VIBE, die internationale Ballett- und Tanzwoche, mit Wettbewerb, Workshops und der großen Abschlussgala, findet heuer zum dritten Mal in Wien statt. Bald wird das Festival in allen Sparten und Klassen Tradition sein. Vibe ist heuer für alle offen, nicht nur ProfitänzerInnen sind eingeladen, sondern auch Laien, die Tanz und Ballett aus Liebe in der Freizeit mit regelmässigem Training ernsthaft betreiben.
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Für jeden etwas – Manuel Legris‘ gut funktionierende Devise für das bunte Menü eines mehrteiligen Ballettabends, welches auch den Besitzer*innen eines Opernabonnements serviert wird. Auch sie haben die im Abstand von Jahrzehnten im 20. Jahrhundert geschaffenen Ballette genossen. „Balanchine | Neumeier | Robbins“ ist ein Programm, das in dieser Zusammenstellung schon 2012 gefallen hat. In sechs Jahren hat sich in der Compagnie allerhand geändert, und so sind zahlreiche Rollendebüts, der Solisten und im Corps, zu vermelden.
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Wo steht der zeitgenössische Tanz, wo will er hin und mit welchem Gepäck? Das sind nur einige der Fragen, die sich das Tanzquartier Wien in den SCORES-Broschüren stellt, die es von der Spielzeit 2009/2010 an als Nachklapp seines gleichnamigen Diskursfestivals herausgibt. Nun liegen die SCORES No. 0 bis 7 in einer seriösen Hardbox vor – jeder schlanke Band dezent pastellig abgetönt; doch schon beim ersten Blättern springen einem die buntesten Zeugnisse kreativen Denkens und Schaffens entgegen: Rasch Hingekritzeltes steht hier neben akribisch Dokumentiertem, das kryptischste Notat neben der anschaulichsten Bilderstrecke. Und immer schwingen in all dem die Fragen mit, die Tim Etchells im Eingangsgedicht zur No. 2 stellt: „What escapes notice? What is overlooked?“
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Drei ChoreografInnen, drei TänzerInnen, ein Tanzstück. Corinne Eckenstein, künstlerische Leiterin des Dschungel, der Schweizer Choreograf Félix Duméril und der niederländische Choreograf Jack Timmermans haben gemeinsam und doch getrennt gearbeitet. Gemeinsam einigte man sich über den Beginn des Stückes, danach arbeitete jeder für sich mit dem Tanztrio und schuf zwei, drei Szenen. Am Ende wurde versucht, diese zu einem Stück zusammengesetzt. Wirklich überzeugend ist dieses Experiment nicht gelungen.
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Die dritte Geschichte über Avi Avraham als introvertierten, unsicheren Ermittler ist weniger ein Kriminalroman, als ein doppeltes Psychogramm. Avi Avraham ist Chefermittler geworden, ringt mit der neuen Verantwortung, ist von Zweifeln und Schuldgefühlen geplagt. Zugleich wird von Mali, Mutter zweier Töchter und Ehefrau von Cobi, der sich immer mehr abkapselt, erzählt. Es dauert eine Weile, bis sich die beiden Lebenswege kreuzen. Der Autor nimmt jeweils die Perspektive der beiden zentralen Personen ein. Das stellt die Erzählung auf einen unsicheren Boden, so genau, woran man ist, weiß man selten.
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Mit zahlreichen Rollendebüts wartete auch die 2. Vorstellung des wieder aufgenommenen Balletts „Raymonda“ von Rudolf Nurejew nach Marius Petipa auf, allen voran Olga Esina in der Titelrolle – ein hinreißendes Rollendebüt der Ersten Solotänzerin, ein großer Auftritt nach ihrem Karenzurlaub. Trevor Hayden und Tristan Ridel aus dem Corps de Ballet präsentierten sich, sauber und synchron, zum ersten Mal als unternehmungslustige Troubadoure. Als deren Partnerinnen entzückten, wie immer, die Solotänzerinnen Ioanna Avraam und Alice Firenze. Alena Klochkova, Halbsolistin und langjähriges Mitglied des Wiener Staatsballetts, trat als Gräfin Sibylle, Tante der Raymonda, in Erscheinung und tanzte entsprechend mit Igor Milos als König von Ungarn auch im ungarischen Tanz die Solovariation. Die junge Halbsolistin aus der italienischen Riege Elena Bottaro gefiel mit Rikako Shibamoto im Grand Pas classique hongrois.
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Alls Höhe- und Schlusspunkt des großen zaristischen Balletts wird das abendfüllende Ballett von Marius Petipa gefeiert. Rudolf Nurejew hat die Choreografie für Paris eingerichtet, danach wurde sie in Wien übernommen. Ballettdirektor Manuel Legris hat den erfolgreichen Ballettabend – 40 Mal war er von 1985 bis 1999 an der Wiener Staatsoper zu sehen – neu einstudiert und damit 2016 auch einer neuen Generation von Ballettfans Freude bereitet. Ab 9. März 2018 tanzen Raymonda und ihr Bräutigam Jean de Brienne acht mal bis zur Hochzeitsnacht.
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Tom Saller ist kein ganz junger Mann mehr und hat doch ein Debüt zu feiern. Er hat seinen ersten Roman geschriegben und hat mich schon mit wenigen Sätzen überzeugt, dass er nicht nur erzählen kann, sondern auch Stilbewusstsein und feinen Humor hat. Nach dem Schulabschluss hat er Medizin studiert und ist nun Psychotherapeut in der Nähe von Köln. In seiner Freizeit macht er Musik, meist auf dem Saxophon. Der Debütroman ist eine Überraschung, und voller Überraschungen steckt auch die Geschichte von Martha, die der 50jährige zu erzählen hat.
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Um den Wiederhall, den wir in der Gesellschaft (nicht) mehr finden, geht es dem Tänzer und Choreografen Michael Turinsky in seinem Stück „Reverberations“. Mit zwei Tänzern und einer Tänzerin zeigt er im Tanzquartier sparsame, bedachtsam gesetzte Bewegungen, bis sich das Trio zu einem einzigen Körper mit sechs Beinen vereint. Die Bühnenausstattung, das wechselnde Licht und die in silberglänzenden Hüllen steckenden Körper verwachsen mit dem hämmernden Beat zu einem Raum der Solidarität. Turinsky tanzte diesmal nicht selbst, betrachtete sein Tanzstück gespannt aus der Zuschauerreihe, bis ihn, nachdem die Lichter erloschen waren, das begeisterte Publikum vor den imaginären Vorhang gerufen hat.
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Die Hip-Hop Tänzerin Farah Deen beeindruckt mit ihrem ersten Solo. Schon der poetische Titel: „The Sky above, the Mud below / Oben der Himmel, unten der Dreck“ klingt verlockend. Sie hat ihn einem französischen Dokumentarfilm über die Bevölkerung von Papua-Neuguinea entlehnt und für sich adaptiert, weil sie sich zwischen zwei Polen, sprich Religionen, bewegt, „aber immer noch auf ihren eignen zwei Beinen steht und sich selbst durchs Leben wühlen muss“. Gewühlt wird aber gar nicht, sondern mit großartiger Körperbeherrschung und differenzierten Bewegungen samt ausdrucksstarker Mimik gezeigt, wie man zwischen Extremen tanzt und immer dieselbe bleibt, auch wenn das Kostüm wechselt.
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