Die vielseitge Comagnie Acosta Danza © Buby

A Celebration“ nennt der kubanische Tänzer und Choreograf Carlos Acosta den Abend, den er mit seiner 2015 in Havanna gegründeten Compagnie Acosta Danza am 22. September im Festspielhaus St. Pölten als Premiere im deutschsprachigen Raum präsentiert hat. Vier höchst unterschiedliche Stücke von vier Choreografen, drei kürzere im ersten Teil, Acostas „Carmen“ nach der Pause, ermöglichen einen Eindruck von der Bandbreite der Compagnie. Vor allem Acosta selbst, 17 Jahre lang gefeierter Solist am Royal Ballet, zeigt seine Meisterschaft und Vielseitigkeit. Die Tänzerinnen und Tänzer eifern ihm erfolgreich nach.

Rando Hannemann
"Play" – Kampf in Zeitlupe. © Rainer Berson

Einen fulminanten Einstieg in die Saison 2018 / 19 präsentierte der Dschungel dem in Festeslaune erschienen Publikum von sechs bis ∞. Janina Sollmann und Gabriele Wappel (schallundrauch agency) haben die „Parole Haifisch“ ausgerufen, die flämische Choreografin Karolien Verlinden hat eine Turnriege aus je drei sportlich trainierten Tänzerinnen und Tänzern in ihrem Stück „Play“ zu Höchstleistungen angespornt. Wurde im Haifischbecken von Groß und Klein viel gelacht, so herrschte bei „Play“ atemloses Staunen über Zirkusnummern und Gruppentanz.

Ditta Rudle
Kim, Poláková und das großartige Corps der Willis

Der Sommerausklang 2018 an der Wiener Staatsoper gehört den Betrogenen, den Sitzengelassenen, den enttäuschten Bräuten. Die Kirche verstößt sie und schützt die Täter, die Opfer müssen im Wald verscharrt werden und irren nun als mitternächtliche Rachegeister durch den dunklen Wald. Es sind die Willis, zu ihnen wird bald auch Giselle gehören.  Am Abend des 17. September tanzt die Erste Solotänzerin Nina Poláková die Titelrolle im romantischen Ballett zur schmeichelnden Musik von Adolph Adam. Von der exzellenten Partnerin profitiert auch der Gast aus St. Petersburg, Kimin Kim. Gäste werden in Wien ohnehin immer bejubelt, doch Kims hohe Sprünge und Entrechats können schon zu Bravorufen hinreißen, doch sind die Damen, das Corps mit eingeschlsosen, die Stars.

Ditta Rudle
Das Ensemble demonstriert Wörter. © TimTom

Fanni Futterknechts aktuelle Performance We will not let you go hatte am 21. November im großen Projektraum der Wiener Nordbahnhalle Premiere. Gemeinsam mit sechs Choreograf*innen und Performer*innen erzeugt die Medien- und Performancekünstlerin darin tableauartige Situationen und performative Bildmomente, die sich mit Machtstrukturen, Gruppenhierarchien und ideologischen Manipulationen befassen.

Angela Heide
Hungry Sharks: Urban Dance in St. Pölten © Dušana Baltić

Urbaner Tanz im Festspielhaus St. Pölten. Mit „#fomo“ gastierten die Hungry Sharks das erste Mal in einem großen Haus. Das 2014 uraufgeführte Stück ist in einer weiterentwickelten Fassung präsentiert worden, die mit zwei Tänzerinnen und drei Tänzern in eher düsterem Ambiente Einfluss und (Über-) Macht der modernen Kommunikationstechnologien, der Computerspiele und sozialen Medien behandelt.

Rando Hannemann
Olga Esina, Julian MacKay im Pas de deux aus "Dornröschen"

Mit einer gut verdaulichen Mischung aus klassischem Ballett und zeitgenössischen Tanzstücken, zauberhaft schön und hinreißend bravourös, ´ konnten Kirill Kourlaev und Olga Esina (Kourlaev & Esina Production) in der zweiten Wiener Weltstar-Gala das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Dass auch am 2. Abend der Veranstaltung, Sonntag, 14. Oktober, im Volkstheater kaum ein Platz leer geblieben ist, zeigt, dass es für solche Ausnahmeabende genügend Publikum gibt.

Ditta Rudle