Alles wird besser. Nachdem in der ersten Vorstellung die zahlreichen Debütant*innnen – etwa 99,9 % aller Mitwirkenden – ohne eine einzige Probe auf der Bühne ihre Wege, mitunter auch die Partner, haben finden müssen, haben die Solist*innen nach mehreren Auftritten ihre Balance wieder gefunden, das Ensemble hat sich konsolidiert. Der Höhepunkt des 2. Aktes, die gegeneinander bewegten Arabesques von 26 Wilis, wird mit spontanem Applaus bedacht. Am Ende zeigte sich das Publikum mit den Solist*innen und dem Corps recht zufrieden. Dass Masayu Kimoto seinen ersten Auftritt als Herzog Albrecht gehabt hat, wurde kaum registriert.
Im Grunde ein gutes Zeichen.

Mit einem Zitat aus dem berühmten Roman von Jeremias Gotthelf „Die schwarze Spinne“ beginnt Christoph Poschenrieder sein neues Werk, „Kind ohne Namen“. Wie Gotthelf erzählt auch Poschenrieder von verdrängter Kollektivschuld, von den Fremden, die von den Alteingesessenen nicht akzeptiert werden, vom verführerischen Teufel in Menschengestalt und den verschwimmenden Grenzen zwischen Gut und Böse. Gekonnt paraphrasiert er die Elemente aus Gotthelfs romantisch-moralischem Meisterwerk, erschienen 1842.

Ernst Stricker verstrickt sich. Der Bibliothekar hört das Telefon in einer Zelle läuten und hebt ohne Nachzudenken ab. Eine ihm fremde Frau redet ihn mit seinem Vornamen an und bittet ihn, sie umgehend zu besuchen. Wer A sagt, muss auch den Besuch wagen. Und damit beginnt eine wundersame Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückführt und auch auf die Gletscher des Jungfrauengebiets in der Schweiz. Autor Franz Hohler ist Schweizer, lebt in Zürich ,und wenn er nicht auf die Berge kraxelt, schreibt er. Zum Beispiel einen Roman voller Geheimnisse und Überraschungen: „Das Päckchen“.

Vier Fälle hat Leopold Wallisch, genannt der Lemming, gelöst, bis er den Detektiv an den Nagel gehängt und sich mit Frau und Kind zurückgezogen hat und Nachtwächter im Tiergarten ist. Jetzt aber, nach zehn ruhigen Jahren, ist er wieder zurückgekehrt und hat gleich den bereits aus dem vierten Teil der Lemming-Serie, „Lemmings Zorn“, bekannten Bezirksinspektor Polivka mitgenommen. Zu zweit gelingt es ihnen, eine mörderische, geldgierige Familie auszurotten. Stefan Slupetzky ist mit der „Rückkehr des Lemming“ wieder eine wunderbare Wiener Kriminalgeschichte gelungen, die vor Wortwitz und skurrilen Ideen sprüht. Die zwei detektivischen Käuze und ein kurioses flügellahmes Vogelpaar spielen ihre Rollen perfekt.

So geht es auch: Weniger Debüts, eine erfahrene Erste Solistin, die ihren debütierenden Partner sorgsam leitet und ein Corps de Ballet, harmonisch, sicher auf der Spitze, energisch im Bauerndress, anmutig im weiß wallenden Tutu. Diese zweite Vorstellung in der „Giselle“–Serie 2017 / 18 sollte die erste sein, denn vor allem Liudmila Konovalova, auch die beiden Solo-Wilis, Rikako Shibamoto und Elena Bottaro zeigten mühelos, wie schön und aufregend dieses romantische Ballett sein kann. Mit seinem Rollendebüt als Herzog Albrecht fügte sich Robert Gabdullin nahtlos ein. Flinke Beinarbeit und saubere Sprünge bescherten ihm im 2. Akt verdienten Applaus.

So viele Sternchen neben dem Namen der Tänzerinnen und Tänzer habe ich noch nie auf dem Programmzettel gesehen. Sternchen, das bedeutet: Sie oder er tanzt diese Rolle zum ersten Mal. Schwierig und aufregend! Nicht nur für Nina Poláková in der Titelrolle, auch für Denys Cherevychko als Herzog Albrecht, das entzückende Bauernpaar Natascha Mair und Dumitru Taran. Auch Bauernmädchen und -burschen, Winzerinnen und Winzer und nahezu alle im finsteren Wald tanzenden Wilis haben ihre persönliche Premiere. Der Applaus tröpfelt anfangs recht zäh, steigert sich aber am Ende zu begeisterter Zustimmung für die Tänzer*innen und auch den Dirigenten Valery Ovsyanikov.

Mit einem doppelten Premierenabend eröffnete der Dschungel, das Theaterhaus für junges Publikum, die neue Saison 2017/18. Etwas großzügig ausgedrückt, kann gesagt werden, dass die beiden Compagnien – schallundrauch agency und Theater foXXfire! – den Breitengrad des Dschungel abdecken. Der Längengrad wird im Lauf der Saison vermessen. „Gott und die Welt“ nennen schallundrauch die neue Performance mit Tanz, Theater und Livemusik; „Groove!“ ist der Titel des auf den Rhythmus fixierten Tanztheaters von foXXfire! Das Premierenpublikum, mehrheitlich aus der angepeilten Zielgruppe längst herausgewachsen, zeigte sich von beiden Uraufführungen begeistert.

Klaus Cäsar Zehrer hat sich des angeblich „intelligentesten Menschen aller Zeiten“ angenommen und aus seinem interessanten Leben einen Roman über William Sidis, vollgepackt mit historischen Fakten, geschrieben. Man benötigt eine gute Portion Durchhaltevermögen – die Sidis nicht hatte –, um sich bis zu seinem Tod mit 46 Jahren durchzukämpfen. Doch hat Zehrer nicht nur das Leben des Wunderkindes erforscht, sondern gibt auch einen Einblick in den Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA bis zum 2. Weltkrieg.

Der Publikumserfolg seiner Verfilmung von Marlen Haushofers 1963 erstmals erschienenen Roman „Die Wand“ lässt Regisseur Julian Pölsler nach einer zweiten Literaturvorlage greifen. Auch die bekannte Erzählung „Wir töten Stella von Haushofer, erstmals erschienen 1958, wird bebildert und landet auf der Kinoleinwand. Wie fünf Jahre zuvor spielt Martina Gedeck die Hauptrolle, wieder eine Icherzählerin. Sie scheitert am öden Leben als Hausfrau und Mutter im goldenen Käfig, wagt nicht, auszubrechen, flüchtet sich in Gefühlskälte und Teilnahmslosigkeit.

Die diesjährige Ausgabe von Salam Orient, dem Festival für Musik und Kunst aus dem orientalischen Kulturraum, findet heuer mit einigen Neuerungen von 17. bis 31. Oktober 2017 in Wien statt. Festival-Gründer und Intendant Norbert Ehrlich hat nach 15 erfolgreichen Jahren das Festival mit diesem Jahr an zwei Kolleginnen übergeben. Die beiden neuen Verantwortlichen, Katrin Pröll und Martina Laab, sind seit vielen Jahren als Veranstalterinnen mit Schwerpunkt auf Weltmusik im In- und Ausland tätig. Inhaltlich werden sie bei Salam Orient weiterhin ein hochkarätiges Programm klassisch-traditioneller als auch aktueller Musik, Kunst und Kultur aus dem Orient präsentieren. Dem Erscheinungsbild des Festivals haben sie mit neuem Design und neuer Website einen frischen Anstrich verliehen.

Was tun, wenn man erfährt, dass man ein behindertes Kind erwartet? Ausgehend von dieser Frage entwickelt Thomas Fürhapter seinen filmischen Essay: “Die dritte Option”. Er  setzt Einzelschicksale im Zeitalter von Pränataldiagnostik und Biopolitik in einen gesellschaftspolitischen Zusammenhang. Hochaktuell, aber keine leichte Kost, auch wenn man nicht betroffen ist.

Richard O’Briens "Rocky Horror Show" war von Anfang an mit nichts zu vergleichen: Schon kurze Zeit nach ihrer Uraufführung 1973 am Royal Court Theatre in London wurde sie zum weltweiten Phänomen. Mehr als 20 Millionen Menschen haben das schräge Märchen für Erwachsene schon erlebt. Auf ihrer Europatournee macht die legendäre Show, frisch gewaschen und onduliert, auch wieder in Wien Station.

Das Volkskundemuseum im Gartenpalais Schönborn ist nicht nur ein Hort alter Schätze, sondern auch der bereits gut eingeführte Ort für einen originellen, kulinarischen Vormittag. Performance-Brunch-REAL entrollt sich in Haus und Hof in der Laudongasse und bietet Bewegtes und Verzehrbares für die ganze Familie.

Corinne Eckenstein, künstlerische Leiterin und Direktorin des Dschungel – Theaterhaus für junges Publikum, kann gemeinsam mit der kaufmännischen Direktorin Alexandra Hutter von einer erfolgreichen ersten Saison unter ihrer Leitung berichten. Im Pressetreffen gab sie vor der Eröffnung der neuen Saison am 21. September 2017 eine Vorschau auf ausgewählte Theater- und Tanzstücke, Kooperationen und das umfangreiche Vermittlungsprogramm.

Bert Gstettner / Tanz*Hotel ist zum American Dance Guild Performance Festival nach New York eingeladen. Er wird gemeinsam mit Matthias Mollner  einen Auszug aus seiner Choreografie MEDUSA*ODE zeigen. Das ADG Festival 2017, welches im Ailey Citigroup Theater, im Herzen von Manhattan stattfindet, steht für die große Bandbreite an zeitgenössischem Tanzschaffen.

Zwei Frauen erinnern sich. Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können. Die eine, Katia Mann, Muse, Sekretärin, Ehefrau eines großen Dichters, die andere, eine Wiener Filmschauspielerin, die in den 1940er Jahren Hollywood-Karriere gemacht hat, sechs Mal verheiratet war und bald in der Versenkung verschwand. Der Dramatiker Helmut Korherr hat den beiden Damen je einen Mnolog gewidmet. Erika Deutinger ist Katia Mann, Christian Spatzek Hedy Lamarr, geboren als Hedy Kiesler. Ein ebenso unterhaltsamer wie eindrucksvoller Abend im KiP – Kunst im (Café) Prückel.

Mit „Mary“ vollendet Aris Fioretos sein griechisches Triptychon. Es ist die Geschichte einer jungen Architekturstudentin, die gerade erfahren hat, dass sie schwanger ist und am selben Tag während eines Studentenaufstandes verhaftet wird. Griechenland i1973, m letzten Jahr der Militärregierung. Mary landet im Gefängnis, eine Anklage gibt es nicht. Sie erzählt selbst von ihrem Jahr der kaum vorstellbaren Qualen und ihrem mit Bedacht gefassten Entschluss, um nicht zum Tier, zur Ratte, zu werden.

Orpheus will seine verstorbene Eurydike aus dem Reich des Hades zurückholen. Will sie auch mit ihm gehen?  Elfriede Jelinek  lässt in "Schatten (Eurydike sagt)" die Betroffene selbst reden. Ihr ist das Schattenreich lieber als die grelle Welt. Sabine Mitterecker inszeniert den Text als Drei-Personen-Stück.

Die Blase ist geplatzt. Die Rezession hat auch das kleine Dorf in Irland erreicht. Die örtliche Baufirma, die das gesamte Dorf ernährt hat, ist pleite, der korrupte Jungchef hat sich abgesetzt. Die Abgaben an die Behörden hat er behalten, die Löhne ist er schuldig geblieben. Aus 21 Stimmen formt Donal Ryan das differenziertes Portrait einer Gemeinschaft zwischen Wut und Angst.

Im dunklen Saal leuchten nur die Gesichter der jungen Darsteller_innen, angestrahlt von ihren Handy-Displays. Noch wird gekichert und geschwätzt im Saal, auf der Bühne ist es still. Sanft schaukeln die Mädchen und Buben auf den Strickleitern. Dann brandet auf der Bühne Lachen auf, das lässt die Schülerinnen und Schüler, manche kennen die Mitspieler_innen aus der Schule, verstummen. Jetzt hat die Bühne die ganze Aufmerksamkeit und das bleibt so, 70 Minuten lang, wenn sechs Mädchen und Buben das spielen und tanzen, was sie bewegt. „Running Wild“ eröffnet die neue Saison im Dschungel mit Corinne Eckenstein als Direktorin.

Der dreiteilige Abend mit Werken von Hans van Manen, Jiří Kylián und dem jungen Choreografen Alexander Ekman ist nach der Premiere in der vergangenen Saison wieder auf dem Spielplan des Wiener Staatsballetts. Aufgefrischt und mit einigen Neubesetzungen. Zwei unsterbliche Werke der Neoklassik rahmen die Choreografie eines Meteors am Tanzhimmel ein. Also ein Abend, der jedem Geschmack etwas bietet, kühle Körpergeometrie, betörende Erotik und frohes Hüpfen in der Mitte. Das Publikum liebt die mehrteiligen Abende, sagen die Auslastungszahlen.

Das von Aline Kristin Mohl und Regina Picker eingeführte und bestens gepflegte Format des Performance Brunch hat wieder mal im Wiener Volkskundemuseum stattgefunden und weil sämtliche Schwellen eingeebnet sind, kommen Interessierte jeglichen Alters, um mit allen Sinnen zu genießen. Seit 1917 befindet sich das Museum mit seiner reichen Sammlung im Gartenpalais Schönborn und das – Haus und Garten – macht die kulinarisch unterstützten Vorführungen besonders delikat.

Ein Blick in die Zukunft. Als Höhepunkt des Ausstellungssommers 2017 zeigt das Museum der Moderne Salzburg eine Werkschau des international gefeierten Künstlers William Kentridge. Die Ausstellung wird sich über beide Häuser, Mönchsberg und Rupertinum, erstrecken und in einer eigenen Sektion erstmals die Theater- und Opernarbeit von Kentridge berücksichtigen

Schön öfter hat Yosi Wanunu, künstlerischer Leiter der von ihm mitbegründeten Formation toxic dreams, gezeigt, dass er ein Verehrer des Kinos in seinen Anfängen ist. Diesmal lässt er die in den 1930er Jahren in den USA überaus populäre Screwball-Komödie wieder aufleben. Wie in dem Hollywood Genre geht es um die Unvereinbarkeit von Gegensätzen. „Thomas B. or Not“ im brut, ist eine Komödie über das Theater. Avantgarde oder Mainstream, Off-Theater oder städtische Bühne! Sie und Er können sich auch in zwei Stunden nicht einigen. Was dem Publikum großes Vergnügen bereitet und es sich, wie jedes Premierenpublikum, hell begeistert und quietschend bedankt.

Mit einem gut gemischten Abend eröffnete das Ensemble unter Sasha Waltz die Tanzsaison im Festspielhaus St. Pölten. „Sacre“ nennt die Choreografin den dreiteiligen Abend, der mit Debussy beginnt und nach Berlioz samt Pause Waltzs Interpretation von Igor Strawinskys unsterblicher, hundertjähriger Ballettmusik „Le sacre du printemps“ zeigt. Schon in der Einführung hat Intendantin Brigitte Fürle dem Auditorium klar gemacht, wer Sasha Waltz ist, „in Deutschland die Größte“. Da weiß man was man bekommt. Dementsprechend enthusiastisch ist der Applaus.

Die Entstehung der Welt, von Tier und Mensch in zweieinhalb Stunden. Ein Experiment. Makemake will die großen Rätsel der Menschheit lösen, erforschen ob die Katastrophen der Erdgeschichte vielleicht Wunder sind, die Sackgassen und Irrwege entdecken, die auf dem Weg liegen. Die abenteuerliche Reise durch die Evolutionsgeschichte endet nach munterer Belehrung und unvermuteten Entdeckungen im Genesis-Park, im neuen Spielort F 23. Mit dem Urknall wird gestartet, wenn die Reise durch die Evolution beginnt. Makemake führen durch die Entwicklung der Welt und landen im erlebnisreichen Genesis Park.

Alles perfekt im bis auf den letzten Platz gefüllten Haus. Nina Poláková debütiert glanzvoll als Médora; Natascha Mair tanzt ebenso glänzend zum ersten Mal die Gulnare. Denys Cherevychko ist der wilde, verliebte Korsar schlechthin und Ioanna Avraam entzückt mit Partner Masayu Kimoto (Birbanto) als Zulméa.

In ihrem neuen Roman, „Das Wasser unserer Träume“, erzählt Maria Bodrožić von einem namenlosen Mann, der mit einem Locked-in-Syndrom im Bett liegt. Er kann sich an nichts erinnern, hat sich quasi selbst verloren, weiß weder wo er ist, noch wer er ist. Niemand in seiner Umgebung bemerkt, dass er in seinem Körper lebt, denkt, fühlt und träumt, nur nach außen dringt nichts.

Die gelungene Inszenierung der Stubenoper des bayerischen Kabarettisten Georg Ringsgwandl durch Dora Schneider mit Linde Prelog als so verwirrter wie bewusster Altbäuerin hat im Herbst des Vorjahres im KosmosTheater das Publikum so begeistert, dass sie weder aufgenommen wird. Was urkomisch mit Spiel und Gesang und gut gesetzten Pointen beginnt, endet in bedrückender Realität. Schonungslos kritisiert Ringsgwandl die Gesellschaft in Stadt und Land.

Tänzerinnen, Derwische, Vortragende, Poeten und natürlich Musikanten treten auch heuer wieder beim alljährlichen Festival der Kulturen „Salam.Orient“ auf. Die Künstler_innen kommen aus dem Irak und Iran, aus Palästina und der Türkei, manche sind auch in Österreich beheimatet. Sie treten an verschiedenen Spielorten auf, machen Musiktheater für Kinder im Haus der Musik oder lesen aus ihrem Roman über das schwierige Leben im Gazastreifen in der Hauptbücherei.

Die Volksoper eröffnet die Ballettsaison 2016/17 mit der beim Publikum überaus beliebten Choreografie „Die Schneekönigin“ von Michael Corder. Am 24. September wird die Erste Solotänzerin Ketevan Papava zur Musik von Sergej Prokofjew die Titelrolle zum ersten Mal tanzen. In den Rollen des jungen Liebespaares, das von der eisigen Königin getrennt wird, sind Solotänzerin Alice Firenze mit dem mehrfach preisgekrönten Ersten Solotänzer Davide Dato zu genießen.

23 Romane hat die Amerikanerin Jodi Picoult bereits geschrieben. Alle sind erfolgreich und für nahezu alle verwendet sie das gleiche Rezept: Fakten und Fantasie werden zu einer spannenden leicht zu lesenden Geschichte gemischt. In dem jüngst übersetzten, „Die Spuren meiner Mutter / Leaving Time“ erzählen die Personen der Handlung selbst. Nur die Elefanten, die eine zentrale Rolle in dem Roman spielen, können nicht sprechen. Über sie berichtett Alice, die Mutter der 13jährigen Jenna, die auf der Suche nach ihr ist. Niemand weiß, ob Alice nicht schon lange tot ist.

Mit einem fulminant getanzten „Corsaire“ in der Choreografie von Manuel Legris hat das Wiener Staatsballett die neue Saison eröffnet. Solotänzerin Nina Tonoli brilliert als Gulnare im ersten Akt, die Erste Solotänzerin Maria Yakovleva im zweiten als Médora, alle beide im „lebendigen Garten“ des dritten. Robert Gabdullin, Conrad, der Korsar, hat in der Sommerpause einiges an Temperament gewonnen. Der Applaus im ausverkauften Haus war heftig.

Veronika Glatzner hat Franz Kafkas unvollendeten Roman „Der Prozess“ gelesen und ließ sich inspirieren. Zu einem Theaterabend über und mit den Frauen, die, nicht nur Franz K., die Hauptfigur, umschwärmen. In ihrer ersten Regiearbeit, zeigt die viel gelobte Schauspielerin auch in der Teamführung Talent. Präzise wird das vierköpfige weibliche Ensemble, ,Ks Frauen“, geführt, perfekt wird die Bühne genützt, die gar keine ist sondern eine leestehende Wohnung, aufs Feinste wird das Publikum unterhalten und mitunter auch einbezogen. Vierte Wand gibt es keine und die geht auch nicht ab.

Seit zehn Jahren gibt es das Off-Theater, ein Spielort in der Wiener Kirchengasse. Anlass genug um es den Großen gleich zu tun und eine Pressekonferenz zu Saisonbeginn zu veranstalten. Permanent angesiedelt im Off-Theater sind das bernhard ensemble und die Märchenbühne Apfelbaum. Für die Märchenbühne und Gastspiele steht die Off.Open.Box zur Verfügung; Eigen- und Koproduktionen werden in der Off.White.Box gezeigt.

Maria Yakovleva, Erste Solotänzerin des Wiener Staatsballetts, erhielt Anfang September 2016 auf der italienischen Insel Capri für ihre Darstellung der Médora in Manuel Legris’ Choreografie „Le Corsaire“ den Premio Capri Danza. Zugleich hat auch der Erste Solotänzer Davide Dato für seine Interpretation des Basil in „Don Quixote“ (Choreografie: Rudolf Nurejew) den Capri Tanzpreis erhalten.

Mit einer schwarzen Komödie eröffnet das brut die Saison 2016/17. Mit Wiener Performancegruppe in der Regie von Yosi Wanunu will sich einen Jux machen – über alles und alle. „Thomas B or Not“ schnurrt in der bekannter und beliebten Manier der giftigen Träume ab. Auch die renommierten Gruppen Rimini Protokoll und Showcase Beat Le Mot und einige mehr haben sich für die beiden Eröffnungswochen angesagt.

Im Volkskundemuseum findet zum sechsten Mal ein Performance Brunch Real statt. „Flausn Real“ ist die Klammer, die geistige und körperliche Nahrung zusammenhält. Zeitgenössische, performative Kunst und Essen und Trinken für die ganze Familie. Aline Kristine Mohl und Regina Picker haben das Format 2014 entwickelt und seitdem perfektioniert. In Kooperation mit dem Volkskundemuseum werden nicht nur die Räume sondern, wenn es das Wetter erlaubt, auch der Hof. In den Pausen kann man durch den Garten wandern.

Was den Tanz betrifft, so ist Kärnten keineswegs ein grünender Garten, eher eine ziemlich trockene Wüste. Weder in Spitzenschuhen noch ganz und gar ohne Schuhe, weder im bunter Hülle noch im Nacktkostüm: In Kärnten haben es Tanz und Performance (samt allen Ausübenden) eher schwer. Das soll sich jetzt ändern. Die 1. Tanzwochen Klagenfurt wollen die Kunst des bewegten Körpers einem großen Publikum nahe bringen. Das klug gewählte Programm dieser 1. Tanztage wird vom 20. September bis 1. Oktober in Klagenfurt gezeigt.

Dschungel, das Theaterhaus für junges Publikum im Museumsquartier, beginnt die Saison 2016/17 unter neuer Leitung. Corinne Eckenstein hat den 12 Jahre als künstlerischen Leiter amtierenden Stephan Rabl abgelöst und die künstlerische Leitung übernommen. Die kaufmännische Leitung obliegt Alexandra Hutter. Am 23. September wird der neue, wilde Dschungel mit zwei Produktionen feierlich eröffnet.

Zum 38. Mal finden in Mistelbach im Weinviertel die internationalen Puppentheatertage statt. „Magische Orte“ lautet das Motto für Erwachsene und Kinder. Vom 21. bis 26. Oktober gastieren 16 Theatergruppen aus 12 Ländern. Dänemark und Kroatien sind ebenso zu Gast wie Frankreich und Italien oder Malaysia und Neuseeland. An sechs Festivaltagen werden in Mistelbach und Umgebung 24 ausgewählte Inszenierungen für unterschiedliche Altersgruppen, vom Krabbelkind bis zur Großmama, gezeigt.

Der Schriftsteller und Dramatiker Bruno Pellandini, geboren 1966 in St. Gallen, lebt seit mehr als 20 Jahren in Wien. Mit seinem jüngsten Roman hat er den Echtheitstest bestanden: Pellandini ist längst ein Wiener mit Charme und Witz und guter Ortskenntnis. Die romantische Geschichte zwischen Pernilla und Ildefons ist köstlich wie das Nougatkonfekt, dessen Namen der männliche Protagonisten trägt: Ildefonso.

Sag’ ma, du bist … und ich bin …“. Viele Spiele im Kinderzimmer fangen so an. Die Schauspielerin Mira Tscherne und der Musikwissenschaftler Marko Kölbl spielen das Spiel auf der Bühne des Dschungel: eine mutige Frau, ein höflicher Mann. Mit viel Gespür für die Zuschauerinnen im Volksschulalter erzählen die beiden, singend und Possen reißend, dass auch gelobte Eigenschaften zum Gefängnis werden können. "Höflich wie ein Löwe" ist eine gelungene Performance.

Die jüngste Ausgabe der Vierteljahresschrift des Universitäts-Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft ist mit dem bunten Bild eines Kirschbaums geschmückt und trägt auch einen raffiniert verändert Titel: Statt „Maske und Kothurn“ ausnahmsweise „Meister und Kothurn“. Denn dieses „Heft 3-4“ des Jahrgangs 61 ist ganz und gar und ausnahmsweise der ao. Prof. Monika Meister gewidmet.

Nach 12 Jahren als Direktor an der Spitze des Wien Museums endet mit Ende September die Amtszeit von Wolfgang Kos. Unter seiner Leitung wurde das „Historische Museum der Stadt Wien“ in „Wien Museum“ umbenannt, durch ihn wurden neue Standards in Ausstellungsgestaltung, Corporate Design und Veranstaltungsprogramm gesetzt.

Sie sollen an den Tod erinnern und zugleich das Leben feiern. Das Projekt „Feiert das Leben!“, eine Kooperation der Caritas mit dem Kunsthistorischen Museum, wurden bekannte Personen eingeladen, sich mit dem Tod, einem unabdingbaren Bestandteil des Lebens, auseinanderzusetzen und sich für das Abnehmen einer Lebensmaske zur Verfügung zu stellen. Die von Künstler_innen bearbeiteten Lebensmasken sind jetzt im im Kunsthistorischen Museum ausgestellt.

Der Erfolg ihrer Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Aktionismus,  "Lemonism ≈ Actionism" während des Festivals ImPulsTanz im Sommer, animiert die Tänzerin und Choreografin Akemi Takeya, die Performance während der Langen Nacht der Museen drei mal zu wiederholen.

Zum dritten Mal haben Bühnenkünstlerinnen im Volkskundemuseum, Wien den Performance Brunch REAL veranstaltet, im Rahmen dessen kurze und überaus kurzweilige Performances mit Nahrung für den Leib ergänzt werden. In den Pausen Getränke und Brötchen, zum Abschluss das große Fressen. Veranstaltet wird die Matinee am Wochenende von den Performerinnen Regina Picker und Aline Kristin Mohl.

Die Berliner Choreografin und Opernregisseurin Sasha Waltz lässt sich gern von Räumen inspirieren. Da hat ihr die Einladung gefallen, mit ihrer Compagnie das restaurierte Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel und das neu von Zaha Hadid erbaute MAXXI (Museum des 21. Jahrhunderts) in Rom tanzend zu eröffnen. Aus Elementen dieser beiden Performances hat Waltz eine Bühnenversion erstellt. Im Festspielhaus St. Pölten wurde „Continu“ erstmals von einem Orchester unterstützt.

Mit einem Festival wird im Oktober der orientalischen Kultur gehuldigt. Gäste aus Palästina, Ägypten, der Türkei, Mali oder dem Iran kommen nach Wien und bringen ihre Musik, ihre Tänze oder Gedichte mit. Durch die Vermischung von westlicher und orientalischer Kultur sind neue Ausdrucksformen der Künstler entstanden, die an das Publikum appellieren, neue Perspektiven einzunehmen.

Zwei Wochen lang bietet Slam.Orient ein vielfältiges Programm mit Konzerten und Tanzvorführungen, mit Vorträgen, Diskussionen und Lesungen. Manche der Künstler_innen mussten ihr Geburtsland verlassen und leben im Exil. Die mitgebrachte Kultur hat sich mit der des Westens vermischt und eine neue Ästhetik hervorgebracht. Andere sind geblieben, um mit ihren Ausdrucksmitteln gegen Gewalt und Unterdrückung und für Freiheit zu kämpfen.

Um nur einige Beispiele zu nennen: „Hoffen auf den Olivenzweig – Saitun El Amal“ nennt der Musiker Marwan Abado seine Performance mit der Palästinenserin Viola Raheb. Gemeinsam wollen sie einenklischeefreien Blick auf das heutige Palästina werfen. Weltmusik bringen Natacha Atlas & Group aus Ägypten mit; Vater und Sohn Dinkjian (Omnik, Gesang & Ara, Oud) haben ihre Wurzeln in Armenien und bringen mit ihrem Ensemble alte armenische Weisen in neuem Gewand zu Gehör; die iranischen Musiker Hossein Alizadeh, Alireza Ghorbani & Zarbang Enemble haben ihr Konzert klassischer iranischer Musik unter das Motto „Liebestrunken“ gestellt; auch an ein Programm für Kinder und Jugendliche ist gedacht. Feyza Akinerdem spricht über die Frauenbeegung. © Feyza Akinerdem
Vorträge mit Publikumsdiskussion und eine Lesung der türkischen Menschenrechtsaktivistin Fethiye Çetin, die von ihrer armenischen Großmutter, deren Schicksal vom Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg bestimmt worden ist.

Das genaue Programm und die Spielorte finden sich auf der Website des Festivals.

Salam. Orient – Festival für Musik, Tanz und Poesie aus orientalischen Kulturen. 14. bis 31. Oktober. Eröffnungskonzert: Le Trio Joubran, Palästina, 14. Oktober, 19.30 Uhr im Theater Akzent.

An Goethes Klassiker sind schon viele Inszenierungen gescheitert, die ihn kategorisch in die Gegenwart transferieren wollten. Auch die wundersamen Knittelverse vertragen keine Übersetzung in moderne Vulgärsprache. Einen Geniestreich bietet dagegen Gernot Plass mit seiner Bearbeitung am TAG Theater in der Gumpendorfer Straße. Unbedingt anschauen!

Zwischen Sizilien und Afrika siedelt der italienisches Autor Andrea De Carlo die Insel Tari an, auf der ein erfolgreicher Architekt eine einsame Villa in ein Luxusressort umbauen lässt. Ein Rückzugsort für die Superreichen soll diese „Villa Metaphora“ werden, mit allem Komfort, aber diskret, von der Außenwelt abgeschirmt. Versprochen, doch nicht gehalten, denn nicht nur die Natur hat ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.

Auch in diesem Jahr ist es der Viennale wieder gelungen, einen großen Regisseur des Weltkinos für die Erstellung des traditionellen Festivaltrailers zu gewinnen. Der taiwanesische Filmemacher Tsai Ming-liang hat auf Einladung der Viennale eine kleine, knapp zweiminütige Hommage an den Schauspieler Lee Kang-sheng, jenen Darsteller, der seit fast 30 Jahren in nahezu sämtlichen Filmen Tsai Ming-liangs mitgewirkt und sein gesamtes Œuvre entscheidend geprägt hat, gestaltet.

Mehr als 25 Jahre gibt es diesen Chor von wahren Amateurinnen schon, doch die Damen und Herren haben nicht genug vom Singen. Und wenn es doch so weit ist: Die nächste Generation wächst bereits heran. Immer wieder bekommen Sängerinnen und Sänger auch Lust, eine Bühne zu betreten und öffentlich zu zeigen, was sie im Lauf des Jahres erarbeitet haben. Unter dem, wie der eigene Name, etwas sonderbaren Titel „Dazwischen nicht atmen!“ treten die Küchenfeen und –hexer diesmal im ehemaligen Kabelwerk auf.

Ein großartiges Tanzstück mit drei wunderbaren Tänzer_innen, einem wenig glücklich gewählten Titel und einer falschen Altersangabe. Die Uraufführung von „Kind im Wirbelwind“ im Dschungel Wien mit dem bewährten hauseigenen Tanzensemble kann dennoch  durchaus begeistern.

Unter Tag eröffnet das Tanzquartier 24 Stunden lang die Herbstsaison 2015. Begleitet von dem Musiker und Performer Marino Formenti treffen einander im geschützen Raum der Halle G (unter der Erde) Künstler_innen, Theoretiker_innen und andere Gäste mit dem Publikum, um zu schauen, zu hören, zu diskutieren und auch zu essen und zu trinken, wenn notwendig auch zu schlafen. Das Kollektiv AO& organisiert die soziale Situation. Begegnungen sind möglich, Ereignisse finden statt, verdichten sich gegen Abend und währen bis zum nächsten Morgen.

Nahezu ein Jahr nach der gelobten Premiere des Doppelabends mit Choreografien von Thierry Malandain, stehen „Mozart à deux“ und „Don Juan“ wieder im Programm der Volksoper. Als Auftakt der Ballettsaison 2015/16. Die erste Vorstellung der neuen Serie konnte mich nicht überzeugen.

Gemeinsam arbeiten drei Künstler – der Tänzer und Choreograf Bert Gstettner, der bildende Künstler Hannes Mlenek und der Musiker Günther Rabl an einer Inszenierung zum Themenkreis „Das Floß der Medusa“. Eine erste Performance dieser laufenden Arbeit unter dem Dach von Tanz*Hotel findet am 4. Oktober in der großen Expedithalle der ehemaligen Ankerbrotfabrik statt.

Daniel Brühl als arroganter Schreiberling Sebastian Zöllner und Jesper Christensen als scheinbares Opfer, Manuel Kaminski, einst Kultfigur des Kunstmarktes, liefern sich in Wolfgang Beckers Verfilmung des Romans „Ich und Kaminski“ von Daniel Kehlmann ein spannendes Duell.

Anlässlich der Wiedereröffnung des Standorts Virgilkapelle im Dezember 2015 startet das Wien Museum heute eine Crowdfunding-Aktion auf der Plattform wemakeit.com. Mit dem Erlös soll die Publikation der umfangreichen neuen Forschungsergebnisse ermöglicht werden.

Zum zweiten Mal haben sich die Geschwister Anne und Even Holt zusammengetan, um einen Thriller zu schreiben. Das bereits im Buchtitel angerissene Thema hat wohl  der Herzspezialist Even Holt vorgegeben. Es geht um den plötzlichen Herzstillstand bei Fußballern in England, den der neue norwegische Arzt Ola Farmen bald in Zusammenhang mit einer unerklärlichen Leistungssteigerung mancher Mitglieder des FC Notting Hill bringt. Etwas hilflos wendet er sich an seine langjährige Freundin und Mentorin Sarah Zuckermann.

Philippe (Riera, Superamas) contra Philipp (Gehmacher, mumbling fish). Ein Kampf (fast) bis aufs Messer, der mit zwei Siegern endet. „The Battle“ heißt das von Superamas entwickelte Format eines performatives Wettbewerbs, der heiter und locker beginnt und im Lauf der acht Akte ganz schön hart wird. Ein intelligentes Vergnügen, auf jeden Fall für das Publikum im prall vollen Auditorium des WUK.

I wanna be a Supernatural Rocket“ nennt die Choreografin Gisela Elisa Heredia ihr erfolgreiche Choreografie. Am 26. September wird das sprühende Tanzstück als Gastspiel von tanz.coop im Theater am Markt / Brunnenpassage wieder einmal gezeigt. Drei Tänzerinnen und eine kleine Heroine als anonymer Gast wollen temperamentvoll abheben.

Der Solotänzer des Wiener Staatsballetts, Davide Dato, ist beim *Positano Premia la Danza * Léonide Massine“ als „Italienischer Tänzer des Jahres 2015“ ausgezeichnet worden.
Der renommierte Ballett-Preis „Positano Premia la Danza * Léonide Massine“ wird in Partnerschaft mit dem „Prix Benois de la Danse“ von der Gemeinde Positano vergeben.
Er ist der älteste aktuelle Tanzpreis und würdigt auch den Tänzer und Choreografen der „Ballets Russes“, Léonide Massine, der bei Positano eine Insel besaß, auf der er ein Tanzstudio geführt hat. Nachdem Massine 1979 mit 83 Jahren in Köln verstorben war,  gründete der italienische Ballettkritiker Alberto Testa den angesehenen Ballett-Preis.
Bisherige Preisträger des *Premio Positano“ in verschiedenen Kategorien waren unter anderen Margot Fonteyn, Rudolf Nurejew, Maurice Béjart, Vladimir Vassiliev, Alessandra Ferri und Roberto Bolle.

Davide Dato: Als Italienischer Tänzer des Jahres 2015 ausgezeichnet.

Seit Beginn der Saison 2015/16 heißt die ehemalige Forsythe Company in Frankfurt, „Dresden Frankfurt Dance Company“ und wird zu gleichen Teilen in Dresden / Hellerau und Frankfurt residieren.
William Forsythe hat die Direktion der Company an Jacopo Godani übergeben. Forsythe selbst ist Choreograf in residence an der Pariser Oper.

Jacopo Godani, in der ligurischen Stadt La Spezial geboren, hat in Italien und in Brüssel in Maurice Bejars Tanzzentrum MUDRA seine Tanzausbildung gemacht. Drei Jahre lang hat Godani auch bildende Kunst in Carrara studiert. Von 1991 bis 2000 war er Erster Solist in Forsythes Ballett Frankfurt. Danach arbeitete als Choreograf für nahezu sämtliche renommierten europäischen Compagnien. Nur Wien fehlt noch in seiner Werkliste.
Die Erste Premiere des neu benannten Balletts ist ein dreiteiliger Abend unter dem Titel „The Primate Trilogy“. „Der Verzicht auf alles Überflüssige, verbunden mit der virtuosen Beherrschung der Technik, wird in diesem ersten Programm - sowie allen künftigen - maßgeblich sein“, charakterisiert der Choreograf seine Ziele. Sein Motto: „Intelligent und experimentell, aber aufregend.“

Dresden Frankfurt Dance Company: Jacopo Godani: "The Primate Trilogy", Uraufführung: 1. Oktober 2015, Frankfurt, Bockenheimer Depot.
Weitere Vorstellungen in Frankfurt: 2., 3., 4; 7., 8., 9., 10. und 11. Oktober.
Danach zeigt die Company das Programm in Dresden / Hellerau.
Die nächste Uraufführung findet dann, vermutlich Anfang Februar 2016, in Hellerau statt und siedelt nach drei Wochen nach Frankfurt.

Die erste Wiener „Biennale für Kunst, Design und Architektur“ ist in ihrem letzten Drittel angelangt. Doch es gibt bis 4. Oktober Gelegenheit, die Ausstellungen im MAK, dem Az W – Architekturzentrum Wien, der Kunsthalle im Museumsquartier, der Universität für angewandte Kunst (Angewandte Innovation Laboratory am Franz-Josefs-Kai) und im technologiezentrum aspern IQ besucht werden. Das Ziel der Veranstaltungsreihe ist hochgesteckt: „Mit kreativen Ideen und künstlerischen Projekten zur Verbesserung der Welt beizutragen“.
 Schau’n Sie sich das an.

Vienna Biennale 2015,  Ideas for Change, eine Initiative  des MAK – österreichische Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst.

Im Englischen ist der living room das Wohnzimmer. Doch der Choreograf Willi Dorner und die Fotografin Lisa Rastl gehen über die Bedeutung hinaus. Ihr „living room“  ist ein „lebendiger Raum“, der zwischen Privatwohnungen und dem öffentlichen Raum des neuen Sonnwendviertels in Wien-Favoriten oszilliert, gebildet aus einem Ausstellungsprojekt innen und performativen Intervention draußen.

Also ein Probetext, damit auch ein Standpunkt da steht. Der gehört aber in die Kategorie Bühne unter "Kritisch gesehen" . Aber das Layout sollte ein anderes sein: Nur links mein kleiner Kopf, denn soll man auch nicht vergrößern. Dann sollte die intelligente Leserin bald wissen: das ist ein Komentar, eine Meinung, eine Glosse. Soll das Bild etwas kleiner eingespeichert werden.

Am 16. September startet das Wiener Staatsballett mit Thierry Malandains zweiteiligem Ballettabend "Mozart à 2 / Don Juan" in der Volksoper Wien in die neue Saison. In den feinen Pas de deux "Mozart à deux" sind Kiyoka Hashimoto, Masayu Kimoto; Alice Firenze, Eno Peçi; Nina Poláková, Alexis Forabosco; Nina Tonoli, Davide Dato; Ketevan Papava, Mihail Sosnovschi zu sehen. In Don Juan zur Musik von Christoph Willibald Gluck, uraufgeführt 1761 in Wien, tanzen László Benedek, Keisuke Nejime, Gleb Shilov, Felipe Vieira, Martin Winter die Männerrollen (Don Juan, Kontur, Tod) und das Ensemble des Staatsballetts in der Volksoper die Damen (Elvira, Furien, Mätressen. Das Orchester Der Volksoper wird von Jiři Novák dirigiert.

Mit der Uraufführung des Tanzstücks „Körper“, des ersten Teils der gleichnamigen Trilogie, startete Sasha Waltz, als erste Choreografin und einzige Frau im Leitungsteam, ihre Tätigkeit als Co-Direktorin der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Sowohl thematisch wie auch ästhetisch war „Körper“ damals, im Jänner 2000, Neuland,  für Waltz und  das Publikum. Das bahnbrechende Tanzstück wird im Oktober im Tanzquartier gezeigt.