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Armut macht agressiv. Aufstampfen der Bettler im 1. Akt.

Staatsoper, 27.5.: Schon wieder eine Manon mit Debüts en masse. Auch in der dritten Vorstellung der Wiederaufnahme des Handlungs-balletts Manon von Kenneth MacMillan – insgesamt die 72. Vorstellung an der Staatsoper seit der Premiere 1993 – sind alle Solorollen neu besetzt: Einmal den Applaus genießen! Die nächsten stehen schon der Warteschlange. Wenn jede / jeder alles tanzen kann und Corpstänzerinnen den Platz erster Solistinnen einnehmen, sehen wir getretenen Quark – breit statt stark.


Im Salon der Madame schmeichelt Manon (Cassandra Trenary) ihrem Gönner, Monsieur G. M. (Eno Peçi).

In der zweiten Aufführung der Wiederaufnahme des Ballett Manon von Kenneth MacMillan – rechnet man alles in allem, dann ist es die 71. Vorstellung in der Staatsoper – sind die Hauptrollen neu besetzt. Cassandra Trenary, Victor Caixeta, Davide Dato, Ioanna Avraam*, Geraud Wiellick und Gaspare Li Mandri werden mit einem Sternderl (Asterisk) neben dem Namen markiert, weil sie ihre Rollen zum ersten Mal tanzen und nach dem Applaus ihr Rollendebüt feiern. 


Davide Dato, Rinaldo Venuti im Pas  de deux von Lar Lubovitch.

Einen weiten zeitlichen und inhaltlichen Bogen spannt der vierteilige Ballettabend American Signatures in der Volksoper. Himmelhoch jauchzend mit Jerome Robbins’ Tanzstück Winterplan von 1945; zu Tode betrübt mit Let me mingle tears with thee von Jessica Lang, zur Musik von Giovanni Pergolesi, uraufgeführt 2023, taucht das Wiener Staatsballett das Publikum in ein Wechselbad der Gefühle. Zwei Pas de deux im Mittelteil dienen der Neutralisierung. 


Eion bezauberndes Paar: António Casalinho mit Margarita Fernandes.

Giselle hat ausgetanzt. Am 8. Mai geisterte das betrogene Mädchen zum letzten Mal in dieser Saison als Willi durch den Wald. Für die Solotänzerin Margarita Fernandes allerdings war es das erste Mal. Sie bekam in der Staatsoper heftigen Applaus für ihr Debüt für die Titelrolle im romantischen Ballett Giselle. Dirigent Luciano de Martino leitete einfühlsam und sicher das Staatsopernorchester. 


Wer ist Frans Poelstra? Tänzer, Schauspieler oder beides?

Ein Leben lang hat der Schauspieler Frans Poelstra vorgegeben, er sei ein Tänzer. Jetzt, mit 71, ist er zu alt um den Tänzer zu spielen, aber immer noch zu jung, um die Bühne zu verlassen. Der Bühnenkünstler will keine Rollen mehr spielen, im Moment will er mit dem Publikum nur noch Frans sein, sagt er. Das ist im Grunde immer, so auch in seinem jüngsten Stück, This Moment with You, das er am 28.4. im Studio brut gezeigt hat.


Fritz und Klara und ihr erster Nussknacker.

Im NEST (NEue STaatsoper), der Spielstätte der Wiener Staatsoper für junges Publikum, werden Nüsse geknackt. Eno Peçi, Choreograf und Solotänzer im Wiener Staatsballett hat sich mit Peter Tschaikowskys Ballettmusik zur Geschichte vom Nussknacker (nach E. T. A. Hoffmann) befasst und mit Mein erster Nussknacker ein Ballett für Kinder geschaffen.
Getanzt wird von den Schülerinnen und Schülern der Ballettakademie und Mitgliedern der Jugendkompanie. Premiere war am 25.3. im NEST.