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Ballett Juwelen voll Eleganz und Esprit

Madison Young und Timoor Afshar: inspririert von Diamanten.

Umrahmt von den grün schimmernden Smaragden (Emeralds) und den weiß strahlenden Diamanten (Diamonds) glüht in George Balanchines Ballett der rote Rubin. Rubies, getanzt zur Musik von Igor Strawinsky, ist der mittlere Teil der dreiaktigen Choreografie Jewels. Die Edelsteine sind alle frisch geschliffen, die Tänzerinnen mit ihren Rollen vertraut. Das einzige Rollendebüt, die Solopartie in Rubies, war der Solotänzerin Sinthia Liz anvertraut.

Solotänzerin Sinthia LIz debütierte iim Solopart von „Rubies“. Im Bild : Liz im Ballett„Jeunehomme“ von Uwe Scholz zu Mozarats Klavierkonzert Nr. 9.Liz hat dieser Rolle der verführerischen Frau in Rot einen abkühlenden Hauch verliehen, sodass das gesamte Ballett leicht und fröhlich, nahezu witzig über die Bühne tänzelte. Margarita Fernandes und António Casalinho sind ein harmonisches Paar und haben nach ihrem Rollendebüt am 30. Jänner die Freiheit gewonnen, ganz in Strawinskis verspielte, unbeschwerte Musk einzutauchen. Einander neckend und stichelnd, machten sie tanzend klar, dass dieses kapriziöse Ballett zu einem ebenso launigen Musikstück nicht von akademischem Ernst belastet ist. Sinthia Liz braucht noch einige Auftritte, um diese Freiheit zu erlangen. Doch mit der Vorstellung am Sonntag (15.2.) geht die glitzernde Serie der drei Schmuckstücke für diese Saison zu Ende. Olga Esina als kostbarer Smaragd, entspannt in der Wiederholung der 1. Vorstellung der Wiederaufnahme des Balanchine-Abends jewels“.
In Strawinskys Capriccio ist neben dem Dirigenten auch die Pianistin, Univ. Prof. an der Anna Malikova vor den Vorhang zu holen. Der russische Komponist, seit 1920 in Frankreich lebend, hat das leichtfüßige, an den Jazz angelehnte Stück für sich selbst komponiert, um damit als Pianist sein Brot zu verdienen. Die Uraufführung lag 1928 tatsächlich in seinen Händen, Ernest Ansermet (1883–1969) hat sein eben gegründetes Orchestre symphonique de Paris im Salle Pleyel dirigiert. So leicht dieses Capriccio klingt, so schwierig ist das Piano zu spielen. Strawinsky meint mitunter ein Schlaginstrument vor sich zu haben, so lässt er die Tasten bearbeiten. JImmer wieder eine Freude: Pas de tris in Emeralds“ mit Gaia Fredianelli,  Phoebe Liggins und George Fourés.Er hält sich auch nicht an einen gleichmäßigen Rhythmus, sodass es ziemlich schwierig ist, synchron mit dem Orchester zu bleiben. Connelly lässt Anna Malikova nicht aus den Augen, scheint sie zu hypnotisieren, damit sie den Takt nicht verliert. Fast 20 Minuten dauert das Solo (mit Begleitung), hört sich leicht an und ist doch kompliziert zu spielen. Im Orchestergraben tanzen die Finger tanzen über die Tasten, auf der Bühne die Spitzenschuhe über den Boden. Malikova gelingt es scheinbar mühelos, Strawinsky Ironie und Esprit hörbar zu machen. Klassig pur in „Diamonds„ mit Madison Moung und Rimo Afshar als Hauptpaar.
Brillanten funkeln, wenn das Corps de Ballet in den strahlend weißen Tutus von Karinska mit dem dritten Akt, Diamonds, zum Finale tanzen. Zu Peter Tschaikowskys Musik (nahezu die gesamte 3. Symphonie exklusive des 1. Satzes) lässt Dirigent Paul Connelly l das Staatsopernorchester am Schwanensee schwelgen und mit dem Nussknacker hüpfen.
Ein vergnügtes Paar im roten Salon der rubine: Margarita Fernandes und António Casalinho.Solotänzerin Margarita Fernandes, Halbsolistin Gaia Fredianelli, Corpstänzerin Meghan Lynch und die verlässliche Halbsolistin Anita Manolova bezaubern als allerliebste Schneeflocken. Madison Young und Timoor Afshar schweben zwischen Sylphiden, Nymphen und anderen luftigen Wesen. Am 4.2. haben Young und Afshar ihr Rollendebüt gefeiert und können sich nun gelöst und sicher dem Pas de deux hingeben. Fast nimmt Madison Young schon einen zünftigen Auftritt als Schwanenkönigin vorweg, so schmiegsam ist ihr Port de bras, so elegant die Attitüde.
Ein Genuss, ein Erlebnis, ein Beweis, dass das Wiener Staatsballett die horriblen Jahre hinter sich gelassen hat und wieder auf das alte Niveau zustrebt.

George Balanchine: Jewels: Emeralds / Rubies / Diamonds. Wiederaufnahme am 30.1.2026, Staatsoper Wien ; 6 Folgevorstellungen: 4.2. bis 15.2.2026
Die aktuell besprochen Vorstellung, am  14.2., war die 25. Aufführung.
Die letzte Aufführung des Balletts Jewels in dieser Saison findet am 15.2. statt
Musik: Gabriel Fauré, Igor Strawinsky, Peter I. Tschaikowsky: Musikalische Leitung: Paul Connelly; Klavier (Rubies) Anna Malikova.
Wiener Staatsballett, Orchester der Wiener Staatsoper
Fotos: Wiener Staatsballett/Ashley Taylor.