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Ein Lama im Burgenland, ein toter Hund in Tirol

Ein Berg beginnt zu tanzen, ein Lama steht in der Küche; Marie flieht aus der Stadt und kraxelt in die Einsamkeit. Drei lesenswerte Romane würde ich gerne unter dem altmodischen Begriff Heimatroman zugleich vorstellen. Doch um die Bücher Nincshof, Der tanzende Berg und Wild wuchern nicht mit dem durch die Nazis angepatzten Begriff zu verunglimpfen, nenne ich sie lieber Landschaftsroman, denn diese, die Steppe am See, die Berge und Wälder nahe und fern von Wien sind der Raum, in dem die Geschichten, ernst, aufwühlend und heiter, spielen.

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Choreografie: Marie Antoinette tanzt in Versailles

Der französische Choreograf Thierry Malandain bestätigt mit der Wiener Premiere seines Nummernballetts Marie Antoinette, was schon im abgelaufenen Johann Strauss-Jahr zu erkennen war: Auftragswerke dämpfen die Kreativität, fördern den Krampf. Sie werden bezahlt, doch nicht gelobt. Auch Marie Antoinette, erbeten vom Unternehmen „Château de Versailles Spectacles“, ist so ein Auftragswerk, mit dem Malandains Ballet Biarritz 2019 das Publikum in der königlichen Oper im Schloss Versailles unterhalten hat.

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Christoph Poschenrieder: „Wem gehörst denn du?“

Eine intime Familiengeschichte, von gesellschaftlicher Bedeutung. Christoph Poschenrieders Geschichten haben fast immer einen wahren, recherchierten Kern oder der Autor lässt historische Persönlichkeiten als Nebenfiguren auftreten. Der jüngste Roman, Fräulein Hedwig, spielt auch in der Vergangenheit, jedoch nicht in der öffentlichen, sondern in der privaten, in der Vergangenheit seiner eigenen Familie. Je mehr ich in dieser Familiengeschichte und im Leben von Fräulein Hedwig vorankomme, desto kälter wird mir.

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Ballett: Die Fledermaus hat ausgetanzt

Die Fledermaus, auch wenn sie nicht singt, jedes Opernhaus. Achtmal ist das in dieser Saison auch dem Wiener Staatsballett gelungen. Das von Roland Petit mit Esprit choreografierte Ballett Die Fledermaus, dirigiert von Luciano Di Martino, war ein voller Publikumserfolg. Die letzte Aufführung dieser Saison findet am Samstag, 13.12. statt. Mit der ersten Besetzung der Wiederaufnahme ist hinter die Vorhänge einer biedermeierlichen Idylle zu sehen. 

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Alberto Cissello fasziniert mit „Point Fixe“

Die Lorbeeren seien diesmal zu Beginn gestreut: Drei ausverkaufte Vorstellungen im Projektraum des Wuk, und das in der zwar stillste genannten, aber tatsächlich hektisch ausbrechenden Zeit. Alberto Cissello findet das richtige Thema in der hektischsten Zeit des Jahres: Pause, Leere, Nichts, Ruhe, ein Schwebezustand, bevor es wieder losgeht. Point Fixeist ein gelungenes Solo, komisch, überraschend, entspannend und präzise getimt.

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Es gibt sie, die wunderhellen Glücksmomente

Einklang der Körper, die Bewegungen aus der Musik geboren, Poesie und Magie. Stay Tuned nennt das Choreografiepaar, Sol León und Paul Lightfoot, ihren wundersamen Abend. Veranstaltet mit Kammerballetten und vier Musikerinnen, ist der Ballettabend der Gewaltlosigkeit gewidmet – „dedicated to non-violence in the world“ schreiben León und Lightfoot im Programmheft. Am 4. und 5. Dezember war Kammerballetten zum ersten Mal in Wien zu Gast und verzauberte das Publikum. 

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Imperial Bal – Marsch und Polka über Leichen

Der international renommierte Choreograf und Compagniedirektor Sidi Larbi Cherkaoui hat vom Johann Strauss-Jahr 2025 den Auftrag angenommen, mit einem Ballett dem teuren Jahr internationales Flair zu verleihen. Mit der Compagnie des Grand Théâtre de Genève, wo Cherkaoui Ballettdirektor ist, hat er einen Bal impérial,den kaiserlichen Ball, erschaffen. Anglisiert als Imperial Ball zur Musik von Johann Strauß Sohn, ist die Kreation an drei Abenden im Museumsquartier gezeigt worden. 

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Dirigieren ist ein Pas de deux mit dem Ensemble

Der Taktstock muss aus Gold sein, so liebevoll hält ihn der Maestro, so vorsichtig behandelt er ihn. Seine Bewegungen zeigen Eleganz und Stil eines Gentiluomo. Die Mode und der gute Stil sind nicht der entscheidende Punkt, Luciano Di Martino ist Dirigent. Mit oder ohne Taktstock, doch mit Herz und Hirn. Als musikalischer Leiter hat er mit dem Ballett Giselle die aktuelle Ballettsaison in Wien eröffnet und auch als Dirigent von Walzer und Polka Roland Petits „operette dansée“ begleitet.

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