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Die argentinische Kunstkritikerin María Gainza, geboren 1975 in Buenos Aires, beherrscht die Kunst des perfekten Flunkerns. Wenn sie in ihrem Roman Schwarzlicht / La luz negra über Original und Fälschung, Fälscher, Künstler und Sammler erzählt, befindet man sich bald in einem Labyrinth, in dem Realität und Fantasie, Historisches und Erdachtes, Licht und Schatten verschmelzen. Statt „So war es“, bietet die Autorin unterhaltsamen Zweifel an: „So könnte es gewesen sein. oder doch ganz anders."


Eine Einladung ins Eldorado, vormals Universum, freundlichst ausgesprochen vom ideenreichen Kollektiv Spitzwegerich. (Gehäuse) nennen die Wegeriche (die Medizin bescheinigt ihnen „Reizmilderung und Entzündungshemmung“) die Aufführungsserie in vier Etappen, deren letzte, (Gehäuse): Aurum, im neuerdings „Theater am Werk“ benannten Gehäuse unter dem Petersplatz in Wien am letzten Oktobertag premierenadäquat bejubelt worden ist. Trotz Halloweenabend ist nicht gegruselt worden, hingegen überrascht, fasziniert, ein wenig verwirrt und bestens unterhalten.


Die Angelegenheit ist etwas kompliziert. Der Dramatiker Gordon Daviot ist nämlich die britische Autorin Elizabeth Mackintosh (1896–1952), die als Josephine Tey mit ihren Kriminalromanen Furore gemacht hat. Die noch heute geschätzte Autorin hat von Nicola Upson ein zweites Leben bekommen, indem die britische Schriftstellerin die wenigen belegten Fakten mit Fantasie und Menschenkenntnis anreichert. Die in England beliebte Autorin Josephine Tey mutiert zu einer Romanfigur.


Die international gefeierte Künstlerin und prima ballerina assoluta Alessandra Ferri wird ab 1. September 2025 das Wiener Staatsballett leiten. Damit wird eine der prägendsten Persönlichkeiten der internationalen Ballettwelt unserer Zeit die künstlerische Führung der Ballettcompagnie übernehmen. Als Direktorin des Wiener Staatsballetts ist Ferri zugleich auch künstlerische Leiterin der Ballettakademie der Wiener Staatsoper.


Heinrich Steinfest schickt Freu Wolf und ihren Sekretär Markus Cheng nach Australien. Nach fünf Fällen haben der einarmige Detektiv genug vom Chefspielen und hat mit seiner Sekretärin die Rollen getauscht. Doch das detektivische Paar ist echt, den Leserinnen längst bekannt, auch wenn es im neuen Fall Fälscher, und echte Fälschungen samt unechte Originale jagen. Die Athener Eulen müssen nicht vermehrt werden, Heinrich Steinfest nach gut 20 Romanen nicht zu kennen, ist unmöglich, ihm Kränze zu flechten überflüssig. Heinrich Steinfest: Gemälde eines Mordes erhellt den Alltag.


Lina Nordquist, geboren 1977 im schwedischen Norrala in Hälsingland, hat ihren ersten Roman geschrieben. Dit du går, følger jag (Wohin du auch gehst, ich folge dir) ist der schöne Titel, sodass man vermuten darf, einen Liebesroman in Händen zu halten. Im Diogenes Verlag setzt man mehr auf Düsternis und nennt das Erstlingswerk Mein Herz ist eine Krähe. Man vermutet gar nichts.