Die Laureaten noch im Corps als "Frühlingsboten" © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Die Laureaten noch im Corps als "Frühlingsboten" © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Nach der Gala. Kaum war der letzte Vorhang gefallen, der Jubel verklungen, empfingen Tänzerinnen und Tänzer des  Wiener Staatsballetts von Direktor Manuel Legris reiche Belohnung. Junge Halbsolistinnen wurden zu Solotänzerinnen erhoben, aus Corpsmitglidern  wurden Halbsolisten und -solistnnen. Nicht nur die Betroffenen zeigten stsrahlend ihre Freude für den Lohn der Anstrengung, auch Kolleginnen und Kollegen klatschten von Herzen und neidlos Beifall. Den Grand Jeté allerdings durfte Jakob Feiyferlik, Schüler von Eelyn Tery an der Ballettschule der Wiener Staatsoper, machen. Nach seiner imponierenden Gestallten der Rolle König Ludwig XVI. In Patrick de Banas Ballett "Marie Antoinette" , war er reif für den Solotänzer. Die Stufe des Halbsolisten hat er mühelos übersprungen.

Avanciert sind überdies Nikisha Fogo, Natascha Mair und Nina Tonoli zu Solotänzerinnen. Laura Nistor ist jetzt Halbsolistin und die Herren Leonardo Basilio, Franceso Costa, James Stepfens und Géraud Wielick sind vom Corpstänzer zum Halbsolisten aufgestiegen worden.

Apropos: Im Heimatland des Direktors, wo eine vielfältigere und differenzeierte Hierarachie in der Ballettcompagnie üblich ist – man sagt, das fördere den Ehrgeiz und sporne zu höhere Leistung an, gebe den Tänzer_innen Voerbild und Ziel – sind auch die Titel der einezlnen Stufen auf der Karrierelieiter mit hübscheren Namen gekennzeichnet. So wird eine Ballerina, zuerst zur Quadrille und bald danach zur Coryphée. Bis zum Étoile, dem Stern der Compagnie, ist noch ein langer Weg: Sujet, Première danseuse muss erarbeitet werden, dann erst wird sie zur Danseuse Étoile /er wird zum Danseur Étoile.Nikisha Fogo, mitreißend in der "Tarantella" von G. Balanchine © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor Die Oper ist ja ein Amt, in dem der Schimmel ziemlich anhaltend wiehert, und so wird es nicht leicht sein den verwirrenen und nicht gerade postiv klingenden Titel einer "Halbsolistin" durch Coryphée (Danseuse / Danseur) zu ersetzen. Denn auch Leonardo Basilio, Francesco Costa, James Stephens oder Géraud Wielick (das entzückende Rentier, das mitleidlose Schicksal) sind nichts Halbes sondern ganze, begeisterte und begeisternde Tänzer.
Wie auch, und das sei lautstark betont, das Corps de ballets ein unverzichtbarer Bestandteil einer Compagnie ist. Die Sterne und Ersten Solistinnen, die zweiten und dritten Solist_innen wären arbeitslos ohne die jungen aufstrebenden Tänzerinnen und Tänzer.

Sei's drum: Die Avancierten vom Pressebüro der Wiener Staatsoper kurz vorgestellt. Hierarschisch und alphabetisch geordnet, beginnt die Liste mit dem wunderbaren Dreigestirn der Damen:

Nikisha Fogo stammt aus Stockholm (Schweden) und erhielt ihre Ausbildung an der Kungliga Svenska Balettskolan und der Royal Ballet School in London. Zu ihren wichtigsten Rollen zählen Kitris Freundin und Amor in Rudolf Nurejews Don Quixote, Zigeunerin in Michael Corders Die Schneekönigin, der Pas de deux Tarantella von George Balanchine sowie Schatten der Marie Antoinette in Marie Antoinette.

Natascha Mair mit J. Feyferlik in "La Fille mal gardé" © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor Natascha Mair wurde in Wien geboren und nach ihrer Ausbildung an der Ballettschule der Wiener Staatsoper wurde sie 2012 an das Wiener Staatsballett engagiert. Zu ihren wichtigsten Aufgaben zählen die Titelpartie in Patrick de Banas Marie Antoinette, Clara in Rudolf Nurejews Der Nussknacker, Kronprinzessin Stephanie in Kenneth MacMillans Mayerling, Odaliske in Manuel Legris’ Le Corsaire, Kitris Freundin, Amor und Erste Brautjungfer in Rudolf Nurejews Don Quixote, Olga in John Crankos Onegin und Lise in Frederick Ashtons La Fille mal gardée.

Nina Tonoli wurde in Gent (Belgien) geboren und studierte an der Koninklijke Balletschool Antwerpen und der Royal Ballet School. Sie ist seit 2012 Mitglied des Wiener Staatsballetts, wo sie Clara in Rudolf Nurejews Der Nussknacker, Kitris Freundin und Erste Brautjungfer in Rudolf Nurejews Don Quixote, Gerda in Michael Corders Die Schneekönigin, Gulnare und Odaliske in Manuel Legris’ Le Corsaire sowie Madame Elisabeth in Marie Antoinette an der Wiener Staatsoper und an der Volksoper Wien verkörperte. Nina Tonoli als "junges Talent" mit James Stephens in "La fille mal gardee" (Volksoper) © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Jakob Feyferlik ist Absolvent der Ballettschule der Wiener Staatsoper und seit 2013 Mitglied des Wiener Staatsballetts. Zu seinen bisherigen Aufgaben zählen Fritz in Rudolf Nurejews Der Nussknacker, Todesengel in Natalia Horecnas Contra Clockwise Witness, Frühling in Jerome Robbins The Four Seasons. In der Saison 2015/2016 gab er seine Rollendebüts  als Colas in La Fille mal gardée und als Ludwig XVI. in Marie Antoinette.


neue Halbsolistin Laura Nistor © Wr. Staatsbellett Laura Nistor stammt aus Rumänien und ist seit 2008 in der Compagnie. Zuletzt feierte sie als Maria Theresia in Marie Antoinette an der Volksoper Wien Erfolge.


Leonardo Basílio, geboren in Macau (China) und aufgewachsen in Portugal, ist seit 2013 in der Compagnie und gab in dieser Saison im Rollendebüt als Axel von Fersen, Geliebter der Marie Antoinette, eine bemerkenswerte Vorstellung.


James Stephens stammt aus Großbritannien, ist seit 2013 in der Compagnie und stand in dieser Saison auch als Namenloser in Marie Antoinette auf der Bühne. Diese Vorstellungen in der Volksoper waren für den Direktor offenbar der Prüfstein für die Avancements der juingen Männer. Und sie alle, Stephens mit Eleganz und Kraft, haben betanden. Neuer Solotänzer Géraud Wielick ("Schicksal" in "Marie Antoinette", mit Maria Yakovleva). © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor


Der belgische Tänzer Géraud Wielick ist seit 2012 im Wiener Staatsballett und war in dieser Spielzeit unter anderem als Schicksal in Marie Antoinette sowie in Die Schneekönigin erfolgreich. Eben, einmal im etwas gequetschten Andersen-Märchen als hilfreiches Rentier und in De Banas runderneuerter Kreation als Schicksal, so grausam und bedrohlich wie es die Geschichte der Marie Antoinette lehrt.

Avencements im Wiener Staatsballett nach der Nurejew-Gala 2016, durch Ballettdirektor Manuel Legris.