf Leinwand und sieht das rote Ross als Topos für unsere abendländische Kultur und ihre wechselhafte Geschichte. Zu sehen ist ein großes Pferd in Seitenansicht, das aus schwungvollen und vorwiegend rot- und brauntönigen Pinselstrichen erschaffen wurde. Im Kontrast zum tonigen Packpapier sticht das leuchtende Rot stark hervor, Farbspritzer und Malspuren sind darauf sichtbar. Die einzelnen Linien konstruieren als Raumgerüst den Tierkörper, wobei die über die Silhouette hinaus schwingenden Pinselstriche die raumgreifende Dynamik des Pferdes potenzieren. Die Farben unterstreichen den machtvollen Auftritt des mit fast trotzig stolzem Kopf präsentierten Pferdes.

Redaktion
Im Rhizomatic Circus wird es bunt und digital. © Rhizomatic Circus

Stolz hat das Team von Huggy Bears unter der Leitung von Philippe Riéra / Superamas das neue Büro samt Studios in Wien-Favoriten präsentiert. Vor zwei Jahren noch mussten Huggy Bears in Pension geschickt werden, die Stadt Wien verweigerte die Unterstützung für das hilfreiche Projekt. Das Kuratorium hatte 2017 so entschieden. Doch dann fand Claudia Weinzierl, Referentin für Bezirkskultur im Büro der Kulturstadträtin, Veronika Kaup-Hasler, ein Loch und Huggy Bears durften wieder arbeiten. Weinzierl hat die Eröffnung des Büros von Huggy Bears in Favoriten nicht mehr erlebt, sie ist im heurigen Frühjahr mit 56 Jahren unerwartet verstorben.

Ditta Rudle