José Montalvo: "Carmen(s)" © Patrick Berger

Konzerte mit Musik von Joseph Haydn bis Igor Strawinsky, Kammermusik, Jazz und mehr, Workshops und natürlich auch Tanz und Ballett bilden das reizvolle Programm der kommenden Saison, 2018 / 19, im Festspielhaus St. Pölten. Was den Tanz betrifft, so ist das Festspielhaus St. Pölten ein Gastspiel- und Koproduktionshaus, das gibt der künstlerischen Leiterin, Brigitte Fürle, die Möglichkeit, große Compagnien aus aller Welt in die Niederösterreichische Landeshauptstadt zu locken.Sie tanzen auch für Wienerinnen und Wiener –  St. Pölten liegt ganz nah.

Ditta Rudle
Señoritas y Señores in "Don Quixote". © Simon Kupferschmied

Allerorten wird heuer das Jubiläum von Marius Petipa, gern als Vater des klassischen Tanzes bezeichnet, gefeiert. Die Ballettakademie der Wiener Staatsoper tut es mit einer großen Gala an zwei Abenden im Museumsquartier. Nahezu alle Schüler_innen aller Altersstufen zeigten vor Publikum ihre Liebe zum Tanz. Die Begeisterung war abzusehen, waren es doch vornehmlich Verwandte, Bekannte und Freundinnen der Studierenden, die zur Bewunderung der Tanzbegeisterten Kinder und Teenager gekommen sind. Wenn aber die Kinder im Publikum nicht lediglich aus Geschwisterliebe anwesend waren, so können Ballettdirektor Manuel Legris und die Direktorin der Ballettakademie, Simone Noja-Nebyla, auf reichlich Nachwuchs hoffen.

Ditta Rudle
Kaydavskiy im Gespräch. © Bayerisches Staatsballett /aus dem Video

Zum zweiten Mal hat Igor Zelensky, Direktor des Bayerischen Staatsballetts, Andrey Kaydanovskiy, Tänzer im Wiener Staatsballett und erfolgreicher Choreograf, eingeladen mit dem Bayerischen Staatsballett zu arbeiten. Für den Abend "junge Choreografen" bereitet er eine Uraufführung vor. Zugleich erzählt Zelensky, dass Kaydanovskiy dann seine Karriere als Tänzer beenden wird, um sich nur noch der Choreografie zu widmen.

Ditta Rudle
Das Rolandslied, intoniert von arabischen Künstlern. © Janot Djassi

Zufrieden kann ich die Pressekonferenz der Wiener Festwochen (FEST- wird in Versalien geschrieben) am 15. Februar samt Programmheft und Unterlagen verlassen. Es hat sich wieder alles zusammengeschüttelt: Das Programmbuch ist lesbar und geordnet, das Programm verspricht vielfältigen Genuss und tiefes Nachdenken.

Ditta Rudle
Farah Deen / Hungry Sharks: "The Sky …" © Shananeira

Seit nahezu 20 Jahren bietet das Festival imagetanz Neues aus Choreografie, Tanz und Performance. Der Tanz, der richtige freie Tanz, hat zwar an Platz, vermutlich auch an Interesse, verloren, doch hat sich im Gegenzug die körperorientierte Vorstellung, die nicht unbedingt bewegt sein muss, auf Deutsch Performance, breitgemacht. Dieses Jahr fahren Künstler*innen im Gesundheitszug. Das Publikum fährt mit. Nicht nur, weil es sich mit dem brut-Ensemble auf Wanderschaft begeben muss. Noch ist die Renovierung des Theaters nicht abgeschlossen, doch mit Engagement und guten Ideen haben Chefin Kira Kirsch und ihr Team neue Auftrittsorte gefunden. So spielt sich imagetanz nicht am Karlsplatz ab, sondern am Petersplatz, in der Brunnenpassage, im Studio Matsune im 10. Bezirk oder im Château Rouge auf der Schönbrunnerstraße.

Ditta Rudle