Raum der abwesenden Jenni-Elina von Bagh.

Installationen, Performances, Videofilme, Gedankenspiele  – eine belebte Ausstellung, eine geloopte, choreografische Installation. Geplant waren die fünf belebten Dokumente für das Frühjahrsfestival imagetanz 2020, brut im Kempelenpark. Ein Parcours von Box zu Box, in der je eine Tänzerin oder ein Tänzer inmitten ihrer installierten Bühne untersuchen, wie das Körperarchiv getanzter Bewegung den aktuellen Bewegungsablauf beeinflusst. Doch, „machen nur einen Plan …

Ditta Rudle
Auf der Bühne: Drei Originale. (Kukua, Friesacher, Steffl)

Mit ihrer neuen Produktion Original hat die seit mehr als 15 Jahren kontinuierlich Theater für junges Publikum auf höchstem Niveau entwickelnde Wiener Performance-Formation schallundrauch agency erneut ein Stück herausgebracht, das wunderbar leichtfüßig und doch ziemlich tiefsinnig zwischen persönlichen Geschichten und zwischenmenschlichen Erfahrungen changiert. Die Premiere im Dschungel Wien wurde herzlich gefeiert.

Angela Heide
Karin Pauer, Lau Lukkarila, Arttu Palmio: "The Score".

Die Tänzerin / Choreografin Karin Pauer und der bildende Künstler Aldo Giannotti haben ein Stück über die Entstehung eines Stückes konzipiert und zeigen in acht Kapiteln alle Elemente, die dazu nötig sind. Mit Karin Pauer tanzen im brut am Schwendermarkt Lau Lukkarila und Arttu Palmio.

Ditta Rudle
Asher O'Gorman, Tänzerin und bildende Künstlerin.

Blaue Tinte, weißes Papier, glänzendes Kupfer, roter Steckschaum, selbstgekochte weiße Knetmasse, schwarze Inseln, gefüllt mit Wasser. Die Tänzerin und bildende Künstlerin Asher O’Gorman setzt sich in ihrer Performance „The way of ink“*) mit dem kulturellen Erbe ihrer Heimat, Irland, auseinander und zeigt eine betörende Stunde, in der Zeit und Raum aufgehoben sind. Vorgesehen für das im März ins Meer gefallene Festival imagetanz, wird „The way of ink“ dieser Tage vom brut in der Erbsenfabrik, Herklotzgasse, gezeigt.

Ditta Rudle
Es ist nass, kalt und finster in der "Dunkelwelt".

Die Nebel wallen, niemand sieht die anderen, Blitze zucken, Donner grollen: In der Dunkelwelt dürfen auch die dunklen Gefühle an die Oberfläche kommen. Doch wenn man im Morgengrauen den Ausgang gefunden hat, ist alles wieder hell und in Ordnung. Die guten, liebevollen Gefühle haben gesiegt. In der Dramaturgie von Corinne Eckenstein hat Regisseur und Choreograf Joachim Schloemer ein Tanzstück mit Licht und Schatten geschaffen, das mit Video, Sound und Wortakrobatik im Dschungel Wien eine mitunter beklemmende und auch tröstliche Vorstellung ergibt. „In der Dunkelwelt“ ist ein dynamisches Tanzstück mit Maartje Pasman, Yusimi Moya Rodriguez und Sami Similä.

Ditta Rudle
Bauch rein, Brust heraus, Alexander Gottfarb in der Männerpose. © Loizenbauer

Posing Project B": Mit Witz und Erotik führt Chris Haring vor, wie man Welt und Partner verführt. Schamloser Flirt zum Playback. Tänzer als Schatten, musikalisch und real, beeindruckende Vexierspiele der Erotik von Liquid Loft. Alles was Chris Haring und seine Formation Liquid Loft ausmacht, ist im Kern vorhanden, die Präzision der Lippensynchronizität – noch ohne persönlichen Speaker als Begleiter, aber genügend klangfreundlich aufgestellte Lautsprecher –, die Stärke des Ausdrucks, die Klarheit des Inhalts, der Raum, aktuell der Säulen-Saal im Odeon, aus Licht, Klang und Bewegung.

Ditta Rudle