Tänzerin und Choreografin Editta Braun. © szene-salzburg.net

Tänzerin und Choreografin Editta Braun. © szene-salzburg.net

Seit 30 Jahren arbeitet die Tänzerin unf Choreografin Editta Braun im Dienst der Bühnenkunst. Tanztheater, das sich keinem Trend und keiner Intendanz beugt, ist ihr Markenzeichen. Die Moden hat sie mit ihrer Company (ebc) alle überlebt, die Intendanzen braucht sie nicht, weil sie unabhängig und frei ist. Jetzt feiert Editta Braun / ebc als eine der am längsten aktiven Gruppen Österreichs ihr Jubiläum: Mit einer Premiere natürlich. „Layaz“ heißt das geheimnisvolle Tanzstück, in dem die vielseitige ehemalige Hip-Hop Tänzerin Cat Jimenez die zentrale Rolle tanzt.

"Layaz" Cat Jimenez auf der Spitze.Editta Braun, in Salzburg, geboren und lebend, ist eine Frau mit Kraft und Ausdauer. Eine Company (natürlich mit wechselnder Besetzung) 30 Jahre zu führen und mehr als 50 Tanzstücke (abendfüllende und Kurzstücke) als Choreografin und Regisseurin erfolgreich auf die Bühne zu bringen, viele davon auch auf Tournee in 32 Länder zu schicken, das ist schon zu bewundern. Ihre Werke kreiert sie seit 1996 in enger Zusammenarbeit mit dem Musiker und Komponisten Thierry Zaboitzeff. Stadt und Land Salzburg haben Editta Braun mit Preisen geehrt.

Editta Braun Ist sich immer selbst treu geblieben, erzählt Geschichten, erfindet immer wieder auch den (Tanz-)Körper neu, wie die „Luvos“-Reihe eindrucksvoll beweist und bleibt dabei immer hart an der gesellschaftlichen und politischen Realität. Mit dem neuen Tanzstück „Layaz“, das Braun dem Publikum in ihrem Team zum Jubiläum der ebc schenkt, Jimenez mit ihre Alter Ego (Pascale Staudenbauer) im Hintergrund.wird unbekanntes Terrain erkundet: Die zentrale Figur, die Tänzerin Cat Jimenez versucht als sich wandelndea Wesen ihre Identität zu erkunden. Das ist ein Anliegen, das Cat Paz Jimenez (voller Name) auch persönlich besscäftigt. Ist sie doch, weit weg von ihrer Wahlheimat, auf den Philippinen zur Welt gekommen und lebt jetzt mit ihrer Familie in Wien.
Begonnen hat sie ihre Bühnenkarriere als Hip-Hop-Tänzerin und G-Battle-Teilnehmerin, später hat sie verschiedene Körpertrainings-Methoden stuiert und  sich bald auch ür den zeitgenössischen Tanz interessiert, für Performance und Schauspiel. Jimenez auf der Bühne zu sehen, ob in der Gruppe oder als Solistin, ist stets ein Vergnügen, auch weil sie jedes Mal eine andere ist. Um einen kurzen Vorausblick auf die Premiere zu bieten, muss der Pressetext helfen (ich kann nur spekulieren):

Eine junge Frau entdeckt ihr Alter Ego und das Potential, das in ihrem Körper steckt. Unverhüllt entlädt sich all ihre Energie, pulsiert ihr Leib im Rhythmus dröhnender Bässe, erst stockend, dann zunehmend sicher, fast selbstvergessen und mit unglaublicher körperlicher Präsenz. Eine unheimliche Figur. Wer oder was könnte es sein? Im Innersten steckt auf jeden Fall Cat Jimenez.Der tanzende Frauenkörper gewinnt dem stark codierten Stil des Urban Dance geradezu magische Tiefe ab, entfaltet ungeahnte Kraft, Dynamik und Eleganz. Eine puppengleiche Silhouette, eine stark verhüllte moderne Olympia: Was lebt im Kern dieser befremdlichen Figur, unter dem Kokon aus Schichten, die sie zugleich schützen und gefangen halten?
Ich, wer ist das? Wer könnte, sollte, will ich sein? Was tun?

Spannend! Unter Garantie entsteht schon während der Premiere in jeder Zuschauerin, jedem Zuschauer die Frage: „Und wer bin ich? Finde ich den innersten Kern dieser Zwiebel, die das ‚Ich‘ ist?“

Nach der Premiere feiert das Publikum mit KünstlerInnen von damals und heute. Dazu Videos über das Making of von Fanghoumé (Senegal, Februar 2019), der Rückkehr an den Ursprungsort der Luvos-Reihe, sowie über Höhepunkte der Arbeit der ebc in den vergangenen drei Jahrzehnten. Thierry Zaboitzeff offeriert ein Kurz-Konzert.

Editta Braun / ecb: „Layaz“. Choreografie, künstlerische Leitung, Visuals: Editta Braun. Tanz, Performance: Cat Jimenez, Pascale Staudenbauer (Alter Ego). Movement Research: Cat Jimenez, Pascale Staudenbauer, Martyna Lorenc, Nella Turkki. Premiere 4.10. 2019, Szene Salzburg.
Fotos: Bettina Frenzel.