Jean Jullien, Grafikkünstler © Daniel Arnold / Kunstmann

Jean Jullien, Grafikkünstler © Daniel Arnold / Kunstmann

Kinder, die noch keine Wörter und Sätze lesen können, hören zwar gerne zu, wenn ihnen vorgelesen wird, aber sie wollen auch selber blättern und auf ihre Art lesen. Der französische Grafiker Jean Jullien hat für Kinder diese Seiten zum Schauen, Lesen und Blättern gemalt, die absolut kein Buch bilden, sondern „ein Spielzeug mit vielen Seiten“ sind, sagt der Autor.

Aus dem Inhalt. Auf dem Buchdeckel kommt die  Katze heraus, später kriecht sie wieder hinein. © Jean Jullien / PhaidonDas Geheimnis dieses Spielzeugs mit bunten Seiten ist, dass manche Erwachsene damit gar nichts anfangen können, weil ihnen Kreativität und Fantasie bereits abhandengekommen sind. Kinder haben noch genügend davon und auch Humor, sodass sie bei manchen Seiten, nach eingehendem Studium, laut auflachen. Nicht alle Bilder, oft verzerrt und aus extremen Perspektiven gemalt oder stark abstrahiert, sind sofort entschlüsselbar, umso schöner ist dann da Aha-Erlebnis.

Viele der Bilder hängen zusammen und regen zum Geschichtenerzählen an. Nur der Titel auf dem Buchdeckel ist auf Deutsch. Jullien braucht keine Wörter. © Antje Kunstmann Nicht nur die Allerkleinsten haben ihre Freunde an dem Buch, das keines sein will, sondern auch die größeren Geschwister. Sie erfinden die Geschichten dazu und lassen sich von den einfachen Bildern animieren, selbst ein solches Nicht-Buch herzustellen.

Jean Jullien stammt aus Frankreich, lebt jedoch inzwischen in London. Der Grafikkünstler studierte am renommierten Central Saint Martins College und am Royal College of Art und wurde mit seinem „Peace for Paris“-Symbol, dem zum Friedenszeichen stilisierten Eiffelturm, weltberühmt. Die Arbeiten des vielseitigen Illustrators mit dem unverkennbaren Stil erschienen unter anderem in der New York Times, im Guardian und in der Zeit, sie zieren Kleidungsstücke, Porzellan und Skateboards. Als Kinderbuch ist zuletzt "Superkauz" bei Ante Kunstmann erschienen.

Jean Jullien: „Das ist kein Buch“, Antje Kunstmann 2018, 28 S. € 16,50.