
Die Szene Salzburg zeigt jeden Sommer, dass auf den Bühnen der Mozartstadt nicht nur die sogenannte Hochkultur ihren Auftritt zelebrieren darf. Zwei Wochen im Juni prägen Festspiele der anderen Art die Stadt. Die SOMMERSZENE, zeitgenössisch, international und eines der ältesten zeitgenössischen Festivals Europas, zeigt heuer vom 8. bis 23. Juni vierzehn profilierte Produktionen aus Tanz und Performance.
Ein Leben lang hat der Schauspieler Frans Poelstra vorgegeben, er sei ein Tänzer. Jetzt, mit 71, ist er zu alt um den Tänzer zu spielen, aber immer noch zu jung, um die Bühne zu verlassen. Der Bühnenkünstler will keine Rollen mehr spielen, im Moment mit dem Publikum will Frans nur noch Frans sein, sagt er. Das ist im Grunde immer, so auch in seinem jüngsten Stück, This Moment with You, das er am 28.4. im Studio brut gezeigt hat.
Der zerbrechliche Mensch in einer rauen Welt. Tanzkörper suchen Schutz und Wärme und finden oft nur rohe Gewalt. Wo liegt die Grenze zischen Intimität und Brutalität, fragt die junge Schweizer Company Cruelbehavior projects unter dem Tänzer und Choreografen Lino Eckenstein. Gemeinsam mit sieben Tänzerinnen hat er das Spannungsfeld zwischen Intimität und Brutalität erforscht und im Basler Anton Franck-Areal einen Video-Katalog aus sieben Kurzfilmen produziert.
Nicht aufgeben. Weiterlesen. Ganz einfach ist der Roman, Melville verschwindet, von Thomas Lang nicht zu verdauen. Geht es doch zugleich um zwei Schriftsteller, den Autor Herman Melville, und zugleich um den fiktiven Schriftsteller Paul, genannt Meander. Der eine ist so unglücklich und erfolglos wie der andere einst war. Meanders Roman über den amerikanischen Autor will keiner lesen.
Anna erzählt (besser: ist) ein Drama, wider Willen wird zur Retterin. Manchmal muss sie darüber lächeln, dann fürchtet sie sich wieder und ist selbst am Ende der Kräfte. Die gesamte Geschichte spiegelt sich in ihrem Gesicht. Ich sehe das Drama vom eher komischen Anfang bis zur Auflösung des Knotens. Es ist die Season of Narratives, in Der Betrieb sind die Fenster geputzt und die Tür ist offen.
Die alternative Besetzung im dreiteiligen Ballettabend Visionary Dances verblüfft mit einer interessanten Rollenverteilung. Corps-Tänzerinnen haben Erste Solotänzer zum Partner und Erste Solotänzerinnen werden von Tänzern aus dem Corps de Ballet gehoben. Die 2. Vorstellung mit den ungewohnten Paarungen, am 14.4., hat dem Publikum hörbar gefallen. Tänzerinnen und Tänzer wurden mit Bravorufen belohnt. Ashley Taylor hat die erste Vorstellung in dieser Besetzung am 10.4. fotografiert, doch auch am 17. April sind die Bilder noch nicht freigegeben. Tut mir leid.





