Wieder zu Hause gelandet sind die künstlerischen Mitarbeiter:innen des künstlerischen Kollektivs spitzwegerich. Auf der Suche nach einem Spielort für das zweite Kapitel im Projekt (GEHÄUSE) haben sie entdeckt, dass ihr Studio noch im 20. Jahrhundert der Handweberei von Jakob Himmelspach gedient hat. Dort hat er aus alten Textilien Fleckerlteppiche hergestellt. Keine Frage, dass die Aufführung von (GEHÄUSE) – G’spinst nur im Himmelspach stattfinden kann. Spitzwegerich arbeiten multitalentiert und multimedial. Puppen, Objekte, Musik, recherchierte und phantasierte Texte, Gesang und (diesmal kein) Tanz fließen zu einer ebenso vergnüglichen wie informativen „Hyper-Text- Performance“ zusammen.
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Mit live gemalten Bildern und akrobatischem Tanz erzählen Choreografin Elda Gallo, Tänzerin Shalev Anandi Rozin und die Malerin Luciana Bencivenga eine wahre Geschichte. Was europäische Kolonisten vom 18. bis ins 20. Jahrhundert durch den Kahlschlag des tropischen Trockenwaldes im Südosten von Indien zerstört haben, soll wieder aufgebaut werden. „A forest to grow people“ ist ein Lehrstück für Zuschauer:innen ab 10 Jahren.
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Wenig weiß man über Heldin amerikanischer Feministinnen und Radsportler des 19. Jahrhundert, Anna Kopchovsky, geborene Cohen, genannt Annie Londonderry. Auch das Quellenmaterial ist spärlich. Susanna Leonard muss in ihrem Roman über Die Radfahrerin Annie Londonderry allerhand erfinden, wenn sie über die Weltreise Annies mit dem Fahrrad erzählt. Die Radfahrerin ist nicht nur ein Roman über eine unkonventionelle Frau, sondern erzählt auch viel über den Kampf der Frauen um Selbstbestimmung und Gleichstellung mit Männern. Die Pointe: Es waren natürlich Männer, die das mit Muskelkraft betriebene Zweirad erfunden haben.
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Im vergangenen Jahr ist der amerikanische Schriftsteller John Irving 80 Jahre alt geworden, hat einen neuen Roman fertiggestellt, worüber er in ungezählten Interviews bereitwillig Auskunft erteilt. So erfahren seine Leserinnen, dass er vermutet, Der letzte Sessellift sei sein letzter Roman und, dass er für dessen Fertigstellung sechs Jahre benötigt hat.
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Eine Überraschung: Zita, eine junge Waise, die als Dienstmädchen ihr Leben verdient, erfährt, dass sie ein Schloss geerbt hat. Blackbird Castle gehört einer Familie Brydgeborn, so ist auch Zitas Familienname. Doch sie wird ihre Familie nicht wiedersehen, sie ist die Letzte dieser Dynastie, einer einst mächtigen Dynastie von Hexen. Die letzten Hexen von Blackbird Castle vereint Fantasie und Magie und handelt vom Erwachsenwerden eines naiven Mädchens, verpackt in gothic Fantasy.
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Alain Finkielkraut, geboren 1949, wettert gegen den Feminismus, die Cancel Culture, gegen die Moralprotze und die Dauerempörten. Ohnehin schon lange, doch nun ist seine Essay-Sammlung „Vom Ende der Literatur. Die neue moralische Unordnung“, im Original mit dem Titel „L’après littérature“ 2021 erschienen, und man kann zustimmen oder sich empören, kalt lässt der französische Philosoph kaum jemanden. Finkielkraut, Sohn eines polnisch-jüdischen Lederwarenhändlers, der das KZ Auschwitz überlebt hat, liest sich vergnüglich, er will ein großes (natürlich vor allem französisches) Publikum erreichen und verzichtet auf die elitäre Sprache vieler seiner Kollegen / Kolleginnen.
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Gestern einen Museumsbesuch absolviert und heute schon vergessen, was ich da gesehen habe. Wichtig war’s wohl nicht. Es braucht nicht einmal 500 Stunden, um auch den Namen des Malers zu vergessen. Ob man in 500 Jahren noch von ihm sprechen wird? Von Hugo van der Goes tut man es, zumindest in Brügge und in Berlin und auch zu Hause, wenn der Zwei-Kg-Band aus dem Regal genommen wird, um sich blätternd und staunend ins imaginäre Museum zu begeben.
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Die Tatsache, dass auch traumatisierende Erfahrungen, Gewalt, Schmerzen, Krieg, an die Nachfahren weitergegeben werden, ist für Ulduz Ahmadzadeh und die ATASH عطش contemporary dance company Anlass, eine Begegnung mit Großeltern und Eltern zu veranstalten. Ancestor’s Banquetheißt die Tanz-Performance im brut, die sich mit dem Erbe, das Kinder und Enkel von einer Kriegsgeneration übernehmen müssen, beschäftigt.
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Johann Sebastian Bachs Clavier Ubungbestehend in einer ARIA mit verschiedenen Veraenderungen vors Clavicimbal mit 2 Manuale, bekannt unter dem nicht vom Komponisten geprägten Namen Goldberg-Variationen gibt der letzten Ballettpremiere in dieser Saison den Titel. Der Schweizer Choreograf Heinz Spoerli hat sein Ballett zu Bachs barockem Werk 1993 in die lange Reihe der Goldberg-Choreografien, von denen eine der jüngsten Anne Teresa De Keersmaekers Solo ist, gestellt. Das Wiener Staatsballett reiht das Werk nun in sein Repertoire.
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Ayanna Lloyd Banwo, 1980 in Trinidad geboren, hat bisher vor allem Kurzgeschichten veröffentlicht. Doch nun macht sie mit ihrem ersten Roman Furore: „Als wir Vögel waren“ ist der vielversprechende Titel einer Geschichte, die so farbig, so musikalisch und so sonnenwarm ist wie die Heimat der Autorin. Lloyd Banwo erzählt eine Liebesgeschichte, eine Gespenstergeschichte, eine politische Geschichte, eine Geschichte vom Tod als Teil vom Leben.
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