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ImPulsTanz: „Echo body“ _ Bewegung und Klang

Echo Body: Ein Trio mit Orgelpfeifen und Schläuchen.

Mit Echo Body präsentiert Magdalena Holzer ihre erste eigene Arbeit beim Festival ImPulsTanz. Eingeladen wurde sie dieses Jahr im Rahmen der Reihe [8:tension]. Im Wuk Projektraum untersucht die multidisziplinäre Künstlerin das resonierende Zusammenspiel organischer und anorganischer Körper als choreografiertes Orgelkonzert ohne Orgel.

Aus dem Wasser im Kübel steigen gurgelnde Töne.Bühnenbild und Requisite: Das war einmal. Wer die Arbeiten in Österreich lebender Choreograf:innen und Tänzer:innen der jüngsten Vergangenheit begleitet, erkennt darin eine deutliche Bewegung hin zu einer neuen Praxis der Interaktion: Objekte und Materialien sind nicht mehr nur reine Dekoration, um die Welt zu markieren. Sie sind zu Tanz- und Performance-Partner:innen geworden, geben Impulse oder reagieren darauf, bieten Hilfe oder stellen sich in den Weg.
Magdalena Forster konnte man bei ImPulsTanz 2025 bereits in Martina De Dominicis’ Latente, einer choreografischen Auseinandersetzung mit dem Tastsinn begegnen In Echo Body untersucht sie mit Hanna Todt und Valentino Skarwan nun, was passiert, wenn Orgelpfeifen, Kunststoffschläuche und Wasser in den Dialog mit den drei Tänzer:innen und einer Musikerin treten.Magdalena Forster untersucht die  Wechselbeziehungen von Material, Körper und Klang.
Sequenzielle Untersuchung. Forster, die dieses Projekt bereits als Solo vorgestellt hat, gliedert die rund einstündige Performance in unterschiedliche Erkundungen zu Wechselbeziehungen von Material, Körper und Klang. Zu Beginn tauchen die Performer:innen verschieden große Orgelpfeifen in Kübel mit Wasser, um an ihnen zu saugen, sie aus dem Wasser zu heben und anschließend in die nun mit Wasser gefüllten Klangkörper zu blasen. Die Performer:innen befinden sich dabei an unterschiedlichen Orten im Raum, die sie im Verlauf des Stücks immer wieder für neue Konstellationen wechseln, wiewohl daraus nie eine Choreografie oder gar Inszenierung entsteht. Die Haare ins Wasser tauchen und dieses dann in den Raum schleudern.Vielmehr entstehen aus den gestellten Tasks meist improvisierte Routen, so beispielsweise eine alte Orgelpfeife in einen Wasserkübel zu tauchen und das aufgesaugte Wasser pfeifend an anderen Stellen im Raum zu verteilen. Ähnliche Aufgaben stellt die Künstlerin auch mit den zuerst kürzeren, dann meterlangen Schläuchen, weichere zu Beginn, robuste, widerständige am Schluss.
Im Verlauf des Stücks tauchen die drei Performer:innen ihre Haare weiter und weiter in die Wasserbehälter, um sie anschließend in den Raum zu schleudern. Sie ziehen an Schläuchen, aus denen das Wasser anschließend in andere Behälter rinnt. Dann wieder untersuchen sie mit ihren Körpern eine Wand, heben und senken dabei Pfeifen, als wären sie Tanzpartnerinnen, um sie von hier aus wieder instrumentell zu bespielen. Meterlange Plastikschläuche werden, mit Wasser gefüllt, zu Klangkörpern.
Choreografierte Hydroakustik und Prothetik. Conny Frischauf reagiert mit ihren Sounds auf das Geschehen im Raum; diese reichen von den geloopten Pfeifentönen über Atem bis Wind. Nur einmal verlässt die Musikerin dabei ihren Platz auf der Bühne, um selbst in eine Orgelpfeife zu blasen. Die Pfeifen werden an einer Stelle auch wie Fanfaren eingesetzt. Dabei erzeugen die Performer:innen einen lang anhaltenden Gleichklang, ehe sie sich wieder aus dieser chorischen Musiksequenz lösen.
Zu den stärksten Momenten zählen die Passagen, in denen die Performer:innen die Orgelpfeifen wie Prothesen, anorganische Supplemente, an ihre Körper legen. So werden aus den metallischen Röhren Körperteile, die den Bewegungsfluss hemmen und gerade dadurch eine neue, irritierende Leiblichkeit ermöglichen. Wenn sich Skarwan, Todt und Forster gegen Ende des Stücks mit je zwei dieser Orgelpfeifen Vögeln gleich durch den Raum bewegen, entsteht ein Tanz, der so verletzlich und gefährdet wirkt wie stark und selbstbewusst. 
Ein Sclauch mündet im Wasserkübel, die Performerinen saugen das Wasser an , um es dann im Raum zu verteilen.Echo Body funktioniert dort am besten, wo aktives Zuhören, das Reagieren auf Raum und Publikum nachvollziehbar sind. Die Wege, um in diesem klangkörperlichen Experiment an eben jene Punkte zu gelangen, führen immer wieder durch längere Passagen, in denen die Konzentration nachlässt. Dennoch gelingt es den Performer:innen, trotz dieser Längen in manchen Aktions- und Improvisationspassagen, das Interesse der Zuschauer:innen über eine Stunde lang aufrechtzuerhalten. Wenn die tanzenden Orgelpfeifenmenschen am Ende ihre harten Flügel schwingen, um sie schließlich Stück für Stück abzulegen, entstehen Augenblicke der Melancholie von eindrucksvoller Intensität. Mit diesem starken Abschied endet die interaktive Reise, die trotz der nicht durchgehend möglichen Spannung insgesamt von nachhaltiger Wirkung ist. In der diesjährigen Ausgabe von ImPulsTanz kann man Magdalena Forster noch in Lisa Hinterreithners Untersuchung über artenübergreifende Intimität many in bed sehen – dann mit Pflanzen und Erde.

Magdalena Forster: Echo Body; ImPulsTanz/[ 8:tension] im WuK, 23.–25.7.2026
 Konzept und Performance: Magdalena Forster;
Performance: Hannah Todt und Valentino Skarwan; Komposition: Conny Frischauf; Fotos: Marcella Ruiz-Cruz