Das eindrucksvolle Filmplakat. © polyfilm

In großartigen Bildern erzählen Regisseur Nicolas Vanier und Drehbuchautor Matthieu Petit im Film „Der Junge und die Wildgänse“ von der Migration der Wildgänse, dem Mut eines Teenagers und der Liebe seines Vaters zur Natur und dem Schutz aussterbender Tierarten. Die Reise der Zugvögel, im Film die Wildgänseart der Zwerggänse, eine der seltensten Gänsearten in Europa, im Sommer nach Norden und nach einem halben Jahr wieder zurück in ihre Sommerquartiere, fasziniert nicht nur Biolog*innen, sondern auch Literat*innen und Filmemacher*innen.

Ditta Rudle
eC. Deneuve, J. Binoch: Mutter und Tochter. © Laurent Champoussin

Mit dem Drama „Shoplifters“ hat der japanische Filmregisseur Hirokazu Kore-eda bei den Filmfestspielen von Cannes 2018 die Goldene Palme gewonnen. Mit „La Vérité – Leben und lügen lassen“, einem Film in französischer Sprache, wurden ein Jahr später die Filmfestspiele von Venedig eröffnet. Der erwartete Goldene Löwe ist ihm versagt geblieben. Der durch und durch französische Film, charmant und niveauvoll und, trotz der angesprochenen familiären Konflikte, humorvoll und schwerelos, ist ab 6. März im Kino zu sehen.

Ditta Rudle
Max wird König der Wilden Kerle.

Bald 60 Jahre ist es her, dass Max sein Wolfskostüm angezogen und die Mutter auf die Palme getrieben hat. Er ist ohne Essen ins Bett geschickt worden. Was dann passiert ist, erfahren Kinder und Eltern auf der ganzen Welt immer wieder von neuem. Die Rede ist von Maurice Sendaks wunderbarem Buch „Wo die wilden Kerle wohnen“. Die englische Originalausgabe, „Where the Wilde Things Are“ ist 1963 erschienen, 1967 hat Diogenes die gelungene Übersetzung ins Deutsche von Claudia Schmölders herausgebracht und seitdem immer wieder neue aufgelegt.
Max und die wilden Kerle sind unsterblich.

Ditta Rudle
Ballettchef Martin Schläpfer in Düsseldorf. © Gert Weigelt

Der Tänzer und Choreograf ist nach erfolgreichen 10 Jahren als Direktor des Balletts am Rhein dem Ruf nach Wien gefolgt und nun Direktor und Chefchoreograf des Wiener Staatsballetts sowie auch Chef der Ballettakademie, die noch einige Zeit mit dem Schild „Renovierungsarbeiten im Gang“ geschmückt sein wird. In Wien gleicht der neue Direktor eher einem unbekannten Wesen, einstweilen kennt man nur den Namen und das Programm für seine erste Wiener Saison. Wer mehr über den Künstler und auch die Person erfahren will, vertiefe sich in die Gespräche, die Bettina Trouwborst von Juli 2019 bis April 2020 mit Martin Schläpfer geführt hat. „Martin Schläpfer. Mein Tanz, mein Leben“ bietet mehr als pure Information, ist angenehm zu lesen und eröffnet einen persönlichen Zugang zu Schläpfer, dessen schöne Sätze er in Wien ab September 2020 in die Tat umsetzen kann.

Ditta Rudle
Kent Haruf, Autor und Menschenfreund © Philippe Matsas Opale Leemage

Allmählich ist das halbe Dutzend Romane aus der fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado, das der 2014 verstorbene amerikanische Schriftsteller Kent Haruf hinterlassen hat, auch in der deutschen Übersetzung voll. Sein letztes Buch, die Liebesgeschichte „Unsere Seelen bei Nacht“, ist als erstes für den Diogenes Verlag übersetzt worden und hat deutschsprachige Leser*innen sofort begeistert. Nun ist, nach „Lied der Weite“ („Plainsong“, 1999) und „Abendrot“ („Eventide“, 2004) auch die vorletzte Geschichte, „Benediction, 3013“ unter dem Titel „Kostbare Tage“ auf Deutsch erschienen. Haruf erzählt vom alten Dad Lewis, der weiß, dass er an Krebs sterben wird. Die Bewohner*innen von Holt und seine Frau Mary lassen ihn nicht allein.

Ditta Rudle
Guillaume Musso; Ein Bestseller nach dem anderen. © Emanuele Scocelletti.

Der fleißige Autor Guillaume Musso gehört zu den beliebtesten Autoren Frankreichs. Zwar haben ihn die Literaturkritiker*innen bisher ignoriert - zu leicht verdaulich, zu wenig stilistisch ausgefeilt, doch die Leserinnen ficht das nicht an. Mit seinem jüngsten, mit Krimi-Effekten garnierten Roman, scheint sich nun das Blatt zu wenden. Die Großkritiker haben Guillaume Musso zur Kenntnis genommen, wenn auch nicht mit tönendem Applaus. „Ein Wort, um dich zu retten“ – der deutsche Titel ergibt wieder mal keinen Sinn, im Original heißt der Roman „La Vie secrète des écrivains“, also „Das geheime Leben der Schriftsteller“ – ist nicht unbedingt Pulitzer Preis verdächtig, doch um eine Bahnfahrt von Wien nach Bregenz zu verkürzen, recht brauchbar. Danach kann man den Roman großzügig der Sitznachbarin für die Rückfahrt spendieren.

Ditta Rudle