Parade mit Cat Jimenez und Breakdancer

Mit einer großartigen Arbeit erinnert das Karin Schäfer Figurentheater an das Jahr 1917, als Les Ballets Russes in Paris ein neues Tanztheater uraufgeführt haben. „Parade“ ist in Zusammenarbeit bedeutender Künstler aller Sparten entstanden und vom Publikum und vielen Kritikern nicht verstanden worden. Karin Schäfer nähert sich dem für den Tanz richtungweisenden Stück, indem sie es zerlegt und ihre Version der „Parade“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchet. Leider nur einmal, am 4. März im MuTh.

Ditta Rudle
"DA-NACH": Verstörend und realistisch

Im Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste fand am vergangen Samstag die Uraufführung der neuen Produktion des 1995 von Saskia Hölbling gegründeten Ensembles DANS.KIAS statt. "Da-nach", so der Titel der neuen Produktion, bei der Hölbling für Regie und Choreografie verantwortlich zeichnet und der renommierte österreichische Komponist Wolfgang Mitterer die Musik liefert, erzählt eine Geschichte, die mehr ist als nur eine historische Momentaufnahme.

Angela Heide
Zurück zu den Wurzeln: Schwarzer Mann, Schamane, graue Frau. © Afredo Barsuglia

Posthumane oder auch prähumane Wesen treiben auf der Bühne ihr Unwesen. Am 28. Februar zeigte das Trio Anna Prokopová, Costas Kekis, Andrea Gunnlaugsdóttir im Tqw Studio „Knuckles become clouds“, was so viel heißt wie „Knödel werden Wolken“. Den großen Abend in der Halle haben Oleg Soulimenko, Magdalena Meindl und Michael Franz Woels mit der Show „Origins“ bestritten.

Ditta Rudle
Brautraub: Andrey Teterin als energischer Rotbart mit Lidumila Konovalova, Roman Lazik.

Ein gefühlvoller, nobler Prinz, eine zauberhafte Odile, eine verführerische Odette und viele anmutig flatternde Schwäne. Die Aufführung des Balletts „Schwanensee“ in der Choreografie von Rudolf Nurejew am 25. Februar war ein bewegendes Erlebnis. Dirigent Paul Connelly zelebriert mit dem Staatsopernorchester Peter. I. Tschaikowskis Musik als emotionales Schaumbad, festlich, aufwühlend, elegisch und wehmütig. Musik, die man sehen kann.

Ditta Rudle
Abbild von Katharina Senk auf dem verformten Barren. © Laurent Ziegler

Der Choreograf und Tänzer Georg Blaschke und der Medienkünstler Jan Machacek arbeiten seit einigen Jahren gemeinsam an der Präsentation und Darstellung des menschlichen Körpers und seiner Reproduktion. Das neue Werk, „Bodies and Accidents“ ist von den Körperbildern des britischen Malers Francis Bacon (1909–1992) inspiriert und eine „künstlerische Reaktion“ auf Bacons Werk. Die Uraufführung ist im brut / Semper Depot (Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste) mit Begeisterung aufgenommen worden.

Ditta Rudle
Modelle der Wirklichkeit: Körper wie Automaten.

Nicht Musik, sondern Geräusche bilden im neuen Stück von Chris Haring / Liquid Loft den Klangraum, in dem sich acht ausgezeichnete Tänzer*innen wie Automaten bewegen. Mit „Models of Reality“, am 21. Februar im Tanzquartier uraufgeführt, setzt Haring die Reihe „Foreign Tongues“ fort, bemüht nicht nur die Sprache der Dinge, wie Knirschen, Knarren, Quietschen, sondern auch Wortfetzen und ein wenig Musik, komponiert und kompiliert von Andreas Berger. Bestechend sind nicht nur die Ausführenden, sondern auch der Raum aus Licht, den Thomas Jelinek gebaut hat. Dennoch lässt mich die Vorstellung ratlos zurück, erschließt sich mir nicht wirklich.

Ditta Rudle