Turinsky, Sobottke, Vittucci: "We Bodies". © Ulli Koch

Das Monströse wählten die Tänzerinnen Teresa Vittucci und Claire Vivianne Sobottke gemeinsam mit dem Tänzer Michael Turinsky als thematische Grundlage für ihre Performance „We Bodies“, die im Tanzhaus Zürich uraufgeführt worden ist und nun im WuK gezeigt wird. Eine Vorstellung, in der sich drei unterschiedliche Körper zu den elektronischen Klängen des in Berlin lebenden Komponisten und Choreografen Tian Rotteveel bewegen.

Ditta Rudle
L Prohaska, A. Sommerfeld, R. Kern in Düsseldorf. © Robin Junicke

Senecas Tragödie „Thyestes“, aus dem Lateinischen übertragen von Durs Grünbein, bildet die Basis von Claudia Bosses „begehbarer Text-Raum-Choreografie“, die vor dem letzten Akt durch eine Passage aus Karl Marxs Essay „Grundrisse der Kritik einer politischen Ökonomie" ergänzt wird. Beziehungsreich entrollt sich das Drama in einem Speisesaal, der unbenützten Kantine im ehemaligen Siemens Campus in Favoriten. Das Publikum ist mitten drin, wird ergriffen, zum Mitwisser und auch zum Mittäter. Ein großer Abend.

Ditta Rudle
Cat Jimenez in "Layaz", Choreografie: Editta Braun.

Editta Braun und ihre Company, ebc, feiern das 30jährige Bestehen mit einer Festvorstellung, in der die Tänzerin Cat Jimenez ein neues Solo zeigt. Gefeiert ist die PremiereLayaz" in der Szene Salzburg worden, die ebenfalls Grund zu feiern hat, nämlich, dass sie seit 50 Jahren sämtliche Stürme überdauert hat.  Das Publikum zeigte sich in Festtagsstimmung, die Tänzerin im Premierenfieber und die zu feiernde Compagniechefin mit fröhlich-entspannter Ausstrahlung.

Ditta Rudle
Cendrillon: Einfach, aber glücklich mit dem Prinzen

Cendrillon“, das Märchen vom Mädchen, das in der Asche schlafen muss und für Bescheidenheit und die Demütigungen einen Prinzen als Lohn bekommt, wird von Jean-Christophe Maillot mit anderen Schwerpunkten erzählt. Der Vater ist überraschend präsent und Cendrillon muss nicht in der Asche schlafen. Mit dem 1999 entstandenen Märchenballett zur Musik von Sergej Prokofiev feierten Les Ballets de Monte Carlo unter Direktor Maillot im Festspielhaus St. Pölten Triumphe.

Ditta Rudle
Sylphiden oder Hexen in "Tanz"

Die Tänzerin und Choreografin Florentina Holzinger rundet, nach „Recovery“ und „Apollon“, mit „Tanz“ die Trilogie über den Körper als Spektakel ab. Getanzt wid dabei nicht, doch ein Spektakel ist es wohl, was da zwei Stunden lang im ausverkauften Tanzquartier / Halle G abrollt. Nackte Frauenkörper, die anfangs Sylphiden sein wollen, werden zu Hexen, die mit gewagter Akrobatik das Publikum in Staunen versetzen. Im ersten Akt widmen sich die zehn Darstellerinnen dem romantischen Ballet oder dem, was Holzinger sich darunter vorstellt, im zweiten rinnt Blut, künstliches und echtes.

Ditta Rudle
Pianistin Maria Radutu mit Solotänzer Eno Peçi. © privat

Eine Klaviervirtuosin und ein Solotänzer des Wiener Staatsballetts allein auf der Bühne. Ein seltenes Vergnügen. Die Pianistin Maria Radutu und der Tänzer Eno Peçi haben zwei Kunstformen zu verschmelzen und dennoch deren Eigenständigkeit zu erhalten. „Piano & Dance“ war im gut besuchten MuTh zu genießen. Mit den beiden hat sich auch der Wiener Komponist Marco Annau verbeugt, mit dessen Pianosolo „Ninni“ Radutu das Publikum begeistert hat.

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