Transformation, Verwandlung ist beim diesjährigen ImPulsTanz Festival mehrfach das Thema. Die in Berlin und Budapest lebende ungarische Tänzerin Boglárka Börcsök hat die Kunst der Verwandlung im Körper gespeichert. In „Figuring Age“ porträtiert sie im Mumok drei ungarische Tänzerinnen, Pionierinnen des Freien Tanzes in Ungarn. Irén Preisich, Éva E. Kovács und Ágnes Robozt waren alle drei an die 100 Jahre alt, tanzen konnten sie nicht mehr, Andreas Bolm hat ihren eingeschränkten Alltag zu Hause gefilmt.
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Akemi Takeya, eine der Säulen des heimischen freien Tanzes und der Performance, wollte als Kind Sängerin werden. Das ist nicht gelungen, doch die Stimme als Ausdrucksmöglichkeit begleitet sie seit sie auf der Bühne steht. In ihrer jüngsten Arbeit, „Schrei X8“, stellt sie die Stimme, den Schrei, „als Urform der Kommunikation“, in den Mittelpunkt.
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Die belgische Needcompany, das ist die Familie Lauwers: Vater Jan, der Regisseur, Mutter Grace Ellen Barkey, die Choreografin und die beiden erwachsenen Kinder, Romy Louise und Victor. Sie stehen als Familie auf der Bühne, sind sie selbst und spielen zugleich ihre Rollen, vermischen Privates mit Öffentlichem, reden über den Krieg und die Liebe, über Gewalt und Sex, über den Tod und die Unsterblichkeit der Kunst.
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Wolken segeln auf der Videowand über einen grauen Himmel, die Geräusche einer Sturmflut drohen Unheil an. Im Dämmerlicht erscheinen nach und nach sechs Tänzerinnen in dunkelblauen Hosen und farbigen Sneakers, mit bloßem Oberköper. Im Akademietheater zeigt Mathilde Monnier mit "Records", was Pandemie und Lockdowns in die Körper eingeschrieben haben. Wie genau Monnier auch die Gefühle des Publikums trifft, zeigt die angespannte Stille ebenso wie das aufflammende kurze Gelächter und die Begeisterung die sich abschließend Luft macht.
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Im Rahmen von [8:tension] waren zwei Arbeiten zu sehen, die unterschiedlicher nicht sein können. Die Tänzerin, Choreografin und bildende Künstlerin Sara Lanner hat gemeinsam mit Costas Kekis „Mining Minds“ im Kasino am Schwarzenbergplatz gezeigt; Susanne Songi Griem war im Schauspielhaus mit dem Musiker Pete Prison IV und Agnes Bakucz Canário mit „Fisch und Schwan in Negligé“ auf der Bühne.
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Rosas heißt Anne Teresa De Keersmaekers Compagnie, gewidmet ist die neue Arbeit, „Mystery Sonatas“, zur gleichnamigen Komposition von Heinrich Ignaz Franz Biber fünf kämpferischen Frauen mit Namen Rosa: Rosa Bonheur, Rosa Luxemburg, Rosa Parks, Rosa Vergaelen und Rosa, die 15-jährige Klimaaktivistin, die bei den Überschwemmungen in Belgien im Jahr 2021 ums Leben gekommen ist. So weit so schön – 90 Minuten lang. Weniger schön ist, dass das Publikum bestraft wird, indem es weitere 45 Minuten (also fast zweieinnhalb Stunden insgesamt) im Dämmerlicht ausharren muss. Die Erschöpfung der doppelten Konzentration auf Tanz und Musik macht sich auch im wenig animierten Premieren-Applaus hörbar.
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Flora Fabbri war eine italienische Tänzerin im 19. Jahrhundert. Wie Marie Taglioni oder Carlotta Grisi war sie berühmt für ihren Spitzentanz als feenhaftes Wesen. Im Gegensatz zu ihren Kolleginnen hat sich ihr Ruhm keine 100 Jahre gehalten. Mit der Biografie will der Schweizer Tänzer Thierry L. Jaquemet Flora Fabbri wieder in die Tanzgeschichte einreihen.
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Igor Zapravdin, der Maestro, feiert sein Jubiläum als Ballettkorrepetitor und Pianist beim Wiener Staatsballett (davor Ballett der Wiener Staatsoper). Das Publikum feiert mit und klatscht sich die Hände wund. Es hat doch noch eine Gala zum Saisonabschluss bekommen. Gastsolist:innen und Solist:innen des Wiener Staatsballetts ehren den Jubilar mit Pas de deux und Solis, mit klassischem Ballett und zeitgenössischem Tanz. In den oberen Etagen des Staatsballetts hat man dieses außergewöhnliche Jubiläum nicht zur Kenntnis genommen. Für den Maestro, sein Helfer:innen-Team und die Tänzer:innen: Bravo zum ersten.
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700 Seiten pures Lesevergnügen plus Wissensbereicherung. Doch der sorgfältig editierte Band „Papyrus. Die Geschichte der Welt in Büchern“ ist kein trockenes Sachbuch, das ungelesen im Regal steht. Die spanische Autorin Irene Vallejo ist inspiriert von ihrer Begeisterung für das aufgezeichnete Wort und erzählt die Geschichte des Buches als spannendes Abenteuer von der ersten Schilfernte am Nil über die Erfindung des Alphabets bis heute.
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160 Euro, den Friseur nicht eingerechnet, hat die Dame in der Loge ausgegeben, um eine festliche Ballettvorstellung zu sehen. Bekommen hat sie einen glanzlosen bis langweiligen Abend, mit einer Einlage von Schülerinnen (garniert von Schülern) der Ballettakademie und einer Flamenco-Darbietung. Mit dem Tänzer und Choreografen Rudolf Nurejew hat der von Manuel Legris unter dem Titel „Nurejew Gala“ eingeführte Saisonabschlussabend gar nichts zu tun. Es würde niemandem wehtun, gäbe es schlicht eine „Gala“ zum Saisonende. In der kommenden Saison verzichtet Ballettchef Martin Schläpfer ohnehin auf ein zu 100 Prozent ausverkauftes Haus und einen würdigen Saisonausklang.
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