Reif nach vier Jahren: Tänzerinnen und Tänzer der MuK

Mit Esther Balfe, Darren Ellis und Doris Uhlich hat die Abschlussklasse Tanz im MuK (Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien) drei unterschiedliche Choreografien erarbeitet, die an zwei Abenden unter dem zusammenfassenden Titel "Articulation" die Bandbreite des Studiums und das hohe Niveau der Student*innen gezeigt haben. Am 2. April, dem Tag nach der Premiere, haben die sechs Studentinnen und zwei Studenten die Bachelorprüfung bereits bestanden, sie konnten als Profis auftreten.

Ditta Rudle
Die angebetete Königin (Kayla May Corbin)

Als furiose Schau zeigt die Linzer Ballettchefin und Choreografin Marie Antoinette als Frau, die von den Wellen des Lebens hoch hinauf getragen und tief hinunter getaucht wird. Der expressive Tanz der Compagnie TANZLIN.Z wird von der dramatischen Musik Walter Haupts getragen. Marc Reibel hat die Uraufführung des Tanzstücks am 30. März im Linzer Musiktheater dirigiert. Das Bruckner Orchester Linz hat mit der Interpretation des vielschichtigen Klangkosmos wieder einmal seine Qualität bewiesen. Etwas erschöpft vom imposanten Werk aus Tanz und Klang hat das Premierenpublikum dennoch Begeisterung gezeigt.

Ditta Rudle
Sophia Hörmann glänzt auf öligem Eis. © Mani Froh

Glowing, glühend“ nennt Sophia Hörmann ihre Performance, in der sie mit nackten Füßen auf dem Eis tanzt. Im Rahmen von imagetanz war das brut im Dschungel Theaterhaus zu Gast, wo Hörmann mit ihrem Solo am 28. März Premiere gefeiert hat. Mit Bewegungselementen vom Kunst- und auch Schnelllauf auf dem Eis präsentiert sie ihren durchtrainieren Körper und, vor allem auf dem Video, ihr ernstes Gesicht, in dem die grünen Augen leuchten.

Ditta Rudle
Jakob Feyferlick (Nijinsky), Roman Lazik (Diaghilew)

Zwei gegensätzliche Ballette reiht John Neumeier aneinander, um einer Vorstellung die vom Publikum erwartete Länge zu geben. Die Fülle und Reichhaltigkeit des zur Musik von Nikolai Tscherepnin getanzten gut eine Stunde dauernden Werkes würde jedoch reichen, um einen unvergesslichen Abend zu erleben. Die Protagonisten Nina Poláková, Roman Lazik und Mischa Sosnovschi erzählen nicht nur vom Leid und der Einsamkeit des Tänzers Vaslaw Nijinsky, sondern von der Künstlerseele an sich und auch von der Zerrissenheit aller in die Welt geworfenen Menschen. In der Vorstellung vom 26. März hat Jakob Feyferlik den „Mann (Vaslaw Nijinsky)" getanzt.

Ditta Rudle
"Trails" mit  Filmausschnitten von Geyrhalter © Bettina Frenzel

Die Salzburger Choreografin und Tänzerin Editta Braun hat mit ihrer Company Wien einen ihrer seltenen Besuche abgestattet und im Kosmos Theater am 22. März ihr neues Tanzstück „Trails“ gezeigt. Eine ausdrucksstarke, emotional bewegende Aufführung, die durch Filmausschnitte aus Nikolaus Geyrhalters fiktionaler Dokumentation „Homo Sapiens“ und die Musik von Thierry Zaboitzeff die richtige Tiefe erhalten hat.

Ditta Rudle
Michikatsu Matsune, Jun Yang © Artist Video tqw

Die Performance „The past is a foreign country – a landscape in 4 scenes“ ist eine Zusammenarbeit des Bühnenkünstlers Michikazu Matsune mit dem Mulitmediakünstler Jun Yang. Nach der Uraufführung der vielschichtigen Arbeit im Rahmen der Gwangju Biennale 2018 in Korea haben Matsune und Yang den gemeinsamen Blick auf bedeutende Momente der jüngsten und nicht ganz so jungen Vergangenheit am 21. März im Tanzquartier vorgestellt.

Ditta Rudle