Nach dem Roman „Das große Heft“ von Ágota Kristóf hat Sara Ostertag im Kosmos Theater ein hybrides Stück gebaut, in dem das Eis des Romans durch allerlei Effekte zum Schmelzen gebracht wird. Text und Tanz, Musik und Gesang, buntes Licht und aus der Erde kriechende Körper werden zu einer schrillen Show, die unterhält und das Publikum auch zum Lachen reizt. Schaudern und Schrecken über die Verrohung der Menschen im Krieg, deren Grausamkeit und Brutalität, werden durch komische Effekte und den Einsatz von Farbkugeln verhindert.
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Die achte Vorstellung des Balletts „Jewels“ – wie gesagt wird, das erste klassische Ballett ohne Handlung – zeigt, wie sämtliche anderen sieben Vorstellungen auch, welches Juwel des gesamte Wiener Staatsballett ist. Manuel Legris Verdienst ist es, aus dem etwas vernachlässigten Ensemble, das sein Vorgänger Gyula Harangozó hinterlassen hat, ein internationales Ensemble zu bilden, das sich mit den großen Compagnien Europas vergleichen lässt.
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Céline Sciamma begibt sich ins 18. Jahrhundert, nachdem sie sich mit dem Erwachsenwerden von weiblichen Teenagern beschäftigt hat. Drei Frauen leben einige Tage nach ihren eigenen Regeln. „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ (Original: „Portrait de la jeune Fille en Feu“) ist ein wunderbarer Film über das Begehren zweier Frauen, über die Kunst und weibliche Solidarität. Adèle Haenel, die bereits in einigen Filmen Sciammas zu sehen war, und Noémie Merlant brillieren als Héloise und Marianne.
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Das Chaos sei willkommen, die Ordnung hat versagt“, setzt Elio Gervasi als Motto seiner neuen Gruppenchoreografie voran. Genau zitiert hat Karl Kraus (samt Strichpunkt) geschrieben: „Und das Chaos sei willkommen; denn die Ordnung hat versagt.“ Egal, so oder so, der Satz erklärt Gervasis Intention, wie auch die Tänzer*innen es mit dem Mikadospiel tun, dessen Stäbe sich immer wieder der Ordnung widersetzen.
Chaos und Ordnung, Leistungserwartung und Überforderung sind das Thema dieser bestens gelungenen, genreübergreifenden Choreografie, gezeigt an drei Abenden im Off Theater.
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Mit einer brandneuen Arbeit war der Choreograf Richard Siegal im Festspielhaus St. Pölten zu Gast. „New Ocean“, kreiert von Siegals Ensemble Ballet of Difference, ist am 27. September im Schauspiel Köln uraufgeführt worden und wurde dort wie auch in St. Pölten freundlich aufgenommen.
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Ein Fest! Ballettstars aus den großen Compagnien Europas und dem Bolschoi Ballett in Moskau haben am 1. Dezember im knallvollen Volkstheater dem begeisterten Publikum einen erlebnisreichen Abend beschert. Zum dritten Mal ist es Kirill Kourlaev, ehemaliger Erster Solotänzer des Wiener Staatsballetts, und Olga Esina, aktive Erste Solotänzerin in der Wiener Compagnie, gelungen, Wien eine Gala mit Weltstars zu bescheren, die keine Wünsche offen gelassen hat. So herzlich, so laut und langhaltend tönen Applaus und Bravorufe selten im sonst dem Wort huldigenden Theaterhaus.
Die „Weltstargala“, veranstaltet von Kourlaev & Esina Production, ist aus Wien nicht mehr wegzudenken.
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Wenn keine kleinen Kinder mehr mit den, für die Eltern, leuchtenden Augen zappelnd vor dem Baum stehen und ungeduldig warten, bis sie endlich das liebevoll ausgesuchte Papier von den Geschenken reißen können, dann ist es auch nicht notwendig, groß zu schenken. Wobei ja ohnehin meistens Unnötiges oder selbst Gewünschtes unter dem Baum liegt. Man muss aber nicht, doch wer wirklich will, darf.
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Die interaktive Soundinstallation der libanesischen Künstlerin Tania El Khoury ist erlebte oral history. In eine der üblichen Schubladen passt die Inszenierung nicht, das Publikum wird zu Mitwirkenden, ist eingeladen, der Toten aus dem Bürgerkrieg in Syrien zu gedenken und die Realität eines Terrorregimes zu erleben. In der Galerie die Schöne zeigt brut El Khourys eindringliches Werk, „Gardens Speak“, vor jeweils zehn Trauergästen.
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Der Titel ist ganz ernst gemeint. Der Film ist ein Geschenk, ein Geschenk an Daniel Spoerri und an das Publikum im Kinosaal, das dem bewunderten Künstler auf der Leinwand begegnen darf. Anja Salomonowitz hat gemeinsam mit Spoerri und ihrem jüngsten Sohn Oskar einen subtilen Film gedreht, bei dem leise gelacht und auch ein wenig geweint werden darf.
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Fünf Kompositionen für vier Instrumentalist*innen und ihre Instrumente; fünf Tänzer*innen, die mit den Klängen und den Musiker*innen einen Dialog führen. Clemens Gadenstätter, geboren 1966, hat komponiert; Rose Breuss, geboren 1962, hat choreografiert. Im Rahmen von Wien Modern ist der animierende Konzertabend mit Tanz im Studio Molière vom Festival-Stammpublikum freudig beklatscht worden.
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