Mariana Di Girolamo als Ema: verführerisch und gefährlich.

Feuer, Furor, Sex und Tanz, vor allem Tanz. In seinem 8. Film erzählt der chilenische Regisseur Pablo Larraín von der Tänzerin Ema, die etwas Unerhörtes tut, ­sie gibt ihren Adoptivsohn zurück ans Jugendamt. Das katapultiert sie aus dem Beruf als Lehrerin, aus der Tanzgruppe, aus der Gesellschaft. Ema und ihre Schwestern im Tanz wissen sich zu helfen. Ein fulminanter, faszinierender Film, mit hinreißenden Bildern von Sergio Armstrong.

Ditta Rudle
Antoinette (Laure Calamy) will mit dem Koffer durchs Gebirge wandern.

Die Lehrerin Antoinette freut sich auf den Ferienbeginn, eine Kuschelwoche mit ihrem Liebhaber steht bevor. Doch Vladimir springt ab. Er wird eine Wanderwoche mit Frau und Tochter in den Cevennen verbringen. Kein heimliches Treffen mit der Geliebten. Antoinette lässt sich nicht so leicht abwimmeln, sie beschließt, ihm nachzureisen. Die französische Regisseurin Caroline Vignal hat mit „Mein Liebhaber, der Esel & ich“ ist einen netten, amüsanten Film gedreht, in dem der Esel den Liebhaber zum richtigen Esel degradiert.

Ditta Rudle
Ein Liebespaar mit grauen Haaren: Martine Chevallier, Barbara Sukowa.

Nina und Madeleine sind verliebt, seit langem leben sie zusammen. Doch das darf niemand wissen. Nicht nur, weil die beiden Frauen schon graue Haare haben. Filippo Meneghetti hat für „Wir beide“, „Deux / Zwei“ im französischen Original, zwei großartige, ich möchte sagen, umwerfende, Darstellerinnen gefunden: die deutsche Schauspielerin und Sängerin Barbara Sukowa und die französische Bühnenkönigin Martine Chevallier, Ehrenmitglied der Comédie-Française. Beide haben den 70. Geburtstag bereits gefeiert. Es hätte nicht der dramatischen Handlung bedurft, um den mehrfach preisgekrönten Film zum Erfolg zu führen.

Ditta Rudle
"Yalda": Die Kontrahentinnen, Mona soll Maryam verzeihen.

Yalda ist im Iran das traditionelle Fest der Wintersonnenwende. In Teheran wird das Fest der längsten Nacht des Jahres mit einer absurden Reality-Show m Fernsehen gefeiert, der „Nacht des Vergebens“. Auf diesem jährlichen Event beruht Regisseur Massoud Bakhshis Film „Yalda“. Die zum Tod verurteilte junge Maryam Komijani sitzt zitternd im Studio und soll die Mona, der Tochter des Opfers, um Verzeihung bitten. Ist diese bereit dazu, muss Maryam nicht sterben.

Ditta Rudle
Die Wiener Symphoniker hautnah.

Ein Orchester von Weltrang im Porträt: „Tonsüchtig. Die Wiener Symphoniker von innen“. Doch es geht es weniger um die Verdienste des Klangkörpers als um die Menschen, Frauen und Männer die ihn bilden. Iva Švarcová und Malte Ludin, für Drehbuch und Regie verantwortlich, bringen sie dem Kinopublikum ganz nahe, hautnah. Ein bemerkenswerter, anregender Film über Menschen, die ihre Berufung mit ihrem Instrument und in der Musik gefunden haben.

Ditta Rudle
Hilma af Klint (für den Film nachgestellt) an der Arbeit.

Ein Film über die schwedische Malerin Hilma af Klint, die nach neuesten Forschungen das erste abstrakte Bilder gemalt hat. Mithilfe von Kunsthistorikerinnen, Kunsthistorikern und dem Erben von af Klints Werk, Erik af Klint, hat die Berliner Regisseurin Halina Dyrschka ihren ersten Langfilm gedreht. Zu sehen ist eher eine Hommage an die Malerin Hilma af Klint denn eine differenzierte Biografie.

Ditta Rudle