Das Wiener Staatsballett bot zu Beginn des Neuen Jahres eine feine Abschiedsvorstellung für Manuel Legris Choreographie des Balletts „Le Corsaire“ nach Marius Petipa. Liudmila Konovalova und Kimin Kim als Gast (Médora und Conrad) sind vom Publikum ebenso gefeiert worden wie die übrigen Solist*innen und das Corps de ballet: Kiyoka Hashimoto als Gulnare, Davide Dato als Birbanto mit Ioanna Avraam als Zulméa und Mihail Sosnovschi als Lanquedem. Mit Sonderapplaus bedacht wurden Dirigent Valery Ovsyanikov und das Orchester der Staatsoper.
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Der zweite Band der schwedischen Trilogie von Niklas Natt och Dag spielt ein Jahr nach den Geschehnissen im ersten, 1794. Das erklärt sich bereits aus dem Titel: „1794“. Manche Bekannte tauchen wieder auf, neue müssen kennen gelernt werden und historische Personen sind kunstvoll mit den fiktiven Figuren, den sympathischen wie den abscheulichen, verwoben.
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Wenn die Kamera auf die schwellenden Brüste der Karyatiden im Goldenen Saal blendet oder am Plafond hängen bleibt, dann ist endlich das Wiener Staatsballett an der Reihe, oder ganz pragmatisch, die Magnetaufzeichnung wird abgefahren. Natascha Mair und Denys Cherevychko machen den Anfang im Winterpalais des Prinzen Eugen, wo vor gar nicht langer Zeit das Finanzministerium residiert hat. Das fließende Kostüm von Mair, entworfen von Emma Ryott,entpuppt sich als Morgenmantel, und während sich Mair in ein knallrotes Ballkleid wirft, probiert Cherevychko allein zaghafte Sprünge.
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Weniger mit niedlichen Püppchen, vielmehr mit gold- und silberglänzenden Objekten führt Peter Ketturkat (Verein zur Rettung der Dinge) sein Publikum in die Steinzeit. Mit „Mamma Luna“ erzählt der Objektkünstler mit feinem Humor, jedoch ohne Worte, den alten Mythos von der Fruchtbarkeit des Mondes. Zur richtigen Zeit, in den Raunächten, wenn rund um die Jahreswende die Ahnen und Geister lebendig werden, zeigt er die Geburt der Venus im Dschungel Theater.
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Egal, ob das Programm weihnachtlich und kindgerecht ist oder eine wilde Raubersgeschichte: Das Publikum ist da, alle Plätze sind besetzt, das Wiener Staatsballett ist eine Attraktion. Und bei der ersten Vorstellung des dreiaktigen Balletts „Le Corsaire“, es war die 31. des Balletts von Manuel Legris, wurde niemand enttäuscht. Denys Cherevychko als Conrad, der Korsar, und Kiyoka Hashimoto als seine Geliebte, Médora, rissen das Publikum von den Sitzen, animierten den Stehplatz zu Bravo-Rufen.
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Als düsterer Roman liest sich sein Leben, der jähzornige Sohn aus gutem Haus ist nach einem wechselvollen Dasein und einer steilen Karriere mit 39 Jahren elend zugrunde gegangen, von der Malaria ins Grab gezogen. Doch Raufhändel, Totschlag, Flucht und Gefängnis stehen nicht im Mittelpunkt der Geschichte: Michelangelo Merisi (1571–1610), genannt nach dem Herkunftsort seiner Eltern, Caravaggio, war ein berühmter Maler und gilt heute (wieder) als einer der bedeutendsten bildenden Künstler des Frühbarock. Noch bis 19. Jänner 2020 ist im KHM die eindrucksvolle Schau seiner Bilder zu sehen. Zeitgenossen und die Skulpturen seines etwas jüngeren Kollegen Gian Lorenzo Bernini ergänzen die Schau.
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Krabbelkinder entdecken den Tanz. Sanja und Till Frühwald / VRUM performing arts collectiv haben ein Konzept entwickelt, das den ganz Kleinen eine erste Begegnung mit der Bühne ermöglicht. Allerdings sind die Babys keine stummen Zuschauer, sondern Mitwirkende. Sie krabbeln, rollen, wackeln gemeinsam mit vier Performer*innen auf dem weichen Boden. Die Eltern sitzen am Rand und staunen.
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Die Geschichte, die Lulu Wang, Schriftstellerin und Regisseurin, erzählt, hat sie selbst erlebt. In der Kurzgeschichte „Don’t tell her / Don’t let her know” hat sie davon erzählt und nun einen Film daraus gemacht. Die amerikanische Rapperin und Schauspielerin Awkwafina spielt die Hauptrolle, Billi Wang, für die, obwohl sie in Amerika lebt, chinesische Sitten und Tradition lebendig und wichtig sind. Wenn eine Familie in alle Winde zerstreut ist, dann sind die Kulturdifferenzen vorprogrammiert. Darum geht es in „The Farewell“, doch auch um die Frage, ob eine Lüge richtig sein kann.
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Ein Höhepunkt der zu Ende gehenden Halbsaison im Tanzquartier. Jefta van Dinther zeigt mit fünf Tänzerinnen aus dem Cullberg Ballet „The Quiet / Die Ruhe“. Ein dunkles Tanzstück wie ein Traum. Mit alltäglichen Bewegungen gehen die Frauen singend, sprechend und betend ihrer Wege. Die Zeit bleibt stehen. Uraufgeführt im Frühjahr 2019 in Berlin, hat das jüngste Werk des schwedischen Choreografen am 12. Dezember in Wien Premiere gehabt.
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Das Kollektiv Makemake hat sich mit „AndersLand“ wieder einmal selbst übertroffen. Puppen und Objekte, Gesang und Musik, Scherenschnitte, Modelle und Projektionen wachsen mit Sprache und Bewegung zu einem perfekten Ganzen zusammen. Inspiriert von Shaun Tans Grafic Novel „The Arrival“ ist dem Team unter der Regie von Sara Ostertag eine intensive Vorstellung gelungen, in der in wohltuendem Minimalismus von Flucht und Wanderschaft, von einer verlassenen und einer gesuchten neuen Heimat erzählt wird. Die Uraufführung hat im Frühjahr im Staatstheater Oldenburg (JUST) stattgefunden; die Österreich-Premiere war am 13.12. im Dschungel und wird ebendort am 14.12. festlich begangen.
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