E. L. Kirchner:" Drei Tänzerinnen", © Privatsammlung Deutschland

Der Maler Ernst Ludwig Kirchner, Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Die Brücke“, war vom Tanz besessen. Immer wieder hat er Tänzerinnen und Tänzer, auf der Bühne oder auf dem Parkett, Ballerinen, aus Vergnügen sich wiegende Damen, mit und ohne Hülle, gezeichnet, in Holz geschntten, farbig als Lithografie gedruckt oder mit Wasserfarben hingehaucht. Im KirchnerHAUS in Aschaffenburg ist dieser Kosmos der Bewegung nun bis 30. Dezember 2018 zu studieren. Oder – die Reise von fast 600 km ist nicht gerade ein Katzensprung – sich mithilfe der Abbilder im Katalog in Kirchners Kosmos vertiefen.

Ditta Rudle
Ruth Bader Ginsburg, 2016. © Koch Films GmbH

Ein Monster, ein Zombie, eine Hexe, eine Schande für Amerika“, sagen ihre Feinde. „Eine Königin, die unglaubliche, berühmt-berüchtigte RBG“, nennen sie ihre Fans, und das sind viele. „Notorious RBG“, das ist Ruth Bader Ginsburg, Richterin am Supreme Court, dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Die Filmemacherinnen Betsy West und Julie Cohen haben der aktiven 85jährigen und ihrem Lebenswerk mit einem lebendigen, fesselnden Film ein Denkmal gesetzt. Mein Prädikat: Überaus sehenswert.

Ditta Rudle
Angelo (Makita Samba) unterhält den Adel mit Geschichten aus Afrika. © Novotny Film

Locker angelehnt an die Biografie des fürstlichen Kammerdieners und Prinzenerziehers Angelo Soliman (um 1721– 1796), zeigt Regisseur und Drehbuchautor Markus Schleinzer mit „Angelo“ einen hochaktuellen Film im historischen Ambiente. Der historische Angelo dient als Projektionsfläche für ein Nachdenken über Exotismus, Fremdheit und Identität, über den Eurozentrismus und unser Menschenbild, damals wie heute.

Ditta Rudle
Der wundersame Lazzaro wird von Adriano Tardiolo dargestellt.

Ein italienisches Dorf im Nirgendwo. Arbeit ist der Lebensinhalt der Frauen und Männer, doch sie bekommen keinen Lohn. Eine despotische Gräfin hält sie als Leibeigene. Mitten unter ihnen lebt Lazzaro, unberührt von allem, aber stets bereit zu helfen, wenn er gerufen wird. Mit leiser Ironie und wachem Blick erzählt  italienische Regisseurin Alice Rohrwacher die Legende vom glücklichen Lazarus, der durchs Leben schreitet ohne seiner selbst bewusst zu sein und auch seinen Tod nicht wahrnimmt.

Ditta Rudle
Kein Wohnhaus, kein Palais, "nur" das Fenster einer Station der Vorortelinie

Zum 100. Todestag des Architekten Otto Wagner (1841–1918) hat Alfred Fogarassy im Verlag Hatje Cantz den mit Fotos von Nora Schoeller geschmückten Band „Otto Wagner. Die Wiener Stadtbahn“ herausgebracht. Der großformatige Band, mit Texten renommierter Fachleute, aktuellen Fotografien und zahlreichen bisher nie publizierten historischen Aufnahmen und Plänen bietet einen tiefen Einblick in die Arbeits- und Gedankenwelt Wagners und lädt die Millionen Fahrgäste zum genauen Schauen ein.

Ditta Rudle
Eric Kandel zu Besuch in Wien. © der standard.at /youtube

Eric Kandel, mit dem Nobelpreis ausgezeichneter Neurowissenschaftler und Psychiater, betrachtet in seinem neuesten Buch das Gehirn mit den Augen eines Biologen. Geboten werden diesmal keine Neuigkeiten aus der Gehirnforschung, sondern ein Rundblick auf die Fülle der Erkenntnisse über die Arbeit des Gehirns. Kandel geht dabei von den Störungen und Fehlfunktionen des Gehirns aus, um den Menschen besser zu verstehen. „Was Störungen des Gehirns über uns selbst aussagen“, ist der übersetzte Untertitel des Originalwerks: „The Disordered Mind / Der gestörte Geist“.

Ditta Rudle