Tony versucht Carlo beim Tanzen nachzuahmen (Fabrizio Bentivoglio, Alessandro Gassmann)

Nach der Ehekomödie „Moglie e Marito“ versucht sich Regisseur Simone Godano wieder mit einer Komödie. In „Croce e delizia“ (sehr locker übersetzt „Freud und Leid“,) deutsch ziemlich nichtssagend „Amore al dente – Ein fast gewöhnlicher Sommer“) prallen zwei unterschiedliche Familien aufeinander, die den Sommerurlaub unter einem Dach verbringen. Die Konflikte sind vorprogrammiert, zumal nur die beiden Großväter, Kunsthändler Tony und der Fischer Carlo, wissen, warum das Gartenhaus der feudalen Villa an Fremde vermietet worden ist. Etwas schale Sommerkost, ohne Überraschungen, doch voll mit Klischees.

Ditta Rudle
Abschied von der verstorbenen Dorfältesten in Bacurau.

Mit seinem Ausstatter Juliano Dornelles hat der brasilianische Regisseur und Drehbuchautor Kleber Mendonça Filho seinen jüngsten Film, „Bacurau“, verwirklicht. Nach „Aquarius“, 2016, beschäftigt er sich wieder mit den Zuständen in Brasilien. Diesmal aber nicht konkret und eindeutig, sondern, alle Genres negierend, metaphorisch mit einem Fiction-Western oder Banditen-Thriller oder einer Heimat-Dystopie oder einem Grusel-Mystery-Märchen oder alles gemeinsam. Spannend, beklemmend, komisch und auf der Großleinwand im Wiener Gartenbaukino auch besonders schön.

Ditta Rudle
Das Liebespaar Johannes und Undine (Franz Rogowski, Paula Beer).

Zwischen Magie und Realität entwickelt Christian Petzold eine Geschichte über die Liebe, angelehnt an den Mythos von Undine, dem Wassergeist. Poetisch und prosaisch zugleich ist die Liebesgeschichte zwischen Undine, der Architekturhistorikerin beim Berliner Senat (Paula Beer,) und dem Industrietaucher Christian (Franz Rogowski). Ein hinreißendes Paar über und unter Wasser. Im Wasser beginnt auch diese schöne Liebe.

Ditta Rudle
Manon Carpentier mit der Choreografin Marika Rizzi. © Filmgarten

Regisseur Damien Manivel, selbst ausgebildeter Tänzer, widmet sich mit „Isadoras Kinder / Les Enfants d’Isadora) auch filmisch dem Tanz. Doch er bietet nicht abgefilmte Sprünge und Pas de deux oder gar eine Geschichte als Ballett, sondern er sucht das Geheimnis des Tanzes. Der Titel bezieht sich auf die Tänzerin Isadora Duncan und ihr Solo „Mutter“, das sie nach dem Tod ihrer beiden Kinder kreiert hat. Doch sind mit „Isadoras Kindern“ wohl auch ihre Schülerinnen und deren Nachfolgerinnen gemeint, die das Solo wiederbeleben wollen, von dem es außer der von nur wenigen entzifferbaren Labannotation nichts erhalten ist.

Ditta Rudle
Autor Oliver Hilmes. © Maximilian Lautenschläger

Oliver Hilmes, Historiker und Autor, hat bei den Recherchen für sein Buch „Berlin 1936“ über die Olympischen Spiele in Berlin auch einen Akt entdeckt, die sich mit einer Vermisstenmeldung von 1932 beschäftigt. Der Berliner praktische Arzt Erich Mühe, 34, ist nach einem Telefonat aus dem Haus in der Oranienstraße / Kreuzberg gestürmt und nicht wieder aufgetaucht. Jahrelang hat die Polizei nach ihm gesucht. Jetzt hat Hilmes die Suche wieder aufgenommen.

Ditta Rudle
Autor Heinrich Steinfest. © Burkhard Riegels / Piper

Heinrich Steinfest, im April wird er 60, ist ein für seine schrägen, fantasie- und humorvollen Romane, vor allem Kriminalromane, hochgelobter, vielfach ausgezeichneter Schriftsteller. In seinem jüngsten, „Der Chauffeur“, erzählt er die Lebens- und Liebesgeschichten eines Chauffeurs, der keiner mehr sein will, und dabei zahlreiche Um- und Irrwege geht, bis er endlich ans Ziel gelangt. Die skurrilen Ideen des Autors und seine ausfühlrichen Beschreibungen werden im Leuf des Lebens immer mehr zur Plage.

Ditta Rudle