Bis Saisonende 2020 begleitet ein Bild der renommierten Künstlerin Martha Jungwirth die Besucher*innen der Wiener Staatsoper. „Das trojanische Pferd“ nennt Jungwirth das aktuelle Ölbild auf Karton auf Leinwand und sieht das rote Ross als Topos für unsere abendländische Kultur und ihre wechselhafte Geschichte. Zu sehen ist ein großes Pferd in Seitenansicht, das aus schwungvollen und vorwiegend rot- und brauntönigen Pinselstrichen erschaffen wurde. Im Kontrast zum tonigen Packpapier sticht das leuchtende Rot stark hervor, Farbspritzer und Malspuren sind darauf sichtbar. Die einzelnen Linien konstruieren als Raumgerüst den Tierkörper, wobei die über die Silhouette hinaus schwingenden Pinselstriche die raumgreifende Dynamik des Pferdes potenzieren. Die Farben unterstreichen den machtvollen Auftritt des mit fast trotzig stolzem Kopf präsentierten Pferdes.
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Senecas Tragödie „Thyestes“, aus dem Lateinischen übertragen von Durs Grünbein, bildet die Basis von Claudia Bosses „begehbarer Text-Raum-Choreografie“, die vor dem letzten Akt durch eine Passage aus Karl Marxs Essay „Grundrisse der Kritik einer politischen Ökonomie" ergänzt wird. Beziehungsreich entrollt sich das Drama in einem Speisesaal, der unbenützten Kantine im ehemaligen Siemens Campus in Favoriten. Das Publikum ist mitten drin, wird ergriffen, zum Mitwisser und auch zum Mittäter. Ein großer Abend.
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Stolz hat das Team von Huggy Bears unter der Leitung von Philippe Riéra / Superamas das neue Büro samt Studios in Wien-Favoriten präsentiert. Vor zwei Jahren noch mussten Huggy Bears in Pension geschickt werden, die Stadt Wien verweigerte die Unterstützung für das hilfreiche Projekt. Das Kuratorium hatte 2017 so entschieden. Doch dann fand Claudia Weinzierl, Referentin für Bezirkskultur im Büro der Kulturstadträtin, Veronika Kaup-Hasler, ein Loch und Huggy Bears durften wieder arbeiten. Weinzierl hat die Eröffnung des Büros von Huggy Bears in Favoriten nicht mehr erlebt, sie ist im heurigen Frühjahr mit 56 Jahren unerwartet verstorben.
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Editta Braun und ihre Company, ebc, feiern das 30jährige Bestehen mit einer Festvorstellung, in der die Tänzerin Cat Jimenez ein neues Solo zeigt. Gefeiert ist die Premiere„Layaz" in der Szene Salzburg worden, die ebenfalls Grund zu feiern hat, nämlich, dass sie seit 50 Jahren sämtliche Stürme überdauert hat. Das Publikum zeigte sich in Festtagsstimmung, die Tänzerin im Premierenfieber und die zu feiernde Compagniechefin mit fröhlich-entspannter Ausstrahlung.
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Cendrillon“, das Märchen vom Mädchen, das in der Asche schlafen muss und für Bescheidenheit und die Demütigungen einen Prinzen als Lohn bekommt, wird von Jean-Christophe Maillot mit anderen Schwerpunkten erzählt. Der Vater ist überraschend präsent und Cendrillon muss nicht in der Asche schlafen. Mit dem 1999 entstandenen Märchenballett zur Musik von Sergej Prokofiev feierten Les Ballets de Monte Carlo unter Direktor Maillot im Festspielhaus St. Pölten Triumphe.
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Die Tänzerin und Choreografin Florentina Holzinger rundet, nach „Recovery“ und „Apollon“, mit „Tanz“ die Trilogie über den Körper als Spektakel ab. Getanzt wid dabei nicht, doch ein Spektakel ist es wohl, was da zwei Stunden lang im ausverkauften Tanzquartier / Halle G abrollt. Nackte Frauenkörper, die anfangs Sylphiden sein wollen, werden zu Hexen, die mit gewagter Akrobatik das Publikum in Staunen versetzen. Im ersten Akt widmen sich die zehn Darstellerinnen dem romantischen Ballet oder dem, was Holzinger sich darunter vorstellt, im zweiten rinnt Blut, künstliches und echtes.
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Eine Klaviervirtuosin und ein Solotänzer des Wiener Staatsballetts allein auf der Bühne. Ein seltenes Vergnügen. Die Pianistin Maria Radutu und der Tänzer Eno Peçi haben zwei Kunstformen zu verschmelzen und dennoch deren Eigenständigkeit zu erhalten. „Piano & Dance“ war im gut besuchten MuTh zu genießen. Mit den beiden hat sich auch der Wiener Komponist Marco Annau verbeugt, mit dessen Pianosolo „Ninni“ Radutu das Publikum begeistert hat.
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Eine Ode an das Ballett“ nannte William Forsythe seine 1984 für das Frankfurt Ballett geschaffene abendfüllende Choreografie „Artifact“. 20 Jahre danach hat er aus dem 2. Teil das etwa 40-minütige Ballett „Artifact Suite“ geschaffen. Angeleitet und trainiert von Forsythes langjähriger Ballettmeisterin in Frankfurt, Kathryn Bennets, hat das Wiener Staatsballett mit „Artifact Suite“ an acht Abenden gezeigt, welch hervorragende Compagnie Manuel Legris geschaffen hat.
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Auch im Kosmos Theater wird getanzt. Als Gastspiel zeigt die Dresdner Compagnie Freaks & Fremde „Everyone“ in einer Choreografie des US-amerikanischen Komponisten John Moran. Ein musikalisches Tanzstück, in dem drei Tänzerinnen eine Parade universeller menschlicher Ausdrucksformen, Gesten und Bewegungen zeigen. Die Musik spielt live dazu.
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Im Rahmen ihres Langzeitprojekts „B-Girl Circle“ lässt die Choreografin Silk Grabinger mit ihrer Company Silk Fluegge ein mitreißendes Tanzstück im Dschungel Wien auf der Bühne kreisen. Drei Tänzerinnen sollen zeigen, dass B-Girls eigene Bewegungen haben und nicht den B-Boys hinterhertanzen müssen. B-Girling / B-Boying sind Tanzformen der Hip-Hop Bewegung und längst von der Straße auf die Bühne gewandert, als Wettbewerb (Battle) oder Performance. „Si(e)Si“ ist für junges Publikum ab 10 bis ∞ geeignet.
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