"Trois Gnossiennes" (Esina, Lazik)

Noch nie an der Wiener Staatsoper gezeigte Pas de deux waren die Attraktion der diesjährigen Nurejew-Gala. Sämtliche Solistinnen und Solisten des Wiener Staatsballetts durften sich in den zwölf Duos präsentieren, das Ensemble hatte, nach einem anstrengenden Jahr, Schonzeit. Inmitten der bejubelten Gäste aus St. Petersburg und Amsterdam, Anastasia Nuikina, Kimin Kim und Young Gyu Choi von Dutch National Ballet, zeigte Ballettchef Manuel Legris mit der Ersten Solotänzerin Nina Poláková, wie man auch ohne Showeffekte, Pirouettenwirbel und Hochsprungakrobatik ein Gala-Publikum hinreißen kann.

Ditta Rudle
Tigerlily (Olivia Poropat) tanzt mit den Indianer*innen

Schon mehr als 100 Jahre tummelt sich der Träumer Peter Pan in den Kinderzimmern und in sämtlichen Formen der darstellenden und bildnerischen Kunst, gefilmt, gezeichnet oder leibhaftig, analog oder digitalisiert. Peter Pan bedarf eigentlich keiner Verjüngungskur, und hat diese doch erlebt: als Ballettstar heuer an der Volksoper. Die multimediale Vorstellung mit einer Choreografie von Vesna Orlic und einer großartigen Musikauswahl ist ein Publikumsmagnet, auch die Vormittagsvorstellung am 17. Juli für Schulen war ausverkauft.

Ditta Rudle
Die Propheten legen ein Auto auf den Rücken. © Stephan Glagla  / Kanal

Der italienische Regisseur und Bühnenbildner Romeo Castellucci ist ein Phänomen. Er begeistert und empört, ist mitreißend und abstoßend, wird meistens in den Himmel gehoben, aber mitunter auch in die Hölle verdammt. Als häufiger Gast bei den Wiener Festwochen zieht er jedenfalls das Publikum in Scharen an. Heuer mit zwei eher kurzen Vorstellungen in den Gösser Hallen: „La vita nuova“, uraufgeführt 2018 im Musée Kanal – Centre Pompidou in Brüssel und „Le Metope del Partenone“, zum ersten Mal 2016 bei der Wiesbaden Biennale gezeigt. Die Reaktionen waren eher lau, manche hatten die Vorstellungen schon vor dem Ende verlassen.

Ditta Rudle
"Concerto": Nikisha Fogo und Davide Dato (Rollendebüt)

MacMillan | McGregor / Ashton“ nennt sich schlicht der britischen Choreografen gewidmete dreiteilige Abend, der auch beim Abonnementpublikum schon bei der Premiere 2017 großen Anklang gefunden hat. Für drei Vorstellungen ist er in der zu Ende gehenden Saison mit zahlreichen Debüts wieder angesetzt.

Ditta Rudle
"Mein Gehen ist mein Tanzen"

Eingeladen von  den Wiener Festwochen hat Anne Teresa De Keersmaeker mit ihrer Formation Rosas J. S. Bachs „Sechs Brandenburgischen Konzerte“ im Theater an der Wien gezeigt.

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Der König tanzt mit Odette am Schwanensee (Alexandr Trusch, Xue Lin)

Immer wieder „Schwanensee“, immer wieder „Illusionen – wie Schwanensee“. John Neumeier hat diese Choreografie, in der „der König“ – inspiriert vom Leben und Sterben Ludwig II. von Bayern (1845–1886) – und seine Liebe für das Ballett „Schwanensee“ und auch Richard Wagner im Zentrum steht, 1976 für Hamburg geschaffen und immer wieder hervorgeholt und entstaubt. Die letzte Vorstellung in dieser Spielzeit am 1. Juni war die 16te – natürlich im ausverkauften Haus frenetisch beklatscht, mit Ovationen für die Solist*innen und Hochrufen für den Choreografen.

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