E. L. Kirchner:" Drei Tänzerinnen", © Privatsammlung Deutschland

Der Maler Ernst Ludwig Kirchner, Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Die Brücke“, war vom Tanz besessen. Immer wieder hat er Tänzerinnen und Tänzer, auf der Bühne oder auf dem Parkett, Ballerinen, aus Vergnügen sich wiegende Damen, mit und ohne Hülle, gezeichnet, in Holz geschntten, farbig als Lithografie gedruckt oder mit Wasserfarben hingehaucht. Im KirchnerHAUS in Aschaffenburg ist dieser Kosmos der Bewegung nun bis 30. Dezember 2018 zu studieren. Oder – die Reise von fast 600 km ist nicht gerade ein Katzensprung – sich mithilfe der Abbilder im Katalog in Kirchners Kosmos vertiefen.

Ditta Rudle
Moriz Nähr: Selbstporträts. Ausstellungsansicht © Claudia Rohrauer

Gleich mit zwei Ausstellungen lockt das Leopold Museum Freundinnen der frühen Fotografie ins Haus. „Machen Sie mich schön, Madame d’Ora“ beschäftigt sich ausgiebig und üppig mit der Mode- und Gesellschafts-Fotografin Dora Philippine Kallmus (1881–1963), die sich mit dem Künstlernamen Madame d’Ora anreden ließ. Gleich nebenan, schlichter präsentiert, sind die Bilder des „Fotografen der Wiener Moderne“ Moriz Nähr (1859–1945) zu studieren.

Ditta Rudle
Verliebt am Strand der Normandie  (A. Vikander, J. McAvoy) © Sbmergense SARL

Grenzenlos“ ist der deutsche Titel des jüngsten Filmes von Wim Wenders, gedreht nach dem Buch „Submergence“ („Eintauchen“) des ehemaligen Kriegsreporters J. M. Ledgard. Der eingedeutschte Titel hat mit dem Filminhalt wenig zu tun, allerdings wird auch nicht ganz klar, was der Regisseur tatsächlich wollte. Liebesromanze oder Diskussion existenzieller Themen? Die große Romanze jedenfalls endet in den Tiefen des Ozeans und in den Gefangenenlagern von islamistischen Terroristen. Alicia Vikander, James McAvoy und das Meer spielen die Hauptrollen.

Ditta Rudle
Bestsellerautorin Anne Holt. © Margarethe Miljeteik / TV 2

Ein Mord, der möglicherweise ein Selbstmord war, ein Selbstmord, der vermutlich ein perfekter Mord war. Zwei Fälle, scheinbar ohne Zusammenhang, die der erfahrenen Kommissarin Hanne Wilhelmsen und ihrem Assistenten, dem tüchtigen, jungen Henrik Holme inoffiziell vor die Füße fallen. Sie lösen sie mit Hartnäckigkeit, Raffinesse und Scharfblick. "In Staub und Asche" ist mehr als ein gewöhnlicher Kriminalroman, ein Meisterwerk, aktuell und hochpolitisch, in dem Autorin Anne Holt auch die Denkweise rechter und radikaler Fundamentalist*innen durchleuchtet. Aufwühlend und gewinnbringend.

Ditta Rudle
Julian Barns, geboren 1946 in Leicester. © telegraph.co.uk

Ein ganzes Leben, das des russischen Komponisten Dimitri Schostakowitsch, 1906–1975, breitet Julian Barnes vor den Leserinnen aus. Doch er schreibt keine Biografie, sondern denkt sich in Stationen eines Lebens unter dem Terror Stalins hinein und bringt den Zwiespalt zwischen persönlicher Integrität, künstlerischer Kreativität und der Macht des Tyrannen und seiner Höflinge nahe. Die deutsche Übersetzung ist 2017 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, jetzt liegt die Taschenbuchausgabe von btb vor.

Ditta Rudle
Anne Goldmann, Autorin und Sozialarbeiterin. © Argument Verlag

Frauen stehen im Mittelpunkt von Anne Goldmanns Kriminalromanen. Auch mit ihrem neuen Roman bleibt sie sich selbst und ihren Leserinnen treu. Drei Frauen und ein Mord. Oder sind es gar zwei Morde und vier Frauen? Für Spannung ist jedenfalls in „Das größere Verbrechen“ ebenso gesorgt wie für Nachdenklichkeit. Ein spannender Roman, vielleicht Kriminalliteratur, doch sicher kein simpler, gewöhnlicher Krimi.

Ditta Rudle