Das neue Album von Mermaid & Seafruit, das sind Magdalena Chowaniec und Markus Steinkellner, ist fertig, und das Duo nutzt die letzten Tage des ImPulsTanz Festivals, um die acht Songs in einer fulminanten Show vorzustellen. Heutig und romantisch zugleich ist diese rasante Stunde, in der sich sechs zoomorphe Gestalten aus der Märchenwelt im WuK die Seele aus dem Leib tanzen und singen.
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Mit einer Mischung aus Tanz und Vortrag lädt Sergiu Matis gemeinsam mit Manon Parent und Martin Hansen ins Sterbezimmer bedrohter Vogelarten. „Extinction Room (Hopeless.)“ ist in zwei Versionen, für Innen und Außen, entstanden und 2019 in Berlin uraufgeführt worden. Als eine der letzten Vorstellungen im Rahmen des ImPulsTanz Festival ist die ambitionierte Arbeit im ehemaligen Gustinus-Ambrosi-Museum im Augarten zu sehen. Die Freiluftversion gefällt den Verantwortlichen für die Bundesgärten nicht. Sie haben ein imaginäres Verbots-Schild angebracht.
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Akram Khan, britischer Tänzer und Choreograf mit Vorfahren aus Bengalen, hat vor zwei Jahren, mit 45, verkündet, dass er nicht mehr selbst als Solist auftreten würde und sich ganz der Choreografie widmen wolle. Für andere hat Khan schon immer choreografiert und dabei Lorbeeren erworben, auf denen er sich genüsslich ausruhen kann. Der Applaus ist ihm sicher, auch für seine jüngste Choreografie: „Outwitting the Devil“, 2019 in Eric Gauthiers Festival „Colours“ in Stuttgart uraufgeführt. „Den Teufel überlisten“ ist einer der Höhepunkte des ImPulsTanz Festivals 2021 – zumindest das begeisterte Publikum hat das so gesehen.
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Die Geschichte ist nicht neu: Ein alternder Frauenheld und engagierter Trinker blickt auf sein Leben zurück und bereut seine Fehler und Sünden. Doch was der kanadische Regisseur in „Death of a Ladies‘ Man“ erzählt, ist mehr als Gejammer eines einsamen Mannes über sein verpatztes Leben. Schon der Filmtitel, zugleich der Titel eines Albums des kanadischen Poeten und Sängers Leonard Cohen, verrät, dass es auch um Bissonnettes verehrten Landsmann geht. Gemeinsam mit dem irischen Darsteller Gabriel Byrne in der Hauptrolle hat Bisonnette mit Witz und Fantasie einen charmanten Film gedreht, der, tragisch und komisch, skurril und immer von neuem überraschend, von der Musik zusammengehalten wird.
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Ein Trio von zwei Tänzern und einer Tänzerin, ein Komponist und Musiker mit dem Akkordeon und Johann Sebastian Bachs „Goldberg Variationen“ ergeben einen großartigen Tanzabend. Philippe Thuriot hat Bachs bekanntes Klavierwerk für sein Instrument transponiert und spielt die Komposition live auf der Bühne. Die Choroegrafie hat Michiel Vandevelde, der auch selbst tanzt, geschaffen und auch mit theoretischem Unterbau versehen. Doch der ist lediglich Zusatz für jene, die fragen, was der Tanz ausdrücken soll. Bewegung zur Musik im Raum, das sollte genügen. Mit Jubel und Applaus zeigt das ImPulsTanz Festival-Publikum nach der Premiere im Odeon seine Begeisterung für die überzeugende Performance.
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A choreographic encounter with Hanna Berger” nennt die Tänzerin Eva-Maria Schaller ihr Solo „Recalling her Dance“ im Untertitel. Hanna Berger war nicht nur Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin, sondern auch erklärte Gegnerin der Nationalsozialisten. Diese Haltung wirkte sich auch in ihren Solos aus. Drei davon hat Schaller zu einer persönlichen Begegnung mit Berger gestaltet. Nach der Online-Premiere von „Recalling her Dance“ im Juni 2021 war die intensive Performance einmalig im Rahmen von ImPulsTanz im MuTh zu sehen.
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Mit seiner Lecture-Performance beschreitet der französische Choreograf Jérôme Bel neue Wege, er widmet sich dem Tanz, ganz speziell dem der Begründerin des Bühnentanzes ohne Spitzenschuh und Tutu, der Amerikanerin in Paris, Isadora Duncan. Die der legendären Tänzerin von Bel im Rahmen vin ImPulsTanz im MuTh gewidmete Stunde ist durch Elisabeth Schwartz, Duncan-Tänzerin der 3. Generation, nicht nur lehrreich, sondern auch überaus vergnüglich geworden. Selbst für jene, für die Isadora Duncan mehr als eine Legende ist.
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Wie es weitergehen soll, überlegt der Schweizer Choreograf und Tänzer Thomas Hauert und nennt nach 20 Jahren Bühnenpräsenz sein jüngstes Tanztheater: „How to proceed“. Antwort gibt es keine, aber eine wunderbar leichte, witzige Aufführung, deren Sinn und Ziel sich dem Publikum erst nach genauem Hinsehen erschließen. Fröhlich und zufrieden haben die Zuseher:innen am Sonntagabend (27.7.) nach einer entspannenden Stunde das Akademietheater verlassen.
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Der Tanzhistorikerin Andrea Amort ist es ein Anliegen, die Geschichte der Wiener Tanzmoderne aus dem Archiv heraus zu holen und auf der Bühne erlebbar zu machen. Für die von ihr 2019 kuratierte Ausstellung im Theatermuseum „Kosmos Wiener Tanzmoderne“ hat sie eine Reihe von jungen Tänzerinnen versammelt, die sich mit der reichen Fülle der Wiener Tanzmoderne auseinandergesetzt , Werke einstudieren, auf ihre Weise interpretiert haben, und sich auch zu eigenen Choreografien inspirieren gelassen haben. Ein Großteil dieses Begleitprogramms der Ausstellung ist im Rahmen von ImPulsTanz am 25. Juli im MuTh gezeigt worden.
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Auch im deutschen Sprachraum hat Tayari Jones Roman "Das zweitbeste Leben" gute Rezensionen und viele interessierte Leserinnen gefunden. Nach diesem Erfolg veröffentlicht der Arche Literaturverlag auch Jones 2002 erschienen ersten Roman. „Leaving Atlanta“ / „Das Jahr, in dem wir verschwanden“ spiegelt die Welt halbwüchsiger Mädchen und Buben vor einem realen Hintergrund, den Kindermorden von Atlanta. Durch eine Serie von niemals richtig aufgeklärten Morden sind zwischen 1979 und 1981 etwa 30 afroamerikanische Kinder, vor allem Buben, verschwunden. Manche wurden tot gefunden, doch nicht alle.
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