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Ein früher Roman des Meisters der Ironie und des schwarzen Humors Percival Everett ist nun als Taschenbuch erschienen. Erasure hat der amerikanische Schriftsteller und Professor für englische Literatur und Philosophie 2001 veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung von Jens Seelig, Ausradiert, ist erstmal 2008 im Jens Seelig Verlag erschienen. Als ungekürzt Ausgabe ist die köstlich-böse Satire heuer bei Hanser erschienen. !4,40 € sind gut angelegt.
Gerade hat der Sommer mit einem Knall angefangen, ein halbes Jahr steht noch bevor, doch ich habe bereits mein Buch des Jahres gewählt. Etwas Schöneres, Einfacheres, Vergnügliches und auch eine bessere aufrichtigere Leseempfehlung als Malachy Tallacks zweiten Roman, Der Ozean so wild und weit, werde ich in diesem Jahr nicht mehr finden. Der Autor erzählt von Jack Paton, der gerne ein Star der Countrymusik geworden wäre. Doch die Shetlandinseln, wo Jack seit seiner Geburt vor gut 60 Jahren lebt, gehören zu Schottland, wo man andere Lieder singt.
In seinem Debütroman erzählt der 40-jährige französische Autor Mokhtar Amoudi von Skander, der in Pflegefamilien aufwächst und von einem erfolgreichen besseren Leben träumt, doch das soziale Umfeld und das System ziehen den Buben in eine andere Richtung. Skander berichtet selbst von Einem ziemlich anderen Leben ohne Anklage, doch mit feinem Humor, aufrichtig und naiv aus der Perspektive eines Heranwachsenden.
Nach der eingehenden Beschäftigung mit der Gegenwart in ihren jüngsten vier Romanen, dem Jahreszeitenquartett (Original erschienen zwischen 2016 und 2020), widmet sich die großartige schottische Autorin Ali Smith der nahen Zukunft. Gliff, ein schottischer Begriff mit vielen Bedeutungen, ist eine Dystopie, die schlaflose Nächte beschert. Diese Mehrdeutig eines Wortes oder Begriffes heißt in der Fachsprache Polysemie, der Name Cliff ist polysemisch.
Nicht aufgeben. Weiterlesen. Ganz einfach ist der Roman, Melville verschwindet, von Thomas Lang nicht zu verdauen. Geht es doch zugleich um zwei Schriftsteller, den Autor Herman Melville, und zugleich um den fiktiven Schriftsteller Paul, genannt Meander. Der eine ist so unglücklich und erfolglos wie der andere einst war. Meanders Roman über den amerikanischen Autor will keiner lesen.
Realität oder Fantasie, Wahrheit oder Hirngespinst? Wem gehört die Literatur, was ist ihr erlaubt, was verboten? Neuerdings suchen Autorinnen wieder nach einer Antwort. Was darf, was tut ein Autor und ist er überhaupt wichtig? Darüber wurde und wird immer wieder geschrieben. Die Literatur wird zur Metaliteratur, der Roman zum Metaroman, weil sie sich selbst thematisieren. Auch in Enrique Vila-Matas’ Buch Este Bruma insensata / Dieser sinnlose Nebel, 2019 auf Spanisch erschienen, jetzt von Petra Strien-Bourmer für den Wallstein Verlag übersetzt, ist das Schreiben und das Lesen das eigentliche Thema.





