Mit seiner neuesten Kreation, „Anna Karenina – Inspiriert von Leo Tolstoi", eröffnete John Neumeier die 43. Hamburger Ballett-Tage. Auch in der Folgevorstellung zeigt sich das Publikum hingerissen, holt den Choreografen immer wieder vor den Vorhang. Strahlend genießt er die mit Bravorufen demonstrierte Liebe. Mit nicht enden wollenden Ovationen werden auch Anna Laudere (Titelrolle) und Edvin Revazov (Wronski) bedacht. Und auch sämtliche anderen Darsteller_innen werden lautstark gefeiert.
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Die von Ballettchef Manuel Legris eingeführte alljährliche, Rudolf Nurejew gewidmete, Gala ist seit sieben Jahren immer wieder ein Großereignis zum Abschluss der Saison. Ein Rückblick auf die Arbeit der Compagnie, ein Defilée der Solistinnen, Solisten und des gesamten Corps, aufgeputzt durch Gäste. Diese erfreuen das Publikum und machen die Kolleginnen in Wien sicher: Sie brauchen den Vergleich nicht zu scheuen. Manuel Legris hat die Wiener Compagnie in harter Arbeit an die Spitze trainiert.
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Urlaubslektüre par excellence, vor allem wenn gerade eine Toscana-Reise auf dem Fahrplan steht. Marco Malvaldi hat es faustdick hinter den Ohren, versteht es, lockere Unterhaltung mit Neugier zu paaren und lässt diesmal sogar historische Persönlichkeiten auftreten. Der Mord im neuen Roman, „Ein Königliches Theater“, spielt sich um 1900 im Teatro Verdi in Pisa ab, als der König der Premiere von Puccinis Oper „Tosca“ beizuwohnen wünschte. Die Anarchisten waren dagegen.
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Vier Vorlesungen in vergleichender Literaturwissenschaft formen sich zu einem großartigen Buch, werden zum Roman über Kunst und das Leben, über die Zeit, den Tod und die Liebe. Die britische Autorin und Komparatistikprofessorin Ali Smith, hat dieses Kunststück zustande gebracht. 2012 hat sie ihre Überlegungen und die Geschichte als vierteilige Vorlesung in Oxford einem staunenden Publikum zu Gehör gebracht. Eine Vorlesung, wie sie noch niemals gehalten und gehört worden ist. Eine Geschichte der Literatur, eine Geschichte, die sich an eine Tote wendet, die die Erzählerin besucht und ihre Arbeit begleitet, geheimnisvoll, zauberhaft und zugleich ein Gedankenstrom, der unaufhörlich in sanften Wellen fließt. „Artful“ nennt Smith das gedruckte Epos, was nicht nur kunstvoll sondern auch raffiniert bedeutet.
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Am 17. Juli 2017 schließt die Akademie der Bildenden Künste am Schillerplatz ihre weltberühmte Gemäldegalerie, um die Übersiedlung der Bilder auf den Lobkowitzplatz vorzubereiten. Während einer notwendigen Sanierung erhält die Sammlung Aufenthaltsrecht im Theatermuseum. In einigen Sälen der Beletage finden die Werke eine Übergangsheimat. Führungen und Sonderprogramme wird es auch im Asyl geben. Überdies wird es Gelegenheit geben, das Theaterstück "Hieronymus Bosch" von Jerôme Junod, uraufgeführt 2016 im Schauspielhaus Salzburg, zu sehen.
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Mit einer kurzweiligen, witzigen und überhaupt nicht politisch korrekten Trend ruhenden Produktion aus Belgien eröffnete Szene Bunte Wähne im Dschungel das Tanzfestival für junges Publikum. fabuleus & Ballett Dommage inszenieren ein perfektes Körper- und Sprachspiel im Stil eines Wandertheaters, eine Hommage an Dada und Charly Chaplin. Beste Unterhaltung für Klein (ab 4) und Groß (bis 99). Ein Theatererlebnis der seltenen Art.
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An zwölf Tagen / Abenden treffen einander internationale und österreichische Choreograf_innen, Peformer_innen und Musiker_innen in Salzburg, um ihre neuesten Kreationen zu zeigen. Die Sommerszene Salzburg lockt mit großen Namen, wie Louise Lecavalier, die das Festival eröffnet, Meg Stuart, Navarides & Deutinger oder Michikazu Matsune. Präsent sind die Künstler_innen nicht nur auf der Theaterbühne, sondern auch im öffentlichen Raum, etwa auf dem Kommunalfriedhof, wo das Salzburger Netzwerk für Theater- und Kunstprojekte, ohnetitel, sich gemeinsam mit dem Publikum dem Erinnern hingibt.
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Mit dem gelungenen Debüt des Solotänzers Masayu Kimoto als Prinz Siegfried hat die Serie von Rudolf Nurejews Ballettchoreografie zu „Schwanensee“, Musik Peter Tschaikowsky, ihren Abschluss gefunden. Kimoto, erst kürzlich Vater geworden und sichtlich gereift, hat in der Ersten Solotänzerin Maria Yakovleva eine großartige Partnerin gefunden und eroberte mit seiner Darbietung die Gunst des Publikums. Ebenso wie Yakovleva wurde auch Dirigent Alexander Ingram gefeiert. Immer von neuem rief ihn das Publikum vor den Vorhang, dieser, wie alle neun „Schwanensee“-Vorstellungen der Saison, ausverkauften Vorstellung.
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Vor mehr als 2000 Jahren hat der römische Dichter Ovid sein „Buch der Verwandlungen“, die „Metamorphosen“, geschrieben. In Versen berichtet er von der Entstehung der Welt und wählt römische und griechische Sagen als Metaphern für den stetigen Wandel des Kosmos, der Tierwelt und der Menschen. Im Dschungel erzählen Studierende an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) tanzend einige Geschichten daraus als unterhaltsame und brandaktuelle Gleichnisse. Das junge Publikum, Buben und Mädchen ab 11, lauscht gespannt und applaudiert begeistert.
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Mit den beiden Stücken „Le Sacre du printemps“ und „Henri Michaux: Mouvements“ brachte die Compagnie Marie Chouinard das Festspielhaus St. Pölten zum Vibrieren. Ist Chouinards Choreografie zu Igor Strawinskys Ballett-Klassiker, uraufgeführt 1993 in Ottawa, bereits selbst zum Klassiker geworden, so ist der explosive Tanz zu den Gedichten und Zeichnungen des französisch-belgischen Poeten Henri Michaux (1899–1984) noch nicht so bekannt. In dem schmalen Band „Mouvements“ erzählt Michaux nicht vom bewegten Körper, sondern spricht von inneren Bewegungen, von Zweifel und Verzweiflung, von unmöglichen Wünschen, von im Nacken sitzenden Begierden und kopflosen Bewegungen, „denn was nützt der Kopf, wenn man überwältigt ist?“
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