Fünf Töchter Medeas präsentieren sich offline, auf der Bühne.

Tatsächlich, die erste Nach-Corona Premiere. Live im Dschungel Wien. Damit kein Irrtum entsteht: Covid-19 hat sich keineswegs verabschiedet, grassiert immer noch, doch jetzt heißt es Eigenverantwortung zeigen, die vorgeschriebenen Bedingungen einhalten, dann öffnet sich nach mehr als drei Monaten wieder der Vorhang. Im Dschungel Wien dürfen „Medeas Töchter*“ laut und heftig werden und ihre Geschichten erzählen. Fünf sogenannte Systemerhalterinnen wollen nicht mehr unsichtbar sein. Das gelingt ihnen auf der Bühne bestens und perfekt.

Ditta Rudle
Lau Lukkarilla als liebliche Nyx. © Franzi Kreis

Ein Ereignis. Kein Virus kann Lau Lukkarila davon abhalten, ihr Solo „Nyxxx“ zu zeigen. Vor reduziertem, jedoch restlos begeistertem, Publikum hat die letzte Vorstellung für das heurige imagetanz-Festival von brut im Ankersaal stattgefunden. Niemand hat es sich nehmen lassen, danach schaumgebremst zu feiern.

Ditta Rudle
"Ductus Midi", Anne Lise Le Gac, Arthur Chambry. © Le Gac

Die französische Bühnenkünstlerin Anne Lise Le Gac ist nicht einzuordnen. Was sie dem Publikum vermittelt, ob allein, mit Partnern oder in der Gruppe, ist das Gefühl ungeahnter Freiheit. Gerade noch rechtzeitig vor der Schließung sämtlicher Theaterräume war sie mit dem Musiker Arthur Chambry, der Tänzerin Katerina Andreou und dem Vogelstimmenimitator Christophe Manivet im Tanzquartier zu Gast, um zu reisen, umherzuspazieren, zu wandern und auch zu basteln, zu tanzen und zu singen.

Ditta Rudle
 Ingrid Berger Myhre und Lasse Passage. © Istán Virag

Mit einem Doppelabend hat das brut im Ankersaal in Favoriten den Beginn des imagetanz-Festivals gefeiert. Ingrid Berger Myhre & Lasse Passage und Inga Huld Hákonardóttir zeigen zwei unterschiedliche Performances, die beide auf Musik basieren. Tania Napravnik war bei der ausverkauften Premiere am 8. März dabei und schildert ihre Eindrücke.

Tania Napravnik
Malika Fankha mit ihrem Januskopf

Die Schweizer Künstlerin Malika Fankha hat viele Talente, sie ist Schauspielerin und Tänzerin, Sängerin und Slam-Poetin, DJ und singen kann sie auch. Im Rahmen von imagetanz zeigt sie im studio brut die gesamte Palette ihres Könnens und unterhält mit „Oxy Moron. A Cyborg Utopia“ aufs beste.

Ditta Rudle
Aus "Fax" von Fabian Faltin. © Faltin

Die Huggy Bears-Plattform vereint aufstrebende KünstlerInnen der Performance-Szene in Wien Favoriten. Am Weltfrauentag wurden vier unfertige Stücke, die im Anschluss zur Diskussion standen, in der neuen Residenz von Huggy Bears am Kempelenpark vorgestellt. Die Künstler*innen zeigen Ausschnitte und richten ihre brennenden Fragen an das Publikum, um mit den Antworten ihre Werke weiterzuentwickeln.

Tania Napravnik