Anna Maria Nowak, Karin Pauer und Anna Mendelssohn schwimmen über den Ozean der Gedanken. © Kati Göttfried

Drei Frauen, zwei Tänzerinnen, Anna Novak und Karin Pauer, und eine Schauspielerin, Anna Mendelssohn, machen sich Gednken. Sie sprechen, erzählen, tanzen. Anna Nowak hat sich mit ihren Kolleginnen Schwieriges vorgenommen. In „Oceans of Notions (swimming)“ versucht sie mit den Kolleginnen abstrakte Begriffe konkret zu machen, mit Bildern, Metaphern und Bewegungen. Es geht um Vorstellungen und Ideen, wie die Welt eine andere werden könnte. Ein engagiertes, komplexes Stück zur Geräuschkomposition von Stephan Sperlich, im März dem Lockdown zum Opfer gefallen, doch jetzt endlich auf der Bühne.

Ditta Rudle
"Der grüne Tot": Elena Francalanci trocknet ihren Bräutigam.

Zur Saisoneröffnung hat Le Studio Theater und Tanz auf der Bühne präsentier. Filme auf dem Bildschirm und mitten drin persönliche Gedanken von Anne Juren zur Liebe. Die Liebe verbindet sämtliche Vorstellungen, die, unter dem Titel „Je t’aime moi non plus“ zusammengefasst, zur Eröffnung der neuen Saison am ersten September-Wochenende gezeigt worden sind.

Ditta Rudle
Pussy Riot meets Nijinsky – eine beeindruckende Arbeit.

Mit „DeSacre“ verschränkt Christine Gaigg Vaslav Nijinsky mit Pussy Riot, den russischen Protestpunkerinnen. „DeSacre! Pussy Riot meets Vaslav Nijinsky“ wirkt, obwohl für einen Kirchenraum konzipiert, auch auf der Freiluftbühne in Oberlaa, und ist auch nach sieben Jahren genau so frisch und interessant wie damals. Damals, das war ein Jubiläumsjahr, die Uraufführung des Balletts „Le Sacre du printemps“, komponiert von Igor Strawinsky, choreografiert von Vasvav Nijinsky, wurde gefeiert. 100 Jahre war sie alt und immer noch lebendig.

Ditta Rudle
Jan Jakubal probiert neue Möglichkeiten. © Ingeborg Schwab

Der Kampf mit einem eigenwilligen Sessel, die exakten Handbewegungen beim Aufbau eines Regals und ein geheimnisvolles Kastl, mit dem sich zwei Arbeiter herumschlagen, erfreuen an einem lauen Sommerabend die Gäste des Wiener Kultursommers. „Möbel“ ist der gemeinsame Titel für drei Kurzstücke mit Objekten und Akrobatik, Präzision und Komik. Jan Jakubal mit Esther Baio (Yellow Buoy), Tiina Sööt und Dorothea Zeyringer sowie Marco Otoya und Adam Lebesmühlbacher zeigen, dass Möbelstücke, widerspenstige und fügsame, durchaus mit den Bühnen-Künstler*innen mithalten und sogar die Hauptrolle übernehmen können.

Ditta Rudle
Eva-Maria Schaller fotografiert von Franzi Kreis

Die einen nennen es Seele, die anderen Geist, die Dritten sprechen von neuronalen Prozessen, jedenfalls ist da mehr in unserem Körper als nur Wasser, Blut und Fleisch. Die Tänzerin Eva-Maria Schaller beschäftigt sich in ihrem Solo „What we hold inside“ all den Emotionen, Affekten, Erinnerungen und Vorstellungen, die einen Menschen bewegen. Die wechselnden Stimmungen zeigt sie in Bewegung und Mimik mit Ernsthaftigkeit und Ironie und verschönert den lauen Sommerabend mit purem Tanz.

Ditta Rudle
Im  Zelt auf der Zirkuswiese  verbeugen sich die Tänzer. © Archiv

Drei junge Tänzer und eine Tänzerin haben sich mit der Schönheit des Körpers in Bewegung auseinandergesetzt. Die Young Sharks sind die Nachwuchsformation der Company Hungry Sharks unter Valentin Alfery. Im Zelt auf der Zirkuswiese bringen Melissa Schuppe, Timo Bouter, Leon Bernhofer und Valentin Pezzei gemeinsam und mit Solos Leonardo da Vincis Vitruvianischen Menschen zum Tanzen. Der Titel, „1.618“, ist die irrationale Zahl in der Berechnung des Goldenen Schnitts.

Ditta Rudle