"Choros V" – Performerinnen. © Ulli Koch

Eine „in Bewegung geratene Installation“ nennen der bildenden Künstler Moritz Majce und die Autorin Sandra Man ihre Arbeiten, die aus Videos, gesprochenem Text, Musik, Objekten und Körpern zusammengesetzt sind. Die Nummer V sagt es, Choros ist ein mehrteiliges Projekt, das in Wien und Berlin entwickelt worden ist. Am 17. Oktober ist „Choros V“ im WUK uraufgeführt worden. Danach wird die bewegte Installation in Berlin zu sehen sein.

Ditta Rudle
Puck (Géraud Wielick) inmitten der Elfen.

Schade, „Ein Sommernachtstraum“ in der Choreografie von Jorma Elo ist für diese Saison abgetanzt. Die letzte Vorstellung am 13. Oktober in der Volksoper ist zu einem Triumph für den Halbsolisten Géraud Wielick als Puck geworden. Begeisterten Applaus haben auch Ioanna Avraam und Natascha Mair mit ihren Partnern James Stephens und Alexandru Tcacenco als die beiden ver- und entliebten und schließlich doch zur allgemeinen Zufriedenheit vereinten Paare erhalten. Ebenso gefeiert: Ketevan Papava und Eno Peçi als Titania und Oberon samt dem gesamten Ensemble des Wiener Staatsballetts.

Ditta Rudle
Anna Possarnig, Maria Shurkal: „The Church of Performance Witness“

Im Rahmen der Reihe „Raw Matters“ wurden am 15. Oktober vier unterschiedliche, thematisch jedoch sich durchaus ergänzende Arbeiten aufgeführt. Zwei strickende Frauen denken über weibliche Immigranten nach. Ein Fagott trifft auf Flamenco. Eine hochschwangere Tänzerin reflektiert über sich und den Kampf Schwangerer in der modernen Welt. Und zwei Priesterinnen beleuchten die Prägungen und Abhängigkeiten ihrer ZeitgenossInnen.

Rando Hannemann
Im Leichenschauhaus: Die Toten erwachen zum Leben.

Johann Kresnik hat sein choreografisches Theater nach William Shakespeare „Macbeth“ für TANZLIN.Z, das Ensemble des Linzer Landestheaters, rekonstruiert. Die Originalmusik, für Klavier zu vier Händen, stammt von Kurt Schwertsik. Das Bühnenbild von Gottfried Helnwein ist ebenfalls rekonstruiert worden. Die Premiere am 13. Oktober 2018 im Linzer Musiktheater hat geteilte Aufnahme gefunden. Entsetzen und Schrecken haben einige Buhs hervorgerufen, bis begeisterter Jubel mit langanhaltendem Applaus sich schließlich durchgesetzt hat.

Ditta Rudle
José Montalvo lässt viele "Carmen(s)" tanzen. © Patrick Berger

Feiert die Freiheit! Kämpft um sie! Der Choreograf José Montalvo brachte mit „Carmen(s)“ eine fulminante Arbeit auf die Bühne des Festspielhauses St. Pölten. Flamenco, klassisches Ballett, Breakdance und Zitate koreanischen Tanzes werden zu Auszügen aus Georges Bizets Opernmusik und Live-Musik auf geradezu berauschende Art und Weise miteinander verbunden. Die Premiere im deutschsprachigen Raum hat am 13. Oktober stattgefunden.

Rando Hannemann
Tanz nicht nur im geografischen Grenzbereich. © tqw

In der jüngsten Arbeit aus der Serie „Endangered Human Movements“ beschäftigt sich Amanda Piña, Tänzerin und Choreografin, samt ihrem Team von nadaproductions mit der kulturellen Kolonialisierung. Die genaue Choreografie „Danza y Frontera“, in der Piña alte mexikanische Tänze mit neuen Bewegungsformen zusammenführt,  ist am 11. Oktober 2018 im Tanzquartier uraufgeführt worden.

Ditta Rudle