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Kein Hafen ist sicher, die KI findet dich überall

Ein Thriller, so intelligent wie spannend, so gut erfunden wie aktuell. Anthony McCarten hat mit „Going Zero“ die besten Chancen, der literarische Hit des Jahres zu werden. Eine neu entwickelte Spionagesoftware soll im Test beweisen, dass jede Person aufgespürt werden kann, in welchem Loch auf der Welt auch immer sie sich versteckt. Zehn Testpersonen wurden ausgewählt, um die Allmacht von Fusion zu beweisen. Für den Entwickler Cy Baxter von „Fusion“ gilt, wenn alle Zehn innerhalb von 30 Tagen enttarnt werden, wird er Milliardär sein und auch mächtig.

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Die Gemütlichkeit des Bären oder den Reiz des Bösen

Das wird spannend: Sharon Eyal, Damien Jalet, Crystal Pite, Hofesh Shechter, Bobbi Jene Smith, Sasha Waltz zeigen in der kommenden Saison, 2023/24, zeitgenössischen Tanz. Nein, ach nein, nicht in Wien. Sie alle und noch einige mehr zeigen ihre Werke in Sankt Pölten. Aktuell, aufregend, möglicherweise auch manche Erwartung enttäuschend. Das neue Programm des Wiener Staatsballetts wird kaum jemanden enttäuschen. Bequem darf man sich zurücklehnen und den warmen Regen genießen. Nichts stört, nichts regt auf, nichts regt an. Alte Meister, die das Ballett im 20. Jahrhundert geprägt und erneuert haben, die man immer wieder gerne sieht. Die jungen Meister:innen fehlen, um zu sehen, was die umtreibt, wende man sich gen Sankt Pölten.

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Marco Goecke, Remedium gegen Langeweile

Der dreiteilige Ballettabend mit dem Titel „Im siebten Himmel“ birgt das Highlight zweier Saisonen: Marco Goeckes für das Wiener Staatsballett geschaffene Ballett „Fly Paper Bird“. Die Uraufführung war am 14. November 2021. Seitdem wurde „Fly Paper Bird“ siebenmal gezeigt, eine 9. und letzte Aufführung zeigt das Staatsballett am 13. April 2023. Danach gibt es mit der einzigen Premiere in der zweiten Halbzeit dieser Saison nur noch zwei Werke aus den Archiven Alter Meister.

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Zeichnen und Malen, wenn die Geister flüstern

Die schwedische Malerin Hilma af Klint gibt der Kunstkritik noch immer Rätsel auf. Sie wird ebenso als „Pionierin der abstrakten Malerei“ gefeiert wie wegen ihres Hangs zu Spiritismus und dem theosophischen Okkultismus aus der Kunstgeschichte ausgeklammert. Drei amerikanische Autorinnen haben sich für ihren Roman „Hilma“ genau auf die esoterischen Seiten af Klints, die Séancen und das von den gerufenen Geistern animierte automatische Zeichnen und Malen, konzentriert. Sofia Lundberg, Alyson Richman und M. J. Rose haben mit „Hilma“ eine auf den wenigen vorhandenen Daten basierende Fiction gebastelt, die, wie af Klints Bilder, besonders Leserinnen mit Liebe zur Mystik ansprechen wird. 

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Aus der Vergangenheit in die Gegenwart getanzt

Glückseligkeit. War gestern, oder?“, eine Auseinandersetzung mit Grete Wiesenthal in Choreografie und Tanz unter der künstlerischen Leitung der Tanzhistorikerin Andrea Amort, hat in drei Vorstellungen im brut nordwest das Publikum begeistert. Vier Tänzerinnen – Lea Karnutsch, Rebekka Pichler, Eva-Maria Schaller, Katharina Senk ­– eignen sich die Tanzsprache Wiesenthals an und holen sie in eigenen Choreografien ins Heute.

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Der Choreograf und die Tänzerin – zwei Porträts

Ein Sohn findet ein altes Fotoalbum seiner verstorbenen Mutter. Zeitungsausschnitte, Notizen, Briefe, Fotos, die Hinterlassenschaft einer Künstlerin. Martin Lobigs Mutter war eine Tänzerin, von ihren Eltern und Freund:innen „Bé“ genannt, für die Weltpresse war sie Beatrijs Vitringa, „der Star“. Ihr Sohn Martin erzählt aus ihrem Leben, das eng mit der Kompanie des deutschen Choreografen Kurt Jooss verbunden war. Für sein Buch „Das Tanzen bleibt“ blättert Martin Lobigs im „Album der Tänzerin Bé“, und verflicht ihr Leben mit der „Tournee der Ballets Jooss im Zweiten Weltkrieg“.

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Adieu Patriarchat, Willkommen Feminismus

Feminismus! Da stellen sich bei manchen sofort die Haare auf und die Emotionen kochen hoch. Allerdings wird das Thema lieber am Wirtshaustisch diskutiert, anstatt Expertinnen und Experten zu Wort kommen zu lassen und diesen zuzuhören. Das hat die Regisseurin und Drehbuchautorin Katharina Mückstein veranlasst, sich mit dem akademischen Feminismus zu befassen und in einem Dokumentarfilm Expertinnen- und Experten-Wissen zu sammeln. „FEMINISM WTF“ ist ab 31. März im Kino zu sehen.

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Fromme Schafe und Individualisten in der Bar

Der italienische Autor Matteo Locci, geboren 1958 in der sardischen Gemeinde Jerzu / Provinz Ogliastra, dort wo der berühmte Cannonau gekeltert wird, hat sich eine zweite Identität zugelegt, um unbefangen und keck seine Heimat, die Insel Sardinien, mitsamt den Bewohnern zu preisen. Er nennt sich Gesuino Némus und schreibt anstatt Kinderbücher Romane für alle über 16. Darin wird zwar gemordet, aber häufiger noch in der Bar gesessen, um Geheimnisse auszutauschen. Gesuino Némus ist der Autor von einzigartigen Kriminalromanen, die ohne Krawall und Verfolgungsjagden auskommen. und wenn der Polizist in die Bar kommt, wird ihm zwar nicht die Wahrheit, aber ein Kaffee serviert, kalt, wie er ihn liebt. Dass Dorfpolizisten und Carabinieri auf Mördersuche sind, die manchmal echte Verbrecher, doch meistens nur unglückliche Väter, Hirten, oder schlicht Gerechtigkeitsfanatiker sind, vergisst man bei all den schrulligen Details, die der Autor anbietet.

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Den eigenen Augen ist nicht zu trauen

Unschärfe, wohin man schaut. Jan Machaceks Performance findet hinter drei Plastikvorhängen statt, die auch als Bildschirme funktionieren. Nicht nur Bilder, auch Texte sind darauf zu sehen. „Blind Spot Light“ nennt der Medienkünstler Machacek die spannende, auch verstörende Stunde im Projektraum des WuK. Die Frage, was unsere Augen wirklich sehen, ob wir genau schaue, oder uns mit den Schatten und der Unschärfe zufriedengeben, ist bei dieser sorgfältig erarbeiteten Vorstellung nicht zu verdrängen. Man ist fast gezwungen, hinzusehen.

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Das ungehorsame Mädchen ist bald 250 Jahr alt

In der 82. Aufführung des von Frederick Ashton 1960 nach dem bekannten Libretto von Jean Dauberval choreografierten Balletts sind Kiyoka Hashimoto und Davide Dato als Lise und Colas stürmisch gefeiert worden. Auch dem Debütanten Javier González Cabrera wurde der Applaus nicht verweigert. Der Spanier ist seit der Spielzeit 2020/21 Mitglied im Corps de ballet des Wiener Staatsballetts.

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