Zum zweiten Mal hat der Choreograf und Tänzer Jefta van Dinther mit dem kleinen Ensemble des Cullberg Ballets aus Stockholm eine Performance einstudiert. Nach „Plateau Effect“ (2013) hat nun auch „Protagonist“ im Tanzquartier Station gemacht. Ein magischer Abend, der durch das flüssige Bewegungsrepertoire und das perfekte Zusammenspiel von Bühne, Licht, Musik und tanzenden Körpern in Bann zieht.

Der Autor und Dokumentarfilmer Peter Stephan Jungk ist der Großneffe der bekannten Fotografin Edith Suschitzky (1908–1973). Doch Edith, verheiratete Tudor-Hart, hat nicht nur fotografiert sondern auch spioniert. Der Familie blieb ihr zweites Leben weitgehend verborgen. Jungk forschte und recherchierte, um das geheime Leben der Edith Tudor-Hart (geborene Suschitzky) zu beleuchten. Was er in mühevoller Arbeit herausgefunden hat, war bereits im Buch „Auf Ediths Spuren (S. Fischer, 2015) nachzulesen. Nun ist auch ein Film daraus entstanden. Die Geschichte eines Familiengeheimnisses, spannend, aufklärend, abwechslungsreich – ein Stück Zeitgeschichte, aufbereitet wie ein Roman und doch ganz real.

Finale von imagetanz im brut: Dewey Dell feierten die Österreich-Premiere ihrer neuesten Produktion Mit Sleep Technique zeigt das italienische Kollektiv seine Vorliebe für Düsteres und bringt eine durchdringende Horrorshow mit großartiger Musik und einer klaren Dramaturgie auf die Bühne.

50 Jahre ist John Crankos großartiges Handlungsballett nach Alexander Puschkins Versroman „Eugen Onegin“ bereits alt und noch keine Runzeln sind zu sehen. Crankos „Onegin“, die romantische Geschichte von verschmähter Liebe ist unsterblich, ob gereimt oder getanzt. In der 43. Wiener Aufführung entzückt Solotänzerin Nikisha Fogo als leichtsinnige Olga. Eine Rolle, die bei der späten Wiener Premiere, 2006, von Maria Yakovleva getanzt worden ist. Jetzt begeistert die Erste Solistin als Tatjana. Roman Lazik hat sich als Onegin längst bewährt, Die Figur des Dichters Lenski gestaltet Davide Dato auf seine unnachahmliche Weise. Nicht nur vom Stehplatz auch aus den Reihen des Abonnementpublikums erschallten die Bravorufe.

Auf den Leopoldsberg steigen, auf die Stadt hinunter schauen. Ein Erlebnis. Gesäumt von frischem Grün liegt so vor uns, die Donau glänzt im Hintergrund, die neuen Hochbauten markieren die Bezirke. Wien muss man von oben betrachten, um die Stadt, die zwar eine Großstadt, aber zum Glück noch immer nicht wirklich groß ist, zu erfassen. Im Wien Museum gibt es jetzt alte und neue Ansichten dieses schon seit der Jungsteinzeit besiedelten Oppidums zu betrachten.

Dieses Jahr ist zwar noch nicht einmal zu einem Viertel voll, doch ich wage schon zu sagen, dass dieser wundersame Roman von Dominic Smith mein Lieblingsbuch 2017 sein wird. Die Verflechtung von zwei Frauenleben, das Verschwimmen von Zeit und Raum verzaubert mich, ist so kunstvoll wie poetisch konstruiert, so genial gemalt wie schön gerahmt. Eine spannende Geschichte in deren Mittelpunkt zwei Frauen stehen, getrennt durch drei Jahrhunderte, verbunden durch die Kunst der Malerei. "Das letzte Bild der Sara de Vos" ist ein Meisterwerk, das zeigt, wie aufregend es ist, über Bilder und ihre Entstehung nachzudenken.

Huggy Bears, eine Initiative des erfolgreichen Kollektivs Superamas, geht bereits in ihr 2. Jahr. Das ist schön! Weniger schön ist, dass diese Eigeninitiative – die Unterstützung für Künstler_innen, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen – von der Stadt Wien gekillt worden ist. Zum letzten Mal also erhalten drei von einer Jury ausgewählte freie Gruppen taxfreie Unterstützung bei der Entwicklung ihres Bühnenprogramms. Zum letzten Mal haben die von einer Jury ausgewählten Künstler_innen Gelegenheit gehabt, ihre Projekte im Rahmen des brut-Festivals imagetanz vorzustellen.

Malina, ein sonderbares Mädchen, lebt mit ihrer Familie an der österreichisch-tschechischen Grenze. Noch trennt der Eiserne Vorhang die beiden Länder. Der Vater ist vielleicht Zollbeamter oder auch Schmuggler, so genau erfährt man das nicht. Dem Waldviertler Autor, Thomas Sautner, geht es auch nicht um eine plausible Geschichte, sondern um seine Idee, dass wir uns im Denken, Fühlen und Handeln in viel zu engen Grenzen bewegen. Sautner lässt Malina diese Grenzen überschreiten.

Im Rahmen der losen Reihe „Künstlergespräche“ lud Staatsoperndirektor Dominique Meyer die beliebte Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager in die Agrana Studiobühne Walfischgasse ein. In einem launigen Gespräch über den ersten eigenen Fernseher, einen Ferienjob als Plattenverkäuferin und ihren Lieblingsdirigenten, gab sie dem Opernchef auch ein besonderes Versprechen.

Im dritten Teil des Projekts „Endangered Human Movements“ („Gefährdete menschliche Bewegungen“) erforscht das Team von Nadaproductions (Amanda Piña / Daniel Zimmermann) amerindische Mythologie, Ikonografie, magische und rituelle Kunst. Linda Samaraweerová und Amanda Piña zeigen das Forschungsergebnis in dem fantastischen Duett „The Forest of Mirrors“ im Tanzquartier.

Schon seit einer Weile beschäftigt sich der Tänzer und Choreograf Georg Blaschke mit dem Zusammenspiel von Körper- und Videobildern im Raum. In seinem neuen Stück „I don’t remember this body“ / „Ich erinnere mich nicht an diese Körper“, arbeitet er mit dem Videokünstler Jan Machacek zusammen, der mit seinen bewegten Bildern den bewegten Körper verfremdet und den stabilen Raum in Bewegung versetzt.

Eno Peçi ist übernimmt in der letzten Vorstellung von „Le Pavillon d’Armide“ die Rolle des Arztes / Diaghilews. Neben Rebecca Horner tanzen Nikisha Fogo und Francesco Costa sowie Zsolt Török in John Neumeiers „Le Sacre“. Wie in den anderen vier Vorstellung dieser für Wien neuen Choreografie von John Neumeier hängt schon seit Tagen das Schild „Ausverkauft“ am Kassenschalter, der Stehplatz ist dichtgedrängt und das gesamte Publikum zeigt sich höchst enthusiasmiert. Die Tänzer_innen bedankten sich glücklich für die Bravorufe.

Ein kleines Dorf, umgrenzt von einem Zaun. Drei Freunde machen sich auf, um zu erkunden, was hinter dem Zaun liegt. Die Ich bin O. K. Dance Company zeigt eine inklusive Tanztheaterproduktion, an der mehr als 100 Tänzer_innen mit und ohne Behinderung teilnehmen werden. Premiere ist am 7. April im Theater Akzent.

Choreograf Eifman widmet sein aufwühlendes Ballett „Giselle Rouge“ der berühmten russischen Ballerina Olga Spessivzeva. Deren Lebensgeschichte gleicht einem Filmdrehbuch. Und wie im Film, "Black Swan", endete ihre Karriere in einer psychiatrischen Anstalt. Das Wiener Staatsballett tanzt die Wiederaufnahme in der Volksoper. Nina Poláková und Ioanna Avraam sind abwechselnd in der Titelrolle zu sehen.

Die einen wollen Riesen sein und hängen sich Bärte um, die anderen schrumpfen zu Zwergen, weil sie sich nach ihrer Kindheit sehne. „Riesen*Zwerge“ nennt Bert Gstettner (Tanz*Hotel) seine neueste Produktion. Am 22. März haben die Riesen und Zwerge – drei Erwachsene und fünf Jugendliche aus Gstettners „Junior*Company – mit Tanz und Spiel, gereimt und ungereimt, gesungen und gesprochen, im Dschungel Premiere.

Opern des 18. Jahrhunderts klingen ganz anders, wenn sie auf historischen Instrumenten gespielt werden. Das wissen wir dank der Originalklang-Bewegung der letzten Jahrzehnte. Doch wie wurden sie eigentlich dargestellt? Choreograph, Regisseur und Intendant des „Teatro Barocco“, Bernd R. Bienert im Gespräch über den Schauspielstil zu Mozarts Zeit und heute.
Wir sind es heute gewohnt, jahrhundertalte Opern in sogenannten modernen Inszenierungen zu sehen. Die meisten Regisseure meinen, man müsse diese alten Stoffe für ein heutiges Publikum übersetzen.

Regisseur Bernd R. Bienert ist Spezialist für historisch informierte Schauspielpraxis im Musiktheater des 18. Jahrhunderts. Die längst etablierte Originalklangbewegung ergänzt er um eine historisierende, gestische Spielweise der Sänger-Darsteller, so wie sie damals gewesen sein könnte. Mit kleinem Orchester unter der feinsinnigen Leitung von David Aronson am Hammerklavier und einem wunderbaren Ensemble gelang dem Teatro Barocco im Schlosstheater Laxenburg, W.A. Mozarts „Cosi fan tutte“ zum Theatererlebnis werden zu lassen, das alles andere als akademisch-rekonstruierend herüber kommt.

Mårten Spångberg zeigt mit The Internet eine außergewöhnliche Performance mit, wenn man will, einem hoch komplexen theoretischen Konzept gehüllt in jede Menge Popmusik, –requisiten und –referenzen. Und zugleich einen Abend, den man genießen und lieben kann. Dennoch hallt im Hinterkopf die Frage nach, ob man vieles davon, vor allem in Betracht auf die Ästhetik und das Bewegungsvokabular, nicht schon 2016 in seinem Stück La Substance, but in English bei ImPulsTanz gesehen hat? "The Internet" war im brut, im Rahmen von imagetanz zu sehen.

Eine zweite Premiere des Neumeier-Abends mit den beiden Choreografien „Le Pavillon d’Armide“ und „Le Sacre“ konnte das danach nahezu euphorische Publikum in der Staatsoper genießen. Nahezu alle Rollen waren neu besetzt. Lediglich die unvergleichliche Rebecca Horner (Solotänzerin des Wiener Staatsballetts) drehte einsam ihre Runde wie schon in der Premiere von „Le Sacre“. Im „Pavillon“ hat Roman Lazik als Platzhalter seine Darstellung in der Rolle des nervösen Arztes und des beleidigten Liebhabers Diaghilev sichtbar intensiviert. Jakob Feyferlik als „Der Mann (Waslaw Nijinsky)“ und Ioanna Avraam als dessen Frau Romola, beeindrucken sowohl technisch wie auch darstellerisch durch  Souveränität und Tiefe.

Noch bis zum 14. Mai ist im Fotomuseum WestLicht die eindrucksvolle Überblicksausstellung der fotografischen Arbeit des Schweiz Künstlers und Wahlwieners Alfons Schilling zu sehen. Schillings Werk ist nirgends einzuordnen, mit seiner rebellischen Neugier sprengte er die Grenzen aller Gattungen und Strömungen. Als Student an der Akademie für angewandte Kunst gehörte er Ende der Fünfzigerjahre mit Günter Brus zu den Wegbereitern des Wiener Aktionismus, ging jedoch dann eigene Wege.

Die südafrikanische Autorin Yewande Omotoso erzählt in ihrem Roman „Die Frau nebenan“ von zwei alte Frauen in Johannesburg, die einander nicht leiden können. Auch wenn ihre Häuser neben einander stehen, stehen sie selbst nicht auf derselben gesellschaftlichen Stufe. Die weiße Innenarchitektin Marion Agostino verachtet die dunkelhäutige Nachbarin Hortensia James, eine überaus erfolgreiche gut betuchte Textil-Designerin. Hortensia, Witwe wie Marion, sieht keinen Grund, sich an die eingebildete Tussi anzubiedern, lieber sticht sie mit ihrer spitzen Zunge gezielt zu.

Die Wiener Symphoniker setzten ein verfrüht österliches Zeichen und spielten unter der Leitung von Philip Jordan die frühere der beiden vollständig erhaltenen Passionen von Johann Sebastian Bach, die Johannespassion. Dabei wurden sie von der Wiener Singakademie und einem hochkarätigen Solistenensemble unterstützt. Um sich dem Originalklang anzunähern, wurde zudem eine kleine Gruppe von Musikern mit Barockinstrumenten eingesetzt, was noch vor zwanzig Jahren für ein klassisches Sinfonieorchester undenkbar gewesen wäre. Bei aller „Political Correctness“ in Sachen historisch informierter Aufführungspraxis bleibt die Sinnhaftigkeit dieses Experiments doch zweifelhaft.

Dem Gedanken des Gesamtkunstwerkes verpflichtet, beschäftigten sich zahlreiche Entwerfer und Handwerker der Wiener Werkstätte (WW) auch mit der künstlerischen Gestaltung von Büchern. Das MAK widmet diesem Aspekt erstmals eine eigene Ausstellung und zeigt unter dem Titel Bucheinbände der Wiener Werkstätte einen Überblick über die facettenreichen Einbandentwürfe. Circa 70 Bücher aus den Privatsammlungen von Ernst Ploil, Gastkurator der Ausstellung, und Richard Grubman werden um 40 originale Entwurfszeichnungen, rund 500 Lederstempel und ausgewählte Bucheinbände aus der MAK-Sammlung ergänzt.

Crankos „Onegin“ kann man nicht oft genug sehen. Aktuell erfreute Eno Peçi als "L'homme blasé, der schon allein durch seine weit ausgreifenden Arme die ständig abwehrende Distanz zur Umwelt ausdrückt. Oder Natascha Mair als Olga. Ein süßes Mädel, sogar wienerisch im Ausdruck. Denys Cherevychko als Lenski, ist ein „Prince charming“, der alle Schwierigkeiten weglächelt, bis ihn der nahende Tod zu Boden drückt. Um die Spannung zu erhöhen: Das Allerneueste zuletzt: Maria Yakovleva, Erste Solotänzerin als Tatjana. Rührend, beeindruckend, hinreißend; ein Feuerwerk an Emotionen entzündend im finalen Pas de deux zwischen Tatjana und Onegin. Ein weiterer Stern im reichen Repertoire von Solo- und Titelrollen Yakovlevas.

Die Rechnung des Ballettdirektors ist aufgegangen. Seine Choreografie des Balletts „Le Corsaire“ begeistert das Publikum. Liudmila Konovalova als Médora, Kiyoka Hashimoto als Gulnare rissen auch in der Nachmittagsvorstellung am Ostermontag – die  4. der Serie – Stehplatz wie Parkett in der Wiener Staatsoper zu Beifallsstürmen hin. Richard Szabó debütierte mit Verve als des Korsaren Gegenspieler, Birbanto. 

Die Begeisterung hält an. Auch die der Premiere folgenden Aufführungen des von Manuel Legris inszenierten Balletts „Le Corsaire“ mit wechselnder Besetzung werden vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen. Zuletzt (21.,23.3.) debütierten Kiyoka Hashimoto (als Gulnare und gleich drauf als Médora), Olga Esina als Médora, Denys Cherevychko und Vladimir Shishov als Conrad, Masayu Kimoto als Birbanto, Mihail Sosnovschi und Francesco Costa als Lanquedem, sowie Nina Tonoli als Gulnare. Alle brachten sie neue Farben in Manuel Legris Choreografie und ernteten verdienten Applaus.

Im Anschluss an die Vorstellung von "Le Corsaire" am 23. März 2016 hat der Direktor des Wiener Staatsballetts Manuel Legris Kiyoka Hashimoto zur Ersten Solotänzerin der Compagnie ernannt. Die aus Japan stammende Tänzerin feierte an diesem
Abend ihr erfolgreiches Rollendebüt als Médora in einer ausverkauften Vorstellung von Manuel Legris’ Le Corsaire.

Natürlich ist es Fred Astaire, um den es in diesem Roman „Frederick“ geht. Oder auch: Er selbst, der große Tänzer, Choreograf, der auch gesungen und als Schauspieler agiert hat, geht um, ruht sich an manchen Stationen aus, verlässt andere, so schnell ihn seine flinken Füße tragen. Als sich das 20. Jahrhundert dem Ende näherte, hatte sich Frederick Austerlitz, genannt Fred Astaire,nach einer mehr als 70 Jahre währenden Karriere,  selbst überlebt. 

Mit einem gefühlvollen Salto rückwärts hat sich die Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker der Romantik in die Arme geworfen. Der 2014 entstandene Pas de deux „Verklärte Nacht“, war einer der Höhepunkte des Osterfestivals Tirol 2016. Cynthia Loemij und Boštjan Antončič haben in großen Halle des Innsbruck Congress (Dogana) zur Musik von Arnold Schönberg getanzt.

Mit seiner ersten eigenen Choreografie hat Ballettdirektor Manuel Legris das Premierenpublikum in der Staatsoper richtig begeistert. „Le Corsaire“, ein mehrfach bearbeitetes Ballett zur Musik von Adolph Adam und einigen anderen, eroberte letztlich in der Version von Marius Petipa von 1858 die Ballettbühnen der Welt. Nur in Wien war der gesamte Abend noch nie zu sehen – gewesen. Legris hat sich seiner angenommen und alles neu gemacht: Libretto, Musikzusammenstellung, Choreografie. Bis auf die paar von Gala-Aufführungen bekannten Nummern ist der Wiener „Corsaire“ ganz allein Legris’ Arbeit und Fantasie entsprungen.

Im Rahmen ihres Langzeitprojekts „Bedrohte menschliche Bewegungen“ zeigte nadaproductions (Amanda Piña & Daniel Zimmermann) das zweite Kapitel der Tänze aus der Vergangenheit. „Dance & Resistance“ ist ein durchchoreografierter Abend, an dem die alten Tänze aus Archiven und Museen zu neuem Leben erweckt werden und sich zu einer dramaturgisch perfekt gebauten Performance aus Tanz, Musik und Licht fügen. Nicht nur die Tänzerinnen bewegen sich im Kreis auch das Publikum des Tanzquartiers bildet eine Runde, wird zur Gemeinschaft.

„Ballett Revolution“ nennen die Tänzer_innen aus Kuba ihre Show, die bei hohem technischem Können eine wilde Stilmixtur bringt. Die Bewegungen des klassischen Balletts sind ihnen ebenso vertraut wie die kraftraubenden Six-Step des Breakdance. Der Erfolg ihres Auftritts vor zwei Jahren, lockt sie wieder nach Wien. Im Museumsquartier werden sie, begleitet von der Revolución-Band über die Bühne wirbeln.

Das Tanzquartier Wien und das sound:frame präsentierten mit Synaesthesia3 ein geballtes, abwechslungsreiches Programm mit Visuals, Choreografie und Sound, ein komprimiertes Festival mit vier Bühnen in der Halle E als Vorgeschmack auf die 10. Ausgabe des audiovisuellen Festivals. Neben Performances von Künstler_innen wie Noé Soulier, Liquid Loft / Chris Haring und DJ-Sets und Visuals von Joja + フーパ (V ARE) / Ferdinand Glück, Cid Rim / nita sind Ryoji Ikeda, Hiroaki Umeda, Planningtorock, Jefta Van Dinther und Thiago Granato die absoluten Held_innen der Nacht.

Die Tänzerin / Choreografin Gisela Elisa Heredia (tanz.coop)hat  ein Tanzstück über das Tanzen einstudiert. Aus Argentinien stammend, hat sie sich natürlich auf den Tango gestürzt. Ein Quintett (vier Tänzerinnen, ein Tänzer) zeigen „Smokey Hugs and Cappuccino“ ab 8. April im Wiener KosmosTheater.

Allmählich gerät das Blut in Wallung und das Fieber steigt: Am 20. März ist die Premiere des Seeräuberballetts „Le Corsaire“. Grund zum Feiern gibt es mehrfach: Zum ersten Mal wird der Hit aus dem 19. Jahrhundert in Wien gezeigt, zum ersten Mal hat sich Ballettchef Manuel Legris an eine Choreografie gewagt, für das Ballettensemble ein Debüt auf allen Linien. Robert Gabdullin, Maria Yakovleva, Davide Dato, Liudmila Konovalova, Kirill Kourlaev, Alice Firenze und Mihail Sosnovschi holen an vorderster Front die Kohlen aus dem Feuer.

Die „ich bin O.K.“-Dance Company bringt mit „Kein Stück Liebe“ eine neue Produktion auf die Bühne des Akzent-Theaters. Elf TänzerInnen mit und ohne Behinderung setzen ihre Ängste, Sorgen und Fragen in Bewegung.
In mehreren Szenen befassen sich die TänzerInnen mit Themen, die in den aktuellen Nachrichten vorkommen, jedoch auch sie persönlich betreffen.

Neun Tänzer_innen des SEAD Bodhi Projects (Salzburg Experimental Academy of Dance) zeigen im Dialog zur Musik, gespielt von acht Musiker_innen des oenm., ihre Bilder von Zeit.  Mit der Produktion „Zeit–Bild“ waren das oenm. (Österreichisches Ensemble für Neue Musik) und der Choreograf Etienne Guilloteau zum ersten Mal beim Osterfestival Tirol im ehemaligen Salzlager von Hall in Tirol.

Ohne Titel (2000)“ nennt Tino Sehgal widerwillig seine 2000 als Solo entwickelte Performance, weil ein Titel einfach notwendig ist. Fünfzehn Jahre nach er Erstaufführung hat er die Choreografie mit drei Tänzern einstudiert. Im nahezu familiärem Rahmen des Osterfestivals Tirol ist Andrew Hardwidge, Frank Willens und Boris Charmatz ein großartiger und unterhaltsamer Vorstellungs-Hattrick gelungen.

Drei splitternackte Tänzer treten nacheinander in unterschiedlichen Räumen als lebendige Archive der Choreografie auf. Vor 15 Jahren hat der damals junge Konzeptkünstler Tino Sehgal sein Stück „Ohne Titel“ bei der Tanzplattform Deutschland vorgestellt. Bei der Wiederaufnahme im Tanzquartier lässt er Andrew Hardwidge, Frank Willens und Boris Charmatz die Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts bewegt in Erinnerung rufen.

Medusa-Assoziationen“ könnte Bert Gstettner seine Ode im Odeon auch nennen. So viele Gedanken hat er sich dazu gemacht. Gemeinsam mit dem Maler Hannes Mlenek und dem Komponisten Günther Rabl hat er unter seinem Label Tanz*Hotel einen Klang-Raum-Bild Erlebnis geschaffen, das nach der ersten Aufführung in der alten Expedithalle der Ankerbrot-Fabrik überarbeitet ins Odeon übersiedelt ist. Wirklich gut getan hat das dem choreografischen Schauspiel nicht.

Eine neue Veranstaltungsreihe hat in Wien Premiere. Unter der Abkürzung VIBE – klingt gut, ist englisch und lässt an positive Schwingungen und gute Stimmung denken – sind junge Tänzerinnen und Tänzer aus aller Welt eingeladen, ihre Können zu prüfen und zu verbessern, einander kennen zu lernen und neue Erfahrungen zu sammeln. Gregor Hatala, Präsident des ÖTR, ist Organisator und Hauptsponsor. Zum Abschluss lockt ein Galaabend ins Wiener Volkstheater.

Zwei Sängerinnen, zwei Sänger, einen Tänzer und drei Musiker genügen, um die Geschichte der freiheitsliebenden Carmen auf der Bühne zu zeigen, ohne den Komponisten der gleichnamigen Oper, Georges Bizet, zu verletzen. Inszeniert von Andreas Zimmermann, musikalisch arrangiert von Tscho Theissing, ergötzt dieses Gustostückerl das begeisterte Publikum in der schmucken Kammeroper.

An der Schwelle zum Barock, eine mehr oder weniger willkürliche Bezeichnung für eine Epoche der europäischen Kunstgeschichte, hat es William Shakespeare bereits gewusst: Die Welt spiegelt sich im Theater. Das augenfälligste und üppigste Beispiel dafür ist das barocke Theater mit seiner Maschinerie, den großartigen (und teuren) Festen und fürstlichen Auftritten. Das Theatermuseum widmet diesem „Triumph des Theaters“ eine ansehnliche Ausstellung.

Zuerst wurde in Moskau heftig geklatscht und gleich danach in Essen. Andrey Kaydanovskiy, hervorragender Tänzer und Charakterdarsteller sowie erfolgreicher Choreograf, als Halbsolist Mitglied des Wiener Staatsballetts, hat am Stanislavsky Theater eine neue Choreografie "Coffe or Tea" gezeigt und ist im Rahmen einer Ballettgala im Essener Aalto Theater mit dem "Deutschen Tanzpreis 2016" in der Kategorie "Zukunfkt" ausgzeichnet worden. Bereits im Sommer 2015 stand Kaydanovsiy auf dem Podest, als er im Rahmen des Internationalen Tanzfestivals TANZOLYP mit dem Special Prize als „Best Dance Theatre Performer and Choreograph“ ausgezeichnet worden ist.

Mit Irina Tsymbal als Tatjana und Eno Peçi in der Titelrolle erzählt John Crankos gefühlvolles Ballett „Onegin“ weniger von der schwärmerischen Liebe eines jungen Mädchens als von den reifen Gefühlen einer wissenden Frau. Alice Firenze und Masayu Kimoto tanzten des zweite Liebespaar, Olga und Lenski, zum ersten Mal und konnten ebenso wie das Hauptpaar begeistern.

Der Titel des neuen Romans von Ana Bilić sagt es schon: Es bleibt bei der Absicht. Lidia hat alles vorbereitet, um ihren Mann umzubringen. Er muss weg, sie will ein neues Leben beginnen, doch einer Scheidung würde er nie zustimmen. Also wird ein Pilzgericht gekocht.

Jerusalem, Besuch nach zehn Jahren © Gael MaleuxAus dem Zyklus „Holozän“, einer Serie von Stadtporträts, zeigte das Künstlerkollektiv Berlin den zweiten Besuch in Jerusalem als performative Video-Installation im Salzlager von Hall i. T. 2003 schon besuchte Berlin zum Auftakt von „Holozän“ die geteilte Stadt, um mit BewohnerInnen zu sprechen, zehn Jahre später wiederholten sie den Besuch und aktualisierten das Porträt. Das Fazit ist traurig: Es wird schlimmer und schlimmer.

Tino Sehgal: Flüchtige Kunst. © Tanzquartier Drei splitternackte Tänzer treten nacheinander in unterschiedlichen Räumen als lebendige Archive der Choreografie auf. Vor 15 Jahren hat der damals junge Konzeptkünstler Tino Sehgal sein Stück „Ohne Titel“ bei der Tanzplattform Deutschland vorgestellt. Bei der Wiederaufnahme im Tanzquartier lässt er Andrew Hardwidge, Frank Willens und Boris Charmatz die Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts bewegt in Erinnerung rufen.

Auch bei der 44. Vorstellung, mehr als fünf Jahre nach der Premiere, ist das Publikum in der Sächsischen Staatsoper (bekannter als Semperoper) entzückt vom Schauspiel am „Schwanensee“. Die Gäste bleiben paralysiert in den Sitzen kleben, klatschen jubelnd im Takt. Der Ballerina, Svetlana Gileva, wird ein Strauß roter Rosen überreicht, der Dirigent, David Coleman, bedankt sich winkend für die immer von neuem aufbrandenden Bravorufe.

Als Abschlussabend der Veranstaltungsreihe "Swaying: non-aligned bodies and comtemporary performance" zeigten zwölf Tänzerinnen und Musikerinnen im Tanzquartier eine  inklusive Performance. KünstlerInnen  mit und ohne Behinderung haben drei Tage miteinander gearbeitet und eine ausdrucksstarke Vorstellung  entwickelt.