Gefühlvoll und birillant: Roman Lazik, Nina Poláková.

Drei Ballette von drei britischen Meisterchoreografen werden an dem abwechslungsreichen Abend, der die Namen der Schöpfer als Titel trägt, geboten. Die Premiere dieser Trilogie hat am 31. Oktober 2017 stattgefunden. Jetzt ist der britische Abend nach der Vorstellung am 17.2. noch zweimal zu erleben. Mit tänzerischer Virtuosität erfreuen alle drei Stücke.

Ditta Rudle
Ballet Rambert tanzt "Enter Achilles" © Hugo Glendinng

In der Gaststätte herrscht eine ausgelassene Stimmung, Männer bewegen sich mit Biergläsern in den Händen zu Klassikern des Brit-Pop und -Rocks. In stürmischen Gruppenszenen kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen den Männern, wie auch intimen Annäherungen und leidenschaftlichen Umarmungen. In diesen vielschichtigen Spielen werden die Codes von Männlichkeit definiert: Wie weit kann ich gehen, ohne dass es dem Anderen zu viel wird? Wo endet das Spiel, wo beginnt die Grenzüberschreitung? Das Spiel der zärtlichen Liebkosungen und brutalen Attacken besteht darin, die unsichtbare Grenze von Hetero- und Homosexualität auszutanzen.

Tania Napravnik
Odysseus trifft Teiresias in der Unterwelt.

Der schöne Titel, ein Zitat aus Homers „Odyssee“, muss genossen werden: „Sing no more this bitter tale, that wears my heart away“ / “Erzähle mir nicht mehr diese traurige Geschichte, die mein Herz zernagt“. Mit vier Tänzer*innen zaubert Nikolaus Adler ein Stück mit doppeltem Boden und mehreren Ebenen auf die Bühne. In der Ausstattung von Ariane Isabell Unfried tanzen und arbeiten Etienne Aweh, Laura Fischer, Katharina Illnar und Chris Wang. Die Uraufführung im WuK hat gezeigt, dass jede(r) diese Reise des Odysseus auf eigene Art lesen, durch eigene Assoziationen interpretieren kann. Und wem gar nichts einfällt, die / der darf schlicht in die getanzte Geschichte und die wechselnden Bilder eintauchen.

Ditta Rudle
Trio Dedoris: Craft Choreography im Brick

Fünf zeitgenössische Stücke einmal pro Monat. Das Eventformat Craft Choreography #5, ins Leben gerufen vom Tänzer und Choreographen Hygin Delimat, dient der Förderung des zeitgenössischen Tanzes und vermittelt kostenlos hochwertigen Tanz für ein aufgeschlossenes Publikum. Für Craft Choreography #5 wurden 80 Ideen eingereicht, eine Mischung aus unterschiedlichen Stilrichtungen, und am 6. Februar im Brick-5 aufgeführt.

Tania Napravnik
Personifizierte Klänge der Nacht. © Bostjan Lah

Die Magie der Nacht. „Nachtfalter“, eine Koproduktion von werk89, Kuskus Art Production & Puppentheater Maribor, ist eine musikalische Performance, die Kindern wie Erwachsenen die Furcht vor den unheimlichen Geräuschen der Nacht nehmen soll. Mit lebensgroßen Figuren, Schattentheater und einer Darstellerin hat das zauberhafte Stück nach der Uraufführung in Maribor im Dschungel Wien Premiere gefeiert.

Ditta Rudle
Im Meer. Aus dem Video von Txema_Vega

Kopffüßler – Octopoden, Kraken, Kalamare – sind bizarre Meeresbewohner, rätselhaft und elegant, um die sich mancherlei Legenden ranken. Marta Navaridas, Alex Deutinger und Christoph Szalay haben sich vom Octopus, dem Tintenfisch mit acht Armen, inspirieren lassen, um über das Gemeinsame und das Andere nachzudenken und mit Video, Gesang und Tanz eine verspielte und erotische Stunde zu gestalten. Nach der Uraufführung 2018 in der Steiermark zeigt auch das brut im Studio brut die verspielte und „tentakuläre“ Performance mit Musik, Video, Gesang und inniger Vertrautheit.

Ditta Rudle