Aktionstag in der Zehdengasse, Wien. © Oliver Gross / MAD

Aktionstag in der Zehdengasse, Wien. © Oliver Gross / MAD

Inklusion, die Einbeziehung aller Menschen in die Gesellschaft, sowie Wertschätzung und Anerkennung der Diversität stehen als Parolen auf vielen Fahnen. Gelebt und gefördert werden diese Ziele nur selten. Vor allem an der inklusiven Pädagogik hapert es in Österreich. Deshalb hat MAD – Verein zur Förderung von mixed-abled Dance & Performance mit dem Projekt „Mellow Yellow“ zur Selbsthilfe gegriffen und veranstaltet mit international erfahrenen mixed-abled Performancekünstler*innen Informations- und Workshops-Elemente für unterschiedliche Altersgruppen in den Schulen. Die Initiator*innen freuen sich: „Die aktuelle Pilotphase verläuft sehr erfolgreich und wird ständig ausgeweitet."

 Die Kinder der GTVS Europaschule Wien erfahren, wie es ist, nicht sehen zu können. © Hans Schuber / MADIn Österreich wird Kindern und Jugendlichen während der Schulzeit kaum ein realistischer Blick auf die Gesellschaft, in der sie leben, gewährt, sie erhalten keine Anleitung, sich mit den unterschiedlichen Ausprägungen von Diversität (Verschiedenheit) auseinanderzusetzen. Vielleicht fehlt es nicht am guten Willen der Lehrerinnen und Lehrer, aber auf jeden Fall an Ressourcen und einem Platz im Bildungsplan (falls es den überhaupt gibt). Allein nach dem Behinderteneinstellungsgesetz fehlen drei- bis viertausend Pädagog*innen mit Behinderung, hat der Verein MAD festgestellt.Tänzerin Vera Rosner zeigt in der  GTVS Zehdengasse,  dass man auch im Rollstuhl tanzen kann. © Oliver Gross / MAD

Im Rahmen des ImPulsTanz Festivals ‘19 wurden in einem gut besuchten Symposium auch andere erschreckende Zahlen genannt und zugleich das beeindruckende Projekt „Mellow Yellow“, seit 2018 mit „Dance out of Line (DOOL)auch EU weit vernetzt, vorgestellt. In nur wenigen Projekttagen bewegt ein Team von professionellen Künstler_innen die Perspektiven der Schüler*innen. Die Teams setzen sich aus erfahrenen Performer*innen des zeitgenössischen Tanzes zusammen und sind „mixed-abled“, das heißt, eine / einer der Künstler*innen hat eine Behinderung. Das muss nicht eine Tänzerin im Rollstuhl sein, die die Kinder in Erstaunen versetzte, auch sehbehinderte oder gehörlose Tänzer*innen können den Schüler*innen Augen und Ohren öffnen.

Fröhliches Miteinander in der Brückenschule in Wien. Vera Rosner und Frans Poelstra waren dabei. © MAD Je nach Altersgruppe ist der spielerische Anteil bei den Aktionstagen angelegt, die Teilnehmer*innen nehmen aktiv an den unterschiedlichen Programmen teil, lachen, tanzen, turnen, hören zu, staunen und machen ganz neue Erfahrungen. So ein Aktionstag führt zu neuen Begegnungen, erweitert das Bewusstsein und macht außerdem wirklich Spaß.
140 Schulklassen aller Altersstufen und Schultypen haben in der Testphase in den vergangenen 30 Monaten bereits an dem Projekt teigenommen, sowohl die Schüler*innen wie auch das Lehrpersonal waren begeistert. Um nur einige der mitwirkenden Künstlerinnen am Yellow-Mellow-Programm zu nennen: Silke Grabinger, Barbara Kraus, Alphonse Lekanga, Elisabeth Löffler, Lau Lukkarilla, Mario Mattiazzo, Cornelia Scheuer, Frans Poelstra, Vera Rosner, Doris Uhlich, Manuel Wagner.Im Rollstuhl kann man nicht nur sitzen, man kann auch damit Zirkus spielen. Die Schülerinnen der VS Klausenburgerstraße verlieren ihre Scheu vor den und dem Anderen. © Hans Schubert

Das Ziel ist nicht nur, junge Menschen mit der Diversität in unserer Gesellschaft und sie zugleich mit der Freude am Tanz in seinen vielfältigen Formen bekanntzumachen, sondern auch der Öffentlichkeit und der Regierung auf die Brisanz des Themas vor Augen zu führen. Behinderte und nicht behinderte Menschen sollen zusammen lernen, leben, lieben, tanzen. Bei MAD ist man der Ansicht, dass es keine Sonderschulen mehr geben soll, das sei eine ungerechtfertigte Ausgrenzung, wie sie ja auch im späteren Leben nicht vorkommt (vorkommen soll). Diversität im Turnsaal mit Emilie Drexler-Wagner in der  VS Diesterweggasse Wien. © MADWeder die einen in der Regelschule, noch die anderen in der Sonderschule bekommen die ihnen zustehenden Chancen, weil die Realität eine ganz andere ist als im schulischen Biotop. Die Mellow Yellow Teams zeigen mit ihren Besuchen in den Schulen, dass Unwissenheit und Unsicherheit durch Kunst und Begegnung abgebaut werden können.

Lehrer*innen, Schulleiter*innen und Künstler*innen, die sich für das Projekt interessieren, können sich bei MAD unverbindlich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.

Mad / Mellow Yellow: Inklusives Tanzprojekt für mixed-abled Performer*innen an Schulen. Mehr information auf Maddance. Testphase seit 2016, Vorstellung im Symposium "Swaying Perspectives – Stabile Utopien" im August bei ImPulsTanz ‘19.