Im Wassertank als Hai: Alex Franz Zehetbauer © Zehetbauer

Als Jubiläumsfestival geht heuer imagetanz im extralozierten brut über die Bühne. Seit 30 Jahren gibt es das Festival für neue Positionen aus Choreografie und Performance. Das Festivalzentrum ist diesmal – das brut-Stammhaus ist immer noch eine Baustelle – im Atelier Augarten. Uraufführungen finden auch im Studio brut und im Dschungel statt.

Ditta Rudle
Bei der Probe: Treibgut wird zur schimmenden Rettungsinsel.

Sie sind erschöpft, nahezu erstarrt, traumatisiert, wovon weiß man nicht genau. Drei Menschen, eine Frau und zwei Männer treiben im Meer dahin, klammern sich an eine aus Treibgut gebildetes schwankendes Schiff. Versuchen sich aufzurichten, fallen wieder um, bleiben wie paralysiert liegen, wissen nicht, dass sie zu dritt sind. Allmähich aber kommen sie zu sich, registrieren sie einander, nehmen Kontakt auf, nicht durch Sprache, aber durch Berührungen, die immer inniger werden.

Ditta Rudle
Ula Sickle: "Relay / Staffette" mit Fahne in der Donaustadt. © Ula Sickle

Mit 45 Produktionen mit 430 Künstler*innen aus 19 Ländern, davon 10 Uraufführungen, füllt der neue Intendant der Wiener Festwochen Christophe Slagmuylder die neun Festwochen von 11.Mai bis 16. Juni. Er hat es leicht und schwer zugleich gehabt. Leicht, weil es nach Thomas Kierhofer-Zin, der nach nur zwei Spielzeiten das Intendanten-Handtuch geworfen hat, keine große Kunst ist, ein sinnvolles Programm zu präsentieren. Schwer aber, weil Slagmuylder nur ein knappes Jahr gehabt hat, um seine Visionen zu verwirklichen. Bei der Programmvorstellung im Studio Molière  am 14. Februar wirkte er dennoch frisch und ausgeschlafen.

Ditta Rudle
Elda Gallo steuert den Computer mit ihren Bewegungen. © tageswoche.ch

Die multimediale Schweizer Produktion „Accalia“ ist ein faszinierendes Duett von Analog mit Digital. Analog ist Elda Gallo, die Tänzerin, digital ihr Partner, ein Computerprogramm. Das Schweizer Team Philip Whitfield, Martin Fuchs und Sebastian Zuber ist mit Elda Gallo an drei Tagen im Dschungel Wien zu Gast. 21. bis 23. Februar, m Rahmen des Schweiz-Schwerpunktes im Dschungel.

Ditta Rudle
Hygin Delimat im Probenraum. © Delimat

Nach den Aufführungen in Mexiko, Polen, Portugal und Litauen zeigt Hygin Delimat / Body Architects sein Tanzstück „Slowstepper – On the Edge of Survival” am 7. und 8. März auch in Wien, im Brick 5. Der Titel des Solos ist Programm, die Überlebensfrage beantwortet der Körper. Langsam oder schnell, tapfer mit Kraft oder schlapp ohne, nahe am Aufgeben.

Ditta Rudle
Direktoren, Tänzerinnen, Tänzer gratulieren. © Ashley Taylor

Nicht zu glauben! Der Ballettclub der Wiener Staatsoper & Volksoper, gegründet 1999 als Ballettclub Wiener Staatsoper, ist schon 20 Jahre alt. Das muss gefeiert werden und ist auch in feierlicher, fröhlicher bis ausgelassener Form am 31. Jänner im Palais Metternich (Italienische Botschaft) gefeiert worden.

Ditta Rudle