Mit ihrer jüngsten Kreation begibt sich die norwegische Tänzerin und Choreografin ins weite Feld der Literatur. Oder richtig: sie legt sich hinein. Denn die als „Oper in Essayform“ bezeichnete Performance wird vor allem im Liegen ausgeführt. „Penelope Sleeps“, eine Veranstaltung der Wiener Festwochen im Tanzquartier, ist ein Werk der Stille, in dem Edvardsen das Warten der Penelope auf ihren in das Kriegsabenteuer gezogenen Mann Odysseus als Anker benutzt. Penelope wartet auf nichts. Das Publikum ist gebannt, schafft das Nichtwarten aber doch nicht zur Gänze. In den letzten 10 der 90 Minuten wird es unruhig. Der Applaus ist herzlich und anhaltend, kommt, der erlernten Gelassenheit sei Dank, ohne das oft unpassende Gejohle aus.
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Wenn die Bücher verbrannt werden, müssen sie in den Köpfen ihrer Leserinnen weiterleben. Die norwegische Choreografin Mette Edvardsen lädt mit ihrem Projekt „The time has fallen asleep in the afternoon sunshine– a library of living books“ mit einem Buch zu kommunizieren, ihm in die Augen zu sehen, während es sich selbst erzählt. Frauen und (wenige) Männer haben Bücher auswendig gelernt um sie der Besucherin nahezubringen. Eine halbe Stunde dauert die überraschend beglückende Begegnung.
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Vor 150 Jahren ist das Opernhaus am Ring, geplant von den Architekten August von Sicardsburg und Eduard van der Nüll, eröffnet worden. Ein guter Grund für die Verantwortlichen, sich mit ausgedehnten Feiern selbst zu loben. Auch wenn der Begriff „Oper“ in seiner Doppelbedeutung vor allem mit Gesang assoziiert wird, darf auf die zweite Säule eines Opernhauses, das etwas auf sich hält, das Ballett, nicht vergessen werden. So wird dem Tanz auf Spitze als Aperçu zu all den laustarken Jubeltönen eine Ausstellung im Theatermuseum gewidmet: „Die Spitze tanzt“ hat Andrea Amort quasi als Fortsetzung ihrer gelungenen Schau „Alles tanzt – Kosmos Wiener Tanzmoderne“ ein Stockwerk darüber gestaltet. Am 16. Mai ist sie von Ballettdirektor Manuel Legris eröffnet worden.
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Agitationstheater im Stübchen. Die brasilianische Choreografin Alice Ripoll geht mit ihrer Gruppe Cia Rec auf das Verhältnis zwischen oben und unten, zwischen Besitzenden und Besitzlosen in Rio de Janeiro ein. „aCORdo“ („Vereinbarung“, das portugiesische Wort „cor“ bedeutet Farbe) ist 2017 als Auftragswerk für ein Festival in Rio entstanden und setzt sich mit der Einstellung der Stadt zu ihren Bewohner*innen auseinander. Vier Performer agieren in einem kleinen Raum, das Publikum muss nolens volens mitspielen. Am 14. Mai hat „aCORdo“ in der ehemaligen Eierbörse im Oden, einem schönen Zimmer mit großen Fenstern, Lustern an der Decken und Parkettboden unter den Füßen, stattgefunden.
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Kimin Kim, Principal Dancer beim Ballett des Mariinski-Theaters in St. Petersburg, hat das Wiener Publikum bereits als Albert im Ballett „Giselle“ begeistert. Im Mai war er zweimal als Conrad in Manuel Legris Adaptation des dreiaktigen Balletts von Marius Petipa zu sehen. Der in Korea geborene und ausgebildete Tänzer weiß, was dem Publikum gefällt und bietet eine großartige Show.
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Der lange Titel gibt Auskunft über die Gedanken und das Konzept der Choreografin: „the next five hundred thousand years of movement“. Gemeinsam mit der Tänzerin Agnieszka Dmochowska blickt Karin Pauer zum zweiten Mal in die Zukunft der Bewegungen. Werden es in fünfhunderttausend Jahren noch menschliche sein? Eine ebenso unterhaltsame wie anregende, feinst konzipierte Arbeit in drei Akten.
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Das Künstlerkollektiv PUC veranstaltet zum zweijährigen Jubiläum einen interdisziplinären Theaterabend und eine undisziplinierte Party. Im Ateliertheater kommen unterschiedliche Genres und Künstler zusammen und gestalten ein vielfältiges Abendprogramm. Darunter auch eine musikalische Uraufführung.
Die Vorstellung geht nahtlos in eine bunte Partynacht über, in der künstlerische Aktion mit ausgelassenem Feiern verschmilzt.
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Mtit fröhlichem Engagement zeigt das Ensemble der Budapester Oper die komische Version des Balletts „Sylvia“, geschaffen 1972 vom ungarischen Ballettmeister und Choreografen László Seregi (1929–2012) zur romantischen Musik von Léo Delibes. Die köstliche Choreografie hat nichts von ihrem Charme verloren, davon kann sich das Publikum auch im Mai 2019 überzeugen. Die Vorstellungen finden, während das Opernhaus renoviert wird, im schon vor einigen Jahren renovierten Erkel-Theater statt.
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Im langgestreckten, hellen Raum der Galerie Elisabeth & Klaus Thoman inmitten der großformatigen Bilder von Hermann Nitsch inszeniert Sabine Mitterecker / Theater.punkt das 1961 uraufgeführte Drama „Glückliche Tage“ von Samuel Beckett (1906–1989). Quasi als Ausstellung einer Ikone, die es neu zu betrachten gilt. Die Premiere der zweiaktigen Tragikomödie, auch mit mehr als 50 Jahren immer noch in den Spielplähnen der großen Bühnen, ist am 9. Mai mit Begeisterung aufgenommen worden.
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Mit dem romantischen Ballett „Le Corsaire“, nach Vorbildern von Manuel Legris zu einem Pasticcio aus Noten verschiedenster Ballettkomponisten für das Wiener Staatsballett choreografiert, haben vor allem Wienbesucher*innen und Opernfreund*innen, die in ihrem Abonnement auch ein Ballett in Kauf nehmen müssen, ihre Freude. Im exotischen Ambiente rollt eine einfache, leicht verständliche Handlung ab, die Kostüme sind bunt, die Burschen tapfer, die Mädchen schön. Der Erfolg ist garantiert, auch bei der Wiederaufnahme am 2. Mai.
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