Siruan Darbandi, Simon Schober und Kajetan Uranitsch (Kompanie Freispiel) haben ein Startup gegründet und unterhalten nicht nur das junge Publikum ab 11 mit einer bitterbösen Satire auf das Erfolgsstreben und die dazu passenden aggressive Marketingmethoden. In einem Kurzseminar werden die Zuschauer:innen zum Homo perfectus. Der erste Schnellkurs hat am 8. November im Dschungel Wien stattgefunden. Noch gibt es Sonderangebote für Kursteilnehmer:innen. Nichts wie hin!
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Wi-wi-wi wimmert das neugeborene Gänschen und seine Mutter, also das Lebewesen, das Martina, so wird sie genannt werden, als Mutter akzeptiert hat, antwortet mit tiefer Stimme, wie es sich gehört: Gang-gang-gang. Die Mutter wird als der Vater der Ethologie, der vergleichenden Verhaltensforschung, vor 50 Jahren den Nobelpreis erhalten. Geboren ist Konrad Lorenz vor 100 Jahren in Wien. Auf lockere Art und Weise erzählt Ilona Jerger seine Lebens- und Forschungsgeschichte.
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Wenn nach wochenlangem Nachdenken, Sammeln und Probieren endlich ein fertiges Stück gezeigt werden kann, das den Eindruck erweckt, es entstünde hier und jetzt unmittelbar vor dem Publikum, dann kann man ganz sicher sein, dass die Schallundrauch Agency, geleitet von Janina Sollmann und Gabriele Wappel, mit ihrem Team zu sehen, zu hören und zu bestaunen ist. Und das, man glaubt es kaum, seit 20 Jahren. An Frische und Unmittelbarkeit hat Schallundrauch nichts eingebüßt.
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Die argentinische Kunstkritikerin María Gainza, geboren 1975 in Buenos Aires, beherrscht die Kunst des perfekten Flunkerns. Wenn sie in ihrem Roman Schwarzlicht / La luz negra über Original und Fälschung, Fälscher, Künstler und Sammler erzählt, befindet man sich bald in einem Labyrinth, in dem Realität und Fantasie, Historisches und Erdachtes, Licht und Schatten verschmelzen. Statt „So war es“, bietet die Autorin unterhaltsamen Zweifel an: „So könnte es gewesen sein. oder doch ganz anders."
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Eine Einladung ins Eldorado, vormals Universum, freundlichst ausgesprochen vom ideenreichen Kollektiv Spitzwegerich. (Gehäuse) nennen die Wegeriche (die Medizin bescheinigt ihnen „Reizmilderung und Entzündungshemmung“) die Aufführungsserie in vier Etappen, deren letzte, (Gehäuse): Aurum, im neuerdings „Theater am Werk“ benannten Gehäuse unter dem Petersplatz in Wien am letzten Oktobertag premierenadäquat bejubelt worden ist. Trotz Halloweenabend ist nicht gegruselt worden, hingegen überrascht, fasziniert, ein wenig verwirrt und bestens unterhalten.
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Was nicht erforscht, festgestellt, aufgezeichnet oder mündlich kommuniziert wird, ist nicht vorhanden. Die Tänzerin und Choreografin Elizabeth Ward befasst sich mit dem Gebliebenen und dem Verschwiegenen im Körpergedächtnis der Tänzerinnen und Tänzer. Sie beschäftigt sich mit den Gärten im 17. Jahrhundert und findet in den Regeln Gemeinsamkeiten mit den Tänzen aus dieser Zeit. "Hedera Helix" ist eine Choreografie für vier Tänzer:innen, Licht und Musik, gezeigt im Tanzquartier.
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Die amerikanische Lyrikerin und Schriftstellerin Sylvia Plath (1932–1963) hat vor allem Kolleginnen und Kollegen befeuert, sich mit ihrem Leben und ihren Gedichten auseinanderzusetzen. Ihre Ehe mit dem britischen Dichter Ted Hughes und das schwierige Leben mit ihm waren eher dem Boulevard vorbehalten. Ihre Gedichte gelten als „Confessional Poetry“, und eine Art bekennende Prosa schreibt auch die schwedische Autorin Elin Cullhed mit ihrem Roman „Euphorie“. Notwendig ist dieser Roman nicht.
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Über Jahre, dokumentiert sind sieben, hat sich für Leonard Cohen die Arbeit an seinem Song „Hallelujah“ hingezogen. Und als der kanadische Dichter endlich ein Ende gefunden hatte, lehnte die Plattenfirma das Album ab. In ihrem Dokumentarfilm „Hallelujah: Leonard Cohen, A Journey, A Song“ erzählen Daniel Geller und Dayna Goldfine die Geschichte eines und zugleich die Hochs und Tiefs im Leben Leonard Cohens, der mit 82 Jahren im November 2016 gestorben ist.
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Aus 32 Lautsprechern tönt es, laut und ganz leise, grollend und sirrend. Menschliche Stimmen mischen sich darunter, zwei Tänzer und eine Tänzerin bewegen sich zwischen den schwarzen Tonkörpern, ergänzen, live singend, die elektronischen Klänge, die Lichtregie spielt mit und das Publikum bewegt sich mittendrin. „Blackboxed Voices“ nennt die Komponistin Martina Claussen ihre jüngste Komposition, die im Rahmen von Wien Modern in der großen Säulenhalle des Semperdepots (Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste) uraufgeführt worden ist.
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Drei Frauen spielen eine Rolle in Elisabeth R. Hagers drittem Roman. Tapfere Außenseiterinnen, die in einem Tiroler Dorf ihr Leben selbst bestimmen wollen. Wären da nicht der beißende Humor und ineressant erzählte Geschichte der Autorin, die auch Klangkünstlerin ist und in Berlin beim Deutschlandfunk arbeitet, könnte der Roman, in dem die Natur eine bedeutende Rolle spielt, als moderner Heimatroman durchgehen.
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