Der französische Choreograf Thierry Malandain bestätigt mit der Wiener Premiere seines Nummernballetts Marie Antoinette, was schon im abgelaufenen Johann Strauss-Jahr zu erkennen war: Auftragswerke dämpfen die Kreativität, fördern den Krampf. Sie werden bezahlt, doch nicht gelobt. Auch Marie Antoinette, erbeten vom Unternehmen „Château de Versailles Spectacles“, ist so ein Auftragswerk, mit dem Malandains Ballet Biarritz 2019 das Publikum in der königlichen Oper im Schloss Versailles unterhalten hat.
Die Fledermaus, auch wenn sie nicht singt, jedes Opernhaus. Achtmal ist das in dieser Saison auch dem Wiener Staatsballett gelungen. Das von Roland Petit mit Esprit choreografierte Ballett Die Fledermaus, dirigiert von Luciano Di Martino, war ein voller Publikumserfolg. Die letzte Aufführung dieser Saison findet am Samstag, 13.12. statt. Mit der ersten Besetzung der Wiederaufnahme ist hinter die Vorhänge einer biedermeierlichen Idylle zu sehen.
Die Lorbeeren seien diesmal zu Beginn gestreut: Drei ausverkaufte Vorstellungen im Projektraum des Wuk, und das in der zwar stillste genannten, aber tatsächlich hektisch ausbrechenden Zeit. Alberto Cissello findet das richtige Thema in der hektischsten Zeit des Jahres: Pause, Leere, Nichts, Ruhe, ein Schwebezustand, bevor es wieder losgeht. Point Fixe ist ein gelungenes Solo, komisch, überraschend, entspannend und präzise getimt.
Roland Petits Ballett Die Fledermaus mit nahezu neuer Besetzung in der Wiener Staatsoper. Choreograf Petits Ballett ist weniger verwirrend als der Plot der bekannten Strauß-Operette. Nur drei Personen tragen die Handlung: das Ehepaar Bella und Johann, ein Rollendebüt für Ketevan Papava und Masayu Kimoto, und der Hausfreund Ulrich. In der 28. Aufführung (der 3. nach der Wiederaufnahme) am 24.11. waren auch die kleineren Solorollen neu besetzt.
Der Ehemann, die Ehefrau und der Hausfreund. Mit diesen drei Personen hat der französische Choreograf Roland Petit seine „operette dansée“ zur Musik von Johann Strauß konstruiert. Das Ballett Die Fledermaus / La Chauve-souris ist seine Version der gleich benannten Operette von Johann Strauß und nahezu ebenso erfolgreich. Seit 2009 im Repertoire des Wiener Staatsballetts, tanzt die französische Fledermaus wieder auf der Bühne der Staatsoper.
Der Balletttänzer François-Eloi Lavignac gibt auf und wendet sich dem Freien Tanz und der Performance zu. Mutig zeigt er sein erstes Solo, Fifth position, im Studio brut. Im Rahmen der Huggy Bears Days wird am selben Abend auch ein Duo gezeigt. Laureen Drexler und Giorgia Scisciola nennen ihre Performance Pierre / Stein und denken dabei an den Marmor, der hart scheint, doch unter Druck bearbeitbar und wandlungsfähig ist. Premiere dieses interessanten Doppelabends war am 12. November.