Die von Walter Gropius nach dem 1. Weltkrieg gegründete und erbaute Kunstschule „Bauhaus“ und das damals völlig neue Konzept, vor allem Oskar Schlemmers außergewöhnliche Ideen zum Bühnentanz lassen den Pianisten Amir Ahmadi und die Tänzerinnen Paula Dominici, Anna Possarnig, Maria Shurkal nicht mehr los. Nach der Produktion „Bauhaus Tanz“ im Herbst 2017 haben sie Ende Juli 2018 im Brick-5 „Bauhaus tanzt II“ gezeigt.

Mit seiner Kunstfigur PRICE entwirft der 1986 in Rio de Janeiro geborene und in Zürich lebende Performance-Künstler und Sänger Mathias Ringgenberg eine queere, von den sozialen Medien und der Übermacht des Internets und der Bilder geprägte, verstörte und verunsicherte Person nicht bestimmbaren Geschlechts und undefinierter Herkunft. Seine Performance „Where Do You Wanna Go Today“, die im Rahmen von [8:tension] des ImPulsTanz Festivals 2018  im mumok aufgeführt worden ist , zeichnet mit Gesang, viel gesprochenem Text und Musik das Bild einer kalten Gesellschaft, in der Empathie und Liebe nur als Ziel von Sehnsüchten existieren.

Kontemplation mit einer Bahre aus den Krematorien des KZ Mauthausen im Zentrum der Bühne.
Die kanadische Performance-Künstlerin Clara Furey präsentiert mit ihrem Stück „When Even The“, das inspiriert ist vom gleichnamigen Gedicht des Musikers und Poeten Leonard Cohen, eine meditative Arbeit, die, als österreichische Erstaufführung, gezeigt im 3. Untergeschoß des mumok, durch ihre kraftvolle Ruhe, mit einer gar nicht vordergründigen Harmonie aus Skulptur, Körperlichkeit und Klang bewegt. Die von Heimrad Bäcker geschaffene Skulptur aus der ständigen mumok-Sammlung, eine leicht verformte metallisch-rostig-verbrannte Bahre aus den Krematorien des KZ Mauthausen, bildet das optische, emotionale und Deutungs-Zentrum dieser Performance.

Spitz stechen ihre Brustwarzen in den Bühnenhimmel. Clara Furey hat (horribile dictu) schöne Brüste, dass sie diese herzeigt, mit nacktem Oberkörper agiert, ist mehr als recht und billig. Gesicht hat sie keines, denn solange ich ihrer Performance „When Even The“ während des ImPulsTanz Festivals zusehe, fallen die dunklen Haare davor, manchmal bedeckt sie Augen und Mund auch mit den Händen oder Armen. Bald wähne ich mich in der Kirche, das Kino im Keller des mumok ist kühl, das ritual heilig. Ich schaue Clara Furey und ihrerm Solo: "When Even The" zu.

Mit einem Einblick in das offene Laboratorium zeigten Meg Stuart und Mark Tompkins im Arsenal, was sie mit ihren Freunden und Kolleginnen in dieser Woche so getan haben. Mit der nur lose strukturierten Performance wird als „urban Lab“ fortgesetzt, was als „rural Lab“ 2016 in dem kleinen französischen Dorf Arbecey begann, nämlich Material für ein Buch über Real Time Composition zu sammeln, das die amerikanischen Performance-Künstler Meg Stuart und Mark Tompkins gemeinsam schreiben wollen. "Serious Fun" nennt das Team die Einladung ins Labor, das so ernsthaft wie unterhaltsam ist. Für die Arbeitenden und die Teilnehmer*innen des ImPulsTanz Festivals 2018.

Kirill Kourlaev, bis 2016 Erster Solotänzer des Wiener Staatsballetts und nun Schuldirektor und Produktionsmanager, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Weltstars aus ganz Europa nach Wien zu holen, um sie in einer Tanz Gala dem Publikum vorzustellen. Der Erfolg der ersten Weltstar Gala 2017 hat ihn und seine Frau Olga Esina, Erste Solotänzerin des Wiener Staatsballetts, ermutigt, heuer zwei Gala-Abende zu veranstalten. Die Weltstar Gala 2018 findet am 13. und 14. Oktober im Volkstheater statt.

Die ruandische Künstlerin, mit britischem Pass in Frankreich lebend, widmet ihre neue Performance den Kindern, die nach dem Völkermord in Ruanda nach einer Vergewaltigung geboren sind. Ein Jahr nach der Uraufführung im Festival von Avignon zeigen Munyaneza und ihr Team „Unwanted“ im Rahmen von ImPulsTanz im Odeon.

Mit 30 Miniaturen aus 40 Jahren choreographischen Schaffens der großen kanadischen Künstlerin Marie Chouinard präsentiert das ImPulsTanz Festival im Volkstheater eine Retrospektive, die einen Einblick in ein einzigartiges Werk ermöglicht, das in seiner Vielseitigkeit und Originalität seinesgleichen sucht. Wem Marie Chouinard bisher noch nicht bekannt war, der wurde mit Sicherheit neugierig auf ihre abendfüllenden Arbeiten gemacht, doch auch wer sie  bereits kennt – seit 1988 ist die Chouinard als Tänzerin und Choreografin regelmässig im ImPulsTanz Festival vertreten –, hat Neues entdecken können. Einige der kurzen Stücke hat sie aus den Skizzenbüchern heraus eigens für diese Performance zu tänzerischem Leben erweckt.

Bodyparkour – ein neuer Begriff im Tanzlexikon. Der Choreograf, Tänzer und Workshopleiter Ákos Hargitay hat die Verbindung aus Body (Körper) und Parkour geschaffen, um den von ihm entwickelten Tanzstil zu definieren. Bodyparkour ist die Grundlage seiner Choreografien; Bodyparkour dient als Basis seiner Workshops, die er für Jung und Alt anbietet, auf der Matte oder im Metallgerüst The Cube; im geschlossenen Raum oder unter offenem Himmel, bei Sonnenschein und, gewürzt mit besonders viel Spaß, auch im Regen.

Auf dem Wiener Heldenplatz, einem so beladenen Ort, zu Füßen des Altans, von dem Adolf Hitler am 15. März 1938 den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich verkündete, zeigten 16 PerformerInnen unterschiedlichen Alters und verschiedener Hautfarbe mittels einer „Somatischen Demonstration“, wie mit Geschichte und der Gestaltung zukünftigen Zusammenlebens umgegangen werden kann. „ iChoreography – Conversations; A Somatic Demonstration“ nennen die beiden Choreografinnen / Performerinnen, Valerie Oberleithner und Magdalena Chowaniec, ihre Arbeit für das ImPulsTanz Festival 2018. Es ist die Fortführung und Weiterentwicklung einer partizipativen Performance, die die beiden Künstlerinnen im März 2018 unter dem Titel „iChoreography Kurort, – eine Therapie Performance“ mit fünf Teenagern im WUK veranstaltet haben.

Einer der produktivsten und erfolgreichsten Autoren Italiens hat auch mit 93 Jahren nichts von seiner Fantasie und Erzählfreude verloren. Mit seinem neuen Roman, „Jagd nach einem Schatten“, vermischt Andrea Camilleri historische Tastsachen mit seiner Vorstellungskraft, erzählt vom undurchsichtigen Leben des Samuel Ben Nissim Abul Farag, und erfindet, was nicht bewiesen werden kann. Er verfolgt einen Schatten.

Dreifach ist der in Berlin lebende Künstler aus Singapur Choy Ka Fai bei ImPulsTanz 2018 vertreten. Die hintergründigen Performances „Dance Clinic“ und „UnBearable Darkness“ spielen mit der, mitunter unverlässlichen, Technik, mit Wissenschaftsgläubigkeit und Kultfiguren. Die Ausstellung „The Wind that Cuts the Body“, wie die Vorstellungen, im Odeon zu sehen, dokumentiert Choy Ka Fais Auseinandersetzung mit Butô und Tatsumi Hijikata, einem der Gründer des Ankoku Butô („Tanz der Düsternis“). Bei Choy Ka Fai gilt aber immer der schöne italienische Satz: „Se non è vero, è ben trovato.“ Heute würde man sagen: Sind es keine Fakten, so ist es beste Fiction.“

Im Rahmen von [8:tension] / ImPulsTanz Festival zeigt die junge Choreografin Ofelia Jarl Ortega im mumok mit der Tänzerin Alexandra Tveit „B. B.“ eine Performance mit Musik und Lichteffekten. Ironie oder Sarkasmus oder einfach nur Emanzipationsprozesse in der Disco?

In den Museumsräumen des mumok hat die junge österreichische Choreografin Karin Pauer ihre neue Arbeit five hundred thousand years of movement präsentiert. Die Einladung im Rahmen der Reihe [8:tension] des internationalen Tanzfestivals ImPulsTanz 2018, dessen Stipendiatin Pauer bereits 2009 (danceWeb) und 2012 (TURBO Residency) war, ist logisch, die räumliche Entscheidung für die klimatisch tiefgekühlten Kellerräume des Museums moderner Kunst im Wiener Museumsquartier weniger.

ImPulsTanz hin, Festival und Party her – auch in der restlichen Welt wird getanzt. So lässt sich das Studio Fugu nicht nehmen, der Fortsetzung des erfolgreichen Abends „Bauhaus tanzt“ die zwei letzten Abende im Juli 2018 zu widmen. Am 30. und 31. Juli 2018. Aufführungsort ist das Brick5, wo jungen Künstler*innnen aller Sparten und ihren Projekten Unterstützung und auch Aufführungsräume geboten werden. Im Brick5 finden ncht nur Tanzperformances statt, ob Konzert oder Theater, Ausstellungen oder Filmvorführung – im Brick5 hat alles Platz und findet auch das richtige Publikum.

Die sechs Cellosuiten von Johan Sebastian Bach sind Ausgangspunkt für die jüngste Choreografie von Anne Teresa De Keersmaeker. Die flämische Choreografin hat sich dabei mit dem kanadischen Meistercellisten Jean-Guhien Queyras zusammengetan, um Musik sichtbar zu machen. Bei der Ruhrtriennale 2017 uraufgeführt, hat sich das unschlagbare Trio Bach – Queyras – De Keersmaeker blitzartig an vorderste Stelle sämtlicher Hitlisten geschoben. Nach gut 40 Vorstellungen ist die Tournee nun in Wien gelandet. Für das ImPulsTanz Festival 2018 ist ausnahmsweise das Burgtheater geöffnet worden, und was sich sehen lassen will, hat zwei Stunden mehr oder weniger wach ausgeharrt, um danach pflichtschuldig den erwarteten Applaus zu spenden.

„Néant / Leere“ ist ein Stück der Fülle, bei dem gelacht werden muss und geweint werden darf, das einen Kasperl und ein Kind, eine kreischende Frau mit Bart und einen kleinen, zartknochigen Mann, der im magischen Licht wie ein Röntgenbild wirkt, zeigt. „Néant“ ist ein Solo des kanadischen Tänzers und Choreografen Dave St. Pierre, mit dem er im Odeon das ImPulsTanz Festival 2018 eröffnet hat. Nicht alle Zuschauer*innen konnten die abwechslungsreiche Show genießen.

Louise Lecavalier eröffnet mit dem Stück „Battleground“ die Tanzwerkstatt Europa 2018. Die Kanadierin Louise Lecavalier – weißblonde Ikone und Frontfrau von Edouard Locks Kompanie LaLaLa Human Steps – sprengte die physischen Gesetze des zeitgenössischen Tanzes mit einer bis heute ihresgleichen suchenden Technik, atemberaubender Präzision und explosiver Dynamik. Doch die Tanzwerkstatt Europa lockt das tanzinteressierte Publikum zwischen 1. und 11. August 2018  auch noch mit anderen Stars des zeitgenössischen Tanzes.

Ludwig van Beethoven hat es dem Choreografen John Neumeier angetan. Für die 44. Hamburger Ballett-Tage hat er dem Komponisten einen ganzen Abend gewidmet. Nach der Uraufführung am 24. Juni 2018 war am 6. Juli 2018 die 3. Aufführung von „Beethoven Projek"t zu sehen. Neumeier hat den Abend in zwei Teile zerlegt, und ließ seine exzellente Compagnie im zweiten zur 3. Sinfonie in Es-Dur, der „Eroica“, tanzen. Dadurch ist “Beethoven-Projekt“, Neumeier beließ den Arbeitstitel dann als Gesamttitel seiner Kreation, fast zu einem Wiener Abend geworden. Hat doch Beethoven die „Eroica“, die Heroische Sinfonie, in Wien, in einer Privataufführung im Palais Lobkowitz, erstmals vorgestellt.

Von der „unverwirklichbaren Liebe“ erzählt John Neumeier in seiner 1976 entstandenen Interpretation des Ballettklassikers „Schwanensee“. Auch mehr als 40 Jahre danach hat die Erzählung vom unglücklichen König, der seine Lieben – zur Kunst und zu einem Mann – nicht ausleben darf, immer noch ihre Gültigkeit, lässt staunen, rührt ans Herz. Es sind Menschen von heute, die Neumeier auf die Ballettbühne bringt. Im Rahmen der Hamburger Balletttage 2018 konnte das minutenlang geradezu tobende Publikum das wieder feststellen.

Bei den von John Neumeier zu Saisonabschluss alljährlich veranstalteten Balletttagen ist jedes Mal auch eine Gastcompagnie zu sehen. 2018 ist es das kanadische Nationalballett aus Toronto, das mit drei unterschiedlichen zeitgenössischen Choreografien das Publikum begeistert.

Nur noch kurze Zeit, bis 6. August, ist die eindrucksvolle Schau der Bilder des slowenischen Künstlers Zoran Mušič (1909–2005) im Leopold Museum zu sehen. Eine eindrucksvolle Ausstellung, die nicht versäumt werden darf.  Nicht allein wegen Mušičs Erinnerungen an die Wochen im Konzentrationslager Dachau, die ihn nie mehr losgelassen haben. Auch die menschenleeren Landschaften, der Karst, eine versteinerte Wüste, die knorrigen Bäume ohne Blätter, und am Ende die blicklosen Porträts, von seiner Frau und ihm selbst, erzählen vom Leben, Fühlen und Sehen des Malers.

Andrea Camilleri ist im deutschsprachigen Raum vor allem durch den von ihm erdachten und längst auch zu TV-Ehren gelangten Commissario Montalbano aus dem sizilianischen Nest Vigata bekannt geworden. In seiner Heimat Italien wird der Sizilianer für seinen Sprachwitz und auch als Autor von Drehbüchern und feinsinnigen Romanen geschätzt. Obwohl es im jüngsten um die verschwundene Ehefrau eines renommierten Dichters geht, ist „Berühr mich nicht“ kein Krimi, eher das Porträt einer Frau auf dem Weg zu sich selbst.

Wenn es bei den Salzburger Festspielen 2017 einen Regenten gibt, dann ist es der südafrikanische Künstler William Kentridge. Durch die Salzburger Innenstadt zu spazieren und dem gut proportionierten, freundlichen Herrn nicht zu begegnen, ist fast unmöglich. Zumindest auf das „Wozzek“–Plakat stößt man allerorten. Die Oper von Alban Berg wird von Kentridge inszeniert. Zwischen den Proben hat er sich der Ausstellung seines Œvres im Museum der Moderne auf dem Mönchsberg und im angeschlossenen Rupertinum am Max-Reinhardt-Platz gewidmet. Er weiß, wie die Videowände und Lautsprecher aufgestellt werden müssen, wo die Zeichnungen und Druckgrafiken hängen und die Filme präsentiert werden sollen. „Thick Time“ bietet einen eindrucksvollen Blick auf das umfangreiche, magische, aufrüttelnde und auch humorvolle Werk des heute 62jährigen.

Gemeinsam mit dem Tänzer und Choreografen Salva Sanchis hat die belgische Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker 2005 das Meisterwerk des 1967 verstorbenen amerikanischen Saxophonisten John Coltrane, „A Love Supreme“, durch Tanz dekoriert. Ein Quartett macht Musik, ein anderes zeigt sie mit dem Körper. Dieses knapp einstündige Ballett, im Entstehungsjahr auch im ImPulsTanz Festival gezeigt, haben De Keersmaeker und Sanchis neu überarbeitet. Es tanzen nicht mehr zwei Paare, sondern vier Männer – voll Energie und Virtuosität, jeder für sich und alle gemeinsam. Die Aufführung im Volkstheater wurde mit Begeisterung quittiert. Ob der Jubel der Musik oder der Choreographie gilt, ist nicht festzustellen. Ganz sicher jedoch gilt er den vier Tänzern.

Die argentinische Tänzerin und Choreografin Cecilia Bengolea ist immer für eine Überraschung gut. Sie liebt den Spitzentanz, fremde Tanzformen und eine Mischung von allem mit allem und hat auch nichts gegen pure Unterhaltung. Das war bei „Dub Love“ so und bei „Twerk“. Beide Stücke, 2014 und 2013 im ImPulsTanz Festival gezeigt, hat sie gemeinsam mit dem französischen Tänzer François Chaignaud erarbeitet. Auch ihr 2016 erstmals gezeigtes Stück „DFS“ ist im Dialog mit Chaignaud entstanden. Wer sich nicht mit Beckmessers Kreide vor die Schultafel setzt, sondern unverkrampft das zwanglose stilistisch kaum einzuordnende Geschehen auf der Bühne genießt, erlebt einen unterhaltsamen Abend mit sieben exzellenten Tänzer_innen.

Krieg ist schrecklich, unerträglich, tödlich. Das macht schon die Eingangsmusik klar, der Kriegslärm kann durch Ohrstöpsel gedämpft werden. Es ist eben nicht Krieg, sondern eine Vorführung. Zwar nennen sie Amanda Piña & Daniel Zimmermann „War (Ein Kriegstanz)“ und erzählen auch vom Krieg, vom Ersten und vom Zweiten Weltkrieg und vom heutigen globalen Weltkrieg, doch nicht Kriegsberichte sind das Ziel der Performance im Volkstheater, sondern die Tänze und Gesänge, mit welchen die Künstler_innen und die Bewohner_innen Polynesiens davon erzählen. Ein getanztes Manifest gegen die Zerteilung von Kunst in zeitgenössische versus traditionelle.

Eine Grätsche über nahezu 100 Jahre wagt die Tänzerin / Choreografin Akemi Takeya mit ihrer „Lemonismus“-Serie. In ihren Performances verbindet sie die kunsthistorischen europäischen „Ismen“ mit ihrem eigenen „Zitronismus“, dem Lemonismus. Mit lebendiger Bühnenpräsenz, der Schönheit der Bewegungen und ruhiger Selbstsicherheit gelingt es Takeya im Leopold Museum,  ihr Publikum zu erreichen und eine Atmosphäre zu schaffen, in deren Mittelpunkt der Körper agiert. Auch ohne ihren Gedankengängen im Detail folgen zu können, ist das Publikum begeistert.

Der spanische Tänzer und Choreograf, Absolvent des 1. Jahrgangs von P.A.R.T.S und langjähriger Co-Choreograf von Anne Teresa de Keersmaeker, interessiert sich besonders für die Beziehung von Tanz und Musik. Darum geht es auch in seinem jüngsten, in Brüssel uraufgeführten, feinen Tanzstück „Radical Light“. Zu experimenteller Elektronik und Minimal Techno Duos Discodesafinado geben sich eine Tänzerin und vier Tänzer, der Choreograf mittendrin, dem pulsierenden Rhythmus und dem sanft schwingenden Mikrosound hin. Das Publikum im Akademietheater war begeistert.

Dennis Lehane, den amerikanischen Autor tiefschwarzer Kriminalromane, kann man immer wieder lesen. So macht es richtig Freude, dass ein früher Thriller aus der Kenzie / Gennaro Reihe neu übersetzt und wieder aufgelegt worden ist. Es ist eine abgründige Geschichte, in der Rache nur eines der Motive ist. Im Zentrum des Romans aber steht das Böse, die pure Mordlust, die Freude daran, anderen Schmerzen zuzufügen. Nicht nur Geschichtenbücher, auch Geschichtsbücher könnten davon berichten.

41 Grafiken von Alfred Kubin sind zurzeit im Leopold Museum zu sehen. An sich schon eine Sensation – die letzten großen Kubin-Ausstellungen gedachten seiner 50 Jahre nach seinem Tod 1959. Doch wirklich außergewöhnlich wird diese Revue durch den Autor Radek Knapp. Er hat die Tuschzeichnungen ausgewählt und erzählt eine Geschichte dazu. Bild für Bild, Kapitel für Kapitel, schlicht, melancholisch, märchenhaft.

Friedrich Dönhoff, der sich mit Biografien, vor allem mit der seiner Großtante Marion Gräfin Dönhoff, einen Namen gemacht hat, findet auch Freude und Geschmack am Schreiben von Kriminalromanen. So ist sein sympathischer Hamburger Ermittler, Sebastian Fink, bereits zum vierten Mal unterwegs, um eine Serie von Morden in seiner Heimatstadt aufzuklären, die scheinbar in keinem Zusammenhang stehen.

Die Tanzpädagoginnen und Choreografinnen Barbara Ebner und Daniela-Katrin Strobl haben es sich mit ihren Produktionen zur Aufgabe gemacht, unterschiedliche und auch neue Zielgruppen anzusprechen, um diese mit Tanz in Berührung zu bringen. Unter dem Vereinsnamen Choreía (χορεία / Tanz) haben sie im Vorjahr mit Erfolg das generationsübergreifende Tanzstück „Hin und weg“ gezeigt und waren in diesem Jahr mit „amor hereos“ im Theater Brett präsent. Entstanden ist das Tanztheater-Stück im Austausch mit Mädchen- und Frauenzentren im Rahmen der fiveseasons Frühlingsresidenz.

Das abendfüllende Ballett„Nijinsky“ hat John Neumeier dem legendären polnisch-russischen Tänzer und Choreografen Vaslaw Nijinsky gewidmet. Bei den 43. Ballett-Tagen in Hamburg stand es zum 135. Mal seit der Premiere im Programmkalender. Ein aufwühlender, ein wenig chaotischer, doch überaus dramatischer Abend. Allerdings – die erwarteten Hochrufe bleiben aus, die Aufnahme durch das deutlich minimierte Publikum – G20 sei’s geklagt! – ist geteilt. Sogar ein einzelnes Buh ist zu hören. Zu verwirrend, zu schwul, zu historisch ungenau ist als Begründung für die ungewöhnliche Zurückhaltung der Applausspenderinnen zu hören. Einig sind sich jedoch die treuen Neumeier-Fans, dass auf höchstem Niveau hervorragend getanzt und gespielt worden ist.

Zwei Welten, einander fremd, oben die Menschen, unten die Wasserwesen, der Dichter dazwischen. Er gehört zu den einen nicht und nicht zu den anderen. Das Ballett „Die kleine Meerjungfrau“ hat John Neumeier zu des Märchenerzählers Hans Christian Andersen 200. Geburtstag mit dem Königlich Dänischen Ballett geschaffen und 2005 in Kopenhagen uraufgeführt. Zwei Jahre später hat auch das Hamburg Ballett das zauberhafte Tanz-Theaterstück ins Repertoire aufgenommen. Auch bei den Balletttagen 2017 erzählt und betrachtet der Dichter die Nixen und Matrosen, die smarten Offiziere und die Kreuzfahrtgäste samt dem Prinzen mit der  Prinzessin.  Zur Musik von Lera Auerbach tanzen sie die gar traurige Geschichte von der einseitigen Liebe der kleinen Meerjungfrau und ihrem heroischen Verzicht.

Mit seiner neuesten Kreation, „Anna Karenina – Inspiriert von Leo Tolstoi", eröffnete John Neumeier die 43. Hamburger Ballett-Tage. Auch in der Folgevorstellung zeigt sich das Publikum hingerissen, holt den Choreografen immer wieder vor den Vorhang. Strahlend genießt er die mit Bravorufen demonstrierte Liebe. Mit nicht enden wollenden Ovationen werden auch Anna Laudere (Titelrolle) und Edvin Revazov (Wronski) bedacht. Und auch sämtliche anderen Darsteller_innen werden lautstark gefeiert.

Die von Ballettchef Manuel Legris eingeführte alljährliche, Rudolf Nurejew gewidmete, Gala ist seit sieben Jahren immer wieder ein Großereignis zum Abschluss der Saison. Ein Rückblick auf die Arbeit der Compagnie, ein Defilée der Solistinnen, Solisten und des gesamten Corps, aufgeputzt durch Gäste. Diese erfreuen das Publikum und machen die Kolleginnen in Wien sicher: Sie brauchen den Vergleich nicht zu scheuen. Manuel Legris hat die Wiener Compagnie in harter Arbeit an die Spitze trainiert.

Der preisgekrönte spanische Regisseur Carlos Saura (84) lädt zu einer musikalischen Reise quer durch die Argentinische Folklore ein. Wirbelnde Röcke, hypnotisierende Rhythmen, betörende Melodien machen diese Dokumentation zu einem im ganzen Körper spürbaren Erlebnis. Mitreißend, faszinierend und überaus erotisierend. Auch wenn es im Gesang oft um Armut, Verlust und Tod geht, im Tanz geht es immer um die Liebe.

Sina Saberi, 28, gebürtig aus Teheran, Teilnehmer des DancWEB Scholarship Pogramms für zeitgenössischen Tanz und Performance, hat mit Barbara Freitag über die Situation des Tanzes im Iran und seine spezielle Biographie gesprochen. Das danceWEB Scholarship Programme bietet alljährlich mehr als 60 Tänzer_innen und Nachwuchschoreograf_ innen aus rund 40 Ländern ein Stipendium für alle Workshops, Researchprojekte und Performances im Rahmen von ImPulsTanz, sowie ein zusätzliches Mentoring durch einen Artistic Coach. 2016 betreut der Tänzer, Choreograf und bildende Künstler Tino Sehgal die 31 Teilnehmer_innen aus 31 Ländern.

Frank Willens, vielfach talentierter Bühnenkünstler und Peter Stamer, Performer und Regisseur, bringen einen Text von Friedrich Nietzsche zum Tanzen. Vom ImPulsTanz Festival eingeladen, wird das Solo „On Truth and Lie in an Extra-Moral Sense“ im mumok gezeigt. Willens verzichtet auf den Applaus, entschwindet, während das Publikum noch die Bilder der Ausstellung „Painting 02“ betrachtet, auf die Willens zum Abschluss hingewiesen hat.

Die Lieblingskinder der Wiener Tanz- und Performanceszene brachten in erweiterter Runde ihre neue Show „Body + Freedom“ im Rahmen von ImPulsTanz zur Uraufführung. Jedenfalls an diesem Abend im Odeon ohne penetrierende Riesendildos, dafür mit Publikumsbeteiligung, Arsch-Lasershow, rosa Luftballons und blutrünstigem Driller-Killer.

Mit zwei Performances geht das ImPulsTanz Festival in die Oper. Ein ganzer Opernabend im Akademietheater, ein Fragment als perfekte Performance aus Geste und Gesang im mumok. Jule Flierl nimmt für ihre „Operation Orpheus“ Christoph Willibald Glucks barocke Oper „Orfeo e Euridice“ als Basis ihrer Variation; Ivo Dimchev zeigt mit „Operville“ seine Vorstellung von Oper heute – oder morgen. Flierls nur halb so langes Solos, schlägt Dimchevs wenig aufregende Show à trois, durch Klugheit des Gedankens, Intensität der Gesten, Schönheit des Gesangs.

Großer Jubel im Volkstheater, wo Samantha van Wissen und Boštjan den Pas de deux „Verklärte Nacht“ von Anne Teresa De Keersmaeker tanzen. Romantik in kaltem Licht: Musik Arnold Schönberg nach einem Gedicht von Richard Dehmel. Die Produktion von Rosas (De Keersmaekers Ensemble) fällt im Grund genommen aus dem Rahmen des ImPulsTanz Festivals, das gerne dem Anti-Tanz frönt. „Verklärte Nacht“ ist reiner Tanz, schwebend, fließend, narrativ, expressiv, emotional und erotisch. Hinreißend.

Im Dunklen präsentiert der großartige Tänzer aus Brasilien, Thiago Granato, sein erstes Solo in der Serie [8:tension] im Rahmen des ImPulsTanz Festivals im Schauspielhaus. Durch die Zusammenarbeit mit Jefta van Dinther, Mathilde Monnier oder Xavier Le Roy hat er bereits Bekanntheit erlangt. Seine im Dunklen horteten Schätze wurden begeistert empfangen.

Simon Mayer hat mit seinem Team eine besondere Version für Sehbehinderte des Erfolgsstückes „Sons of Sissy“ erarbeitet. Im Rahmen von ImPulsTanz hat er mit Patric Redl, Matteo Haitzmann und Manuel Wagner das Spezialangebot von „Sons of Sissy“ (für Sehbehinderte und Sehende) im Odeon gezeigt. Wie immer und überall konnte das Quartett auch diesmal das Publikum begeistern.

Der Performer und Choreograf Michikazu Matsune zeigt im Rahmen des ImPulsTanz Festivals im Leopold Museum „Matratzen Stücke“. Das kann man so oder so lesen, als Stücke von oder auch über Matratzen. Jedenfalls beschäftigt sich Matsune mit dem, was so auf Matratzen geschieht: schlafen, träumen, lieben, sterben.. Zwei Performerinnen und zwei Performer sind keineswegs einschläfernd und auch das Publikum hat wenig Gelegenheit zu träumen.

Der spanische Tänzer Israel Galván versetzt mit der genialen Kreation „Fla.Co.Men“ das Publikum in Wallung und lässt die Mauern jedes Theaters erzittern. Im Rahmen von ImPulsTanz zeigt er das Solo im Volkstheater. Atemlose Stille während der fulminanten Darbietung und tosender Applaus an deren fröhlichem Ende. Das Titel-Anagramm ist leicht zu entschlüsseln: Galván ist Flamenco, Flamenco auf der Bühne, das ist Galván.

Der Direktor des Hamburg Balletts hat das romantische Ballett „Giselle“ zur Musik von Adolph Adam neu geschaffen indem er traditionelle Teile (Jean Coralli, Jules Perrot und Marius Petipa) mit neuen Ideen gemischt hat. Bei den 42. Ballett-Tagen hat er das Publikum mit der gelungen Mischung aus seiner eigenen und traditioneller Tanzsprache im luftig-leichten Bühnenbild und ebensolchen Kostümen von Yannis Kokkos zu frenetischem Beifall hingerissen. Alina Cojocaru tanzt als Gast die Titelrolle, ihr Partner ist der junge Ukrainer Alexandr Trusch.

Die „Choreografische Phantasien über Eleonora Duse“, uraufgeführt im Dezember 2015, bildeten einen der Höhepunkt der 42. Hamburger Ballett-Tage in der Staatsoper. Anders als bei der Premiere, als die Publikumsreaktionen recht unterschiedlich waren, wurde „Duse“ im Juli begeistert aufgenommen. Alessandra Ferri, für die Neumeier das Ballett kreiert hat, ist, wenn auch ohne Worte, die große Tragödin, ist die Duse.

Seit mehr als 40 Jahren erfreut John Neumeier mit seinem Hamburg Ballett das Publikum, vornehmlich Hamburgerinnen, mit den sommerlichen Ballett-Tagen. Eine feine Gelegenheit Schätze aus dem Repertoire zu zeigen, das Neumeier pflegt und immer wieder auffrischt, Neues zu präsentieren und Gäste und mitunter auch Gastcompagnien einzuladen.

Das Tanz-Festival widmete sein diesjähriges Opening der französischen Choreographin Maguy Marin mit ihrem Stück „BiT“. Mit wummernden Technobeats und in ständiger Bewegung begeisterte und verstörte die Compagnie das Publikum im Wiener Volkstheater gleichermaßen. ImPulsTanz erwies mit der Programmierung dieses Stückes am 14. Juli auch dem französischen Nationalfeiertag seine Reverenz, nicht ahnend, wie schrecklich dieser gleichzeitig in Nizza ausfallen würde.

Stefan Slupetzky, gleichermaßen Autor wie Musiker, hat durch seine lebensnahen, ganz und gar wienerischen Kriminalromane und deren Hauptperson, den Lemming, die große Masse der Leserinnen und auch Preise erobert. In seiner Werkliste stehen auch Kinderbücher, ebenfalls mehrfach prämiert, und Theaterstücke. Neuerdings ist auch ein Generationenroman zu lesen, basierend auf des Autors eigener Familiengeschichte.

Vladimir Vertlib, geboren in Russland und als Fünfjähriger mit seiner Familie aus Leningrad emigriert, schafft es immer wieder mit seinen satirischen Romanen aktuelle Themen auf unterhaltsame Weise anzusprechen. Hauptperson im jüngsten Roman ist die Titelfigur, Lucia Binar, eine 83jährige Lehrerin, die sich nicht alles gefallen lassen will.

Mit dem hochenergetischen Stück "Boom Bodies" der gefeierten Choreographin Doris Uhlich ging die diesjährige Sommerszene Salzburg (21. Juni bis 2. Juli 2016) ins Finale: 14 nationale und internationale Tanz- und Theaterproduktionen, darunter neun Österreich-Premieren, machten die Stadt zur Weltbühne. Die rund 6.000 Besucherinnen und Besucher zeigten sich begeistert, vor allem von der umjubelten Eröffnungspremiere Gala von Jérôme Bel, die 20 Salzburgerinnen und Salzburger zu einem Tanzfest der Individualität auf die Bühne brachte.

Mit fünf Tänzer/innen zeigt der ungarischer Tänzer und Choreograf im Odeon „Hinoki“, ein rasantes, kraftvolles Stück, das die Gruppe bis zur Erschöpfung fordert. Als ehemaliger Tänzer von Ultima Vez / Wim Vandekeybus, geschult von Martin Schläpfer und Ohad Naharin ist Mészáros eigentlich über die Reihe [8:tension] Young Choreographers’ Series längst hinausgewachsen. „Hinoki“ ist seine vierte Choreografie.

Mit einer aufwändigen, präzisen und liebevollen Arbeit zeigen nadaproductions (Amanda Piña & Daniel Zimmermann) „Four remarks on the history of dance“ im Kasino am Schwarzenbergplatz. Die Choreografien konzentrieren sich auf rituelle Tänze, die nicht der Unterhaltung eines Publikums dienen. Es ist dies der erste Teil einer Sammlung „vom Aussterben bedrohter Bewegungen“.

Im Weltmuseum tanzen und spielen Superamas und Gäste einen „Willkommensakt“. Es scheint als wären ausgestellte Figuren aus Afrika, Asien und Amerika lebendig geworden, um eine „Geschichte der Gewalt“ zu zeigen. Eine abwechslungsreiche, unterhaltsame Performance, die den prächtigen überdachten Innenhof des Weltmuseums zur Arena macht und auch die marmornen Treppen und Emporen nützt.

450 Jahre ist die Wiener Spanische Hofreitschule alt, ein Jubiläumsgeschenk ist angebracht. Die Leiterin der Reitschule (der Hof ist ja vor bald 100 Jahren abgedankt) Elisabeth Gürtler, der dem Pferdesport und der Hippologie verschriebene Journalist Arnim Basche und der international renommierte Fotograf René van Bakel haben sich zusammen getan, um dieses Geschenk herstellen. In einen schonenden Schuber verpackt, liegt es in der Edition Lammerhuber für jeglichen Gabentisch bereit.

Neue Spielorte locken neues Publikum an. Nicht nur im Off-Theater werden die oft unbequemen Sitzreihen verlassen, wird die vierte Wand niedergerissen. Das ImPulsTanz Festival hält es da nicht anders. Immer schon. Wenn aber diese neuen Orte nicht mit Bedacht gewählt werden, dann ist der Bär in Dienst genommen und der ist bekanntlich als Arbeitstier untauglich.

Saskia Hölbling kämpft mit Requisiten und einem Partner, den zweiten weidet sie aus. „Assemblage Humain“ ist ein Solo mit Puppen, aufgeführt im Rahmen von ImPulsTanz im Schauspielhaus. Ein „relatives Solo“ nennt Hölbling ihre Performance, die von grausig und unheimlich zu einem fröhlich bunten Tanz wechselt.

Lemonism x Actionism“ nennt die Choreografin und Tänzerin Akemi Takeya ihre Arbeit im Rahmen der ImPulsTanz Serie „Redefining Action(ism). Die Performances finden im mumok, inmitten der Ausstellung „Mein Körper ist das Ereignis – Wiener Aktionismus und internationale Performance“ statt. Takeya hat sich intensiv mit dem Aktionismus beschäftigt und adaptiert, variiert und wiederholt dessen Strategien, konfrontiert sie auch mit ihrem eigenen „Lemonismus“.

Im Malersaal der Bundestheater im Arsenal zeigt Elio Gervasi „White Horn“ , eine veränderte, erweiterte, verbesserte Choreografie, die seine Company im Dezember 2014 im Odeon uraufgeführt hat. Sechs Tänzerinnen bewegen sich vereinzelt und gemeinsam durch dien riesigen, verglasten Raum, werden nach außen gedrängt und wieder herein genommen. Purer gemeinsamer Tanz der Individuene

Barbara Kraus schließt die Augen und sieht das Unsichtbare. Allein auf der weiß ausgelegten Bühne des Schauspielhauses scheint sie in Trance zu geraten und auch ihr Publikum in Trance zu versetzen. "close my eyes and see", eine Uraufführung im Rahmen von ImPulsTanz, ist eine beeindruckende Performance. Kraus weiß das Publikum zu fesseln und bei aller Ernsthaftigkeit auch zu unterhalten. 

Die Tänzerin / Choreografin Alix Eynaudi hat ihr 2012 im Tanzquartier uraufgeführtes Duo „Monique“ für das ImPulsTanz Festival als  Museumseinlage adaptiert. Zwischen den Filmleinwänden im mumok, Teil der Ausstellung über den Wiener Aktionismus, tanzt sie mit Mark Lorimer in stummem Einverständnis eine geheimnisvolle Choreografie.

Oleg Soulimenko besuchte die Schamanen im sibirischen Burjatien und teilt seine Erfahrungen mit dem Publikum. Die Performance „Meet the Shaman“ ist ein beeindruckendes individuelles Ritual, aufbauend auf  Elementen schamanistischer Praktiken.

Huggy Bears ist ein neues Förderprogramm, das das Kollektiv Superamas ins Leben gerufen hat.

Huggy Bears ist vor allem ein Beratungsinstrument, das auf die Entwicklung von künstlerischen Prozessen abzielt. Die erste Phase von „Huggy Bears“ beginnt 2016/17.

Ab 2018 plant Superamas  die Ausweitung des Projekts, indem das eigene  internationale Netzwerk einbezogen wird.

Projektvorschläge aus dem Bereich Performing Arts können bis 15. Oktober 2015 eingereicht werden.
Genaue Information über Hugo Bears sind auf der Website von Superamas zu finden.

Mit der Demontage der Stühle im Zuschauerraum hat im Volksthater die geplante Generalsanierung begonnen. Der Einbau einer neuen Tribüne sowie neuer Theatersessel sollen ab Herbst 2015 für das Publikum mehr Sicht- und Sitzkomfort sowie bessere Akustik bringen.
Damit eine Zuschauertribüne sowie neue Theatersessel am Rang eingebaut werden können, muss der Zuschauerraum zunächst komplett leer geräumt werden. Alle alten, zum Teil bereits sehr verschlissenen Sessel werden abgeschraubt und ausgebaut.  
Insgesamt dauern die Arbeiten voraussichtlich etwa sechs Wochen.

Die Kosten für die Umbaumaßnahmen belaufen sich auf ca. 1,2 Millionen Euro, die zum Teil auch aus den Einnahmen der laufenden Spendenkampagne finanziert werden

Wenn aus der Zitrone Blut fließt und der Herd der magischen Köchin im Museum angefeuert wird, ist ganz Wien in Bewegung: Das ImPulsTanz Festival Tanz Festival hat die Fahnen gehisst, den Vorhang hochgezogen und die Türen geöffnet. Diese nicht nur von Theaterhäusern und gläsernen Zelten im Arsenal-Gelände sondern auch von Museen. Dort wird die performative Kunst mit der bildenden kommunizieren.

Der Schweizer Peter Theiler soll neuer Intendant der Sächsischen Staatsoper Dresden werden.

Er wechselt vom Staatstheater Nürnberg, wo er derzeit als Staatsintendant tätig ist, in die sächsische Landeshauptstadt.  Der 59-Jährige wird sein Amt mit der Spielzeit 2018/2019 antreten. Theiler hat in vielen Theatern und Opern der Schweiz, Frankreichs und Deutschland in verschiedenen Funktionen gearbeitet – viele Jahre davon auch als Intendant.

 

Peter Høeg, 1957 in Kopenhagen geboren, ist mit dem Roman „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ bekannt und berühmt geworden. Ein Bestseller, der die anderen, wichtigen Romane Høegs in den Hintergrund gedrängt hat. Zu Unrecht. Mit seinem jüngsten Werk, „Der Susan Effekt“, landet er wieder auf der Krimicouch und auch der noble Hanser-Verlag kann sich den Hinweis „Pageturner“ nicht verkneifen. Doch das fiebrige Seitenumblättern, um endlich den Ausgang zu finden, macht schließlich noch kein lesenswertes Buch.