Dada Masilo und die Dance Factory aus Johannesburg zeigen nach der eigenwilligen und großartigen Interpretation von „Schwanensee“ / „Swan Lake“ Masilos neueste Choreografie: „Giselle“ beruht auf dem gleichnamigen romantischen Ballett nach einem Libretto von Théophile Gautier. Die Uraufführung der ersten Fassung in der Choreografie von Jean Coralli und Jules Perrot fand 1941 in Paris statt. Heute wird in Wien und von anderen bedeutenden Compagnien eine „Giselle“ getanzt, die auf der Petersburger Fassung Marius Petipas von 1887 beruht. Dada Masilo zeigte ihre Fassung der Geschichte von der zweifach verratenen Giselle und den tanzenden Rachegeistern im ausverkauften Volkstheater. Die Choreografin, im Westen bereits in den Kultstatus erhoben, darf sich der Zustimmung des Publikums sicher sein.
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Mit Ikonen der Populärkultur und den von ihnen oder über sie verbreiteten Phrasen setzt sich das Duo Marta Navaridas & Alex Deutinger wortreich auseinander. „Pontifex“ heißt die neue fast heilige Show, die dem regierenden Papst Franciscus auf den Mund schaut. Das international erfolgreiche Duo zeigt seine satirische Text-Analyse mit reichlich Show-Elementen und der Musikerin Adina F. Camhy im Casino am Schwarzenbergplatz.
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Mit ihrer Version des Ballettmärchens „Schwanensee“ hat die Tänzerin und Choreografin Dada Masilo aus Südafrika auch das europäische Publikum im Sturm erobert. Die Tänzerinnen und Tänzer der Dance Factory zeigen mit Grazie und Humor, dass Schwäne keine Spitzenschuhe brauchen und sich klassisches Ballett nahtlos mit afrikanischem Tanz verbinden lässt. Die Aufführung im Volkstheater war ein voller Erfolg.
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Im Sommer 1875 verbrachte Kaiserin Elisabeth, die sich Sisi rufen ließ, zwei Monate in der Normandie. Verbürgt sind auch der Badeunfall, bei dem sie in einen Strudel geriet, aus dem sie ein Bürger von Beauport gerettet hat. Nicht verbürgt sind die Verwicklungen, die sich daraus ergeben haben und Österreich im 21. Jahrhundert fast in den Abgrund finanzieller Nöte getrieben haben. Schuld daran ist ein aufrechter Beamter, dem Recht und Ordnung wichtiger sind als sein Leben und die eben erst aufgeflammte Liebe. Mehr als ein Unterhaltungsroman. Eher eine treffende Satire auf den Beamtenstaat Österreich samt seiner Freundes-Vereine.
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Auch im ImPulsTanz Festival darf getanzt werden. Welche Erlösung! Anne Teresa De Keersmaeker kommt ohne Wortschwall und Kasperlszenen aus und Christian Rizzo ebenfalls. Mit „ad noctum“, in Anlehnung an sein beim Festival von Avignon 2013 gezeigten Stück „Nach einer wahren Geschichte“, belebt er auf wunderbare Weise fließenden, leisen Tanz zu hämmerndem Beat in finsterer Nacht. Die magische Stunde im Museumsquartier endet im hellen Licht. Es dauert einige Minuten, bis die Verzauberung gelöst ist und die Begeisterung des Publikums hochbrandet.
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Nachdem die Tänzerin und Choreografin Akemi Takeya ihr Zitronenuniversum, den Lemonismus, in vielen Vorstellungen allerhand Ismen der europäischen Kunstgeschichte gegenübergestellt hat, hat sie mit der Uraufführung von Lemonism x Dadaism (Lemonism Vol. 2) im Odeon gezeigt, dass sie keineswegs nur Zitronen im Kopf hat, dass sie neben Tanzen auch denken, viel denken, Theater spielen, singen, brüllen, jaulen, Klavier spielen und ihr Publikum begeistern kann. Um ehrlich zu sein: einen Teil davon. Die andere Hälfte knabberte mit offenem Mund an den vielen ungelösten Fragen und war ebenso verwirrt, wie die Performerin am Ende der Vorstellung in ihrem eigenen Netz, aus dessen Fäden sie sich scheinbar nur mit Mühe befreien konnte. DADA ist DADA ist DADA ist DADA und total gaga.
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Der alte Maler und das Modell. Ein paar Stunden nur soll die Porträtsitzung dauern, dann wäre der junge Mann wieder entlassen. Doch der Künstler zerstört immer wieder, was er zu Papier gebracht hat und die Sitzungen dehnen sich ins Unendliche. Regisseur Stanley Tucci hat nach der Romanbiografie von James Lord „A Giacometti Portrait“ einen Film über den Schweizer bildenden Künstler Alberto Giacometti und sein Modell, James Lord, gedreht. Allein die Darstellung Giacomettis durch Geoffrey Rush rechtfertigt den Kinobesuch.
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Andrea Camilleri ist im deutschsprachigen Raum vor allem durch den von ihm erdachten und längst auch zu TV-Ehren gelangten Commissario Montalbano aus dem sizilianischen Nest Vigata bekannt geworden. In seiner Heimat Italien wird der Sizilianer für seinen Sprachwitz und auch als Autor von Drehbüchern und feinsinnigen Romanen geschätzt. Obwohl es im jüngsten um die verschwundene Ehefrau eines renommierten Dichters geht, ist „Berühr mich nicht“ kein Krimi, eher das Porträt einer Frau auf dem Weg zu sich selbst.
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Wenn es bei den Salzburger Festspielen 2017 einen Regenten gibt, dann ist es der südafrikanische Künstler William Kentridge. Durch die Salzburger Innenstadt zu spazieren und dem gut proportionierten, freundlichen Herrn nicht zu begegnen, ist fast unmöglich. Zumindest auf das „Wozzek“–Plakat stößt man allerorten. Die Oper von Alban Berg wird von Kentridge inszeniert. Zwischen den Proben hat er sich der Ausstellung seines Œvres im Museum der Moderne auf dem Mönchsberg und im angeschlossenen Rupertinum am Max-Reinhardt-Platz gewidmet. Er weiß, wie die Videowände und Lautsprecher aufgestellt werden müssen, wo die Zeichnungen und Druckgrafiken hängen und die Filme präsentiert werden sollen. „Thick Time“ bietet einen eindrucksvollen Blick auf das umfangreiche, magische, aufrüttelnde und auch humorvolle Werk des heute 62jährigen.
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Gemeinsam mit dem Tänzer und Choreografen Salva Sanchis hat die belgische Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker 2005 das Meisterwerk des 1967 verstorbenen amerikanischen Saxophonisten John Coltrane, „A Love Supreme“, durch Tanz dekoriert. Ein Quartett macht Musik, ein anderes zeigt sie mit dem Körper. Dieses knapp einstündige Ballett, im Entstehungsjahr auch im ImPulsTanz Festival gezeigt, haben De Keersmaeker und Sanchis neu überarbeitet. Es tanzen nicht mehr zwei Paare, sondern vier Männer – voll Energie und Virtuosität, jeder für sich und alle gemeinsam. Die Aufführung im Volkstheater wurde mit Begeisterung quittiert. Ob der Jubel der Musik oder der Choreographie gilt, ist nicht festzustellen. Ganz sicher jedoch gilt er den vier Tänzern.
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