Der Himmel hängt voller Nadeln. Jan Fabre, bildender Künstler, Theatermacher, Autor, Choreograf, ließ sich für dieses fulminante Solo, grandios getanzt vom Matteo Sedda, bereits Teil von Fabres 24-Stunden-Performance „Mount Olympus“, von der Geschichte der Dorkas inspirieren, die selbst gefertigte Kleidung an die Armen verteilte. Nach ihrem Tod wurde sie für ihre Wohltätigkeit und Großzügigkeit vom Apostel Petrus von den Toten auferweckt und zur ersten weiblichen Jüngerin von Jesus Christus. Aus diesem Stoff webten Fabre und Sedda ein hochenergetisches, ekstatisches Solo, das diese, aber nicht nur diese Geschichte in einer knappen Stunde im Rahmen von ImPulsTanz 2018 auf die Bühne des Odeon bringt.
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Durch die Finsternis ins Licht! So könnte man die innere Dramaturgie dieser Kombination aus insgesamt fünf Solos und Duetten mit Auszügen aus abendfüllenden Arbeiten der US-amerikanischen, in Berlin lebenden Choreografin und Performerin Meg Stuart beschreiben. Präsentiert im Rahmen von ImPulsTanz 2018 im Odeon von TänzerInnen und MusikerInnen ihrer Brüsseler Company „Damaged Goods“, geben die Stücke aus den Jahren 1995 bis 2016 einen (wirklich nur kleinen) Einblick in das umfangreiche Schaffen der für ihre hochenergetischen, dichten Arbeiten weltweit bekannten Künstlerin.
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Mark Tompkins bei ImPulsTanz 2018 im Casino am Schwarzenbergplatz gezeigte Real-Time-Solo „Stayin Alive“ ist auch eine Hommage an seine Mutter, ihr hat er seine neue Kreation gewidmet. Doch sehr bald lässt er die verstorbene Mutter in Frieden ruhen und widmet sich seinen Erinnerungen, Enttäuschungen, Verlusten und dem immer akut werdenden Problem des Alterns. Eine Performance in der es Mark Tompkins das Publikum fesselt, weil es ihm gelingt, jede und jeden auf sich selbst zurückzuwerfen.
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Winona Ryder und Keanu Reeves begeistern mit Charme und Witz in einer unterhaltsamen Komödie von Victor Levin, der auch das Drehbuch geschrieben hat. Natürlich geht es um die Liebe, die zwischen dem zufällig zusammentreffenden Paar anfangs sogar nicht auftauchen will. Doch ein Wochenende in Zweisamkeit bricht das stolzeste Herz.
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Erfrischend! Das ist in diesen Hochsommertagen '18 das höchste Lob, das ich zu vergeben habe. Akemi Takeyas performatives Konzert „Tapped / Untapped“ bietet die volle Würze eines überraschenden Konzerts. Takeya lässt ihre Stimme orgeln, träumen und flüstern, belgeitet sich selbst am Klavier, wenn sie, immer wieder den Blick ins Publikum werfend, im ebenerdig gelegenen Ausstellungsraum des mumok loslegt. Die Uraufführung der wie immer lampenfiebrigen Performerin und des angenehm ruhigen Sounddesigners und Kompositeurs der elektronischen Begleitmusik am Computer, Sebastian Bauer fand am 1. August 2018 im Rahmen von ImPulsTanz statt.
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Mit „many“, dessen Titel auch im Programm noch ein Arbeitstitel ist und dessen Preview eben im Rahmen von ImPulsTanz 2018 im Schauspielhaus Wien zur Uraufführung gekommen ist, setzt der Wiener Choreograf Willi Dorner seine mit dem Duett „one“ begonnene Auseinandersetzung zum Themenkomplex des Fort-, Weiter- und Überschreibens von Körpern fort. „one“ beschäftigte sich mit den Einwortgedichten des 2010 verstorbenen österreichischen Künstlers Heinz Gappmayr, vor allem mit der Frage nach der „nicht sichtbaren, der gedachten Welt“, die sich durch Worte, Zeichen, bei Gappmayr vor allem auch Zahlen vermittelt und in der Begegnung mit den Performer*innen, ihrer „Präsenz und Bewegung“, ihrem „Schreiben, Zeigen und Handeln mit dem Material Sprache und dem Körper“ zu in der choreografisch-medialen Begegnung oft überraschenden Gedankenbildern, Erläuterungen und Behauptungen führt. „many“ fragt nun im konsequent nächsten Schritt nach Bedeutung und Funktion des Körpers „in den Bilderfluten unserer digitalisierten Welt“.
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Die von Walter Gropius nach dem 1. Weltkrieg gegründete und erbaute Kunstschule „Bauhaus“ und das damals völlig neue Konzept, vor allem Oskar Schlemmers außergewöhnliche Ideen zum Bühnentanz lassen den Pianisten Amir Ahmadi und die Tänzerinnen Paula Dominici, Anna Possarnig, Maria Shurkal nicht mehr los. Nach der Produktion „Bauhaus Tanz“ im Herbst 2017 haben sie Ende Juli 2018 im Brick-5 „Bauhaus tanzt II“ gezeigt.
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Mit seiner Kunstfigur PRICE entwirft der 1986 in Rio de Janeiro geborene und in Zürich lebende Performance-Künstler und Sänger Mathias Ringgenberg eine queere, von den sozialen Medien und der Übermacht des Internets und der Bilder geprägte, verstörte und verunsicherte Person nicht bestimmbaren Geschlechts und undefinierter Herkunft. Seine Performance „Where Do You Wanna Go Today“, die im Rahmen von [8:tension] des ImPulsTanz Festivals 2018 im mumok aufgeführt worden ist , zeichnet mit Gesang, viel gesprochenem Text und Musik das Bild einer kalten Gesellschaft, in der Empathie und Liebe nur als Ziel von Sehnsüchten existieren.
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Kontemplation mit einer Bahre aus den Krematorien des KZ Mauthausen im Zentrum der Bühne.
Die kanadische Performance-Künstlerin Clara Furey präsentiert mit ihrem Stück „When Even The“, das inspiriert ist vom gleichnamigen Gedicht des Musikers und Poeten Leonard Cohen, eine meditative Arbeit, die, als österreichische Erstaufführung, gezeigt im 3. Untergeschoß des mumok, durch ihre kraftvolle Ruhe, mit einer gar nicht vordergründigen Harmonie aus Skulptur, Körperlichkeit und Klang bewegt. Die von Heimrad Bäcker geschaffene Skulptur aus der ständigen mumok-Sammlung, eine leicht verformte metallisch-rostig-verbrannte Bahre aus den Krematorien des KZ Mauthausen, bildet das optische, emotionale und Deutungs-Zentrum dieser Performance.
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Spitz stechen ihre Brustwarzen in den Bühnenhimmel. Clara Furey hat (horribile dictu) schöne Brüste, dass sie diese herzeigt, mit nacktem Oberkörper agiert, ist mehr als recht und billig. Gesicht hat sie keines, denn solange ich ihrer Performance „When Even The“ während des ImPulsTanz Festivals zusehe, fallen die dunklen Haare davor, manchmal bedeckt sie Augen und Mund auch mit den Händen oder Armen. Bald wähne ich mich in der Kirche, das Kino im Keller des mumok ist kühl, das ritual heilig. Ich schaue Clara Furey und ihrerm Solo: "When Even The" zu.
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