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Mzamo Nondlwana im brut: Fröhlicher Widerstand

„Wait for Fall“: Das tanzende Quartett im Studio brut.

Mzamo Nondlwana, Tänzer:in aus Südafrika gebürtig, tanzt im Quartett mit drei Tänzer:innen den Winderstand. Dieser ist in seiner Choreografie Waiting for Fall farbenfroh und fröhlich, laut und lustig. Nondlwana orientiert sich an Straßentänzen als gewaltlose Protestbewegung und animiert das Publikum im Studio brut, mitzutanzen.

Elena Araújo tanzt sich hast die Seele aus dem Leib.Die Idee einen Straßentanz zu imitieren, bei dem auch das Publikum mittut, kann im kleinen Raum des Studio brut in der Zieglergasse nicht gelingen. Was mit Freunden und Freundinnen bei den Proben gelungen ist, funktioniert bei der Premiere nicht. Das Publikum kommt nicht zu einem Workshop, sondern in Vorstellung und will deshalb sitzen. Ist kein Sitzplatz vorgesehen, hockt man auf dem Boden. Nondlwana, Evandro Pedroni, Pêdra Costa und die unnachahmlich, hinreißende Helena Araújo tanzen den Pantsula zur Live-Musik mit platten Füßen und schwingenden Hüften. Das Publikum bleibt auf dem Podex sitzen.
Der Aufwand für die Tanzperformance ist nahezu gigantisch. Der Dj-Twoer als Klettergerüst. Mzamo Nondlwana mit dem Rücken zum Publikum, Helena Araújo über DJ Moritz Nolden.Ein riesiger DJ-Turm beherbergt den Musiker Moritz Benedikt Nolden, der nicht nur komponiert und das Schlagzeug bedient, sondern auch als Performer auftritt (jedoch nicht an diesem Abend). Die Tänzerin Helena Araújo benützt den Turm als Klettergerüst. Die brasilianische Mixed-Media-Künstlerin Maanila Mederos Santos de Moraes lässt die hintere Wand aufleuchten und bespielt sie mit bunten Bildern. Später mischt sie sich mit Handkamera unter die Tanzenden und wirf deren Köpfe, Arme, Beine an die Wand. Martina Moro, die für die Bühne verantwortlich ist, hat in der Mitte des kleinen Gevierts – das Publikum sitzt rundherum – einige blaue Kistenteile aufgetürmt. Die Sorge, dass sich eine:r aus dem fröhlichen Quartett die Zehen an dem Podest stößt, bereitet mir Unbehagen.
 Evandro Pedroni übt den Pantsula-Schritt.Um die Fröhlichkeit nicht überborden zu lassen, gibt es eine kurze Pause: Licht aus, Ton aus, Tänzer: innen raus. Danach muss Evandro Pedro den traurigen Teil der Performance mimen und ganz erbärmlich seufzen und klagen. Doch er lässt sich schnell trösten und wandelt sein Elend in glückliches Lachen. Wenn Helena Araújo auf dem kleinen Podest in der Mitte mit vollem Einsatz von Körper und Geist mit flinken Füßen im 24 tanzt, dann bekomme ich eine Idee, was Nondlwana mit seiner Choreografie erreichen wollte. Die Energie von Helena Araújo kann zumindest die Müdigkeit in mir verändern.
Nach der Vorstellung ist vor der Vorstellung. Tomasz Kireńczuk,künsglerischer Chef des brut mit Stephanie Höltschl, geschäftliche Chefin  feiern den Beginn der Spielseit 2026/27.Ausgestattet mit einem Proviantsackerl pilgert das Publikum nach St. Marx, wo im vorläufigen Quartier, gleich neben dem endgültigen, nach dem Saisonstart am 9. September, wird am  16. Oktober mit Reden, Tanzt, Performance und Party die Saison richtig feierlich eröffnet. Tomasz Kireńczuk, der nach Kira Kirsch der künstlerische Leiter des brut ist, hat mit der Gästeschar mitgefeiert. Als erfahrener Festivalleiter, in seiner Heimat Polen und in Italien, versteht er etwas von der Bühnenkunst und vom Feiern.

Mzamo Nondlwana: Waiting for Fall / Warten auf den Herbst, Studio brut, Zieglergasse. 16., 17., 29., 30. Oktober 2026.  
Konzept & Choreografie: Mzamo Nondlwana
Kreation & Performance: Mzamo Nondlwana, Evandro Pedroni, Helena Araújo, Pêdra Costa
Sound: Moritz Benedikt Nolden
Videografie, Mapping & Kamera: Maanila Mederos Santos de Moraes; Dramaturgie: Sunanda Mesquita; Kostümdesign: Dalia Hassan; Bühnendesign: Martina Moro; Lichtdesign: Yasemin Duru
Fotos: Elif Gündüz