Richtig kalt wird mir beim Lesen dieses neuen Romans von Friedrich Ani. Damit man ein wenig Vertrauen fasst, steht als Untertitel, dass diese Geschichte von Narren und seiner Maschine „ein Fall für Tabor Süden“, den Spezialisten für „Vermissungen“ (vermisste Personen), ist. Auch der ist ein Narr, aber ohne Maschine.
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Shakespeare ist bei der Vertonung seines letzten Dramas „The Tempest / Der Sturm“ Pate gestanden, dass die gleichnamige Semiopera tatsächlich von Herny Purcell ist, wird allerdings bezweifelt. Doch in der Kammeroper muss Purcell gespielt werden und auch dem Motto, Zauberei und Magie, entsprechen. Regisseurin Jean Renshaw weiß Rat: Musik von Purcell gibt es genug, Bekanntes und weniger Bekanntes, manchen Arien verpasst sie einen passenden Text, ein paar zusätzliche Personen werden auf die Insel verbannt, ein großartiges Ensemble singt und turnt auf der Bühne, ein ebensolches spielt die Instrumente im Graben; eine zauberhafte Ausstattung vollendet die perfekte Aufführung der „Zauberinsel“ mit einem Handlungsgerüst von Shakespeare und viel Musik von Henry Purcell. Die Premiere ist am 29. September in der Dependance des Theaters an der Wien, der Kammeroper gefeiert worden.
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Der Maler Ernst Ludwig Kirchner, Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Die Brücke“, war vom Tanz besessen. Immer wieder hat er Tänzerinnen und Tänzer, auf der Bühne oder auf dem Parkett, Ballerinen, aus Vergnügen sich wiegende Damen, mit und ohne Hülle, gezeichnet, in Holz geschntten, farbig als Lithografie gedruckt oder mit Wasserfarben hingehaucht. Im KirchnerHAUS in Aschaffenburg ist dieser Kosmos der Bewegung nun bis 30. Dezember 2018 zu studieren. Oder – die Reise von fast 600 km ist nicht gerade ein Katzensprung – sich mithilfe der Abbilder im Katalog in Kirchners Kosmos vertiefen.
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Reise um mein Zimmer“ nennt der Multimediakünstler Virgil Widrich seine Videoinstallation, die in Endlosschleife im Rahmen der Vienna Design Week gezeigt wird. Von 29. September bis 7. Oktober, täglich von 11–20 Uhr, im ehemaligen Sophienspital, Apollogasse.
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Zum ersten Mal war die Erste Solotänzerin des Wiener Staatsballetts Olga Esina in Elena Tschernischovas Choreografie des Balletts „Giselle“ zu sehen. Ein Debüt für Wien in der Vorstellung vom 26. September und nach der Babypause vom Publikum dementsprechend freudig begrüßt. Mit Roman Lazik als Herzog Albrecht konnte „unsere Olga“ vor allem im zweiten Akt begeistern. Auch Tristan Ridel, der mit der quicklebendigen Rikako Shibamoto an seiner Seite, zum ersten Mal den männlichen Part im „Bauern Pas de deux“ getanzt hat, erhielt den verdient Applaus für seine blitzsauberen Sprünge.
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Raw Matters „ Ein ungeschliffener Tanz- und Performanceabend", nennen die zwei künstlerischen Leiterinnen Nanina Kotlowski und Deborah Hazler ihre seit 2010 monatlich veranstalteten Abende, mit denen sie unabhängigen, aufstrebenden Performance-KünstlerInnen eine Plattform zum Ausprobieren und Veröffentlichen noch unfertiger Arbeiten, erster Entwürfe oder einfach nur von Versuchen, Rohmaterialien also, zur Verfügung stellen. Durchgeführt meist im Schikaneder in Wien 4, seltener im Arbeitsplatz Wien im 21. Bezirk, werden je (meist montags) Abend vier kürzere Performances, von zeitgenössischem Tanz über Recherchen, Performance-Kunst, Sound- und musikalisch geprägte Arbeiten bis zu Video-Installationen oder textbasierten Aufführungen auf die Bühne gebracht. Die Reihe hat sich zu einer Institution im Wiener Performance-Geschehen entwickelt, gern genutzt von KünstlerInnen und gut besucht vom interessierten, teils schon Stamm-Publikum. Am 24. September waren Chris Kraut, Maria Hera, Regina Picker und Inge Gappmaier zu Gast.
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Gestaltet wie ein Kinderbuch, entpuppt sich jedoch „Wir gehen in eine Ausstellung“ von Miriam und Ezra Elia als köstliche Satire, deren Witz sich nur Erwachsenen erschließt. Ezra Elia hat den Text gedichtet, seine Schwester Miriam hat dazu die schematisierten Bilder gemalt. Eine Köstlichkeit für Museumsbesucher*innen, die der zeitgenössischen Kunst nicht kritiklos verfallen sind.
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La Cœurdonnière / Die Herzflickerin“ ist ein großartiges Soloprogramm der Schweizer Künstlerin Masha Dimitri, erfolgreiche Akrobatin, Tänzerin, Schauspielerin aus der weltweit bekannten Tessiner Famiglia Dimitri. Im Rahmen des Schweiz-Schwerpunktes im Dschungel Wien hat die Vielbeschäftigte einem gebannten Publikum am 23. September 2018 eine einmalige Kostprobe ihres hinreißenden Könnens gezeigt.
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A Celebration“ nennt der kubanische Tänzer und Choreograf Carlos Acosta den Abend, den er mit seiner 2015 in Havanna gegründeten Compagnie Acosta Danza am 22. September im Festspielhaus St. Pölten als Premiere im deutschsprachigen Raum präsentiert hat. Vier höchst unterschiedliche Stücke von vier Choreografen, drei kürzere im ersten Teil, Acostas „Carmen“ nach der Pause, ermöglichen einen Eindruck von der Bandbreite der Compagnie. Vor allem Acosta selbst, 17 Jahre lang gefeierter Solist am Royal Ballet, zeigt seine Meisterschaft und Vielseitigkeit. Die Tänzerinnen und Tänzer eifern ihm erfolgreich nach.
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Das Herbstprogramm 2018 wird im Tanzquartier vor allem von heimischen Künstlerinnen und Künstlern getragen. Der Startschuss allerdings wird diskutierend gegeben: Als Auftakt zu „Antarktika“, einer Ausstellung über Entfremdung in der Kunsthalle Wien, veranstaltet Tanzquartier Wien gemeinsam mit Kunsthalle Wien ein Symposium zum Thema Entfremdung. Keinen Startschuss benötigen die Mitwirkenden von „Negotiations“ (Idee und Konzept: Alexander Gottfarb), die täglich in der Tqw-Filiale Neustiftgasse 31 ihren bewegten Körper ausstellen. Sie haben bereits Ende Jänner 2018 begonnen, keine Sommerpause gemacht, und tanzen Tag für Tag, einzeln oder zu zweit, ihre eigene Choreografie. Das Publikum darf kommen, bleiben und gehen, wie es mag. Die Tänzerinnen und Tänzer müssen bleiben, jeden Tag von 10 bis 18 Uhr, bis 26. Jänner 2019. Dann ist das Jahr voll, die „Verhandlungen" sind beendet.
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