Rocky Horror in der Choreografie von Matthew Mohr. © Jens Hauer

Rocky Horror in der Choreografie von Matthew Mohr. © Jens Hauer

Richard O’Briens "Rocky Horror Show" war von Anfang an mit nichts zu vergleichen: Schon kurze Zeit nach ihrer Uraufführung 1973 am Royal Court Theatre in London wurde sie zum weltweiten Phänomen. Mehr als 20 Millionen Menschen haben das schräge Märchen für Erwachsene schon erlebt. Auf ihrer Europatournee macht die legendäre Show, frisch gewaschen und onduliert, auch wieder in Wien Station.

Rockig getanzt und gesungen. ©  Jens HauerKein Stück über Trash, Sex und Rock’n’Roll, das sich nicht an der Rocky Horror Show messen lassen müsste. Der Einfluss, den die bizarre Show bis heute auf Drag Events, Rockbands, Theater und die Burlesque-Szene ausübt, ist unschätzbar groß. Sam Buntrocks gefeierte Inszenierung macht Richard O’Briens originellem Meisterwerk alle Ehre. Sie wagt den „Time Warp“, den Zeitsrpung, zurück zu den Wurzeln – zu B-Movies, Burlesque und Glamrock.

Zur Erinnerung: Das grundanständige junge Paar Brad und Janet, frischverlobt und glücklich verliebt, macht sich auf, um einen ehemaligen Lehrer zu besuchen. Im nächtlichen Sturm bleiben die beiden, bedingt durch eine Autopanne, auf einer einsamen Landstraße liegen. Nur spärlich geschützt vor dem strömenden Regen bahnen sich Brad und Janet den Weg zu einem nicht weit entfernt gelegenen Schloss, das sie während der Fahrt als einziges Gebäude in dieser gottverlassenen Gegend erspähen konnten. Die brave Janet lässt sich verführen. © Jens Hauer

Dort erhoffen sie, jemanden anzutreffen, der ihnen Hilfe herbei telefonieren könnte. Ein kauziger Diener öffnet und lässt sie zögernd ein. Kaum eingetreten, erfahren sie, statt der erhofften Gelegenheit zum Telefonieren, dass ein wildes Fest gefeiert werden soll: Der sexbessene außerirdische Wissenschaftler Frank’n’Furter präsentiert seine neueste Schöpfung, einen künstlichen Menschen, den blonden Lustknaben Rocky. Vor den entsetzten Augen des naiven Liebespaares tut sich ein Abgrund auf, der Janet und Brad überraschend in eine fantastische Galaxie befördert.

Nach dem Besuch in einer fernen Galaxie, schaut das Leben anders aus. ©  Nilz BoehmeWas dann passiert, muss man selbst sehen. Doch bald 50 Jahre nach der skandalumwitterten Uraufführung kann ein Mann in Strapsen und Stöckelschuhen, der eine Orgie inszeniert, niemanden mehr erschrecken, und der Horror, den Janet und Brad empfinden, bereitet den Zuschauerinnen pures Vergnügen. Übrigens, der erste Darsteller des "süßen Transvestiten" Frank’n’Furter, Tim Curry, feierte vor wenigen Monaten seinen 70. Geburtstag. Mit seiner Frau, ganz gewöhnlich im Anzug, vielleicht mit Krawatte.

Als Erzähler ist in Wien der deutsche Darsteller Sky Dumont zu sehen und zu hören. Er wird nach ein paar Vorstellungen vom Wiener Schauspieler und Kabarettisten Herbert Steinböck abegelöst. Der nicht nur in seinen frühen Jahren Butterkipferl und Salzstangerl verspeist, sondern auch schon 2014 mit Erfolg die rockige Show moderiert hat. Er zeigt sich von der Zeitreise zurück in die 1970er-Jahre begeistert:

Guter alter Rock'n'Roll aus meiner Jugend. Laut, hart und in diesem Fall auch sehr witzig. Noch dazu eine perfekte Band und ein ebensolches Darstellerteam. Aus dem Grund habe ich auch heuer sehr gern ‚Ja’ gesagt. Ich freu mich schon drauf. In diesem Sinne: Wiener und Zuagraste! Let’s do the Time Warp again! Packt's Konfetti, Spritzpistolen und Klopapier ein und lasst uns das Museumsquartier rocken!Die Erzähler: Herbert Steinböck oder Sky Dumont. © Raphael Stoetzel

Das Publikum spielt natürlich mit. Darf johlen, kreischen, Lichterl schwenken, Schlangen aus Klopapierrollen werfen und im Chor mitsingen, auf Englisch, versteht sich. Erzählt wird jedoch auf Deutsch, damit die Minderheit, die die Wahnsins-Horror-Show noch nicht kennt, versteht, was da Verrücktes passiert.

Howard Panter for Rocky Horror Company Limited and Ralf Kokemüller for BB Promotion GmbH present:
Richard O’Briens Rocky Horror Show im Museumsquartier: 29. November bis 16. Dezember 2017.
Herbert Steinböck wird vom 10. bis 16. Dezember 2017 der Erzähler sein.
Karten im internet