
zum ersen Mal tanzte sich die junge Manon 1992 in der Wiener Staatsoper in den Tod und auch in die Herzen des Publikums. Kenneth MacMillans herzergreifende Choreografie zählt seit der Uraufführung 1974 mit dem Royal Ballet in London zu den Spitzenwerken abendfüllender Handlungsballette. Bis 2013 wurde das Ballett in Wien 69 Mal gezeigt. Die Auffrischung nach der langen Pause hat ihm nichts anhaben können. Wieder rührt Manon das Publikum und reißt es wieder zu Beifallsstürmen hin. Die erste von sieben Vorstellungen, am 16.5., war geprägt vom Debüts aller auftretenden Mitglieder des Staatsballetts.
Einen weiten zeitlichen und inhaltlichen Bogen spannt der vierteilige Ballettabend American Signatures in der Volksoper. Himmelhoch jauchzend mit Jerome Robbins’ Tanzstück Winterplan von 1945; zu Tode betrübt mit Let me mingle tears with thee von Jessica Lang, zur Musik von Giovanni Pergolesi, uraufgeführt 2023, taucht das Wiener Staatsballett das Publikum in ein Wechselbad der Gefühle. Zwei Pas de deux im Mittelteil dienen der Neutralisierung.
Giselle hat ausgetanzt. Am 8. Mai geisterte das betrogene Mädchen zum letzten Mal in dieser Saison als Willi durch den Wald. Für die Solotänzerin Margarita Fernandes allerdings war es das erste Mal. Sie bekam in der Staatsoper heftigen Applaus für ihr Debüt für die Titelrolle im romantischen Ballett Giselle. Dirigent Luciano de Martino leitete einfühlsam und sicher das Staatsopernorchester.
Die Szene Salzburg zeigt jeden Sommer, dass auf den Bühnen der Mozartstadt nicht nur die sogenannte Hochkultur ihren Auftritt zelebrieren darf. Zwei Wochen im Juni prägen Festspiele der anderen Art die Stadt. Die SOMMERSZENE, zeitgenössisch, international und eines der ältesten zeitgenössischen Festivals Europas, zeigt heuer vom 8. bis 23. Juni vierzehn profilierte Produktionen aus Tanz und Performance.
Ein Leben lang hat der Schauspieler Frans Poelstra vorgegeben, er sei ein Tänzer. Jetzt, mit 71, ist er zu alt um den Tänzer zu spielen, aber immer noch zu jung, um die Bühne zu verlassen. Der Bühnenkünstler will keine Rollen mehr spielen, im Moment will er mit dem Publikum nur noch Frans sein, sagt er. Das ist im Grunde immer, so auch in seinem jüngsten Stück, This Moment with You, das er am 28.4. im Studio brut gezeigt hat.
Der zerbrechliche Mensch in einer rauen Welt. Tanzkörper suchen Schutz und Wärme und finden oft nur rohe Gewalt. Wo liegt die Grenze ziwschen Intimität und Brutalität, fragt die junge Schweizer Company Cruelbehavior projects unter dem Tänzer und Choreografen Lino Eckenstein. Gemeinsam mit sieben Tänzerinnen hat er das Spannungsfeld zwischen Intimität und Brutalität erforscht und im Basler Anton Franck-Areal einen Video-Katalog aus sieben Kurzfilmen produziert.





