Hyäne, Rabe, Hai wollen ihr Element verlassen.

Der Rabe will ins Wasser tauchen, der Hai lieber die Erde, Blumen und Bäume sehen, und die Hyäne möchte in den Lüften fliegen. Drei junge Tänzer / Schauspieler erzählen Kindern ab 4 von der Sehnsucht nach Neuem, von der Angst vor Fremdem und der Freundschaft zwischen Andersartigen. Das junge Publikum ist der wortlosen Handlung von „H(A)i Herr Raabe, eine Frage: Wer kann die Hyäne zähmen?“ konzentriert gefolgt und hat sich dabei bestens unterhalten. Die etwas behäbige Länge des Titels entspricht keineswegs dem fröhlichen Drive des im Dschungel uraufgeführten Tanztheaters.

Ditta Rudle
"Rule of Three", Tanzlust in Club-Atmosphäre. © Phil Deprez

Mit einem ohrenbetäubenden Paukenschlag eröffnet der amerikanische Drummer NAH Jan Martens Stück „Rule of Three“, das am 6. Dezember im Tanzquartier Österreichpremiere gefeiert hat. Mit voller Kraft und treibenden Beats dirigiert NAH weiterhin ein Trio aus zwei Tänzern und einer Tänzerin. In der dicht gefüllten Halle G lässt sich das Publikum scheinbar in Trance versetzen. 70 Minuten Faszination ohne Rascheln und Husten, Tanz im Club der Kontraste.

Ditta Rudle
"Requiem" mit bocksfüßigem Dämon (Matteo Haitzmann)

Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub und das Ewige Licht. „Requiem“ nennt Simon Mayer sein neues Stück, das er gemeinsam mit den Musikern Matteo Haitzmann und Sixtus Preiss erarbeitet hat. Dabei hat er etwas zu tief in die Kitschkiste gegriffen. Die Uraufführung der Koproduktion des Vereins Kopf hoch und brut hat am 5. Dezember im Odeon stattgefunden.

Ditta Rudle
Cirque Alfonse: Akrobatik der Sonderklasse. © Audric Gagnon

Der Zirkus-Begriff muss geändert werden. Der Cirque Alfonse, eine Familien-Compagnie aus Kanada, zeigt zwar konventionelle Akrobatik-Elemente, in der Luft und auf dem Boden, mit dem Russischen Barren oder Jonglage mit Objekten, doch versucht die neunköpfige Truppe über die rein sportliche Darbietung hinauszugehen, einen erfahrbaren Inhalt und eine über die atemberaubende Körperleistung hinausgehende Aussage zu bieten. Am 30. November hat der Cirque Alfonse im Festspielhaus St. Pölten das Publikum in Dauerbegeisterung versetzt.

Ditta Rudle
Diana und Endymion ( Young, Török)

Neues Spiel, neue Chance für Tänzerinnen und Tänzer. In der fünften Aufführung seiner Choreografie des Balletts „Sylvia“ am 24. November hat Manuel Legris sämtliche Solorollen neu besetzt. Die Auswahl an Ersten Solotänzer*innen und Solist*innen – Kiyoka Hashimoto, Sylvia, Masayu Kimoto, Aminta; Richard Szabó, Eros, – ist reich genug. Die Sensation aber, die mich sofort veranlassen würde, das Werk umzubenennen, ist die junge Halbsolistin als Diana. Eine Göttin, wie ich sie mir vorstelle.

Ditta Rudle
Bunte Träume im langen Schlaf. © Markus Wintersberger

netzzeit, seit vielen Jahren bekannt für ihre unkonventionellen Musiktheaterprojekte mit immer neuen Kooperationspartner*innen, befragt in ihrer aktuellen Musikperformance für junges Publikum (14+), die die Wiener Theaterformation in Kooperation mit Wien Modern und Dschungel Wien realisiert, nach den vieltönigen und vielfarbigen Welten, die hinter einem Märchen stehen.

Angela Heide