Kristof Magnusson: Ein Mann der Kunst

Im Mittelpunkt dieser sprühenden Satire steht ein Museums-Förderverein und der Maler KD Pratz, der ein eigenes Museum erhalten soll. In „Ein Mann der Kunst“ setzt sich der Berliner Schriftsteller Kristof Magnusson mit der Kunst und ihrem Markt, den sogenannten Kunstliebhabern und den eigenwilligen Künstlern auf köstliche Weise auseinander. Es ist nicht „ein Mann der Kunst“, der da gemeint ist, sondern viele Männer und Frauen, Ausübende, Bewundernde, Kenner und Ignoranten.

Ditta Rudle
Anne Weber dichtet über Anne Beaumanoir. © Matthes & Seitz

Die Heldin, der Autorin Anne Weber ihr fantastisches Epos gewidmet hat, wird demnächst 97 Jahre alt, lebt in Frankreich und ist auch in der vielsprachigen Online-Enzyklopädie Wikipedia zu finden. Ganz sicher hat sich Anne, in der Familie Annette genannt, Beaumanoir nicht selbst hineingeschrieben. Sie hatte anderes zu tun. Mit viele Liebe und Poesie hat Anne Weber sie zur Hauptperson ihres jüngsten Buches gekürt.

Ditta Rudle
Autor Robert Seethaler. © Hanser Berlin

Robert Seethaler sinniert über den Tod. Nach den Romanen „Ein ganzes Leben“ und „Das Feld“, die von fiktiven Figuren erzählen, ist diesmal eine reale Person, der Komponist und ehemalige Direktor der Wiener Hofoper Gustav Mahler, das Zentrum des Gedankenkreises. Der kranke Mann sitzt auf der Rückreise von New York an Deck des Dampfschiffs und erinnert sich, während er fühlt, dass er bald sterben wird. Die Ozeanüberquerung war Mahlers letzte Reise.

Ditta Rudle
Erfolgsautorin Tayari Jones. © Nina Subin

Tayari Jones, geboren 1970 in Atlanta, Georgia, ist eine preisgekrönte Romanautorin. Als Barack Obama ihren jüngsten Roman „An American Marriage / In guten wie in schlechten Tagen“ 2018 auf seine Leseliste gesetzt hat, schnellten die Verkaufszahlen rapide in die Höhe. Der jetzt übersetzte Roman über zwei Familien, die ein Geheimnis teilen, in dessen Mittelpunkt zwei Mädchen heranwachsen, ist schon 2011 erschienen und spielt, wie alle Romane Jones, in Atlanta, wo BPoC (Black and People of Colour) die Mehrheit sind. Geheimnisse gebären Lügen, die Granate muss irgendwann gezündet werden. Das Desaster ist programmiert.

Ditta Rudle
Max wird König der Wilden Kerle.

Bald 60 Jahre ist es her, dass Max sein Wolfskostüm angezogen und die Mutter auf die Palme getrieben hat. Er ist ohne Essen ins Bett geschickt worden. Was dann passiert ist, erfahren Kinder und Eltern auf der ganzen Welt immer wieder von neuem. Die Rede ist von Maurice Sendaks wunderbarem Buch „Wo die wilden Kerle wohnen“. Die englische Originalausgabe, „Where the Wilde Things Are“ ist 1963 erschienen, 1967 hat Diogenes die gelungene Übersetzung ins Deutsche von Claudia Schmölders herausgebracht und seitdem immer wieder neu aufgelegt.
Max und die Wilden Kerle sind unsterblich.

Ditta Rudle
Ballettchef Martin Schläpfer in Düsseldorf. © Gert Weigelt

Der Tänzer und Choreograf ist nach erfolgreichen 10 Jahren als Direktor des Balletts am Rhein dem Ruf nach Wien gefolgt und nun Direktor und Chefchoreograf des Wiener Staatsballetts sowie auch Chef der Ballettakademie, die noch einige Zeit mit dem Schild „Renovierungsarbeiten im Gang“ geschmückt sein wird. In Wien gleicht der neue Direktor eher einem unbekannten Wesen, einstweilen kennt man nur den Namen und das Programm für seine erste Wiener Saison. Wer mehr über den Künstler und auch die Person erfahren will, vertiefe sich in die Gespräche, die Bettina Trouwborst von Juli 2019 bis April 2020 mit Martin Schläpfer geführt hat. „Martin Schläpfer. Mein Tanz, mein Leben“ bietet mehr als pure Information, ist angenehm zu lesen und eröffnet einen persönlichen Zugang zu Schläpfer, dessen schöne Sätze er in Wien ab September 2020 in die Tat umsetzen kann.

Ditta Rudle