Daniel

D.Spoerri
: Lebensmaske Arnulf Rainer

Sie sollen an den Tod erinnern und zugleich das Leben feiern. Das Projekt „Feiert das Leben!“, eine Kooperation der Caritas mit dem Kunsthistorischen Museum, wurden bekannte Personen eingeladen, sich mit dem Tod, einem unabdingbaren Bestandteil des Lebens, auseinanderzusetzen und sich für das Abnehmen einer Lebensmaske zur Verfügung zu stellen. Die von Künstler_innen bearbeiteten Lebensmasken sind jetzt im im Kunsthistorischen Museum ausgestellt.

Die Lebensmasken von Barbara Coudenhove-Kalergi, Christiane Hörbiger, Michael Landau, Karl Markovics, Robert Menasse, Cornelius Obonya, Arnulf Rainer, Barbara Stöckl und Josef Zotter, von bildenden Künstler_innen angefertigt, sind nun in einer Sonderausstellung mitten in der Antikensammlung des KHM zu sehen.

Ganz unterschiedlich sind die Künstler_innen, Kader Attia, Daniel Knorr, Erik van Lieshout, Teresa Margolles, Arnulf Rainer, Hans Schabus, Hubert Scheibl, Deborah Sengl, Daniel Spoerri und Nives Widauer, mit den abgenommen Masken umgegangen. Teres Margolles etwa hat Coudenhove-Calergis Lebensmaske in einen Betonklotz gesperrt, das Gesicht ist unsichtbar, aber immer bei uns. Nives Widauer zeigt Cornelius Obonya schwebend als Januskopf. Schaut man genauer, kann man im Spiegel die Warnung „Time Flies“ entziffern.

Hubert Scheibl
: Lebensmaske von Josef Zotter
I: Itzamná


Beim abnehmen der Gipsmaske müssen die Augen geschlossen sein, deshalb haben manche Künstler_innen die Augen eigens hinzugefügt. Nicht immer direkt an ihren angestammten Platz. Daniel Spoerri, der Arnulf Rainers Maske abgenommen hat, schenkte „dem Seher Don Arnolfo sieben Augenpickel, inmitten seines Gesichtsfelds“ aus gläsernen „Blütenstempeln“.
Hubert Scheibl, der mit dem Titel seines Werks, „Itzamná“, an die belebende Wirkung des aztekischen Chocholatls erinnert, schmiegt die unbearbeitete Maske in eine schützende Hand. Zwei Paar Augen schweben darüber in einem neuronalen Gespinst.  Scheibls Installation der Lebensmaske des Chocolatiers Josef Zotter ist leicht zu finden, sie hängt in einer hölzernen Kammer an der Wand. Die neun anderen Lebensmasken sind in jenem Teil der Antikensammlung verteilt, der den Porträts längst Verstorbener und dem Begräbniskult gewidmet ist. Die Konfrontation mit dem Ende und das Nachdenken darüber bleibt niemanden erspart. Die Runde durch die Ausstellung, der Besuch der Lebenden und der seit Jahrtausenden Toten, jedoch ist beruhigend und ermutigend.

Nives Widauer
: Lebensmaske von Cornelius Obonya: 
Time FliesZiel des Projekts der Caritas ist eben nicht das bedrohliche „memento mori“ sondern vor allem, auf die Arbeit des Mobilen Caritas Hospiz aufmerksam zu machen. Die Ausweitung in den Bereich der Kunst geht auf eine Idee von Robert Menasse zurück und wurde in der Ausstellung von Cathérine Hug (Kunsthaus Zürich) in Zusammenarbeit mit Manuela Laubenberger (Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung) kuratorisch umgesetzt.

Ein Großteil der Objekte ist nach dem Ende der Sonderausstellung auch käuflich zu erwerben. Der Erlös kommt dem Mobilen Caritas Hospiz zugute. Auskunft darüber gibt Ingrid Rachbauer . Telefon: 878 12-226.

„Feiert das Leben!“, zehn Lebensmasken werden zu Kunst, eine Ausstellung im Kunsthistorischen Museum / Antikensammlung in Kooperation mit der Caritas. Bis 10. Jänner 2015, Dienstag bis Sonntag, 10–18 Uhr; Donnerstag bis 21 Uhr.