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Die Ballett-Saison 2026 / 27 bietet vier Premieren
Mit vier Premieren wartet die Direktorin des Wiener Staatsballetts, Alessandra Ferri, in der kommenden Saison, 2026 27 auf. Zwei großartige abendfüllende Ballette, Nijinsky von John Neumeier und Woolf Works von Wayne McGregor werden in der Staatsoper mit besonderer Beteiligung von Alessandra Ferri, gezeigt; fünf Masterpieces for Two und ein zweiteiliger Abend mit dem Titel Carmen Suite sind in der Volksoper zu genießen.
Am Sonntag wird Ferri neben Staatsopern Direktor Bogdan Roščić auf der Bühne sitzen und das gesamte Programm vor Publikum und zugleich im Fernsehne (ORF III) bekanntgeben. In der Staatsoper steht Onegin von John Cranko auf der Liste der Wiederaufnahmen und in der Volksoper dürfen junge Tänzer jungem Publikum die Streiche von Max und Moritz, in der Choreografie von Ferenc Barbay und Michael Kropf, vorführen. Aus dem Repertoire wird der Klassiker von Rudolf Nureyev, Schwanensee, gehievt und auch der erfolgreiche dreiteilige Abend Visionary Dances, der aktuell noch an sieben Terminen in der Staatsoper angeboten wird.
In der Volksoper bleibt Thierry Malandins Showballett Marie Antoinette auch in der kommenden Saison aktuell.
Muss man auf die Premiere des interessantesten, aufregendsten Balletts, Wayne McGregors Meisterstück Woolf Works noch ein Jahr, nämlich bis 20. April 2027 warten, so wird Neumeiers Choreografie zu Ehren des Tanzgottes Nijinsky bereits am 20. Oktober als ersten Saison-Höhepunkt gefeiert werden . Zu beiden Werken hat Ballettdirektorin Alessandra Ferri eine besondere Beziehung.
An drei Abenden hat sie im Rahmen der 48. Hamburger Ballett-Tage Neumeier im Sommer 2023 die Rolle von Nijinskijs Frau Romola getanzt. Und Sir Wayne McGregor hat in seiner Choreografie Woolf Works die Hauptrolle, Virginia Woolf, speziell für und mit Alessandra Ferri kreiert. Dass sie diese nun den Solotänzerinnen des Wiener Staatsballetts übergibt, zeigt ihr Vertrauen in die Compagnie und deren Wertschätzung.
Neumeier nennt Vaslav Nijinsky (1889–1950) eine Lichtgestalt, widmete ihm nach dem kurzen Ballett Vaslav 2000 auch einen ganzen Abend. Es geht in Neumeiers Choreografie weniger um die Lebensstationen des Tänzers und Choreografen als viel mehr um sein Innenleben.
Die Biografie einer Seele, gewoben aus Erinnerungen und Assoziationen, Erfolgen und auch den Dämonen des Zweifels und der Angst, ist keine einfache Rolle für einen Tänzer. Für das Bühnenbild und die Kostüme hat Neumeier teilweise Originalentwürfe von Léon Bakst und Alexandre Benois verwendet.
Wie Neumeier(*1939) führt auch Wayne McGregor (*1970) Personal und Publikum in die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts: Woolf Works nennt der Choreograf eine „Seelenbiografie“ der Autorin Virginia Woolf (1882– 1941). Woolf Works besteht aus drei Akten, die auf drei bekannten Werken der Autorin, die zeitlebens gegen alle Widerstände für die Gleichstellung der Geschlechter und gegen Sexismus gekämpft hat, basieren: Mrs Dalloway, Orlando und The Waves.
Doch präsentiert Sir McGregor in seinem ersten abendfüllenden Ballett, geschaffen für das Royal Ballet, keine simple Nacherzählung der Texte, er nennt auch seine drei Akte, die sich in Bildgestaltung und Choreografie deutlich voneinander unterscheiden, nicht nach den Romantiteln – „I now, I then“, „Becomings“ und „Tuesday“ sind jeweils als Titel vorangesetzt. Die Uraufführung (mit Alessandra Ferri als Virginia Woolf) des preisgekrönten Balletts fand im Mai 2015 im Royal Opera House, London statt.
Vorstellung des Programms der nächsten Spielzeit des Wiener Staatsballetts. Publikums Matinee am Sonntag, 12.4. 2026.
Vier Premieren:
Staatsoper_Nijinsky von John Neumeier, ab 20.10. 2026,
Woolf Works von Wayne McGregor, ab 20. April 2027.
Volksoper_Masterpieces for Two, 5 Pas de deux mit Werken von Fokine, Béjart, Preljocaj, Balanchine und Robbins ab 16. Jänner 2027;
Carmen Suite von Alberto Alonso zur Musik von Rodion Schtschedrin gemeinsam mit Burden Loops zur Musik von Philip Glass, eine Uraufführung von Eno Peçi. Ab 12. Juni 2027.