Der Tänzer und Choreograf Boris Charmatz schickt 23 Tänzer*innen auf die Bühne, um 10000 Gesten zu zeigen. Jede und jeder hat ihr / sein eigenes Gestenrepertoire, keine Geste darf sich wiederholen. Vom Publikum ist die Behauptung nicht zu verifizieren, weiß es doch nicht einmal, was Charmatz genau unter einer Geste versteht. So bevölkern die 23 Mitwirkenden, in unterschiedliche Kostüme gekleidet oder halb bis dreiviertel nackt, die Bühne und spulen ihr Vokabular ab. Das ist anfangs spannend, mitunter einschläfernd, für manche Zuschauer*innen hinreißend, für andere unwichtig.
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Die erfolgreiche norwegische Autorin Linn Ullmann schreibt über ihre Eltern, nennt sie aber nicht beim Namen. „Der Vater“ oder „Papa“ und „die Mutter“ sind nicht nur die Schauspielerin Liv Ullmann und der Theater- und Filmregisseur Ingmar Bergman, Linns Eltern, sondern zwei Menschen mit denen „das Mädchen“ aufgewachsen ist, die der Autorin Gelegenheit geben, über das Leben, das Erinnern, das Altern und auch das Schreiben nachzudenken. Ullmann hat einen vielschichtigen Roman vorgelegt, in dem sie von ihrer Kindheit und den letzten Wochen des Vaters in eindrucksvollen Bildern erzählt.
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Der evangelische Pastor Gábor Sztehlo (1909–1974) ist der Mittelpunkt einer Performance, die eine wahre Geschichte erzählt. Unter der Leitung von Tanja Witzmann hat ihr Team (Verein Auf Grund) und der dritte Jahrgang des diverCITYLAB mit „Gaudiopolis“ die Budapester Kinderrepublik wieder erstehen lassen. Die neun jugendlichen Darsteller*innen schlüpfen in die Haut von Zeitzeug*innen und nützen die Räume und den Hof des Volkskundemuseums in Wien, um zu berichten, was damals geschehen ist. Die Uraufführung der ambulanten Performance war durch die Anwesenheit von Mitwirkenden von Gaudiopolis, die teils lachend, teils mit Tränen in den Augen ihre eigene Geschichte neu erlebt haben, intensiv und berührend.
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Das Festspielhaus St. Pölten präsentierte mit dem Stück „Pixel“ der französischen Compagnie Kaefig die letzte Arbeit der Reihe Tanz/Ballett der Saison 17/18. Unter der künstlerischen Leitung des 1973 als Sohn algerischer Einwanderer in Lyon geborenen Choreographen Mourad Merzouki war eine faszinierende Kombination aus Hip-Hop, Street Dance, zeitgenössischem Tanz, Zirkus und einer Video-Installation zu erleben, die die Grenzen zwischen Wirklichkeit und virtuellen Realitäten verwischte.
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In der hinten offenen Gösserhalle 4 lässt der französische Regisseur und Filmemacher Jean Michel Bruyère über die Sklaverei nachdenken. Er sieht die theatrale, musikalische Installation als Prolog zu seinem geplanten Werkzyklus „Violence & Institutions“. Mit Bildern, Videos, Text und ohrenbetäubender Rockmusik schafft er eine beklemmende Atmosphäre. „L'habitude“ /„Die Gewohnheit“ heißt diese Festwochen-Uraufführung, denn, so hat schon im 16. Jahrhundert der französische Humanist Etienne de La Boétie festgestellt: „Erste Ursache für freiwillige Knechtschaft ist die Gewohnheit“. Teils irritiert, teils betroffen versuche ich mich zwischen brüllenden Lautsprechern, Fahnenstangen und nicht definierbaren Objekten zurecht zu finden.
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Olga Smirnova und Semyon Chudin haben sich bereits mit ihrem Gastauftritt in „Schwanensee“ 2017 in die Herzen der Zuschauer getanzt. Für die letzte Aufführung in dieser Saison von Elena Tschernischovas Choreografie des romantischen Balletts „Giselle“ kam das Paar wieder nach Wien und begeisterte von neuem; Chudin als Herzog Albrecht, Smirnova vor allem als aus dem Grab steigende Willi. Mit Jubelschreien und Bravogebrumm bedankten sich Ballettfreundinnen bei den beiden Principal Dancers des Bolschoi Balletts.
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Bisher unveröffentlichtes Videomaterial aus einem nie gesendeten Interview des britischen Journalisten David Frost mit der „Göttlichen“ bildet die Basis der filmischen Dokumentation über die Sopranistin Maria Callas (1923–1977). Filmemacher Tom Volf zeigt die Primadonna assoluta der 1950er und 60er Jahre von der anderen, der privaten Seite. Eine Frau, die kaum jemand kannte. Sie erzählt von ihren Träumen, den Demütigungen und dem Leben, das sie nie gehabt hat. Ein eindrucksvoller, musikalisch geschnittener Film, in dem die Callas auch als Sängerin präsent ist. Für Callas-Verehrerinnen ein Hochgenuss.
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Ein lockerer Mischmasch aus Krimi, Erinnerungen an die Gründungsgeschichte Israels und Liebesgeschichte ist Assaf Gavrons neues Buch. Eitan Enoch, der Erzähler, ist Leserinnen bereits aus Gavrons Erfolgsroman „Ein schönes Attentat“ bekannt. Nun ist der ehemalige IT-Spezialist Taxifahrer, weil er in seinem neuen Metier als Privatdetektiv zu wenig verdient und auch Tel Aviv wie seine Westentasche kennt. Mit einer charmanten alten Dame, die er täglich zum Friedhof führen soll, beginnt das verwirrende Schlamassel.
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In ihrem aktuellen Projekt Gaudiopolis – ein performativer Museumsrundgang, das von 11. bis 22. Juni im Wiener Volkskundemuseum zu sehen sein wird, stellt die Wiener Künstlerin Tanja Witzmann die „wahre Geschichte einer ‚gelebten Utopie‘“ in den Mittelpunkt. Im Gespräch mit Angela Heideerzählt Witzmann über den anderthalbjährigen intensiven Arbeitsprozess und ihre Beweggründe, sich mit der Geschichte einer „Stadt der Freude“ im zerstörten Nachkriegseuropa zu befassen.
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In seiner neuen Produktion lässt Choreograf Ákos Hargitay drei Tänzer und eine Tänzerin auf einem hightech Sprungboden fliegen, springen, stürzen und wieder empor federn, der elastische Boden (ground) fängt sie immer wieder auf. „When you fall I will be there: ground“ ist bei der Premiere im F 23 WirFabriken auf der Breitenfurter Straße vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen worden.
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