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Im Salon der Madame schmeichelt Manon (Cassandra Trenary) ihrem Gönner, Monsieur G. M. (Eno Peçi).

In der zweiten Aufführung der Wiederaufnahme des Ballett Manon von Kenneth MacMillan – rechnet man alles in allem, dann ist es die 71. Vorstellung in der Staatsoper – sind die Hauptrollen neu besetzt. Cassandra Trenary, Victor Caixeta, Davide Dato, avraamIoanna Avraam*), Geraud Wiellick und Gaspare Li Mandri werden mit einem Sternderl (Asterisk) neben dem Namen, markiert, weil sie ihre Rollen zum ersten Mal tanzen.  


Ali Smith, Commander of the Order of the British Empire. © Sarah Wood

Nach der eingehenden Beschäftigung mit der Gegenwert in ihren jüngsten vier Romanen, dem Jahreszeitenquartett (Original erschienen zwischen 2016 und 2020), widmet sich die großartige schottische Autorin Ali Smith der nahen Zukunft. Gliff, ein schottischer Begriff mit vielen Bedeutungen, ist eine Dystopie, die schlaflose Nächte beschert. Diese Mehrdeutig eines Wortes oder Begriffes heißt in der Fachsprache Polysemie, der Name Cliff ist polysemisch. 


Im Salon von Madame: Victor Cagnin, Rinaldo Venuti, Duccio Tariello.

zum ersen Mal tanzte sich die junge Manon 1992 in der Wiener Staatsoper in den Tod und auch in die Herzen des Publikums. Kenneth MacMillans herzergreifende Choreografie zählt seit der Uraufführung 1974 mit dem Royal Ballet in London zu den Spitzenwerken abendfüllender Handlungsballette. Bis 2013 wurde das Ballett in Wien 69 Mal gezeigt. Die Auffrischung nach der langen Pause hat ihm nichts anhaben können. Wieder rührt Manon das Publikum und reißt es wieder zu Beifallsstürmen hin. Die erste von sieben Vorstellungen, am 16.5., war geprägt vom Debüts aller auftretenden Mitglieder des Staatsballetts.


Davide Dato, Rinaldo Venuti im Pas  de deux von Lar lubovich.

Einen weiten zeitlichen und inhaltlichen Bogen spannt der vierteilige Ballettabend American Signatures in der Volksoper. Himmelhoch jauchzend mit Jerome Robbins’ Tanzstück Winterplan von 1945; zu Tode betrübt mit Let me mingle tears with thee von Jessica Lang, zur Musik von Giovanni Pergolesi, uraufgeführt 2023, taucht das Wiener Staatsballett das Publikum in ein Wechselbad der Gefühle. Zwei Pas de deux im Mittelteil dienen der Neutralisierung. 


Eion bezauberndes Paar: António Casalinho mit Argarita Fernandes.

Giselle hat ausgetanzt. Am 8. Mai geisterte das betrogene Mädchen zum letzten Mal in dieser Saison als Willi durch den Wald. Für die Solotänzerin Margarita Fernandes allerdings war es das erste Mal. Sie bekam in der Staatsoper heftigen Applaus für ihr Debüt für die Titelrolle im romantischen Ballett Giselle. Dirigent Luciano de Martino leitete einfühlsam und sicher das Staatsopernorchester. 


Choreografie von Michikatsu Matsune im Theater Bremen. © Jörg Landsberg

Die Szene Salzburg zeigt jeden Sommer, dass auf den Bühnen der Mozartstadt nicht nur die sogenannte Hochkultur ihren Auftritt zelebrieren darf. Zwei Wochen im Juni prägen Festspiele der anderen Art die Stadt. Die SOMMERSZENE, zeitgenössisch, international und eines der ältesten zeitgenössischen Festivals Europas, zeigt heuer vom 8. bis 23. Juni vierzehn profilierte Produktionen aus Tanz und Performance.