Unaufhörliche Performance Martyna Lorenc, Charlotta Ruth. © Kati Göttfried

Halbzeit für die Produktion des Choreografen und Tänzers Alexander Gottfarb, die seit 27. Jänner 2018 während der üblichen Geschäftszeiten hinter den großen Fenstern eines aufgelassenen Geschäftslokals in der Wiener Neustiftgasse stattfindet. In „Negotiations“ tanzen Tänzerinnen und Tänzer ohne Unterlass, die Türen stehen (zumindest jetzt, im Sommer) offen, man kann kommen und bleiben, so lange man will. Man darf gehen und wiederkommen, wann man will. Ein faszinierendes Unterfangen.

Ditta Rudle
Elena Bottaro, Förderpreisträgerin 2018. ©  Ashley Taylor

Elena Bottaro, Halbsolistin des Wiener Staatsaballetts, erhielt heuer den alljährlich vom Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksoper gestifteten Förderpreis für junge Tänzer*innen. Ballettchef Manuel Legris lobte die junge sensible Tänzerin und meinte, sie hätte sein Herz berührt. Lange vortanzen musste die Absolventin der Scuola di Ballo del Teatro alla Scala nicht, Legris engagierte sie vom Fleck weg. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Adele Fiocchi und Sveva Gargiulo (ebenfalls in Mailand ausgebildet) wurde Bottaro 2017 zur Halbsolistin ernannt.

Ditta Rudle
Effektvolle Show. © Laurent Philippe

Das Festspielhaus St. Pölten präsentierte mit dem Stück „Pixel“ der französischen Compagnie Kaefig die letzte Arbeit der Reihe Tanz/Ballett der Saison 17/18. Unter der künstlerischen Leitung des 1973 als Sohn algerischer Einwanderer in Lyon geborenen Choreographen Mourad Merzouki war eine faszinierende Kombination aus Hip-Hop, Street Dance, zeitgenössischem Tanz, Zirkus und einer Video-Installation zu erleben, die die Grenzen zwischen Wirklichkeit und virtuellen Realitäten verwischte.

Rando Hannemann
Jakob Feferlik mit Olga Esina: Louis XVI, Marie Antoinette. © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Nur noch zwei Mal in dieser Saison ist die Neufassung 2014/16 des abendfüllenden Balletts von Patrick de Bana, „Marie Antoinette“ in der Volksoper zu sehen. Nicht nur mit Wien, wo Marie Antoinette 1755 als Tochter Kaiserin Maria Theresias geboren wurde, ist das Ballett eng verbunden, sondern auch mit Paris und Versailles, wo sie mit erst 14 Jahren mit dem französischen Kronprinzen Louis Auguste verheiratet worden ist. Als dieser als Ludwig (Louis) XVI. König wurde, wurde Marie-Antoinette Königin von Frankreich und Navarra.

Ditta Rudle
Nurejew Gala 2018: Ausschnitt aus "Le Corsaire" aus dem Repertoire

Mit launigen Worten leitete Manuel Legris die Programmvorschau auf seine vorletzte Saison ein, die mit vier Premieren, je zwei In der Staatsoper und Volksoper, aufwartet. Davor aber bietet auch der Juni sowohl am Ring wie am Gürtel genügend Abende, an denen das Wiener Staatsballett das Publikum verzaubert. Nicht zu vergessen, den Höhepunkt jeder Saison, die bombastische Nurejew Gala am 29. Juni 2018.

Ditta Rudle
Mila Schmidt kann Liebe tanzen.

Noch zwei Mal ist Thierry Malandins Märchenballett „Cendrillon“ (Aschenbrödel) zur Musik von Sergej Prokofjew in der Volksoper zu sehen. Mila Schmidt, die Premierenbesetzung, tanzt die Titelrolle, berührend, ausdrucksvoll und elegant. Am 23. und 26. Mai 2018 zeigt die Volksoperncompagnie des Wiener Staatsballetts das Märchen, das für den Choreografen Malandin eine Geschichte von heute lebenden Menschen ist, garniert mit Elfen, die Cendrillons tote Mutter begleiten.

Ditta Rudle