Schöne Medusa im Gehäuse. © Ernst Grünwald

Schöne Medusa im Gehäuse. © Ernst Grünwald

Bert Gstettner / Tanz*Hotel ist zum American Dance Guild Performance Festival nach New York eingeladen. Er wird gemeinsam mit Matthias Mollner  einen Auszug aus seiner Choreografie MEDUSA*ODE zeigen. Das ADG Festival 2017, welches im Ailey Citigroup Theater, im Herzen von Manhattan stattfindet, steht für die große Bandbreite an zeitgenössischem Tanzschaffen.

Bert Gstettner in "Medusa*Ode" © Heinz ZwatzlIn der Choreografie „Medusa*Ode" bezieht sich Bert Gstettner auf den Mythos der Gorgo, die die Menschen zu Stein erstarren lässt, wenn sie ihr ins Angesicht schauen. Perseus kann sie durch einen Trick – er hält ihr den spiegelnden Schild vor Augen, sodass sie vor ihrem eigenen Bild erstarrt – unschädlich machen.

Das Haupt der Medusa verkörpert den grenzenlosen Schrecken und auch die Angst, diesen in uns selbst zu finden. Wenn Performer Bert Gstettner eine Kopfmaske trägt, so sind Grausamkeit und Mordlust, Unmenschlichkeit und Bösartigkeit sichtbar und gleichzeitig gebannt durch den reflektierenden Spiegel auf der Bühne.

Eine zweite Ebene ist das berühmte Bild „Das Floß der Medusa“, 1817 gemalt von Théodore Géricault. Es zeigt die Folgen eines zu seiner Zeit viel besprochenen Schiffsunglücks, nach dem die auf einem Floß im Meer unter glühender Sonne treibenden Überlebenden, das Fleisch der Toten aßen. Medusa geläutert (Bert Gstettner). © Bernd Uhlig

Die beiden Darsteller beziehen sich auf die verschiedenen Erscheinungen der Medusa und auf die Rolle des Malers, der Teil der dramatischen Umstände seines eigenen Gemäldes wird. In der New Yorker Aufführung des Auszugs von „Medusa*Ode" ersetzt Matthias Mollner den österreichischen Maler Hannes Mlenek, der sich in der Originalfassung mit seinen Bildern auf den französischen Maler Géricault bezieht. Die Zeichnungen im Ausschnitt von „Medusa*Ode" wurden von Hannes Mlenek während der Vorstellungen in Wien angefertigt.

Bert Gstettner / Tanz*Hotel mit MEDUSA*ODE beim American Guild Perforamnce Festival in New York. 7. –10.9. 2017
Die Premiere fand 11. März 2016 im Odeon in Wien statt.
Voraufführungen fanden im Oktober 2015 im großartigen Ambiente der Expedithalle der ehemaligen Ankerbrot-Fabrik statt.