Die Karriere der Tänzerinnen und Tänzer ist kurz und die Frage, was nach dem Ausscheiden aus der Compagnie geschehen soll, belastet oft schon junge Tänzer. Die Möglichkeiten, zu unterrichten, sind beschränkt. Nun bietet sich eine neue Lösung an: Neuorientierung und Ausbildung mit finanzieller Unterstützung. Dazu hat die OMV, Generalsponsor der Wiener Staatsoper, einen Fonds dotiert. Daraus erhalten Tänzerinnen und Tänzer finanzielle Unterstützung für eine Ausbildung und berufliche Neuorientierung.

Bewundernswert, wie Kira Kirsch und ihr Team die Zeit der Renovierungen im Stammhaus durch die Nutzung unterschiedlicher, auch ganz ungewohnter Spielorte überbrücken. Eine Herausforderung für die Tänzerinnen und Performerinnen und auch für das reisende Publikum. Daniel Aschwanden durfte im Rahmen der Reihe „Handle with Care“ im Theater Nestroyhof – Hamakom Einblick in den Entwicklungsprozess für eine geplante Langzeitproduktion geben. Er will sich mit dem Mythos der Hundemenschen auseinandersetzen. Die spannende Lecture Performance samt Hundefigur, Hundemaske und einer Frühlingsahnung, mit Fotos und Erzählungen aus seinen Recherchen und dem Praktikum mit jungen Tänzer*innen in Peking war nicht nur unterhaltsam, sondern auch überaus lehrreich.

Drei Persönlichkeiten unterschiedlicher Herkunft, drei Tänzerinnen unterschiedlicher Bewegungssprache, drei Solos unterschiedlichen Charakters. Anni Kaila, Cat Jimenez und Hannah Timbrell haben mit dem Choreografen Elio Gervasi je ein sehr persönliches Solo erarbeitet. Unter dem Titel „Reise durch den Spiegel“ zeigten die jungen Tänzerinnen eine beeindruckende Leistung. Albert Castello hat den Sound jeder einzelnen auf den Leib komponiert.

Seit den 1950ern besteht die Liaison zwischen dem Kristallglashersteller Swarovski und dem Wiener Opernball. Für das kommende Ereignis am 8. Februar 2018 haben Dolce & Gabbana die Tiara für die Damen des Eröffnungskomitees kreiert. Aus 702 Swarovski-Kristallen und „Xirius Chatons“ in den Farben „Crystal“ und „Golden Shadow“ sowie sechs roséfarbenen Blüten aus Emaille, die jedes einzelne Diadem zieren, entstand ein funkelndes Kunstwerk.

Alte Märchen, die überraschenderweise im Hier und Jetzt spielen, erzählt der Romanautor Michael Cunningham in seinem amüsanten und auch verschreckenden Märchenbuch für Erwachsene „Ein wilder Schwan“. Mit Humor und Einfühlungsvermögen lotet er die von den ursprünglichen Erzählern nur oberflächlich gezeichneten Charaktere aus. Die, wie Cunningham, in New York lebende japanische Illustratorin Yuko Shimizu ergänzt den Text mit vom Jugendstil inspirierten Zeichnungen.

In seiner neuesten Performance beschäftigt sich der aus Japan stammende Installations- und Performance-Künstler Michikazu Matsune mit der Vergänglichkeit und dem Leben im Jetzt. „For Now“ ist eine leise, überaus feine, poetische Arbeit, die durch Bedachtsamkeit, Genauigkeit und hintergründigen Humor besticht.

Im Rahmen des Festivals für neues Musiktheater “out of control” zeigt das bernhard. ensemble, wie man heute Ludwig van Beethovens 5. Symphonie neu hören und auch sehen kann. Mit elektronischen Kompositionen von Wolfgang Mitterer, Bernhard Fleischmann, ASFAST und Ursula Winterauer + Fauna wird Klassik in Zeitgemäßes verwandelt. Die Tänzerin und Choreografin Anna Hein verwandelt mit fünf Performer*innen die neue Musik in Körpersprache. Exzentrisch, fantasievoll und intensiv, wie auch Kostüme und Ausstattung von Devi Saha. Idee und Regie steuert Ernst Kurt Weigel bei.

So großartig, faszinierend und hinreißend kann Krieg sein. Selbst die Toten, begraben unter abertausend blutroten Federn, strahlen Schönheit und Würde aus. Die chinesische Tänzerin und Choreografin Yang Liping erzählt mit ihrer Compagnie Contemporary Dance von einem mythischen Ereignis, der Schlacht von Gaixia, 202 v. Chr. „Under Siege / Unter Belagerung“ nennt sie ihr Stück, das im Festspielhaus St. Pölten die deutschsprachige Premiere feierte. Immer wieder fordert das nach fast zwei Stunden keineswegs ermüdete Publikum die Verbeugungszeremonie zu sehen, eine Performance nach der Performance. Der Applaus will nicht enden.

Eugen Kallmann, trotz seiner Exzentrik beliebter Lehrer am Gymnasium in K. (diesmal irgendein bedeutungsloser Ort in Norrland, und nicht Kumla in Südschweden, wo der Autor Håkan Nesser geboren ist und viele seiner Romane spielen lässt), hat eine besondere Gabe: Er sieht in die Seelen der Menschen und erkennt, ob sie gemordet haben. Deshalb schaut er niemanden in die Augen, weiß aber um einen unentdeckten Mord. Dieses Wissen nimmt er allerdings ins Grab mit, als er in der Nacht unglücklich über eine steile Treppe stürzt und sich das Genick bricht. Oder wurde er gestoßen? Wer ist dann sein Mörder? Das sind nicht die einzigen Rätsel, die es in Nessers jüngstem Roman zu lösen gilt.

Ein neues Paar – Nina Poláková mit Robert Gabdullin – ist in Frederick Ashtons Ballett „Marguerite et Armand“ zu sehen; Liudmila Konovalova hat von Poláková den Adagio-Satz in Kenneth MacMillans Choreografie zu Sergej Rachmaninows Klavierkonzert übernommen. Im letzten Satz tanzt Ioanna Avraam, wie vorgesehen ohne Partner, im 1. Satz hat Denys Cherevychko mit Natascha Mair eine neue Partnerin.

Eine Frau in der Männerwelt. Die junge Französin Lili sehnt sich nach dem Meer und der totalen Freiheit. Illegal reist sie nach Anchorage, dem Hafen in Alaska, um auf einem Fischtrawler anzuheuern. Der Kapitän der Rebel akzeptiert „den Spatz“ auch ohne Pass und Visum. Sie wird härter arbeiten als die Männer, Hunger, Verletzungen, Kälte und Krankheit überstehen.

Die wundersame Reise des makemake-Teams im Dschungel. Nach dem gleichnamigen Buch von Judith Schalansky blättert ein Quartett aus zwei Musikern, einer Schauspielerin und einer Tänzerin im „Atals der abgelegenen Inseln“ und lädt das Publikum zu einem abenteuerlichen Inselhopping ein, das Realität mit Fantasie vermischt und von Gegenden erzählt, von denen nicht nur Zehnjährige, für die das Stück konzipiert ist, noch nie gehört haben.

Wie lebendig Ballett sein kann, zeigt Choreograf Patrick de Bana, der sein 2010 an der Volksoper uraufgeführtes Ballett „Marie Antoinette“ 2016 einer Generalüberholung unterzogen hat und nun eine Wiederaufnahme mit neuerlichen kleinen Retuschen zeigt. Das Wiener Staatsballett mit Maria Yakovleva in der Titelrolle, Roman Lazik als Ludwig XVI. und Ioanna Avraam im Rollendebüt der Madame Elisabeth war in Bestform. Begeistert haben mich auch Alice Firenze als Schatten der Marie Antoinette und Géraud Wielick als Schicksal. Eine zu Herzen gehende Geschichte vom Absturz aus Glück und Glanz in Elend und Tod.  Spannend, emotional, sehenswert.

Seit geraumer Zeit beschäftigt sich der Tänzer und Choreograf Georg Blaschke mit dem differenzierten Ausdruck des Körpers. Die Choreografie „Antonio’s imaginary workshop“ wurde mit zwei Tänzerinnen und einem Tänzer entwickelt, die jeweils ein Solo zelebrieren. Als Grundlage und Inspirationsquelle dient das eher schmale Werk des bildenden Künstlers Antonio Mak. Eine überaus spannende, auch unheimliche Performance in den Räumen des WUK-Museums.

Christine Lavants Gedicht „Ich möchte einen Becher haben“ über eine zerbrochene Liebesbeziehung ist Ausgangspunkt für das Tanztheaterstück „Die Vögel der Christine“, das in Klagenfurt Premiere haben wird. Eva Reitmann-Omilade interpretiert die Komposition der von Dieter Kaufmann vertonten Zeilen der renommierten Kärntner Dichterin Lavant mit Gesang. Die Choreografie, in der die Tänzerinnen Leonie Humitsch und Astrid Seidler auftreten, stammt von Ingrid Türk-Chlapek.

Umrahmt von zwei kleinen Stücken aus dem 20. Jahrhunderts feierte das auch nicht ganz taufrische Tanzstück von Wayne McGregor „Eden Eden“ bei der ersten Aufführung des dreiteiligen, als „very british“ angepriesenen Abends, einen Triumph. Ein aufregendes, ernsthaftes Stück zur Musik von Steve Reich, das sich mit den Möglichkeiten und Auswüchsen des Klonens von Lebewesen beschäftigt. „Concerto“ von Sir Kenneth MacMillan und „Marguerite and Armand“ von Frederick Ashton erscheinen dagegen als schwacher Rahmen, was keineswegs an den Tänzer*innen liegt.

Drei Tänzerinnen, ein Tänzer, 7000 durchsichtige Wasserflaschen liefern sich in der Aula der Akademie der Bildenden Künste ein Gefecht. Die Flaschen, zu unterschiedlich großen Quadern gebündelt, verstellen die Wege, behindern die Bewegungen, irritieren die Sicht. Die Tänzer_innen verschieben sie, ordnen sie neu, versuchen sich im Labyrinth ihren Platz zu erobern. Auch in der dritten bestens besuchten Vorstellung von „conseQUENCE“, war der Applaus in der Aula der Akademie der Bildenden Künste begeisternd.

Man weiß ja nie, vielleicht schwitzen wir auch in der Adventzeit draußen, weil sich das Klima verschoben hat. Laut ist es sowieso, von der "stillsten Zeit" zu plappern, ist schon längst ein schlechter Witz geworden. Auf jeden Fall wird drinnen geschwitzt, wenn ImPulsTanz sein Gegengift über das längst etwas miefig gewordene biedermeierliche Fest streut und Künstlerinnen und Künstler eingeladen hat, mit dem Publikumso richtig fröhlich zu sein.

Nur fünf Tage gastiert ein amerikanisches Ensemble mit dem berühmten Musical "West Side Story" von Leonard Bernstein in der Originalchoreografie von Jerome Robbins in der Wiener Stadthalle. Wenige Jahre nach der Weltpremiere am Broadway 1957, eroberte die mit zehn Oscars ausgezeichnete Verfilmung alle Kontinente. Vom 14. bis 18. Dezember ist die tragische Liebesgeschichte von Maria und Tony in Wien zu sehen.

In seinem jüngsten Stück mischt der in Frankreich aufgewachsene spanischstämmige Choreograf José Montalvo wie gewohnt, sämtliche Genres und Stile des Tanzes und der Musik und lässt das Geschehen auf der Bühne in die subtilen Videobilder im Hintergrund übergehen. „Y Olé!“, das sagt schon der auch für nicht Spanischsprechende fröhlich klingende Titel, ist ein beschwingter zweiteiliger Abend, der mit Igor Strawinskys berühmt-berüchtigter Musik „Le Sacre du Printemps“ beginnt und mit dem Ende am verschneiten Strand das Publikum im Festspielhaus St. Pölten zu Jubelschreien und Beifallsstürmen hinreißt.

Thoss | Wheeldon | Robbins“ nennt sich der dreiteilige Abend aus dem Repertoire schlicht nach den Choreografen der drei unterschiedlichen Stücke. Aufwühlend, Stephan Thoss mit der Geschichte um „Blaubart’s Geheimnis“, goldig Christopher Wheeldons Blick ins Paradies verliebter Narren („Fool’s Paradise“), fröhlich und bunt, Jerome Robbins’ Tanz durch die „Vier Jahreszeiten“ („The Four Seasons“). Mihail Sosnovschi gibt sein Rollendebüt als liebeshungriger Blaubart, sein Alter Ego ist, ebenfalls zum ersten Mal in dieser Rolle, Francesco Costa.

Vive l’Armée“ nennt Superamas ihre Auseinandersetzung mit Krieg, Terrorismus und den Folgen. Die neueste Produktion ist nach gründlicher Recherche undöffentlichen Einblicken in den Arbeitsprozess  entstanden. Eine aufwühlende auch niederdrückende Performance, die im Tanzquartier ganz harmlos und unterhaltsam mit einer Modeschau beginnt, aber bald Angst und Zittern hervorruft. Erst nachdem sich die in grellen Farben gemalten Schreckens-Visionen wieder verflüchtigt haben, kann der verdiente Applaus gespendet werden.

Mit einer abwechslungsreichen Szenencollage aus Theater, Gesang, Musik und Bewegung unterhält sich und das jugendliche Publikum die schallundrauch agency im Dschungel mit Gedanken über die Sucht. Ein Thema, wrüber die Zuschauerinnen sicherlich viel zu diskutieren haben. Unterhalten haben sich die Heranwachsenden in der gesehenen Vorstellung sicht- und hörbar.

Mit einer unterhaltsamen Mischung aus Tanz, Akrobat, ein wenig Text regt Silke Grabinger mit ihrer jungen Companie Silk Fluegge zum Nachdenken über das Helfen, über Helfende, Hilfsbedürftige, Hilfeverweigerer und das Helfersyndrom an. „Rescue“ beginnt im Dschungel mit theatralischen Version der einprägsamen Szenen aus der amerikanischen Serie „Bay Watch“. Die Aufmerksamkeit der Jugendlichen, für die „Rescue“ konzipiert ist, ist dem Stück sofort sicher.

Es heißt, das Publikum liebe die dreiteiligen Ballettabende, weil sie abwechslungsreich sind und für jeden Geschmack etwas dabei ist. So ist auch der Abend mit drei unterschiedllichen Choreografien (Stephan Thoss: „Blaubarts Geheimnis“, Christopher Wheeldon: „Fool’s Paradise“, Jerome Robbins: „The Four Seasons“) programmiert. Schwierig und anstrengend für die Tänzer_innen und das Publikum zu Beginn, erholsam und vergnüglich am Ende. Die Künstler_innen auf der Bühne und die Musiker_innen im Graben, geleitet von Alexander Ingram, erhielten den verdienten Applaus, die Publikumslieblinge, Davide Dato und Denys Cherevychko, für ihre Sprünge auch Bravorufe.

Ein schöner Roman übe die Tänzerin und Choreografin Bronislawa Nijinska, in dem Eva Stachniak aus der Sicht ihrer Hauptperson die Geschichte der Tänzer-Familie Nijinky erzählt. Eva Stachniak ist in 1952 Polen geboren und lebt seit 1981 in Kanada. Mit ihren beiden Russland-Romanen („Der Winterpalast“, „Die Zarin der Nacht“) hat sie zwei Bestseller gelandet. Auch der neue Roman nimmt seinen Ausgangspunkt in Russland und hat ebenfalls das Zeug zu begeistern. Stachniak kann erzählen und was nicht durch Zeugnisse belegt ist, erfindet sie gekonnt.

Erfolgreich ist im Tanzquartier das Festival „out of b/order“, bei dem Choreografie, Tanz und Performance aus dem erweiterten arabischen Raum, der MENA-Region, in den Mittelpunkt gerückt worden sind, zu Ende gegangen. Eine intimes Solo der iranischen Tänzerin Mitra Ziaee Kia in den Studios begeisterte ebenso wie die vier Tänzer, die in der Choreografie von Radhouane El Meddeb erzählten, wie es einmal war, als die Araber tanzen durften: „Au temps où les Arabes dansaient …“

Die Reise zum „Arbeitsplatz“ in der Siegfriedgasse in Wien-Floridsdorf ist weit. Dort begibt sich das Clever Team (Radek Hewelt & Filip Szatarski) in ein „Clever Dreamland“ und zeigt wovon Männer, richtige Männer, (immer noch) träumen. Wirr, gewalttätig, exaltiert und doch nicht bemerkenswert. Ein nostalgisches Cowboy-Film in Rätseln. Männertheater.

Gestorben ist sie 1963 als Elisabeth Petznek, Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Geboren ist sie 1883 als Erzherzogin Elisabeth Marie Henriette Stephanie Gisela von Österreich. Diese „letzte Prinzessin“, über die Martin Prinz einen Roman geschrieben hat, war Kronprinz Rudolfs einzige Tochter, Lieblingsenkelin des Kaisers. Durch eine Messalliance mit dem Windhund Otto Windisch-Graetz, die in einem schier endlosen Rosenkrieg der Kinder wegen endete, verzichtete sie auf alle Ansprüche. Prinz hingegen verzichtet auf eine stringente Dramaturgie seines Romans und gerät bei aller Liebe zur letzten Prinzessin leicht ins Schwafeln.

Walter Heun fühlt sich prächtig. Im Sommer 2017 geht nach acht Jahren seine Intendanz im Tanzquartier zu Ende. Zu bereuen habe er nichts, sagt er. Weder die Zeit als künstlerischer Leiter und Nachfolger von Sigrid Gareis, der ersten Intendantin des Tanzquartiers, noch dass er sich nicht um eine Verlängerung bemüht habe. „Das habe ich von Anfang an gewusst und meinen Mietvertrag in Wien bis 2017 limitiert. Dennoch wird er weiterhin in Wien bleiben.

Märchenhaft und komisch ist Thierry Malandains Choreografie zu Sergej Prokofjews Ballettmusik „Cendrilon“. Mit der Geschichte von Aschenputtel, der grausamen Stiefmutter und deren eitlen Töchtern erzählt der französische Choreograf von einem jungen Mädchen auf der Suche nach Anerkennung und Liebe und ihrem Kampf gegen die Einsamkeit. Wie er erklärt, ist sein Cendrillon, eine Tänzerin auf dem Weg nach oben. Wie in Versailles, dem Ort der Uraufführung durch Malandains Compagnie, dem Ballet Biarritz, war das Publikum lautstark begeistert.

Die Urban-Dance-Formation Hungry Sharks hat sich in den 5 Jahren seit der Gründung durch Valentin Alfery und der Produzentin Dusana Baltic zu einer international erfolgreichen Kompanie entwickelt. Mit kräftiger Unterstützung von CBB (Center for Choreography Bleiburg / Pliberk) hat Alfery mit acht Tänzer_innen die Choreografie „Hidden in plain sight“ entwickelt und im August in Bleiburg /Pliberk zum ersten Mal gezeigt. An zwei Abenden sind die hungry Sharks nun im brut aufgetreten.

Der dritte Teil von Ian Kalers Serie „o.T.“ bringt eine Überraschung: Kaler hat sich Locken wachsen lassen ist fröhlich, ja, im Duett mit dem Tänzer und Modedesigner Stéphane Peeps Moun ausgelassen, versucht sogar zu steppen. Nach „(emotionality of the jaw)“ und „(gateways to movement)“, widme sich Kaler als Choreograf und Tänzer der Zukunft, oder gar den Zukünften: „Incipient Futures“ nennt er diesen dritten Teil der „o. T.“-Reihe, in dem er wieder mit der phänomenalen Musikerin Jam Rostron (Planningtorock oder auch Aquarian Jugs) zusammenarbeitet. Eine Stunde voll Energie und hinreißender Musik in der Arena. Tanz, der keinerlei moralisch-gesellschaftlichen oder philosophisch-theoretischen Über- oder Unterbau verlangt.

Große Harmonie gab es auf der Bühne der Wiener Staatsoper, als der charismatische Tenor Roberto Alagna gemeinsam mit Neo-Ehefrau und Sopranistin Aleksandra Kurzak ein Konzert gab. Am Klavier begleitete Jeff Cohen die beiden, die sich von Mozart über Donizetti bis Puccini durch das Arien- und Duettrepertoire sangen. Viel Applaus für das Paar, dessen Zugpferd natürlich ganz klar Alagna ist.

Die 78jährige Erika Bode möchte ihre Firmenanteile dem Sohn Jochen entziehen und ihrem Neffen Philip Ullich anvertrauen. Noch bevor sie unterschreiben kann, ist sie tot. Doch während der Sohn die Polizei ruft, weil er Mord vermutet, sitzt Erika wieder am Konferenztisch und unterschreibt. Sie ist nicht die einzige Tote die wieder lebendig auftaucht. Virgil Widrichs Film „Die Nacht der 1000 Stunden“ ist ein Spiel mit der Zeit – die Vergangenheit kehrt mit den Ahnen zurück an den Familientisch.

Der Körper als Depot der Geschichte Eszter Salamon baut Monumente, die Choreografie und Tanz als Teil der historischen Entwicklung zeigen sollen. "Monumentum 0 - haunted by wars (1913-2013)" beschtigte sich mit Kriegstänzen von den Kriegen der vergangenen 100 Jahren betroffenenen indigenen Vökern. In einem düsteren, eindrucksvollen Szenarion bot die Choreografin einen Blick auf die unsichtbare Welt der Tanzgeschichte. Mit Tanzgeschichte ganz anderer Art, persönlich, intim, auch witzig kommt nun das Monument 0.1 auf die Bühne des Tanzquartier. "Valda & Gus" ist das Porträt zweier weltberühmter Tänzer, die nahezu ein ganzes Jahrhundert des Tanzes erlebt haben. Sie sind alt, können aber auf der Bühne immer noch faszinieren.

Mit seinem Programm „Artist at Resort“ (AAR) begleitet Bert Gstettner Tanz- Performance- und Choreografie-Schaffende bei der Ausarbeitung neuer Projekte und stellt ihnen auch die Ressourcen des Tanz*Hotel Ressorts zur Verfügung. Drei bis fünf Künstler_innen oder Gruppen werden pro Residenzzeitraum ausgewählt und nach intensiver Arbeit ihr Werk zu präsentieren.

Anfang Dezember wird der Textilkünstlerin Ursi Fürtler im Rahmen eines Festaktes das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik verliehen. Die Laudatio hält der Maler Leander Kaiser. Zahlreihe Künstler_innen sind geladen. Nur der Bundespräsident wird fehlen, weil Österreich zum Zeitpunkt der Verleihung noch keinen haben wird.

Zwei Tanzstücke fasst die Linzer Ballettchefin Mei Hong Lin unter dem Titel „Die kleine Meerjungfrau“ zusammen. Franz Schrekers für den Tanz geschriebene kurze Komposition „Geburtstag der Infantin“ wird mit Alexander von Zemlinskys symphonischer Dichtung „Die Seejungfrau“ kombiniert. Im Linzer Musiktheater am Volksgarten reagiert das Publikum hellauf begeistert.

Mit ihrer neuen Vorstellung, „everything is in everything“ zeigt die tanzende Choreografin Elizabeth Ward im brut was Ballett und Techno verbindet. Der Techno-Künstler AC/Boy (Marcos Rondon) versetzt sich zuerst selbst und allmählich auch die vier Tänzer_innen samt dem Publikum in eine Art Trance. Alle werden eins.

Der englische Autor Magnus Mills ist in seiner Heimat hochgeschätzt, diesseits des Ärmelkanals ist der 60järge kaum bekannt. Lediglich sein jüngster, der achte, Roman ist, übersetzt, im Buchhandel zu haben. Für den Rest muss man schon die Antiquariate bemühen. „Das Paradies möglicherweise“ ist eine metaphorische Geschichte über Besiedelung und Landnahme, Territorialkämpfe und das Leben miteinander. Eine eher langweilige Erzählung in einfachem Stil.

7000 blau schimmernde Plastikflaschen sind die bewegten Hauptdarsteller in der installativen Tanzperformance vono Gervasi. Hannah Timbrell, Anni Kaila, Katharina Illnar und Dominik Feistmantl treten in Beziehung zu den Objekte. Als Work in Progress wurde die Performance bereits an unterschiedlichen getestet. Die Premiere des neuen Tanzstückes "conseQuENCE" findet am 25.11. in der Aula der Akademie der bildenden Künste statt.

An zwei Wochenenden im November 2016 treffen Künstler_innen, Theoretiker_innen und Kulturschaffende aus unterschiedlichsten Geografien des erweiterten arabischen Raumes - der MENA Region - und Europas im Tanzquartier zusammen, um über das Trennende und das Verbindende zu diskutieren. „out of b/order“ ist das Motto des Festivals. Ein neues Territorium könnte gefunden werden, das es möglich macht, dass die Differenz zur Komplizin wird.

Der Vorhang geht auf und ich wähne mich im Mariinski Theater: Klassik pur, Spitzentanz in weißen Tütüs. Der Erste Teil des dreiteiligen Abends mit der Premiere von Edwaard Liangs viel getanzter Choreografie „Murmuration“ und der Uraufführung des neuen Balletts von Daniel Proietto, „Blanc“, zeigte das Beste gleich zu Beginn: George Balanchines Ballett „Sinfonie in C“ zu Georges Bizets Sinfonie in C-Dur. So schön, ja erlesen und fein habe ich Balanchine noch nie an der Staatsoper gesehen. Wieder ein Beweis für die exzellente Arbeit von Ballettdirektor Manuel Legris.

NadaLokal nimmt den Monat der Fotografie zum Anlass sein 7-jähriges Jubiläum in Form einer Fotoausstellung, eines täglichen Performance-Programms und der Veröffentlichung eines Katalogs von 2009 bis 2016 zu feiern. Zwischen 2. und 8. November 2016 wird ein Off-Space Performance Festival entstehen. Künstler_innen wie Daniel Aschwanden, Carla Bobadilla, Alix Einaudy Michikazu Matsune, Linda Samaraweerová, Oleg Soulimenko, Elisabeth Ward oder Veronika Zott (um nur einige zu nennen) stehen auf dem Programmzettel.

Mucksmäuschenstill lauschende Kinder, entzückte Eltern: Georg Friedrich Haas hat Mira Lobes berühmtes und heiß geliebtes Kinderbuch „Das kleine Ich bin Ich“ vertont. Darsteller_innen und die Musiker_innen des Klangforum Wien unter Bas Wiegers umsichtiger Leitung erzählen die Geschichte vom bunten Tier, das so gerne irgendwo dazugehören will, aber nicht genau weiß, ob es ein Frosch, ein Pferd oder ein Fisch ist. Am Ende wissen es auch die Kinder im Dschungel: „Das kleine Ich bin Ich!“.

Noch bis zum 9. März wird die frische Version (Carl Philip von Maldeghem) nach Shakespeares Drama "Romeo und Julia" am Salzburger Landestheater gespielt. Romeo ist Tim Oberliessen, Julia Nikola Rudle. Dass ich begeistert bin, versteht sich von selbst.

"Romeo und Julia", Carl Philip von Maldeghem. Nächste Termine: 2., 15., 18., 21., 30.12. 2015. Salzburger Landestheater.

Nicht immer muss das klassische Ballett mit todernster, womöglich sogar gelangweilter, Miene betrachtet werden. Es darf in Spezialfällen auch herzlich und anhaltend gelacht werden. Etwa bei der herzerfrischenden Choreografie des alten „Strohballetts“ von Frederick Ashton: „La Fille mal gardée“ wurde nach 8jährigem Schlaf im Staatsopern-Archiv von Ballettdirektor Manuel Legris wieder ins Bühnenlicht gehoben. Das befreiende Lachen während und der dröhnende Applaus am Ende der Vorstellung geben ihm mehr als Recht.

Natur und Landschaft Alaskas, das Meer, der eisige Gletscher samt seinen tiefen Spalten, aus denen es kein Entkommen gibt und ein Leuchtturm auf einer einsamen Insel  spielen die eigentliche Hauptrolle in diesem anregenden Roman von Rachel Weaver. Zwei junge Menschen, Anne Richard, die dem Gletscherwandern verfallen ist und Kyle McAllin, der sich als Fischer durchbringt, verlieben sich ineinander. Doch  beide tragen schwer an einem Geheimnis.

Mit Spielfreude und Fantasie unterhält die Theatergruppe TWOF2 im Dschungel Volksschulkinder mit Wahrheits- und Lügengeschichten. Regisseurin Maria Spanring hat einen witzigen Text über Lüge und Wahrheit geschrieben; Danijela Milijic, Andri Schenardi und Giovanni Jussi spielen, singen und tanzen mit und zur Begeisterung aller.

Liudmila Konovalova, Erste Solotänzerin im Wiener Staatsballett, ist ein bezauberndes Dornröschen, eine edle Schwanenprinzessin und ihr furioses schwarzes Double, doch sie kann auch das schelmische, schlecht erzogene Bauernmädchen Lise in „La Fille mal gardée“ sein. Die Wiederaufnahme des beliebten romantischen Balletts ist für die Ballerina eine echte Premiere. Mit Fleiß und Sachkenntnis hat sie sich die Choreografie von Frederick Ashton erarbeitet.

Der schwedische Autor Håkan Nesser, 66, ist immer wieder für eine Überraschung gut. Mit Tiefsinn und Hochspannung, Ironie und Metaphysik hat er seine Fangemeinde bereits gefesselt. Jetzt unterhält er auf Beste mit einem Abenteuermärchen. Der Schwede Arne Albin Hektor Murberg, in Kumla geboren, wie der Autor selbst, reist nach Berlin, um seine Mutter zu suchen.

Zum elften Mal haben Künstlerinnen am Residence / Coaching / Mentoring Projekt (AAR – Artist at Resort) im Tanz*Hotel teilgenommen. Vom 4. bis 6. Dezember zeigen sie ihre, in Begleitung von Bert Gstettner erarbeiteten, Choreografien. Für die Nachmittagsvorstellung hat die Tänzerin / Choreografin Karin Steinbrugger ein Stück für junges Publikum vorbereitet. Es ist nicht ihr erstes.

Die Geschichte von Peter Pan, der in Nimmerland lebt, geschrieben vor mehr als 100 Jahren, ist im Dschungel als Abenteuermärchen für Kinder zu sehen. Regisseurin Julia Burger und Julia Perschon (Dramaturgie) haben das Buch des Engländers James Matthew Barrie für Volkschüler bearbeitet. Spannend, witzig und magisch, ist die Vorstellung mit einem motivierten Ensemble ein rechtes Vergnügen.

Der Tänzer, Choreograf und prominente bildende Künstler Tino Sehgal konnte als Mentor des danceWEB Stipendienprogramms bei ImPulsTanz 2016 in Wien gewonnen werden. Zudem wird der Künstler das vielfältige Workshopprogramm im kommenden Jahr um eine eigene Kursreihe erweitern, die sich explizit mit den Wechselbeziehungen von Tanz und bildender Kunst auseinandersetzt. 
Zuletzt war Sehgals „Musée de l  Danse“ im Tanzquartier Wien  zu sehen.
2016 findet danceWEB von 13. Juli bis 17. August bei ImPulsTanz in Wien statt. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 11. Dezember 2015, 12:00 Uhr MEZ. Weitere Infos und Onlinebewerbung auf www.lifelongburning.eu.

Die Uraufführung der Komposition „Moving Architecture“ (Monadologie XVIII) von Bernhard Lang zeigt neue Perspektiven für die Rezeption zeitgenössischer Musik auf. Der außergewöhnlichen Konzertabend, in Zusammenarbeit des Komponisten mit der Choreografin Silke Grabinger und dem österreichischen Ensemble Phace entstanden und im Rahmen des Festivals Wien Modern im Tanzquartier präsentiert worden.

Salon5 (Anna Maria Krassnigg und Christian Mair) hat sein gewohntes Ambiente verlassen und ist in das renovierte Metro-Kinokulturhaus  übersiedelt. Mit gutem Grund. „La Pasada – Die Überfahrt“ heißt die Kinobühnenschau mit einem Text Anna Poloni, bei der das Publikum Theater und Kino zugleich sehen darf. Theater ist hier und jetzt, der Film: das war einmal. In Anwesenheit der Schauspieler_innen und der Regisseurin Anna Maria Krassnigg zeigte das Publikum enthusiastisch seine Begeisterung.

Zum zweiten Mal findet das Festival scaPes – sound & choreography im Brick-5 statt. Bekannte Perforrmer_innen und internationale Gäste beschäftigen sich mit der Verbindung von Choreografie und Musik. Georg Blaschke zeigt den 3. Teil der choreografischen Auseinandersetzung mit Hieronymus Boschs „Weltgerichtstriptychon“.

Auf dem schwankenden Schiff tobt ein Kampf. Noch sind es weiche Gummischläuche, die gezückt werden, doch später, bei der Aufführung mit Publikum, werden es klingende Degen sein und das Krokodil wird seine scharfen Zähne in den bösen Kapitän Hook schlagen und ihn verschlingen. Doch für Maartje Pasman ist das Spiel noch nicht aus. Rasch raus aus der Piratenkluft, rein ins noble Kleid geschlüpft und ohne sichtbare  Kampfspuren entspannt im Lehnsessel schlummern.

Es sind schwierige Zeiten, und da tut es gut, im Theater gelegentlich lachen zu können. Wenn das Stück dann auch noch intelligent, komisch und satirisch ist, kann es fast nur von Nobelpreisträger Dario Fo stammen. Im Theater Akzent hat Hubsi Kramar den Dauerbrenner „Bezahlt wird nicht!“ inszeniert, ganz und gar nicht postdramatisch, aber dafür erfrischend für Herz und Hirn.

Die besten Clownfrauen aus aller Welt versammeln sich neun Tage lang im Kosmos Theater, um ihr Publikum mit Humor und Esprit zu unterhalten. Zum 5. Mal findet das internationale Clownfrauenfestival in Wien statt und bringt in 13 Vorstellungen auch Ur- und Erstaufführungen. Clownin ist eine Koproduktion von Gaby Pflügl & Pamela Schartner / theater super nova und Barbara Klein / Kosmos Theater.

Eve Harris, von Beruf Lehrerin, hat einen großartigen, tief berührenden und auch erkenntnisreichen Roman über das Leben orthodoxer Jüdinnen und Juden geschrieben. Die Geschichte von Chani Kaufman, Baruch Levy und der Rebbetzin Zilberman zeigt ein Leben, das allein durch den Glauben und die Schrift bestimmt ist.

Die Tänzerin Lucinda Childs hat ihre 1983 gemeinsam mit dem Komponisten John Adams und dem Architekten Frank O. Gehry geschaffene Choreografie „Available Light“ wieder aufleben lassen. Im Rahmen einer ausgedehnten Europatournee war das bahnbrechende Werk an einem Abend auch im Festspielhaus St. Pölten zu sehen. Keine Sensation mehr, doch ein Gesamtkunstwerk immer noch, postmodern, minimalstisch, im Einklang von Tanz, Musik und Bühnenarchitektur.

Es hat einige Zeit gedauert, bis sich der Status des ehemaligen Konservatoriums der Stadt Wien als Konservatorium Wien Privatuniversität akzeptiert war und sich die familiäre Anrede „KONSuni“ eingebürgert hat. Jetzt wurde die KONSuni zum MUK, was in Langschrift „Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien" heißt. Quasi ein neuer Schlauch für den alten Wein.

In einer bunten Montage aus Text, Bildern, Musik, Gesang und Tanz befassen sich die Tänzer_innen von The Loose Collective mit der nationalen Identität, besonders des jodelnden Alpenlandes Österreich. „The Music of Sound“ arbeitet mit Klischees und bietet ein unterhaltsames Heimatmusical als Puzzle aus einzelnen Szenen. Die Uraufführung fand beim steirischen herbst ’15 statt, bei der Wien-Premiere konnte sich das Publikum im Tanzquartier unterhalten.

Fremdartige Wesen kommen von einem andern Planeten auf die Erde, um Informationen zu sammeln. Es sind Ifos, geschlechtslos und auch ahnungslos. Sie erfahren, dass die Menschheit aus Mädchen und Buben und allem dazwischen besteht. „Zwischen Rosarot und Himmelblau“ ist ein originelles Tanzstück von Theater Ansicht, mit drei perfekten Tänzerinnen, das im Dschungel Wien Premiere gefeiert hat.

In «Monadologie XVIII» überführt Lang die Architekturpläne in musikalische Bewegungen. Dabei ziehen sich Fragmente von Bob Dylans «Like a Rolling Stone» wie ein roter Faden durch das Stück. Silke Grabinger hat die physischen Bewegungen dazu in einer Partitur festgehalten, für drei Tänzer_innen und auch das Ensemble PHACE. Nach der Uraufführung in New York hat das Werk im Rahmen von Wien Modern im Tanzquartier seine Österreich-Premiere.

Jiří Bubeníček, Erster Solist des Semperoper Ballett, wird am Mittwoch, 11. November in Sir Kenneth MacMillans »Manon« und der Rolle des Des Grieux seine Abschiedsvorstellung geben.

Mit den Mitgliedern des Postgraduate-Programms „Bodhi Project“ des Tanzzentrums SEAD erarbeitet der französische Choreograf Etienne Guilloteau in Salzburg derzeit ein Tanzstück zur Zeit. „Zeit-Bild“ wird im Rahmen des Festivals Dialoge der Stiftung Mozarteum Salzburg aufgeführt. Nach "Luft", "Licht" und "Wort", ist das Motto des Festivals – Konzerte, Filme, Gespräche und Tanz – heuer "Zeit". Im Zentrum stehen die Komponisten Morton Feldman Beat Furrer und Mozart, weil diese drei "für eine Musik ohne Floskeln und Klischees eintreten".

Im Rahmen ihrer zweiwöchigen Residenz im Tanzquartier zeigte die libanesische Choreografin Danya Hammoud ihr 2011 erarbeitetes Solo „Mahalli“, ein intensives komprimiertes Werk. Eine Frau bewegt sich im Raum, die sich durchsetzen und behaupten will. Nur eine knappe halbe Stunde dauert dieser unaufhörlich fließende Tanz, doch es ist alles gesagt. Danya Hammoud tritt zum ersten Mal in Wien auf.

Die sonnigen Oktobertage dürften heuer den Jubel über die Besucherzahlen der Viennale ’15 etwas gedämpft haben.
„Die Rekordzahlen des Vorjahres konnten nicht erreicht werden“, wird offiziell erklärt. Das war auch schwer: 98.200 Zuschauer_innen zählte man 2014. Heuer waren es 94.100, auch noch eine beachtliche Zahl. Dementsprechend ist auch die Auslastung zurückgegangen: Von 81,7 % auf 76,4. Immerhin waren von insgesamt 377 Vorstellungen 123 ausverkauft.
Viennale-Chef Hans Hurch hat noch drei Jahre, bis 2018, Zeit, neue Viennale-Rekorde zu verbuchen.
2017 wird die Festivalleitung vom Kulturamt der Stadt Wien neu ausgeschrieben werden. <--

Der hochangesehenen britischen Autorin Val McDermid neuestes Werk beginnt wie viele Kriminalromane: Mit einem Toten. Eigentlich mit zweien. Eine Leiche ist ganz frisch, mit durchgeschnittener Kehle liegt der Mann in Kreta auf der Schwelle seiner Wohnung. Die andere ist nur noch ein Skelett und liegt seit gut 7 Jahren hoch oben in einem unzugänglichen Turm eines historischen Gebäudes. Der Baukostenanalyst Fraser Jardine hat es gefunden, als er vor Höhenangst schwitzend und zitternd die Dachaufbauten untersuchen musste, um die Kosten für die Renovierung festzustellen.

Ohne Chef oder Chefin arbeitet das Loose Collectiv an seinen Produktionen. Die neueste, „The Music of Sound“ hat im Tanzquartier Premiere und kreist um das Thema „Heimat“. Dazu haben die Mitglieder der lockeren Gruppe eigene Erfahrungen gesammelt. Tänzerinnen und Tänzer sind in unterschiedlichen Ecken der Welt geboren.

Die alternative Besetzung nahezu aller Rollen des neuen Repertoire-Abends mit drei unterschiedlichen Choreografien – „Blaubarts Geheimnis" (2. Teil) von Stefan Thoss, „Fool’s Paradise“ von Christopher Wheeldon, „The Four Seasons“ von Jerome Robbins – zeigte welch großartiges Ensemble das Wiener Staatsballett unter Manuel Legris ist. Nahezu alle Rollen der drei Stücke sind Debüts, nur die Damen und Herren des Corps und wenige Solistinnen haben schon die erste Premiere getanzt.

Wieder mal das übliche Schicksal einer geplanten Serie. Der Erste Teil, in diesem Fall der erste Band einer angekündigten Trilogie, schraubt die Hoffnungen so weit in die Höhe, dass die Erfüllung im zweiten nicht eintritt. Mit der Protagonistin, Sophie Brinkmann, einer allein erziehenden Krankenschwester, zeigt Alexander Söderberg wie unscharf die Grenzen zwischen Gut und Böse und auch zwischen Verrat und Treue sind. Im ersten Band, „Unbescholten“, ist das großartig gelungen. Der zweite verwirrt, langweilt und enttäuscht.

Seit Jahren beschäftigt sich der Choreograf Georg Blaschke mit dem Weltgerichtstriptychon von Hieronymus Bosch, an dessen 500. Todestag im kommenden Jahr gedacht werden wird. Nach „The Bosch Experience part I“ in der Akademie der bildenden Künste (im Rahmen von ImPulsTanz2014) zeigt er nun in der Expedithalle der Brotfabrik „part II“ an einem Doppelabend mit lawine torrèn.